Brautpaare bleiben zurückhaltend: Standesamt Minden zieht Bilanz für 2021 Minden (mt/och). Weniger Eheschließungen, dafür mehr Geburten – so fällt die Bilanz des Mindener Standesamtes für das vergangene Jahr aus. „Die Pandemie hatte durchaus Einfluss auf die Zahl der Eheschließungen, denn es gab 2020 und 2021 rund 100 weniger als im coronafreien Jahr 2019. Da waren es insgesamt 394“, sagt Bettina Reinking, Koordinatorin des Standesamtes. „Ich bin mir sicher, dass die Anzahl der Eheschließungen wieder steigt, wenn es keine coronabedingten Einschränkungen mehr geben wird“. Eine Eheschließung stelle auch heute noch für das Brautpaar einen besonderen Moment im Leben dar, den man gerne mit engen Familienmitgliedern und nahen Freunden teilen möchte, ohne Abstriche auf der Gästeliste. Da werde der Termin oft sogar mehrmals verschoben, was die Anzahl der geschlossenen Ehen dann merklich reduziere, so Reinking weiter. Insgesamt wurden nach der jetzt herausgegeben Statistik im vergangenen Jahr 274 Ehen in Minden geschlossen, die meisten (224) davon im Trauzimmer des Regierungsgebäudes. Im Vorjahr betrug die Zahl der geschlossenen Ehen 298. Anmeldungen zu Eheschließungen wurden 303 (Vorjahr: 298) verzeichnet, davon 60 (Vorjahr: 52) sogenannte Ermächtigungen – die Eheschließung muss beim Wohnsitzstandesamt angemeldet werden, diese findet aber nicht im Standesamt Minden statt. Im Gegenzug haben 44 Paare mit Wohnsitz außerhalb Mindens die Ehe im Standesamt Minden geschlossen, oft aufgrund familiärer Bindungen zur Stadt Minden.Neben dem Trauzimmer wurden Ehen in Minden – darunter zwei gleichgeschlechtliche – auch im LWL-Preußenmuseum (1 Paar), auf einem Fahrgastschiff (3), im Heimathaus Dankersen (10) und – 2021 besonders beliebt – in der Mühle Meißen (33 – im Vorjahr 15) – geschlossen. Ein Paar heiratete in einem Waggon der Museumseisenbahn. Es gab auch zwei seltene Nottrauungen im Johannes Wesling Klinikum.Das Standesamt ist seit der Rathaussanierung und noch bis Ende März 2022 interimsmäßig im Regierungsgebäude am Weserglacis untergebracht. Ab April wird es eine weitere Interimslösung für das Standesamt geben, da die neuen Räumlichkeiten im Rathaus noch nicht fertiggestellt sind. Wo sich diese Räumlichkeiten befinden werden, stehe derzeit noch nicht abschließend fest.Immer noch die große Mehrzahl der Paare wählt den Nachnamen des Mannes oder 1. Ehegatten zum Ehenamen (205), 19 den Nachnamen der Frau oder des 2. Ehegatten. 50 Paare entschieden sich 2021 dazu, keinen Ehenamen zu bestimmen, bei 19 Paaren wählte ein Ehegatte einen Doppelnamen.Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bedeuteten die Regeln der NRW-Coronaschutzverordnung mehr Arbeitsaufwand, weil persönliche Gespräche nur nach Terminvereinbarung möglich waren. Das habe zu mehr E-Mail-Verkehr und noch mehr Telefonaten geführt. „Die Mehraufwände haben zu Verzögerungen unter anderem in der Bearbeitung von Geburten-Beurkundungen geführt“, fasst Schollmeyer, rückblickend zusammen.Einfluss auf die Zahl der Geburten hatte Corona 2021 nicht – eher im Gegenteil, berichtet Reinking. Denn es wurden mehr Babys in Minden geboren als im Jahr 2020. 984 Mädchen und 1.076 Jungen – also insgesamt 2.060 Kinder – erblickten bis zum 31. Dezember nach der Statistik das Licht der Welt. 2020 waren es 1.950, in den Vorjahren ähnlich viele. Sieben der 2.060 beurkundeten Kinder sind im Ausland geboren. Ergänzend weist die Koordinatorin des Standesamtes darauf hin, dass Babys, die knapp vor dem Jahresende geboren und deren Geburt bis zum Jahresende nicht angezeigt ist, im Folgejahr beurkundet werden und dann Berücksichtigung in der Statistik des nächsten Jahres finden.Die traurigste Zahl des Jahres sind immer die Sterbefälle: Deren Anzahl ist nach 2020 – hier waren es 1.740 und 2019 1.667 – weiter auf 1.781 beurkundete Fälle gestiegen. Darunter befinden sich auch mehrere Personen, die an oder in Verbindung mit Covid-19 verstorben sind.Das Standesamt beurkundet neben dem Jugendamt auch Vaterschaftsanerkennungen (2021: 138) sowie zahlreiche namensrechtliche Erklärungen (Wiederannahme des Geburtsnamens nach Auflösung der Ehe, Hinzufügung des Namens zum Ehenamen, Wiederruf der Hinzufügung zum Ehenamen, Namenserteilungen für Kinder, Angleichungserklärungen, Sortierung der Vornamen etc.), deren Anzahl stetig steigt.„Corona hat uns auch in 2021 wieder vor große Herausforderungen in der Erledigung der täglichen Arbeit gestellt“, so Reinking. Die Abarbeitung der Einzelfälle war arbeitsintensiver und nahm einen größeren Zeitrahmen in Anspruch. Auch Gespräche mit ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern gestalteten sich ohne persönlichen Kontakt und mit Verständigungsschwierigkeiten meist schwierig. Es wurden daher in einigen Fällen Dolmetscher einbezogen und Sachverhalte mussten oft mehrfach erörtert werden.

