Buchsbaumzünsler-Raupe frisst sich durch Minden: Was müssen Hobbygärtner jetzt tun? Claudia Hyna,Sebastian Radermacher Minden. Jürgen Sandmann hat es geschafft. Seine sieben Meter lange Buchsbaumhecke war von der Buchsbaumzünsler-Raupe befallen. Der Mindener besprühte sie im vergangenen Jahr gleich fünfmal mit einer Bakterienkultur – und hatte Erfolg. Der hungrige Schädling hat sich aus dem Staub gemacht, Sandmann musste die Hecke nicht entsorgen. Nicht alle Hobbygärtner können solche frohen Botschaften verkünden. Erstens macht sich nicht jeder die Mühe einer Kur und zweitens hat nicht jeder damit Erfolg. Was sich im vergangenen Jahr abzeichnete, scheint jetzt einen Höhepunkt zu erreichen. Ein Blick in Mindens Vorgärten zeigt etliche kahlgefressene Hecken und Buchsbäume. Braune Gerippe vegetieren in Beeten und Töpfen vor sich hin. So mancher hat auch schon kurzen Prozess mit den befallenen Pflanzen gemacht. Die Situation Seit dem vergangenen Jahr breitet sich der Buchsbaumzünsler in Minden und Umgebung aus – und zwar rasant, hat Experte Jan Borchert, Betriebsleiter beim Umwelthof Minden-Lübbecke, beobachtet. Er schätzt, dass hier aktuell 70 bis 80 Prozent der Buchsbäume von der Zünsler-Raupe befallen sind. Viele Pflanzen seien nicht mehr zu retten. „30 bis 40 Prozent der befallenen Buchsbäume mussten bereits entfernt werden“, berichtet Borchert im MT-Gespräch aus seinem Arbeitsalltag. Auffällig: In diesem Jahr habe der Befall noch einmal deutlich zugenommen. Und auch für die Zukunft sieht der Garten- und Landschaftsbauer schwarz: „Ich denke, dass der Buchsbaum als Zierpflanze wohl kaum zu halten sein wird.“ Das richtige Verhalten Das Problem beim Befall mit der gefräßigen Raupe ist die Tatsache, dass die winzigen Eier, die der Falter in den Buchsbäumen ablegt, nur sehr schwer zu erkennen sind. Und wenn daraus hunderte Raupen geschlüpft sind und bereits große Teile der Pflanze angeknabbert haben, ist es schon zu spät, erklärt Borchert. „Um die Zünsler-Raupe zu bekämpfen, muss man bereits aktiv werden, wenn der Buchsbaum noch größtenteils grün ist“, sagt er. Geeignete Spritzmittel seien im Fachhandel erhältlich. Die Pflege der Buchsbäume und der Kampf gegen den Schädling ist eine aufwendige Angelegenheit, gibt Borchert zu. Wer auf Nummer sicher gehen möchte und es sich leisten könne, könne den Rat eines Fachmanns einholen und die Buchsbäume regelmäßig kontrollieren lassen. Garten- und Landschaftsbauer erkennen zum Beispiel frühzeitig das Ablegen der Eier in einer Pflanze. Sollte ein Buchsbaum nicht mehr zu retten sein, rät der Experte, die Pflanze zeitnah vollständig zu entfernen. Denn es sei nicht auszuschließen, dass die Raupen nach dem Kahlfraß an den Buchsbäumen sich auch auf anderen Pflanzen niederlassen und ihr Unwesen treiben. Die Alternativen Buchsbäume eignen sich zur Einfriedung und bieten ganzjährig Sichtschutz – und waren daher bisher als Beeteinfassung immer beliebt. Doch dann kamen ein Buchsbaumpilz und vor allem der Buchsbaumzünsler. Alternativen könnten laut Borchert verschiedene Ilex-Arten oder auch Eiben sein. Das müsse aber jeder für sich entscheiden. Er persönlich setzte bei der Gartengestaltung zum Beispiel vermehrt auf Stauden und Lavendel, erzählt der Experte aus Barkhausen. Die Entsorgung Befallene Buchsbäume können Bürger in der Biomülltonne oder direkt beim Wertstoffhof der Städtischen Betriebe Minden entsorgen. Auf dem Areal in Minderheide landen seit rund drei Jahren größere Mengen angefressener Buchsbäume, teilt die Stadt Minden auf MT-Anfrage mit. Und auch aktuell sind die Container häufig randvoll. Lieferten die Bürger zu Beginn der Öffnung des Wertstoffhofs nach der coronabedingten Pause rund 50 Pkw-Ladungen am Tag an, kommen jetzt immer noch etwa zehn, sagt Stadtsprecherin Katharina Heß. Diese Angaben beruhen auf einer Schätzung des Pförtners und betreffen allein die Schäden des Zünslers. Die Gesamtzahl der täglichen Grünschnittanlieferungen sei natürlich höher. Die Verbraucher kämen auch mit Bullis, Vans oder Anhängern. Die Menge des angelieferten Grünschnitts schwanke von Jahr zu Jahr. Von Januar bis Mai 2018 wurden 350 Tonnen angeliefert, im gleichen Zeitraum 2019 waren es 220 Tonnen, in diesem Jahr belief sich die Menge auf 290 Tonnen. 