Corona-Ausbruch in Altenheim trotz Impfung - läuft etwas grundsätzlich schief? Vasco Stemmer Minden. Im Pflege- und Seniorenheim „Senioren-Domicil Weserland“ in Bärenkämpen ist es zu einem Corona-Ausbruch gekommen – und dass obwohl die Bewohner bereits die erste Impfdosis gegen den Erreger erhalten haben. Das bestätigte Heimleiter Nils Meyer auf MT-Anfrage. Bisher seien vier Bewohner aus einem Wohnbereich positiv getestet worden. Die ersten Fälle wurden bereits am Wochenende bekannt. Eine abschließende Zahl der Betroffenen konnte Meyer allerdings noch nicht nennen, da die Testungen noch laufen. „Wir sind noch voll dabei und testen alles und jeden“, erklärt Meyer. Bei den Mitarbeitern des Heims wurden laut Meyer bisher keine Infektionen nachgewiesen. Allen Bewohnern gehe es gut, auch die Infizierten seien symptomfrei. Das Gesundheitsamt sei über das Infektionsgeschehen informiert und plane morgen in die Einrichtung zu kommen, um über das weitere Vorgehen zu entscheiden. Wie es zu dem Ausbruch kommen konnte, kann sich der Heimleiter nicht erklären. Alle Mitarbeiter müssten sich vor Arbeitsbeginn einem Schnelltest unterziehen und auch die Bewohner würden regelmäßig getestet. „Leider sind die Schnelltests nicht zu 100 Prozent zuverlässig“, berichtet Meyer. Die Bewohner seien zudem bereits gegen das Virus geimpft worden. „Zumindest die erste Impfung haben sie erhalten“, erklärt Meyer. Laut Auskunft des Robert-Koch-Instituts sind für eine vollständige Immunisierung mit dem Impfstoff von Biontech jedoch zwei Dosen notwendig. Mit dem Ausbruch in Bärenkämpen ist das Seniorenheim nicht allein. Immer wieder ist es in der Vergangenheit im Mühlenkreis zu größeren Corona-Ausbrüchen in Einrichtungen gekommen. „Mittlerweile ist es ja fast einfacher aufzuzählen, welche Heime noch nicht betroffen waren“, sagt Meyer. In der Weser-Residenz Bad Hopfenberg in Petershagen hatten sich Anfang Januar 34 Bewohner und elf Mitarbeiter mit dem Corona-Virus infiziert. Die WTG-Behörde (früher Heimaufsicht) verhängte daraufhin ein striktes Besuchsverbot für die Einrichtung. Mehrere Bewohner mussten sich in klinische Behandlung begeben. Auch ein Heim in Pr. Ströhen wurde vor kurz vor Weihnachten zum Hotspot. Dort hatten sich 30 Bewohner und fast 10 Mitarbeiter infiziert. Dies ließ die Inzidenzwerte in der Stadt in die Höhe schnellen. Im Altenpflegeheim Haus Bethesda in Lahde infizierten sich Mitte Dezember 16 Bewohner und sieben Mitarbeiter. Auch in der Stadt Minden blieben die Heime nicht von Ausbrüchen verschont. In der Altenhilfeeinrichtung Albert-Nisius-Haus kam es kurz vor Weihnachten zu einem größeren Infektionsgeschehen. Dort herrschte zeitweise ein Besuchsverbot für das ganze Haus. In der letzten Woche galten in der Einrichtung noch 14 Bewohner als erkrankt. Wie Sabine Ohnesorge, Pressesprecherin des Kreises, auf Anfrage erklärt, sind die Ausbrüche in den Altenheimen jedoch kein Phänomen, das sich auf den Mühlenkreis beschränkt: „Nach unserer Kenntnis sind in anderen Kreisen oder kreisfreien Städten immer wieder Alteneinrichtungen von der Ausbreitung des Virus betroffen.“ Die Gründe dafür seien unterschiedlich. Generell ließe sich aber sagen, dass in Gemeinschaftseinrichtungen besonderes für Risikogruppen ein höheres Infektions- und Verbreitungsrisiko bestünde. Um den Schutz der Bewohner zu gewährleisten, würden alle Alteneinrichtungen bereits seit Beginn der Pandemie über Hygienekonzepte verfügen, die sich jeweils an den Vorgaben des Robert Koch-Instituts (RKI) orientieren. Zudem seien die Einrichtungen entsprechend der Coronaschutzverordnung aus November verpflichtet, Testkonzepte zu entwickeln und umzusetzen. Konkrete Ratschläge oder Konzepte für die Heime gebe es vonseiten des Kreises aber nicht. Ohnesorge verweist auch in diesem Zusammenhang auf die Empfehlungen des Robert Koch-Instituts: „Hier gelten bundesweite Vorgaben, die auch vom Gesundheitsamt des Kreises unterstützt werden.“

Corona-Ausbruch in Altenheim trotz Impfung - läuft etwas grundsätzlich schief?

