Die Schwelle niedrig halten: Mobile Impfangebote werden von jungen Leuten gut angenommen Ursula Koch,Carsten Korfesmeyer,Ulrich Westermann,Jürgen Langenkämper Minden. Der Piks kommt zu den Menschen. Nachdem die Impfkampagne gegen das Corona-Virus nur schleppend in Gang gekommen war, aber inzwischen für jeden rollt, der geimpft werden will, kommen mobile Impfteams jetzt dorthin, wo sich Menschen tummeln, von denen etliche doch noch nicht geimpft sind. Die Menschen dort abholen, wo sie stehen, lautet die Maxime. Nur keine Impfmüdigkeit vorschützen! Ein Überblick. Kanzlers Weide in Minden: Die Schlange vor dem Impfzelt am Kirmespark ist am Freitagnachmittag deutlich länger, als die vor dem Einlass zur Kirmes. In drei Reihen warten Menschen geduldig. Zwei Reihen zur Anmeldung, eine Reihe, um sich den Piks abzuholen. Verimpft werden im Wechsel zehn Dosen von Biontech und zehn von Johnson und Johnson. Auf allen Seiten sind glückliche Gesichter zu sehen. „Wir erreichen hier genau die Gruppen, die wir sonst nicht erreichen“, sagt Dr. Anke Richter-Scheer, Leiterin des Impfzentrums in Unterlübbe und Vorsitzende des Hausärzteverbandes Westfalen-Lippe. Alle Aktionen, etwa im Werrepark oder die zwei in Espelkamp, seien bislang mit jeweils um die 100 verabreichten Impfungen sehr gut angenommen worden. Sie ist kein bisschen überrascht über den Andrang. Es kämen sehr viele, sehr nette Menschen, die nicht deutsch sprechen, beobachtet sie. „Ich bin über die Impfaktion mehr als begeistert“, sagt Richter-Scheer, während sie einer Patientin die Spritze verabreicht. Eigentlich waren auf Kanzlers Weide zwei Stunden angesetzt. „Damit werden wir wohl nicht auskommen“, sagt sie strahlend. Marita und Hanjo Lütkeduhne aus Bückeburg sind hier, weil ihnen das Warten auf die zweite Dosis beim Hausarzt zu lange dauerte. Durch Freunde hätten sie von der Aktion in Minden erfahren und haben nach knapp einer Stunde Wartezeit eine Dosis Biontech im Arm. „Es hat fantastisch geklappt“, sagen beide. Corinna Adler aus Bad Oeynhausen arbeitet im Pflegebereich. Beim Hausarzt hätte sie erst im August einen Termin. Torsten Keese hat sich für seinen 97-jährigen Schwiegervater, der im Auto wartet, angestellt. „Wir hatten auf die Hausärztin vertraut, aber sie hat uns mitgeteilt, dass sie das logistisch nicht hinbekommt“, berichtet Keese. Ins Impfzentrum wolle er den alten Mann aber nicht bringen. „Hier geht es am schnellsten und ohne Anmeldung“, ist für Phil Rolfes und Jordan Kouhe, zwei junge Mindener, das überzeugende Argument. Außerdem habe der Hausarzt nicht den Impfstoff von Johnson und Johnson, von dem eine Dosis reicht. Steffi Gröning ist aus Bückeburg gekommen. Bei ihrem Hausarzt sei sie seit Wochen registriert, doch bislang ohne Erfolg. Sie arbeite aber bei einem Friseur und habe täglich mit Kunden zu tun, erzählt sie. Großes Interesse findet am Samstag auch die Impf-Sonderaktion auf dem Parkplatz der Freizeit- und Erholungsanlage Badesee Lahde. Schon frühzeitig haben sich zahlreiche Einwohnerinnen und Einwohner aus der Stadt Petershagen und darüber hinaus eingefunden, um das unkomplizierte Angebot zu nutzen. „Insgesamt waren es 106 Personen, 41 von ihnen entschieden sich für mRNA-Impfstoffe, 65 für Johnson&Johnson. Unsere Aktion hat gut zwei Stunden gedauert. Dabei hat sich bestätigt, dass mobile Impfstationen die Menschen erreichen, die darauf verzichten, das Impfzentrum aufzusuchen“, berichtet Anke Richter-Scheer. Sie ist dafür verantwortlich, ein kurzes Gespräch mit den Impfwilligen ab 16 Jahren zu führen und dann den Piks zu setzen. Zum weiteren Team gehören Rolf Schöphörster und Leroy Telke. Im Mittelpunkt der Aktion steht ein Pavillon mit der Aufschrift „Sollte, würde, wollte hilft leider nicht, mach’s einfach“. Nur wenige Minuten dauert es, bis die Verantwortlichen ihre mobile Station in Höhe der Beachbar des Badesees aufgebaut hatten. „Der Standort kommt uns sehr entgegen. Er ist gut zu sichtbar und problemlos zu erreichen. Neben den