2016 gab es 410 Tonnen, 2017 313 Tonnen in der gleichen Zeit. Die Mehranlieferung 2020 könne also nicht allein auf das Auftauchen des Buchsbaumzünslers zurückgeführt werden, meint Heß. Die Mengen hingen in jedem Frühjahr auch vom Wetter ab. Gerade im Frühjahr und Herbst sind auf dem Wertstoffhof die Container für den Grünschnitt voll. Das ergibt sich geradezu zwangsläufig aus der langen Winterpause, in der die Mindener nicht in den Garten können. Anfang April gab es wegen des Zünslers zahlreiche Anrufe wegen des Schädlings bei den Städtischen Betrieben. Die meisten liefen kurz nach der Wiedereröffnung des Wertstoffhofs nach dem Shutdown auf. Mittlerweile rufe nahezu keiner mehr an. Eine besondere Verpackung des Buchsbaums sei bei der Anlieferung nicht notwendig. Der Grund: Die befallenen Hecken würden ebenso wie normaler Grünschnitt verwertet beziehungsweise kompostiert. Die meisten Bürger lieferten den Grünschnitt in Plastiksäcken an, berichtet die Stadtsprecherin. Anfangs habe sich wohl der Irrglaube durchgesetzt, dass vom Zünsler befallene Hecken verbrannt werden müssen und somit Restmüll sind. „Das ist falsch und hat sich inzwischen erledigt“, sagt Heß dazu. Die öffentlichen Flächen Die Stadt Minden hat prinzipiell auf ihren Anlagen – ob Parkanlage oder Friedhof – kaum mehr Buchsbaumpflanzen. „Somit besteht da kein wirkliches Problem“, erläutert die Pressesprecherin. Vor sehr langer Zeit sei Buchsbaum viel verwendet worden, ergänzt Sprecherin Susann Lewerenz. Mit Blick auf den Zünsler werde dieser von den Arbeitern des Grünflächen-Bereichs der SBM schon lange nicht mehr gepflanzt. Außerdem seien die Pflegekosten für Buchsbaumhecken wesentlich höher als bei anderen Heckenpflanzen. Auf den Gräbern der städtischen Friedhöfe befinden sich aber weiterhin einige Exemplare. Die Stadt schreibe die Grabnutzer an und weise sie auf den Befall hin, heißt es. Ende April dieses Jahres entdeckte Jürgen Sandmann übrigens, dass die Raupen seine Hecke weiterhin zum Fressen gern hatten. Erneut besprühte er sie mit dem Mittel – „von allen Seiten, das ist wichtig“ – und wiederum schlug er die Schädlinge in die Flucht. Nun treibt die Buchsbaumhecke erneut aus. Mit Sicherheit müsse er die Kur noch einige Male wiederholen, glaubt der Mindener. Aber die Hecke sei mindestens 20 Jahre alt und gehöre zum Garten einfach dazu. Den Raupen will er sie jedenfalls nicht überlassen: „Noch gebe ich nicht auf.“ Der Buchsbaumzünsler Beim Buchsbaumzünsler handelt es sich um einen Kleinschmetterling, der seine Eier an den Blättern des Buchsbaums ablegt. Ein Zünsler-Weibchen lebt etwa eine Woche als Falter, in dieser Zeit erfolgen Paarung und die Ablage von rund 150, nur wenige Millimeter kleinen Eiern. Aus diesen schlüpfen die Raupen, die bis zu fünf Zentimeter lange werden. Wie der Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer NRW mitteilt, wurde der Buchsbaumzünsler, den Biologen „Diaphania perspectalis“ nennen, erst vor wenigen Jahren aus Ostasien nach Europa eingeschleppt worden. Die gelb-grün-schwarz-gestreiften Raupen beginnen schon im zeitigen Frühjahr mit ihrem Fraß. Ist die Zierpflanze befallen, müsse schnell gehandelt werden, da sich der Schädling rasch vermehre, zwei bis drei Generationen im Jahr bilde und den Buchsbaum in kurzer Zeit kahlfressen könne, heißt es. Die Raupe fresse, wenn sie die Blätter vollständig vernichtet hat, auch die grüne Rinde um die Zweige herum bis aufs Holz, so die Experten. „Alle Teile über diesen Fraßstellen sterben ab.“ Deshalb können Zünsler-Raupen selbst große Buchsbäume zum Absterben bringen. Die Raupen des Schmetterlings leben im Kroneninneren der Buchsbäume und bilden dort charakteristische Gespinste aus. Eine Bekämpfung des Plagegeistes ist nicht einfach. Die Tiere fressen von innen nach außen, so dass die Pflanze häufig schon zerstört ist, bevor der Schaden an den äußeren Blättern sichtbar wird. Bei großen und dicht belaubten Buchsbaumpflanzen ist es zudem schwierig, den inneren Bereich zu benetzen. Durch dichte Gespinste bilden sich die Raupen zusätzlich einen Schutz. Daher sind sie mit Pflanzenschutzmitteln oft nur schwer zu erfassen.