Bisher wurden vier Bewohner des „Senioren-Domicil Weserland“ positiv auf das Corona-Virus getestet. Symbolfoto: Imago Images © imago images/Karina Hessland

Minden. Im Pflege- und Seniorenheim „Senioren-Domicil Weserland“ in Bärenkämpen ist es zu einem Corona-Ausbruch gekommen – und dass obwohl die Bewohner bereits die erste Impfdosis gegen den Erreger erhalten haben. Das bestätigte Heimleiter Nils Meyer auf MT-Anfrage. Bisher seien vier Bewohner aus einem Wohnbereich positiv getestet worden. Die ersten Fälle wurden bereits am Wochenende bekannt. Eine abschließende Zahl der Betroffenen konnte Meyer allerdings noch nicht nennen, da die Testungen noch laufen. „Wir sind noch voll dabei und testen alles und jeden“, erklärt Meyer. Bei den Mitarbeitern des Heims wurden laut Meyer bisher keine Infektionen nachgewiesen. Allen Bewohnern gehe es gut, auch die Infizierten seien symptomfrei.

Das Gesundheitsamt sei über das Infektionsgeschehen informiert und plane morgen in die Einrichtung zu kommen, um über das weitere Vorgehen zu entscheiden. Wie es zu dem Ausbruch kommen konnte, kann sich der Heimleiter nicht erklären. Alle Mitarbeiter müssten sich vor Arbeitsbeginn einem Schnelltest unterziehen und auch die Bewohner würden regelmäßig getestet. „Leider sind die Schnelltests nicht zu 100 Prozent zuverlässig“, berichtet Meyer. Die Bewohner seien zudem bereits gegen das Virus geimpft worden. „Zumindest die erste Impfung haben sie erhalten“, erklärt Meyer. Laut Auskunft des Robert-Koch-Instituts sind für eine vollständige Immunisierung mit dem Impfstoff von Biontech jedoch zwei Dosen notwendig.

Mit dem Ausbruch in Bärenkämpen ist das Seniorenheim nicht allein. Immer wieder ist es in der Vergangenheit im Mühlenkreis zu größeren Corona-Ausbrüchen in Einrichtungen gekommen. „Mittlerweile ist es ja fast einfacher aufzuzählen, welche Heime noch nicht betroffen waren“, sagt Meyer.

In der Weser-Residenz Bad Hopfenberg in Petershagen hatten sich Anfang Januar 34 Bewohner und elf Mitarbeiter mit dem Corona-Virus infiziert. Die WTG-Behörde (früher Heimaufsicht) verhängte daraufhin ein striktes Besuchsverbot für die Einrichtung. Mehrere Bewohner mussten sich in klinische Behandlung begeben.

Auch ein Heim in Pr. Ströhen wurde vor kurz vor Weihnachten zum Hotspot. Dort hatten sich 30 Bewohner und fast 10 Mitarbeiter infiziert. Dies ließ die Inzidenzwerte in der Stadt in die Höhe schnellen. Im Altenpflegeheim Haus Bethesda in Lahde infizierten sich Mitte Dezember 16 Bewohner und sieben Mitarbeiter.

Auch in der Stadt Minden blieben die Heime nicht von Ausbrüchen verschont. In der Altenhilfeeinrichtung Albert-Nisius-Haus kam es kurz vor Weihnachten zu einem größeren Infektionsgeschehen. Dort herrschte zeitweise ein Besuchsverbot für das ganze Haus. In der letzten Woche galten in der Einrichtung noch 14 Bewohner als erkrankt.

Wie Sabine Ohnesorge, Pressesprecherin des Kreises, auf Anfrage erklärt, sind die Ausbrüche in den Altenheimen jedoch kein Phänomen, das sich auf den Mühlenkreis beschränkt: „Nach unserer Kenntnis sind in anderen Kreisen oder kreisfreien Städten immer wieder Alteneinrichtungen von der Ausbreitung des Virus betroffen.“ Die Gründe dafür seien unterschiedlich. Generell ließe sich aber sagen, dass in Gemeinschaftseinrichtungen besonderes für Risikogruppen ein höheres Infektions- und Verbreitungsrisiko bestünde.

Um den Schutz der Bewohner zu gewährleisten, würden alle Alteneinrichtungen bereits seit Beginn der Pandemie über Hygienekonzepte verfügen, die sich jeweils an den Vorgaben des Robert Koch-Instituts (RKI) orientieren. Zudem seien die Einrichtungen entsprechend der Coronaschutzverordnung aus November verpflichtet, Testkonzepte zu entwickeln und umzusetzen.

Konkrete Ratschläge oder Konzepte für die Heime gebe es vonseiten des Kreises aber nicht. Ohnesorge verweist auch in diesem Zusammenhang auf die Empfehlungen des Robert Koch-Instituts: „Hier gelten bundesweite Vorgaben, die auch vom Gesundheitsamt des Kreises unterstützt werden.“

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