Camping? Nein, danke! Warum eine Mindener Familie nie wieder mit dem Wohnmobil verreisen will Malina Reckordt Minden. Sie wollten ihren beiden Kindern einen Wunsch erfüllen und sind über Pfingsten mit einem gemieteten Wohnmobil für drei Tage an die Elbe und Ostsee gefahren. Bereits vor der Abreise war das Ehepaar, das seinen Namen nicht in der Zeitung genannt haben möchte, skeptisch. Und nach wenigen Stunden auf dem ersten Campingplatz war klar, dass diese Form des Urlaubs nichts für die vierköpfige Familie ist. „Einmal und nie wieder“, lautet das bittere Fazit der Mutter. Mit dem Mindener Tageblatt hat sie über die Gründe gesprochen, warum sie nicht erneut Campen gehen. „Der erste Stellplatz war total idyllisch und schön, in der ersten Nacht hat es allerdings direkt gewittert“, erzählt Julia Schmitz (Name von der Redaktion geändert). Sie hätten nachts alles wieder ins Wohnmobil räumen müssen und die Kinder hätten kaum geschlafen. Am nächsten Morgen ging die Reise weiter an die Ostsee. „Der Campingplatz dort war eher ein Parkplatz, aber das hat uns überhaupt nicht gestört“, sagt Julia Schmitz. Das Entscheidende sei gewesen, dass sie kaum Privatsphäre gehabt haben. „Unsere Tochter wollte am zweiten Morgen alleine spazieren gehen, weil sie offenbar mehr Freiraum brauchte“, berichtet Julia Schmitz, die selbst einen ähnlichen Impuls gehabt habe. Weil es damals noch nicht so warm gewesen wäre, hätten die Vier viel Zeit im Wohnmobil verbracht. Und da hätte sie gemerkt, wie wichtig Ordnung sei. „Man kann nicht einfach seine Schuhe irgendwo stehen lassen, denn plötzlich stehen da vier Paar im Weg herum“, sagt die Mindenerin. Und trotz aller Emanzipation sei dann eben doch die Mutter für die Ordnung verantwortlich und dass der Badeanzug und die Handtücher wieder trocken sind, so Julia Schmitz. Sie hat vor einigen Jahren eine Tour durch Irland mit einem Zelt gemacht und auf Festivals gecampt, aber da hätte sie sich nicht noch um zwei Kinder kümmern müssen. Was die Familie auch gestört hat sei die Tatsache, dass man nicht mal eben einen Ausflug machen oder zum Supermarkt fahren kann, sondern zuerst die Ausrüstung wieder einpacken muss. „Wir wollen im Urlaub flexibel sein, das ist mit einem Wohnmobil zum Teil nicht möglich“, sagt die Mutter. Allein der Sohn der Familie findet Campen nach wie vor toll. „Wenn aber drei von vier Leuten daran keine Freude haben, lassen wir das in Zukunft auch bleiben. Zumal wir mit unseren bisherigen Urlauben in Ferienwohnungen oder kleinen Ferienhäusern immer zufrieden waren“, sagt Julia Schmitz. Außerdem sei der Urlaub mit dem geliehenen Wohnmobil nicht günstiger gewesen, als wenn sie eine Ferienwohnung gemietet hätten. „Wenn nicht sogar teurer“, so Familie Schmitz. Als sie und ihr Mann bei Freunden oder Kollegen von den Camping-Erfahrungen erzählt haben, seien sie oft auf Unverständnis gestoßen. „Wir haben immer wieder zu hören bekommen, wie toll Campen doch vor allem mit Kindern sei und dass sie auf einem Campingplatz direkt Anschluss finden“, berichtet die Mindenerin. „Dabei haben sich unsere Kinder in anderen Urlauben auch nicht gelangweilt.“ Auch in Corona-Zeiten ist ein Camping-Urlaub für die Familie keine Alternative. „Wir haben es gerne für unsere Kinder ausprobiert, aber noch einmal brauchen wir das nicht“, sagt Julia Schmitz. Daher geht es in diesem Sommer nach Frankreich – ohne Wohnmobil, versteht sich. Unterwegs & zuhause Die Serie „Unterwegs & zuhause“ widmet sich verschiedenen Aspekten rund um das Thema Camping. Die MT-Redaktion befasst sich zum Beispiel mit der Ausstattung, dem Umbau/Ausbau eines Campers und den Campingplätzen in der Umgebung.

