Beim Künstlertreff der Mindener-Mittwochs-Konzerte standen Komponistinnen im Mittelpunkt Hans-Christoph Schröter Minden (hcs). Komponierende Frauen waren das Thema des letzten MiMiKo-Künstlertreffs, veranstaltet von den Kammermusikfreunden im LWL-Preußenmuseum. Susanne Wosnitzka ist eine ausgesprochene Spezialistin auf diesem Gebiet und enge Mitarbeiterin des Archivs „Frau und Musik“ in Frankfurt. Sie berichtete, dass inzwischen die Werke von weit mehr als 1.500 Komponistinnen aus 52 Nationen in diesem Archiv gesammelt seien. „Das zeigt, welche verborgenen Schätze noch zu heben sind.“ Man könne zeitlich weit zurückgehen, um Komponistinnen zu finden. Mit Hildegard von Bingen führte sie ein Beispiel an. Es sei leider bis spät ins 19. Jahrhundert schwer für Frauen gewesen, sich als Komponistinnen zu zeigen. Bekannt sei ja, wie sehr Fanny Mendelssohn-Hensel darunter gelitten habe, nicht wie ihr Bruder in der Öffentlichkeit ihr Talent zeigen zu können. Allerdings habe sie privat die Möglichkeit gehabt, in ihren Sonntagskonzerten ihre Werke aufzuführen. Daneben gebe es, sagte Susanne Wosnitzka, viele weitere Fälle, wo man von einem Martyrium sprechen könne wie bei Mel Bonis. Die französische Komponistin (1858 bis 1937) habe nicht den Mann heiraten dürfen, den sie geliebt habe, sondern sei in eine Ehe mit einem 22 Jahre älteren Industriellen gedrängt worden, der, zweimal geschieden, bereits fünf Kinder gehabt habe. Drei Kinder habe er mit Mel Bonis gezeugt. Ein weiteres Kind, das die Komponistin mit ihrer Jugendliebe gehabt habe, sei als Patenkind ausgegeben worden und im Verborgenen aufgewachsen. Als ein Beispiel von Frauen, die unter günstigeren Bedingungen ihr Talent entfalten konnten, führte die Referentin Liouse Farrenc (1804 bis 1885) an, die ein klein wenig von dem neuen Geist nach der französischen Revolution hätte profitieren können. Nach den Kurzbiografien der Komponistinnen und wenigen Anmerkungen zu ihren Werken spielte Claudia Meinardus am Flügel jeweils eine Komposition dieser Künstlerinnen. Sie tat es mit großem Bravour und Einfühlungsvermögen. So erklangen Werke von Clara Schumann, Maria Szymanowska, Delphine von Schauroth, Louise Farrenc und Cecile Chaminade, die beeindruckend zeigten, welche Schönheit sich in diesen Stücken verbirgt. Den Abschluss bildete das großartige Klavierquartett Nr.1 in B-Dur von Mel Bonis, das von dem Flex-Ensemble mit Kana Sugimura (Violine), Anna Sculc-Kapala (Viola), Martha Bijlsma (Violoncello) und Johannes Nies (Klavier) vorgetragen wurde.

Beim Künstlertreff der Mindener-Mittwochs-Konzerte standen Komponistinnen im Mittelpunkt

© schroeter

Minden (hcs). Komponierende Frauen waren das Thema des letzten MiMiKo-Künstlertreffs, veranstaltet von den Kammermusikfreunden im LWL-Preußenmuseum. Susanne Wosnitzka ist eine ausgesprochene Spezialistin auf diesem Gebiet und enge Mitarbeiterin des Archivs „Frau und Musik“ in Frankfurt.

Sie berichtete, dass inzwischen die Werke von weit mehr als 1.500 Komponistinnen aus 52 Nationen in diesem Archiv gesammelt seien. „Das zeigt, welche verborgenen Schätze noch zu heben sind.“ Man könne zeitlich weit zurückgehen, um Komponistinnen zu finden. Mit Hildegard von Bingen führte sie ein Beispiel an.

Es sei leider bis spät ins 19. Jahrhundert schwer für Frauen gewesen, sich als Komponistinnen zu zeigen. Bekannt sei ja, wie sehr Fanny Mendelssohn-Hensel darunter gelitten habe, nicht wie ihr Bruder in der Öffentlichkeit ihr Talent zeigen zu können. Allerdings habe sie privat die Möglichkeit gehabt, in ihren Sonntagskonzerten ihre Werke aufzuführen.

Daneben gebe es, sagte Susanne Wosnitzka, viele weitere Fälle, wo man von einem Martyrium sprechen könne wie bei Mel Bonis. Die französische Komponistin (1858 bis 1937) habe nicht den Mann heiraten dürfen, den sie geliebt habe, sondern sei in eine Ehe mit einem 22 Jahre älteren Industriellen gedrängt worden, der, zweimal geschieden, bereits fünf Kinder gehabt habe. Drei Kinder habe er mit Mel Bonis gezeugt. Ein weiteres Kind, das die Komponistin mit ihrer Jugendliebe gehabt habe, sei als Patenkind ausgegeben worden und im Verborgenen aufgewachsen.

Als ein Beispiel von Frauen, die unter günstigeren Bedingungen ihr Talent entfalten konnten, führte die Referentin Liouse Farrenc (1804 bis 1885) an, die ein klein wenig von dem neuen Geist nach der französischen Revolution hätte profitieren können.

Nach den Kurzbiografien der Komponistinnen und wenigen Anmerkungen zu ihren Werken spielte Claudia Meinardus am Flügel jeweils eine Komposition dieser Künstlerinnen. Sie tat es mit großem Bravour und Einfühlungsvermögen. So erklangen Werke von Clara Schumann, Maria Szymanowska, Delphine von Schauroth, Louise Farrenc und Cecile Chaminade, die beeindruckend zeigten, welche Schönheit sich in diesen Stücken verbirgt.

Den Abschluss bildete das großartige Klavierquartett Nr.1 in B-Dur von Mel Bonis, das von dem Flex-Ensemble mit Kana Sugimura (Violine), Anna Sculc-Kapala (Viola), Martha Bijlsma (Violoncello) und Johannes Nies (Klavier) vorgetragen wurde.

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