Buchsbaumzünsler-Raupe frisst sich durch Minden: Was müssen Hobbygärtner jetzt tun?

Die Raupen des Buchsbaumzünslers fressen Blätter und Triebe der Pflanzen ab. Durch die schrumpfende Blattmasse ist die Photosynthese eingeschränkt. © Foto: pixabay

Minden. Jürgen Sandmann hat es geschafft. Seine sieben Meter lange Buchsbaumhecke war von der Buchsbaumzünsler-Raupe befallen. Der Mindener besprühte sie im vergangenen Jahr gleich fünfmal mit einer Bakterienkultur – und hatte Erfolg. Der hungrige Schädling hat sich aus dem Staub gemacht, Sandmann musste die Hecke nicht entsorgen.

Nicht alle Hobbygärtner können solche frohen Botschaften verkünden. Erstens macht sich nicht jeder die Mühe einer Kur und zweitens hat nicht jeder damit Erfolg. Was sich im vergangenen Jahr abzeichnete, scheint jetzt einen Höhepunkt zu erreichen. Ein Blick in Mindens Vorgärten zeigt etliche kahlgefressene Hecken und Buchsbäume. Braune Gerippe vegetieren in Beeten und Töpfen vor sich hin. So mancher hat auch schon kurzen Prozess mit den befallenen Pflanzen gemacht.

Die Situation

„Um die Zünsler-Raupe zu bekämpfen, muss man ?bereits aktiv werden, wenn der Buchsbaum noch ?größtenteils grün ist", sagt Experte Jan Borchert, Betriebsleiter beim ?Umwelthof Minden-Lübbecke. MT- - © Foto: Carsten Korfesmeyer
„Um die Zünsler-Raupe zu bekämpfen, muss man ?bereits aktiv werden, wenn der Buchsbaum noch ?größtenteils grün ist", sagt Experte Jan Borchert, Betriebsleiter beim ?Umwelthof Minden-Lübbecke. MT- - © Foto: Carsten Korfesmeyer

Seit dem vergangenen Jahr breitet sich der Buchsbaumzünsler in Minden und Umgebung aus – und zwar rasant, hat Experte Jan Borchert, Betriebsleiter beim Umwelthof Minden-Lübbecke, beobachtet. Er schätzt, dass hier aktuell 70 bis 80 Prozent der Buchsbäume von der Zünsler-Raupe befallen sind. Viele Pflanzen seien nicht mehr zu retten. „30 bis 40 Prozent der befallenen Buchsbäume mussten bereits entfernt werden“, berichtet Borchert im MT-Gespräch aus seinem Arbeitsalltag. Auffällig: In diesem Jahr habe der Befall noch einmal deutlich zugenommen. Und auch für die Zukunft sieht der Garten- und Landschaftsbauer schwarz: „Ich denke, dass der Buchsbaum als Zierpflanze wohl kaum zu halten sein wird.“