Camping? Nein, danke! Warum eine Mindener Familie nie wieder mit dem Wohnmobil verreisen will

Die Mindener Familie Schmitz (Name von der Redaktion geändert) hat schlechte Erfahrung mit dem Wohnmobil gemacht. Symbolfoto: Hauke-Christian Dittrich/dpa © Hauke-Christian Dittrich

Minden. Sie wollten ihren beiden Kindern einen Wunsch erfüllen und sind über Pfingsten mit einem gemieteten Wohnmobil für drei Tage an die Elbe und Ostsee gefahren. Bereits vor der Abreise war das Ehepaar, das seinen Namen nicht in der Zeitung genannt haben möchte, skeptisch. Und nach wenigen Stunden auf dem ersten Campingplatz war klar, dass diese Form des Urlaubs nichts für die vierköpfige Familie ist. „Einmal und nie wieder“, lautet das bittere Fazit der Mutter. Mit dem Mindener Tageblatt hat sie über die Gründe gesprochen, warum sie nicht erneut Campen gehen.

„Der erste Stellplatz war total idyllisch und schön, in der ersten Nacht hat es allerdings direkt gewittert“, erzählt Julia Schmitz (Name von der Redaktion geändert). Sie hätten nachts alles wieder ins Wohnmobil räumen müssen und die Kinder hätten kaum geschlafen. Am nächsten Morgen ging die Reise weiter an die Ostsee.

„Der Campingplatz dort war eher ein Parkplatz, aber das hat uns überhaupt nicht gestört“, sagt Julia Schmitz. Das Entscheidende sei gewesen, dass sie kaum Privatsphäre gehabt haben. „Unsere Tochter wollte am zweiten Morgen alleine spazieren gehen, weil sie offenbar mehr Freiraum brauchte“, berichtet Julia Schmitz, die selbst einen ähnlichen Impuls gehabt habe.

Weil es damals noch nicht so warm gewesen wäre, hätten die Vier viel Zeit im Wohnmobil verbracht. Und da hätte sie gemerkt, wie wichtig Ordnung sei. „Man kann nicht einfach seine Schuhe irgendwo stehen lassen, denn plötzlich stehen da vier Paar im Weg herum“, sagt die Mindenerin. Und trotz aller Emanzipation sei dann eben doch die Mutter für die Ordnung verantwortlich und dass der Badeanzug und die Handtücher wieder trocken sind, so Julia Schmitz. Sie hat vor einigen Jahren eine Tour durch Irland mit einem Zelt gemacht und auf Festivals gecampt, aber da hätte sie sich nicht noch um zwei Kinder kümmern müssen.

Was die Familie auch gestört hat sei die Tatsache, dass man nicht mal eben einen Ausflug machen oder zum Supermarkt fahren kann, sondern zuerst die Ausrüstung wieder einpacken muss. „Wir wollen im Urlaub flexibel sein, das ist mit einem Wohnmobil zum Teil nicht möglich“, sagt die Mutter.

Allein der Sohn der Familie findet Campen nach wie vor toll. „Wenn aber drei von vier Leuten daran keine Freude haben, lassen wir das in Zukunft auch bleiben. Zumal wir mit unseren bisherigen Urlauben in Ferienwohnungen oder kleinen Ferienhäusern immer zufrieden waren“, sagt Julia Schmitz. Außerdem sei der Urlaub mit dem geliehenen Wohnmobil nicht günstiger gewesen, als wenn sie eine Ferienwohnung gemietet hätten. „Wenn nicht sogar teurer“, so Familie Schmitz.

Als sie und ihr Mann bei Freunden oder Kollegen von den Camping-Erfahrungen erzählt haben, seien sie oft auf Unverständnis gestoßen. „Wir haben immer wieder zu hören bekommen, wie toll Campen doch vor allem mit Kindern sei und dass sie auf einem Campingplatz direkt Anschluss finden“, berichtet die Mindenerin. „Dabei haben sich unsere Kinder in anderen Urlauben auch nicht gelangweilt.“ Auch in Corona-Zeiten ist ein Camping-Urlaub für die Familie keine Alternative. „Wir haben es gerne für unsere Kinder ausprobiert, aber noch einmal brauchen wir das nicht“, sagt Julia Schmitz. Daher geht es in diesem Sommer nach Frankreich – ohne Wohnmobil, versteht sich.

Unterwegs & zuhause

Die Serie „Unterwegs & zuhause“ widmet sich verschiedenen Aspekten rund um das Thema Camping. Die MT-Redaktion befasst sich zum Beispiel mit der Ausstattung, dem Umbau/Ausbau eines Campers und den Campingplätzen in der Umgebung.

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