„Das Umfeld muss stimmen“: Warum es nicht so einfach ist, im Tierheim an ein Haustier zu kommen Christine Riechmann Minden. Der Wunsch nach einem Haustier in der Pandemie ist nachvollziehbar: Freizeit ist bei vielen Menschen mehr als ausreichend vorhanden und oftmals gesellt sich noch die Einsamkeit dazu. So groß wie der Wunsch selbst, ist dann aber auch oft die Enttäuschung, wenn klar wird, dass es nicht so einfach ist, an ein Tier zu kommen. „Das Umfeld muss stimmen", macht Petra Yarwood, zweite Vorsitzende im Mindener Tierheim, hohe Standards ganz deutlich. „Alles muss besser sein als das, was wir ihnen hier bieten können." Es werde den Interessenten bewusst nicht so einfach gemacht. So würden zum Beispiel Katzenbabys nur zu zweit vermittelt, damit sie einen vertrauten Kumpel zum Kuscheln hätten – es sei denn, es lebe bereits ein Tier im Haushalt. Außerdem müsse die Wohnung eine bestimmte Größe haben. „50 Quadratmeter für zwei Katzen sind eigentlich zu wenig." Auch müsse der Vermieter – falls es sich um eine Mietwohnung handle – sein Einverständnis geben. Und ausreichend Zeit und Geld müssen vorhanden sein – Impfungen, Tierarztrechnungen und Futter seien nicht billig. Ungefähr einer von zehn Interessenten werde im Mindener Tierheim abgelehnt, schätzt Petra Yarwood. Dann würden entweder Tier und Mensch nicht zusammenpassen, das Umfeld nicht stimmen oder die Interessenten hätten kein Verständnis für die Schutzgebühren, die das Tierheim verlange. Für Hunde liegt die bei 300 bis 350 Euro, für Katzen zwischen 60 und 120 Euro. Möchte jemand zum Beispiel für seine zweijährige Tochter eine Katze als Spielgefährten haben, bekomm er sie vom Tierheim nicht. Auch würden Freigänger nicht an einen Haushalt an der Königstraße vermittelt. „Diese Katzen geben wir nur in ländliche Umgebungen ab." Alle Tiere, die im Tierheim landen, hätten schon einmal Glück gehabt. Dort würden sie gepflegt und geliebt. „Das zweite Mal Glück ist dann ein endgültiges Zuhause", so Petra Yarwood. Denn ob die neuen Herrchen ihr Tier auch behalten dürfen, entscheidet die Nachkontrolle, die das Tierheim durchführt. „Wir besuchen die Leute und schauen, ob Tier und Mensch zusammengefunden haben und ob alles so passt, wie es im Vermittlungsbogen angegeben wurde." Nur ganz selten würden Tiere wieder mitgenommen werden.

„Das Umfeld muss stimmen“: Warum es nicht so einfach ist, im Tierheim an ein Haustier zu kommen

Katzen werden nur dann vermittelt, wenn sie es dort besser haben als im Tierheim. Foto: Victoria Bonn-Meuser/dpa © Verwendung weltweit

Minden. Der Wunsch nach einem Haustier in der Pandemie ist nachvollziehbar: Freizeit ist bei vielen Menschen mehr als ausreichend vorhanden und oftmals gesellt sich noch die Einsamkeit dazu. So groß wie der Wunsch selbst, ist dann aber auch oft die Enttäuschung, wenn klar wird, dass es nicht so einfach ist, an ein Tier zu kommen.

„Das Umfeld muss stimmen", macht Petra Yarwood, zweite Vorsitzende im Mindener Tierheim, hohe Standards ganz deutlich. „Alles muss besser sein als das, was wir ihnen hier bieten können." Es werde den Interessenten bewusst nicht so einfach gemacht.

So würden zum Beispiel Katzenbabys nur zu zweit vermittelt, damit sie einen vertrauten Kumpel zum Kuscheln hätten – es sei denn, es lebe bereits ein Tier im Haushalt. Außerdem müsse die Wohnung eine bestimmte Größe haben. „50 Quadratmeter für zwei Katzen sind eigentlich zu wenig." Auch müsse der Vermieter – falls es sich um eine Mietwohnung handle – sein Einverständnis geben. Und ausreichend Zeit und Geld müssen vorhanden sein – Impfungen, Tierarztrechnungen und Futter seien nicht billig.

Ungefähr einer von zehn Interessenten werde im Mindener Tierheim abgelehnt, schätzt Petra Yarwood. Dann würden entweder Tier und Mensch nicht zusammenpassen, das Umfeld nicht stimmen oder die Interessenten hätten kein Verständnis für die Schutzgebühren, die das Tierheim verlange. Für Hunde liegt die bei 300 bis 350 Euro, für Katzen zwischen 60 und 120 Euro.

Möchte jemand zum Beispiel für seine zweijährige Tochter eine Katze als Spielgefährten haben, bekomm er sie vom Tierheim nicht. Auch würden Freigänger nicht an einen Haushalt an der Königstraße vermittelt. „Diese Katzen geben wir nur in ländliche Umgebungen ab." Alle Tiere, die im Tierheim landen, hätten schon einmal Glück gehabt. Dort würden sie gepflegt und geliebt. „Das zweite Mal Glück ist dann ein endgültiges Zuhause", so Petra Yarwood. Denn ob die neuen Herrchen ihr Tier auch behalten dürfen, entscheidet die Nachkontrolle, die das Tierheim durchführt. „Wir besuchen die Leute und schauen, ob Tier und Mensch zusammengefunden haben und ob alles so passt, wie es im Vermittlungsbogen angegeben wurde." Nur ganz selten würden Tiere wieder mitgenommen werden.

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