Einheimischen aus der Stadt Petershagen haben sich auch Personen aus Minden, Porta Westfalica und der niedersächsischen Region eingefunden“, weiß Rolf Schöphörster. Nach und nach lichtet sich die Warteschlange. „Der Nächste bitte“ hieß es in kurzen Abständen im Impfpavillon. Bevor Anke Richter-Scheer die Impfung durchführt, stellt sie Fragen und gibt Informationen: „Haben Sie schon einmal auf eine Impfung reagiert ? Muskel- und Gliederschmerzen können in den nächsten drei Tagen auftreten. Kopfschmerzen nach einer Woche wären nicht normal. Sollte es wider Erwarten dazu kommen, muss der Hausarzt aufgesucht werden“. Rolf Schöphörster weist darauf hin, dass der Impfstoff Johnson & Johnson keine Zweitimpfung erfordere. Bei den Personen, die in Lahde mit mRNA-Impfstoffen versorgt werden, handelt es sich überwiegend um Erstimpfungen. In vier Wochen werde an gleicher Stelle am Badesee erneut eine Impfaktion durchgeführt, sagt Schöphörster. Ortswechsel an den Naturbadesee von Mindenerwald. Gegen 16 Uhr warten dort rund 50 Menschen auf das Impfmobil, das wenige Minuten später eintrifft. Das Areal im Hiller Norden steht üblicherweise für Freizeit und Erholung. Man muss nicht die Historie kennen, um in einer Sache ganz sicher zu sein: Eine Impfaktion hat es dort noch nie gegeben. Sven Sachteleben ist es, der Geschichte schreibt und den ersten Piks bekommt. Für den Mann aus Preußisch Oldendorf ist es bereits die zweite Impfung, und von der Aktion hat er erst am Samstag aus den Medien erfahren. In 14 Tagen hat der 47-Jährige den vollen Schutz und das sei genau der Zeitpunkt, wenn es für ihn und seine bereits zweifach geimpfte Ehefrau in den Urlaub geht. „Ich dachte mir, das bietet sich heute echt an.“ Piksen am Badesee – spielt die Natur eine Rolle, um sich gegen Covid 19 zu wappnen? Für Sven Sachteleben definitiv nicht, und auch Lars Wankelmann muss bei der Frage etwas schmunzeln. „Ich bin hier, weil ich beruflich unter der Woche nicht zuhause bin“, sagt der Mann aus Stemwede. Die Atmosphäre sei jedoch ein netter Beigeschmack, erzählt der 19-Jährige. Es sei sicher anders als das eher nüchterne Ambiente in einem Impfzentrum. Im Gespräch zeigt sich auch, dass er die mobilen Aktionen gut findet. Als er vom Angebot hörte, habe er nicht gezögert, davon Gebrauch zu machen. Vor der Seekulisse erhält auch Lars Borgmann seine zweite Impfung, die allerdings durch Anke Richter-Scheer im Gebäude des DRK erfolgt. Während es pikst, haben alle Impflinge des Blick auf die anwesenden Badegäste, die sich im Wasser und auf der Wiese aufhalten. „Ich bekomme die Kreuzimpfung“, sagt der 51-Jährige. Das erste Mal erhielt der Hiller Astra-Zeneca, jetzt Biontech. Am Sonntagmorgen ist Anke Richter-Scheer wieder im Einsatz. Dieses Mal am Flohmarkt in Barkhausen – genau die richtige Umgebung für ein niedrigschwelliges Angebot. „Wegen des Aufklebers im Impfpass“, begründet ein Wartender, der seinen Namen nicht nennen mag, warum er ansteht. Dafür nimmt er die Einmalimpfung mit Johnson & Johnson in Kauf. Man weiß ja nie, wofür man es braucht. „Vielleicht fahren wir noch spontan in Urlaub“, sagt seine Frau. Cordula und Andreas Bick aus Porta Westfalica sind schon geimpft: „Beim Arzt. Mit Biontech.“ Das soll jetzt auch ihre Tochter Emilie bekommen. Denn die möchte keinen Unterricht versäumen, sondern Abitur machen. Dafür stehen auch ihre Eltern zwei Stunden mit an und kommen in vier Wochen wieder. Nicht mehr wiederkommen können Impfwillige sonntags ins Impfzentrum in Unterlübbe. Auch dank des Erfolgs des mobilen Impfteams werden die Zeiten dort eingeschränkt. Zum Dank gibt es an diesem letzten Sonntag für alle Impflinge eine Bratwurst gratis. Neun Stunden steht Daniel Sill am Grill der Fleischerei Meyer. „Wir sind aber nicht nur wegen der Wurst gekommen“, sagt Friedhelm Vahrenhorst, der gerade die zweite Dosis erhalten hat. Für die Erstimpfung hat der Portaner seinen Sohn Lasse (16) mitgebracht. Die Wurst lassen sich beide natürlich auch munden.

