Baustelle am Deichhof: Zolleinsatz sorgt für Aufsehen in Mindens Innenstadt Carsten Korfesmeyer,Sebastian Radermacher Minden. Die Abdeckplane liegt auf dem Gerüst und flattert im Wind. Auf dem Grundstück steht ein Baufahrzeug, ansonsten ist es ruhig. Bauarbeiter sind nicht zu sehen. Auf der Baustelle zum Stiftungshaus am Deichhof herrscht am Donnerstagmorgen Stillstand. Wenig deutet gegen 9.45 Uhr für Außenstehende mehr darauf hin, dass hier kurz zuvor ein Zoll-Einsatz stattgefunden hat. Lediglich ein ziviles Einsatzfahrzeug steht noch in einer Parkbucht am Marienwall – mit Blick auf die große Baustelle auf dem Eckgrundstück. Eine Zollbeamtin hat sich gerade einen Kaffee aus der Stadt geholt. Infos zum Einsatz gibt sie nicht, stattdessen verweist sie auf die Pressestelle. Was steckt hinter der Aktion, die auf Außenstehende wie eine größere Razzia an der prominenten Baustelle in der Innenstadt wirkte? Erst am Nachmittag klärt sich auf, dass die Zoll-Mitarbeiter dort lediglich Befragungen durchgeführt haben. Diese haben, um den Beschäftigten Wegeleistungen und Aufwand zu ersparen, in den Fahrzeugen des Zolls und im benachbarten Finanzamt stattgefunden, teilt Ralf Wagenfeld von der Pressestelle des Hauptzollamts Bielefeld auf MT-Anfrage mit. Die Arbeitnehmer, die im Finanzamt befragt worden sind, wurden von den Zollbeamten dorthin begleitet. „Mehr ist hier nicht passiert“, sagt er.Auf die Bevölkerung hat das jedoch anders gewirkt. Kurz nach 9 Uhr gehen Informationen von MT-Lesern ein, die das Geschehen anders interpretieren. Demnach ist der Zoll mit mehreren Fahrzeugen und Einsatzkräften zur Baustelle angerückt. Laut Zeugenaussagen soll der Zoll dabei auch Personen von der Baustelle abgeführt haben. Das bestätigt der Zoll jedoch so nicht. Die Zeugenbefragungen hätten auch nicht im Zusammenhang mit den aktuellen Bauarbeiten gestanden, sondern stünden mit früheren Geschehnissen in Zusammenhang. Und was sagen die Bauherren zu dem Zolleinsatz? Bei der Grundstücksgesellschaft RS Deichhof sind die Ereignisse am Vormittag zunächst noch gar nicht bekannt. Eine mögliche Kontrolle stößt allerdings auf ein durchweg positives Echo. „Wir begrüßen das“, sagt Projektkoordinator Marc Pierro auf MT-Anfrage. Wenig später hat er ein Feedback von der zuständigen Baufirma erhalten. „Wir haben die Mitteilung bekommen, dass alles in Ordnung ist“, sagt er. Und auch wenn sich letztlich alles als eine Zeugenbefragung entpuppt: Kontrollen von Baustellen seien grundsätzlich sinnvoll – allein schon aus Gründen der Arbeitssicherheit. Marc Pierro weist darauf hin, dass er selbst alle zwei Wochen in dieser Hinsicht ein Protokoll anfertigen müsse, in dem etwaige Schwachstellen aufgeführt seien. Auf dem Grundstück entsteht zurzeit ein Wohn- und Familienzentrum. In das sogenannte Stiftungshaus ziehen unter anderem ein Mutter-Kind-Zentrum und eine Großtagespflegeeinrichtung für Kinder ein. Außerdem werden die Fachabteilung „Frühe Hilfen“ der Stadt sowie Angebote zur Frühförderung ihre neuen Anlaufstellen für Familien im Stiftungshaus haben. Wohnraum entsteht in den oberen Etagen des Gebäudes. Anfragen gehen laut Marc Pierro bereits regelmäßig ein. „Mit der Vermarktung beginnen wir aber frühestens Anfang 2022“, sagt der Projektkoordinator. Zurzeit arbeite man am fünften Obergeschoss. Mit der Fertigstellung rechnet er in der zweiten Hälfte des nächsten Jahres. Unter anderem habe die Pandemie dazu geführt, dass sich der Baufortschritt verzögerte.