Das richtige Verhalten

Der Buchsbaumzünsler ist ein kleiner Schmetterling. Foto: imago - © imago stock&people
Der Buchsbaumzünsler ist ein kleiner Schmetterling. Foto: imago - © imago stock&people

Das Problem beim Befall mit der gefräßigen Raupe ist die Tatsache, dass die winzigen Eier, die der Falter in den Buchsbäumen ablegt, nur sehr schwer zu erkennen sind. Und wenn daraus hunderte Raupen geschlüpft sind und bereits große Teile der Pflanze angeknabbert haben, ist es schon zu spät, erklärt Borchert. „Um die Zünsler-Raupe zu bekämpfen, muss man bereits aktiv werden, wenn der Buchsbaum noch größtenteils grün ist“, sagt er. Geeignete Spritzmittel seien im Fachhandel erhältlich. Die Pflege der Buchsbäume und der Kampf gegen den Schädling ist eine aufwendige Angelegenheit, gibt Borchert zu. Wer auf Nummer sicher gehen möchte und es sich leisten könne, könne den Rat eines Fachmanns einholen und die Buchsbäume regelmäßig kontrollieren lassen. Garten- und Landschaftsbauer erkennen zum Beispiel frühzeitig das Ablegen der Eier in einer Pflanze.

Sollte ein Buchsbaum nicht mehr zu retten sein, rät der Experte, die Pflanze zeitnah vollständig zu entfernen. Denn es sei nicht auszuschließen, dass die Raupen nach dem Kahlfraß an den Buchsbäumen sich auch auf anderen Pflanzen niederlassen und ihr Unwesen treiben.

Die Alternativen

Buchsbäume eignen sich zur Einfriedung und bieten ganzjährig Sichtschutz – und waren daher bisher als Beeteinfassung immer beliebt. Doch dann kamen ein Buchsbaumpilz und vor allem der Buchsbaumzünsler. Alternativen könnten laut Borchert verschiedene Ilex-Arten oder auch Eiben sein. Das müsse aber jeder für sich entscheiden. Er persönlich setzte bei der Gartengestaltung zum Beispiel vermehrt auf Stauden und Lavendel, erzählt der Experte aus Barkhausen.

Die Entsorgung

Befallene Buchsbäume können Bürger in der Biomülltonne oder direkt beim Wertstoffhof der Städtischen Betriebe Minden entsorgen. Auf dem Areal in Minderheide landen seit rund drei Jahren größere Mengen angefressener Buchsbäume, teilt die Stadt Minden auf MT-Anfrage mit. Und auch aktuell sind die Container häufig randvoll.

Lieferten die Bürger zu Beginn der Öffnung des Wertstoffhofs nach der coronabedingten Pause rund 50 Pkw-Ladungen am Tag an, kommen jetzt immer noch etwa zehn, sagt Stadtsprecherin Katharina Heß. Diese Angaben beruhen auf einer Schätzung des Pförtners und betreffen allein die Schäden des Zünslers. Die Gesamtzahl der täglichen Grünschnittanlieferungen sei natürlich höher. Die Verbraucher kämen auch mit Bullis, Vans oder Anhängern. Die Menge des angelieferten Grünschnitts schwanke von Jahr zu Jahr. Von Januar bis Mai 2018 wurden 350 Tonnen angeliefert, im gleichen Zeitraum 2019 waren es 220 Tonnen, in diesem Jahr belief sich die Menge auf 290 Tonnen. 2016 gab es 410 Tonnen, 2017 313 Tonnen in der gleichen Zeit.

Die Mehranlieferung 2020 könne also nicht allein auf das Auftauchen des Buchsbaumzünslers zurückgeführt werden, meint Heß. Die Mengen hingen in jedem Frühjahr auch vom Wetter ab. Gerade im Frühjahr und Herbst sind auf dem Wertstoffhof die Container für den Grünschnitt voll. Das ergibt sich geradezu zwangsläufig aus der langen Winterpause, in der die Mindener nicht in den Garten können. Anfang April gab es wegen des Zünslers zahlreiche Anrufe wegen des Schädlings bei den Städtischen Betrieben. Die meisten liefen kurz nach der Wiedereröffnung des Wertstoffhofs nach dem Shutdown auf. Mittlerweile rufe nahezu keiner mehr an.