Die Schwelle niedrig halten: Mobile Impfangebote werden von jungen Leuten gut angenommen

Geduld mit Maske: Zum Badesee in Lahde kamen nicht nur Petershäger. Foto: Ulrich Westermann

Minden. Der Piks kommt zu den Menschen. Nachdem die Impfkampagne gegen das Corona-Virus nur schleppend in Gang gekommen war, aber inzwischen für jeden rollt, der geimpft werden will, kommen mobile Impfteams jetzt dorthin, wo sich Menschen tummeln, von denen etliche doch noch nicht geimpft sind. Die Menschen dort abholen, wo sie stehen, lautet die Maxime. Nur keine Impfmüdigkeit vorschützen! Ein Überblick.

Kanzlers Weide in Minden: Die Schlange vor dem Impfzelt am Kirmespark ist am Freitagnachmittag deutlich länger, als die vor dem Einlass zur Kirmes. In drei Reihen warten Menschen geduldig. Zwei Reihen zur Anmeldung, eine Reihe, um sich den Piks abzuholen. Verimpft werden im Wechsel zehn Dosen von Biontech und zehn von Johnson und Johnson. Auf allen Seiten sind glückliche Gesichter zu sehen. „Wir erreichen hier genau die Gruppen, die wir sonst nicht erreichen“, sagt Dr. Anke Richter-Scheer, Leiterin des Impfzentrums in Unterlübbe und Vorsitzende des Hausärzteverbandes Westfalen-Lippe. Alle Aktionen, etwa im Werrepark oder die zwei in Espelkamp, seien bislang mit jeweils um die 100 verabreichten Impfungen sehr gut angenommen worden. Sie ist kein bisschen überrascht über den Andrang. Es kämen sehr viele, sehr nette Menschen, die nicht deutsch sprechen, beobachtet sie. „Ich bin über die Impfaktion mehr als begeistert“, sagt Richter-Scheer, während sie einer Patientin die Spritze verabreicht. Eigentlich waren auf Kanzlers Weide zwei Stunden angesetzt. „Damit werden wir wohl nicht auskommen“, sagt sie strahlend.

Marita und Hanjo Lütkeduhne aus Bückeburg sind hier, weil ihnen das Warten auf die zweite Dosis beim Hausarzt zu lange dauerte. Durch Freunde hätten sie von der Aktion in Minden erfahren und haben nach knapp einer Stunde Wartezeit eine Dosis Biontech im Arm. „Es hat fantastisch geklappt“, sagen beide. Corinna Adler aus Bad Oeynhausen arbeitet im Pflegebereich. Beim Hausarzt hätte sie erst im August einen Termin. Torsten Keese hat sich für seinen 97-jährigen Schwiegervater, der im Auto wartet, angestellt. „Wir hatten auf die Hausärztin vertraut, aber sie hat uns mitgeteilt, dass sie das logistisch nicht hinbekommt“, berichtet Keese. Ins Impfzentrum wolle er den alten Mann aber nicht bringen. „Hier geht es am schnellsten und ohne Anmeldung“, ist für Phil Rolfes und Jordan Kouhe, zwei junge Mindener, das überzeugende Argument. Außerdem habe der Hausarzt nicht den Impfstoff von Johnson und Johnson, von dem eine Dosis reicht. Steffi Gröning ist aus Bückeburg gekommen. Bei ihrem Hausarzt sei sie seit Wochen registriert, doch bislang ohne Erfolg. Sie arbeite aber bei einem Friseur und habe täglich mit Kunden zu tun, erzählt sie.