Brautpaare bleiben zurückhaltend: Standesamt Minden zieht Bilanz für 2021

Im vergangenen Jahr wurden in Minden 274 Ehen geschlossen. Das sind rund 100 weniger als vor Ausbruch der Corona-Pandemie. Foto: Henning Angerer/imago © imago/Hoch Zwei Stock/Angerer

Minden (mt/och). Weniger Eheschließungen, dafür mehr Geburten – so fällt die Bilanz des Mindener Standesamtes für das vergangene Jahr aus. „Die Pandemie hatte durchaus Einfluss auf die Zahl der Eheschließungen, denn es gab 2020 und 2021 rund 100 weniger als im coronafreien Jahr 2019. Da waren es insgesamt 394“, sagt Bettina Reinking, Koordinatorin des Standesamtes. „Ich bin mir sicher, dass die Anzahl der Eheschließungen wieder steigt, wenn es keine coronabedingten Einschränkungen mehr geben wird“. Eine Eheschließung stelle auch heute noch für das Brautpaar einen besonderen Moment im Leben dar, den man gerne mit engen Familienmitgliedern und nahen Freunden teilen möchte, ohne Abstriche auf der Gästeliste. Da werde der Termin oft sogar mehrmals verschoben, was die Anzahl der geschlossenen Ehen dann merklich reduziere, so Reinking weiter.

Insgesamt wurden nach der jetzt herausgegeben Statistik im vergangenen Jahr 274 Ehen in Minden geschlossen, die meisten (224) davon im Trauzimmer des Regierungsgebäudes. Im Vorjahr betrug die Zahl der geschlossenen Ehen 298. Anmeldungen zu Eheschließungen wurden 303 (Vorjahr: 298) verzeichnet, davon 60 (Vorjahr: 52) sogenannte Ermächtigungen – die Eheschließung muss beim Wohnsitzstandesamt angemeldet werden, diese findet aber nicht im Standesamt Minden statt. Im Gegenzug haben 44 Paare mit Wohnsitz außerhalb Mindens die Ehe im Standesamt Minden geschlossen, oft aufgrund familiärer Bindungen zur Stadt Minden.

