Club 74 plant Neubau für Wohnprojekt in der Mindener Altstadt Baudenkmal ein Fall für den Bagger / Bauausschuss stimmt Vorhaben zu Stefan Koch Minden (mt). Gruppenwohnungen für Menschen mit psychischen Erkrankungen möchte der Club 74 an der Königsstraße 17 ins Leben rufen. Doch dazu müsste das bestehende Gebäude abgerissen werden – und das steht unter Denkmalschutz. Der Bauausschuss sprach sich am Mittwoch mehrheitlich dafür aus, dass die Immobilie verschwinden soll. Das letzte Wort darüber fällt indes andernorts. Seit 40 Jahren hat sich der Club 74 der Hilfe psychisch Erkrankter verschrieben. Zu den bereits in Minden laufenden Projekten soll nun ein weiteres Angebot für betroffene Männer und Frauen hinzukommen. Es handelt sich um altersgerechte Mietwohnungen, bei denen ein Teil der individuellen Wohnfläche als gemeinschaftlicher Wohnraum genutzt wird.Im Jahr 2008 hatte der Club 74 neben anderen Immobilien das Gebäude Königsstraße 17 in schon damals schlechtem Zustand erworben. Nach mehreren Planungsansätzen stellte der Verein Anfang 2013 einen Antrag auf Abbruch des Gebäudes. Eine Schadensanalyse hatte zuvor ergeben, dass eine Nutzung des Hauses kaum noch möglich ist. Der erforderliche Austausch nahezu aller Bauteile hätte zudem das Baudenkmal zerstört. Und die Einsturzgefahr des leer stehenden Objektes war zu befürchten.Vorbescheid beantragtIm Mai beantragte nun der Club 74 bei der Stadt einen Vorbescheid zur Errichtung eines modernen Wohngebäudes für das Gemeinschaftswohnen. Dazu ist allerdings der Abriss des Hauses Königstraße 17 erforderlich – bislang hatte die Stadt diesen Antrag noch nicht abschließend bearbeiten können. So setzte sich nun der Bauausschuss mit dem Thema auseinander.„Wenn jemand ein denkmalgeschütztes Gebäude für wenig Geld erwirbt, dann muss er es später auch erhalten“, erklärte der Stadtverordnete Gerhard Förster-Vehring (Die Linke) zu dem Umgang mit dem Antrag auf Erteilung einer Abrissgenehmigung. Daher müsse am Denkmalschutz festgehalten werden. Karl-Ludwig Sierig (Mindener Initiative) war da anderer Meinung: „Wenn wir die obere Altstadt beleben wollen, sollte der Bagger so rasch wie möglich anrollen.“ Bei Förster-Vehrings Gegenstimme entschied sich der Bauausschuss mehrheitlich dafür, dem Vorhaben des Clubs 74 zuzustimmen.Ob jedoch der Bagger kommt, liegt nicht in der Hand der Mindener Stadtverwaltung allein. Letztendlich ist das Amt für Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe in Münster für die Entscheidung zuständig, ob das Objekt aus der Denkmalliste genommen wird.In der Vergangenheit hatte es dazu mehrere Ortstermine in Minden gegeben. Dabei wurde festgestellt, dass das Haus nicht völlig abgängig ist. Vielmehr könnte der Umfang des Baudenkmals auf den Kernbau reduziert werden. Vor einem Jahr kam die vom Club 74 beauftragte Architektin jedoch zu dem Ergebnis, dass auch diese auf das Wirtschafts- und Lagergebäude reduzierte Variante wirtschaftlich nicht realisierbar sei.

Club 74 plant Neubau für Wohnprojekt in der Mindener Altstadt

Das Haus Königstraße 17 steht einem Wohnprojekt des Clubs 74 im Weg. Der Bauausschuss hatte gegen den Abriss nichts einzuwenden. © MT-Foto: Stefan Koch

Minden (mt). Gruppenwohnungen für Menschen mit psychischen Erkrankungen möchte der Club 74 an der Königsstraße 17 ins Leben rufen. Doch dazu müsste das bestehende Gebäude abgerissen werden – und das steht unter Denkmalschutz. Der Bauausschuss sprach sich am Mittwoch mehrheitlich dafür aus, dass die Immobilie verschwinden soll. Das letzte Wort darüber fällt indes andernorts.

Seit 40 Jahren hat sich der Club 74 der Hilfe psychisch Erkrankter verschrieben. Zu den bereits in Minden laufenden Projekten soll nun ein weiteres Angebot für betroffene Männer und Frauen hinzukommen. Es handelt sich um altersgerechte Mietwohnungen, bei denen ein Teil der individuellen Wohnfläche als gemeinschaftlicher Wohnraum genutzt wird.

Im Jahr 2008 hatte der Club 74 neben anderen Immobilien das Gebäude Königsstraße 17 in schon damals schlechtem Zustand erworben. Nach mehreren Planungsansätzen stellte der Verein Anfang 2013 einen Antrag auf Abbruch des Gebäudes. Eine Schadensanalyse hatte zuvor ergeben, dass eine Nutzung des Hauses kaum noch möglich ist. Der erforderliche Austausch nahezu aller Bauteile hätte zudem das Baudenkmal zerstört. Und die Einsturzgefahr des leer stehenden Objektes war zu befürchten.

Vorbescheid beantragt

Im Mai beantragte nun der Club 74 bei der Stadt einen Vorbescheid zur Errichtung eines modernen Wohngebäudes für das Gemeinschaftswohnen. Dazu ist allerdings der Abriss des Hauses Königstraße 17 erforderlich – bislang hatte die Stadt diesen Antrag noch nicht abschließend bearbeiten können. So setzte sich nun der Bauausschuss mit dem Thema auseinander.

„Wenn jemand ein denkmalgeschütztes Gebäude für wenig Geld erwirbt, dann muss er es später auch erhalten“, erklärte der Stadtverordnete Gerhard Förster-Vehring (Die Linke) zu dem Umgang mit dem Antrag auf Erteilung einer Abrissgenehmigung. Daher müsse am Denkmalschutz festgehalten werden. Karl-Ludwig Sierig (Mindener Initiative) war da anderer Meinung: „Wenn wir die obere Altstadt beleben wollen, sollte der Bagger so rasch wie möglich anrollen.“ Bei Förster-Vehrings Gegenstimme entschied sich der Bauausschuss mehrheitlich dafür, dem Vorhaben des Clubs 74 zuzustimmen.

Ob jedoch der Bagger kommt, liegt nicht in der Hand der Mindener Stadtverwaltung allein. Letztendlich ist das Amt für Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe in Münster für die Entscheidung zuständig, ob das Objekt aus der Denkmalliste genommen wird.

In der Vergangenheit hatte es dazu mehrere Ortstermine in Minden gegeben. Dabei wurde festgestellt, dass das Haus nicht völlig abgängig ist. Vielmehr könnte der Umfang des Baudenkmals auf den Kernbau reduziert werden. Vor einem Jahr kam die vom Club 74 beauftragte Architektin jedoch zu dem Ergebnis, dass auch diese auf das Wirtschafts- und Lagergebäude reduzierte Variante wirtschaftlich nicht realisierbar sei.

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