Malina Reckordt

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Großes Interesse findet am Samstag auch die Impf-Sonderaktion auf dem Parkplatz der Freizeit- und Erholungsanlage Badesee Lahde. Schon frühzeitig haben sich zahlreiche Einwohnerinnen und Einwohner aus der Stadt Petershagen und darüber hinaus eingefunden, um das unkomplizierte Angebot zu nutzen. „Insgesamt waren es 106 Personen, 41 von ihnen entschieden sich für mRNA-Impfstoffe, 65 für Johnson&Johnson. Unsere Aktion hat gut zwei Stunden gedauert. Dabei hat sich bestätigt, dass mobile Impfstationen die Menschen erreichen, die darauf verzichten, das Impfzentrum aufzusuchen“, berichtet Anke Richter-Scheer. Sie ist dafür verantwortlich, ein kurzes Gespräch mit den Impfwilligen ab 16 Jahren zu führen und dann den Piks zu setzen. Zum weiteren Team gehören Rolf Schöphörster und Leroy Telke. Im Mittelpunkt der Aktion steht ein Pavillon mit der Aufschrift „Sollte, würde, wollte hilft leider nicht, mach’s einfach“. Nur wenige Minuten dauert es, bis die Verantwortlichen ihre mobile Station in Höhe der Beachbar des Badesees aufgebaut hatten. „Der Standort kommt uns sehr entgegen. Er ist gut zu sichtbar und problemlos zu erreichen. Neben den Einheimischen aus der Stadt Petershagen haben sich auch Personen aus Minden, Porta Westfalica und der niedersächsischen Region eingefunden“, weiß Rolf Schöphörster.

Sven Sachteleben erhält seine zweite Impfung am Badesee Mindenerwald. Foto: Carsten Korfesmeyer - © Carsten Korfesmeyer
Sven Sachteleben erhält seine zweite Impfung am Badesee Mindenerwald. Foto: Carsten Korfesmeyer - © Carsten Korfesmeyer

Nach und nach lichtet sich die Warteschlange. „Der Nächste bitte“ hieß es in kurzen Abständen im Impfpavillon. Bevor Anke Richter-Scheer die Impfung durchführt, stellt sie Fragen und gibt Informationen: „Haben Sie schon einmal auf eine Impfung reagiert ? Muskel- und Gliederschmerzen können in den nächsten drei Tagen auftreten. Kopfschmerzen nach einer Woche wären nicht normal. Sollte es wider Erwarten dazu kommen, muss der Hausarzt aufgesucht werden“.

Corona-Abwehr statt Karussell: Geduldig reihten Impfwillige am Freitag in die Warteschlangen auf Kanzlers Weide ein. MT-Foto: Ursula Koch - © Ulla Koch
Corona-Abwehr statt Karussell: Geduldig reihten Impfwillige am Freitag in die Warteschlangen auf Kanzlers Weide ein. MT-Foto: Ursula Koch - © Ulla Koch

Rolf Schöphörster weist darauf hin, dass der Impfstoff Johnson & Johnson keine Zweitimpfung erfordere. Bei den Personen, die in Lahde mit mRNA-Impfstoffen versorgt werden, handelt es sich überwiegend um Erstimpfungen. In vier Wochen werde an gleicher Stelle am Badesee erneut eine Impfaktion durchgeführt, sagt Schöphörster.