Neben dem Trauzimmer wurden Ehen in Minden – darunter zwei gleichgeschlechtliche – auch im LWL-Preußenmuseum (1 Paar), auf einem Fahrgastschiff (3), im Heimathaus Dankersen (10) und – 2021 besonders beliebt – in der Mühle Meißen (33 – im Vorjahr 15) – geschlossen. Ein Paar heiratete in einem Waggon der Museumseisenbahn. Es gab auch zwei seltene Nottrauungen im Johannes Wesling Klinikum.

Das Standesamt ist seit der Rathaussanierung und noch bis Ende März 2022 interimsmäßig im Regierungsgebäude am Weserglacis untergebracht. Ab April wird es eine weitere Interimslösung für das Standesamt geben, da die neuen Räumlichkeiten im Rathaus noch nicht fertiggestellt sind. Wo sich diese Räumlichkeiten befinden werden, stehe derzeit noch nicht abschließend fest.

Immer noch die große Mehrzahl der Paare wählt den Nachnamen des Mannes oder 1. Ehegatten zum Ehenamen (205), 19 den Nachnamen der Frau oder des 2. Ehegatten. 50 Paare entschieden sich 2021 dazu, keinen Ehenamen zu bestimmen, bei 19 Paaren wählte ein Ehegatte einen Doppelnamen.

Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bedeuteten die Regeln der NRW-Coronaschutzverordnung mehr Arbeitsaufwand, weil persönliche Gespräche nur nach Terminvereinbarung möglich waren. Das habe zu mehr E-Mail-Verkehr und noch mehr Telefonaten geführt. „Die Mehraufwände haben zu Verzögerungen unter anderem in der Bearbeitung von Geburten-Beurkundungen geführt“, fasst Schollmeyer, rückblickend zusammen.

Einfluss auf die Zahl der Geburten hatte Corona 2021 nicht – eher im Gegenteil, berichtet Reinking. Denn es wurden mehr Babys in Minden geboren als im Jahr 2020. 984 Mädchen und 1.076 Jungen – also insgesamt 2.060 Kinder – erblickten bis zum 31. Dezember nach der Statistik das Licht der Welt. 2020 waren es 1.950, in den Vorjahren ähnlich viele. Sieben der 2.060 beurkundeten Kinder sind im Ausland geboren. Ergänzend weist die Koordinatorin des Standesamtes darauf hin, dass Babys, die knapp vor dem Jahresende geboren und deren Geburt bis zum Jahresende nicht angezeigt ist, im Folgejahr beurkundet werden und dann Berücksichtigung in der Statistik des nächsten Jahres finden.

Die traurigste Zahl des Jahres sind immer die Sterbefälle: Deren Anzahl ist nach 2020 – hier waren es 1.740 und 2019 1.667 – weiter auf 1.781 beurkundete Fälle gestiegen. Darunter befinden sich auch mehrere Personen, die an oder in Verbindung mit Covid-19 verstorben sind.

Das Standesamt beurkundet neben dem Jugendamt auch Vaterschaftsanerkennungen (2021: 138) sowie zahlreiche namensrechtliche Erklärungen (Wiederannahme des Geburtsnamens nach Auflösung der Ehe, Hinzufügung des Namens zum Ehenamen, Wiederruf der Hinzufügung zum Ehenamen, Namenserteilungen für Kinder, Angleichungserklärungen, Sortierung der Vornamen etc.), deren Anzahl stetig steigt.

„Corona hat uns auch in 2021 wieder vor große Herausforderungen in der Erledigung der täglichen Arbeit gestellt“, so Reinking. Die Abarbeitung der Einzelfälle war arbeitsintensiver und nahm einen größeren Zeitrahmen in Anspruch. Auch Gespräche mit ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern gestalteten sich ohne persönlichen Kontakt und mit Verständigungsschwierigkeiten meist schwierig. Es wurden daher in einigen Fällen Dolmetscher einbezogen und Sachverhalte mussten oft mehrfach erörtert werden.

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Patrick Schwemmling

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