Eine besondere Verpackung des Buchsbaums sei bei der Anlieferung nicht notwendig. Der Grund: Die befallenen Hecken würden ebenso wie normaler Grünschnitt verwertet beziehungsweise kompostiert. Die meisten Bürger lieferten den Grünschnitt in Plastiksäcken an, berichtet die Stadtsprecherin. Anfangs habe sich wohl der Irrglaube durchgesetzt, dass vom Zünsler befallene Hecken verbrannt werden müssen und somit Restmüll sind. „Das ist falsch und hat sich inzwischen erledigt“, sagt Heß dazu.

Die öffentlichen Flächen

Die Stadt Minden hat prinzipiell auf ihren Anlagen – ob Parkanlage oder Friedhof – kaum mehr Buchsbaumpflanzen. „Somit besteht da kein wirkliches Problem“, erläutert die Pressesprecherin. Vor sehr langer Zeit sei Buchsbaum viel verwendet worden, ergänzt Sprecherin Susann Lewerenz. Mit Blick auf den Zünsler werde dieser von den Arbeitern des Grünflächen-Bereichs der SBM schon lange nicht mehr gepflanzt. Außerdem seien die Pflegekosten für Buchsbaumhecken wesentlich höher als bei anderen Heckenpflanzen. Auf den Gräbern der städtischen Friedhöfe befinden sich aber weiterhin einige Exemplare. Die Stadt schreibe die Grabnutzer an und weise sie auf den Befall hin, heißt es.

Ende April dieses Jahres entdeckte Jürgen Sandmann übrigens, dass die Raupen seine Hecke weiterhin zum Fressen gern hatten. Erneut besprühte er sie mit dem Mittel – „von allen Seiten, das ist wichtig“ – und wiederum schlug er die Schädlinge in die Flucht. Nun treibt die Buchsbaumhecke erneut aus. Mit Sicherheit müsse er die Kur noch einige Male wiederholen, glaubt der Mindener. Aber die Hecke sei mindestens 20 Jahre alt und gehöre zum Garten einfach dazu. Den Raupen will er sie jedenfalls nicht überlassen: „Noch gebe ich nicht auf.“

Der Buchsbaumzünsler

Beim Buchsbaumzünsler handelt es sich um einen Kleinschmetterling, der seine Eier an den Blättern des Buchsbaums ablegt. Ein Zünsler-Weibchen lebt etwa eine Woche als Falter, in dieser Zeit erfolgen Paarung und die Ablage von rund 150, nur wenige Millimeter kleinen Eiern. Aus diesen schlüpfen die Raupen, die bis zu fünf Zentimeter lange werden.

Wie der Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer NRW mitteilt, wurde der Buchsbaumzünsler, den Biologen „Diaphania perspectalis“ nennen, erst vor wenigen Jahren aus Ostasien nach Europa eingeschleppt worden. Die gelb-grün-schwarz-gestreiften Raupen beginnen schon im zeitigen Frühjahr mit ihrem Fraß. Ist die Zierpflanze befallen, müsse schnell gehandelt werden, da sich der Schädling rasch vermehre, zwei bis drei Generationen im Jahr bilde und den Buchsbaum in kurzer Zeit kahlfressen könne, heißt es. Die Raupe fresse, wenn sie die Blätter vollständig vernichtet hat, auch die grüne Rinde um die Zweige herum bis aufs Holz, so die Experten. „Alle Teile über diesen Fraßstellen sterben ab.“ Deshalb können Zünsler-Raupen selbst große Buchsbäume zum Absterben bringen.

Die Raupen des Schmetterlings leben im Kroneninneren der Buchsbäume und bilden dort charakteristische Gespinste aus. Eine Bekämpfung des Plagegeistes ist nicht einfach. Die Tiere fressen von innen nach außen, so dass die Pflanze häufig schon zerstört ist, bevor der Schaden an den äußeren Blättern sichtbar wird. Bei großen und dicht belaubten Buchsbaumpflanzen ist es zudem schwierig, den inneren Bereich zu benetzen. Durch dichte Gespinste bilden sich die Raupen zusätzlich einen Schutz. Daher sind sie mit Pflanzenschutzmitteln oft nur schwer zu erfassen.

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