Abschied von Wochenendimpfungen: Daniel Sill (links) verteilte am Sonntag Gratis-Bratwürste an alle Besucher des Impfzentrums in Unterlübbe. Lasse Vahrenhorst war mit seinem Vater Friedhelm gekommen. MT-Foto: Langenkämper - © Langenkämper
Abschied von Wochenendimpfungen: Daniel Sill (links) verteilte am Sonntag Gratis-Bratwürste an alle Besucher des Impfzentrums in Unterlübbe. Lasse Vahrenhorst war mit seinem Vater Friedhelm gekommen. MT-Foto: Langenkämper - © Langenkämper

Ortswechsel an den Naturbadesee von Mindenerwald. Gegen 16 Uhr warten dort rund 50 Menschen auf das Impfmobil, das wenige Minuten später eintrifft. Das Areal im Hiller Norden steht üblicherweise für Freizeit und Erholung. Man muss nicht die Historie kennen, um in einer Sache ganz sicher zu sein: Eine Impfaktion hat es dort noch nie gegeben. Sven Sachteleben ist es, der Geschichte schreibt und den ersten Piks bekommt. Für den Mann aus Preußisch Oldendorf ist es bereits die zweite Impfung, und von der Aktion hat er erst am Samstag aus den Medien erfahren. In 14 Tagen hat der 47-Jährige den vollen Schutz und das sei genau der Zeitpunkt, wenn es für ihn und seine bereits zweifach geimpfte Ehefrau in den Urlaub geht. „Ich dachte mir, das bietet sich heute echt an.“

Piksen am Badesee – spielt die Natur eine Rolle, um sich gegen Covid 19 zu wappnen? Für Sven Sachteleben definitiv nicht, und auch Lars Wankelmann muss bei der Frage etwas schmunzeln. „Ich bin hier, weil ich beruflich unter der Woche nicht zuhause bin“, sagt der Mann aus Stemwede. Die Atmosphäre sei jedoch ein netter Beigeschmack, erzählt der 19-Jährige. Es sei sicher anders als das eher nüchterne Ambiente in einem Impfzentrum. Im Gespräch zeigt sich auch, dass er die mobilen Aktionen gut findet. Als er vom Angebot hörte, habe er nicht gezögert, davon Gebrauch zu machen.

Vor der Seekulisse erhält auch Lars Borgmann seine zweite Impfung, die allerdings durch Anke Richter-Scheer im Gebäude des DRK erfolgt. Während es pikst, haben alle Impflinge des Blick auf die anwesenden Badegäste, die sich im Wasser und auf der Wiese aufhalten. „Ich bekomme die Kreuzimpfung“, sagt der 51-Jährige. Das erste Mal erhielt der Hiller Astra-Zeneca, jetzt Biontech.

Am Sonntagmorgen ist Anke Richter-Scheer wieder im Einsatz. Dieses Mal am Flohmarkt in Barkhausen – genau die richtige Umgebung für ein niedrigschwelliges Angebot. „Wegen des Aufklebers im Impfpass“, begründet ein Wartender, der seinen Namen nicht nennen mag, warum er ansteht. Dafür nimmt er die Einmalimpfung mit Johnson & Johnson in Kauf. Man weiß ja nie, wofür man es braucht. „Vielleicht fahren wir noch spontan in Urlaub“, sagt seine Frau. Cordula und Andreas Bick aus Porta Westfalica sind schon geimpft: „Beim Arzt. Mit Biontech.“ Das soll jetzt auch ihre Tochter Emilie bekommen. Denn die möchte keinen Unterricht versäumen, sondern Abitur machen. Dafür stehen auch ihre Eltern zwei Stunden mit an und kommen in vier Wochen wieder.

Nicht mehr wiederkommen können Impfwillige sonntags ins Impfzentrum in Unterlübbe. Auch dank des Erfolgs des mobilen Impfteams werden die Zeiten dort eingeschränkt. Zum Dank gibt es an diesem letzten Sonntag für alle Impflinge eine Bratwurst gratis. Neun Stunden steht Daniel Sill am Grill der Fleischerei Meyer. „Wir sind aber nicht nur wegen der Wurst gekommen“, sagt Friedhelm Vahrenhorst, der gerade die zweite Dosis erhalten hat. Für die Erstimpfung hat der Portaner seinen Sohn Lasse (16) mitgebracht. Die Wurst lassen sich beide natürlich auch munden.

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