Baustelle am Deichhof: Zolleinsatz sorgt für Aufsehen in Mindens Innenstadt

Auf der Baustelle des Stiftungshauses am Deichhof hat sich am Donnerstagmorgen der Zoll aufgehalten. Das größere Aufgebot an Beamten entpuppte sich später als Zeugenbefragung. MT-Foto: Sebastian Radermacher

Minden. Die Abdeckplane liegt auf dem Gerüst und flattert im Wind. Auf dem Grundstück steht ein Baufahrzeug, ansonsten ist es ruhig. Bauarbeiter sind nicht zu sehen. Auf der Baustelle zum Stiftungshaus am Deichhof herrscht am Donnerstagmorgen Stillstand. Wenig deutet gegen 9.45 Uhr für Außenstehende mehr darauf hin, dass hier kurz zuvor ein Zoll-Einsatz stattgefunden hat. Lediglich ein ziviles Einsatzfahrzeug steht noch in einer Parkbucht am Marienwall – mit Blick auf die große Baustelle auf dem Eckgrundstück. Eine Zollbeamtin hat sich gerade einen Kaffee aus der Stadt geholt. Infos zum Einsatz gibt sie nicht, stattdessen verweist sie auf die Pressestelle.

Was steckt hinter der Aktion, die auf Außenstehende wie eine größere Razzia an der prominenten Baustelle in der Innenstadt wirkte? Erst am Nachmittag klärt sich auf, dass die Zoll-Mitarbeiter dort lediglich Befragungen durchgeführt haben. Diese haben, um den Beschäftigten Wegeleistungen und Aufwand zu ersparen, in den Fahrzeugen des Zolls und im benachbarten Finanzamt stattgefunden, teilt Ralf Wagenfeld von der Pressestelle des Hauptzollamts Bielefeld auf MT-Anfrage mit. Die Arbeitnehmer, die im Finanzamt befragt worden sind, wurden von den Zollbeamten dorthin begleitet. „Mehr ist hier nicht passiert“, sagt er.

Auf die Bevölkerung hat das jedoch anders gewirkt. Kurz nach 9 Uhr gehen Informationen von MT-Lesern ein, die das Geschehen anders interpretieren. Demnach ist der Zoll mit mehreren Fahrzeugen und Einsatzkräften zur Baustelle angerückt. Laut Zeugenaussagen soll der Zoll dabei auch Personen von der Baustelle abgeführt haben. Das bestätigt der Zoll jedoch so nicht. Die Zeugenbefragungen hätten auch nicht im Zusammenhang mit den aktuellen Bauarbeiten gestanden, sondern stünden mit früheren Geschehnissen in Zusammenhang.

Und was sagen die Bauherren zu dem Zolleinsatz? Bei der Grundstücksgesellschaft RS Deichhof sind die Ereignisse am Vormittag zunächst noch gar nicht bekannt. Eine mögliche Kontrolle stößt allerdings auf ein durchweg positives Echo. „Wir begrüßen das“, sagt Projektkoordinator Marc Pierro auf MT-Anfrage. Wenig später hat er ein Feedback von der zuständigen Baufirma erhalten. „Wir haben die Mitteilung bekommen, dass alles in Ordnung ist“, sagt er. Und auch wenn sich letztlich alles als eine Zeugenbefragung entpuppt: Kontrollen von Baustellen seien grundsätzlich sinnvoll – allein schon aus Gründen der Arbeitssicherheit. Marc Pierro weist darauf hin, dass er selbst alle zwei Wochen in dieser Hinsicht ein Protokoll anfertigen müsse, in dem etwaige Schwachstellen aufgeführt seien.

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Patrick Schwemmling

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Auf dem Grundstück entsteht zurzeit ein Wohn- und Familienzentrum. In das sogenannte Stiftungshaus ziehen unter anderem ein Mutter-Kind-Zentrum und eine Großtagespflegeeinrichtung für Kinder ein. Außerdem werden die Fachabteilung „Frühe Hilfen“ der Stadt sowie Angebote zur Frühförderung ihre neuen Anlaufstellen für Familien im Stiftungshaus haben. Wohnraum entsteht in den oberen Etagen des Gebäudes. Anfragen gehen laut Marc Pierro bereits regelmäßig ein. „Mit der Vermarktung beginnen wir aber frühestens Anfang 2022“, sagt der Projektkoordinator. Zurzeit arbeite man am fünften Obergeschoss. Mit der Fertigstellung rechnet er in der zweiten Hälfte des nächsten Jahres. Unter anderem habe die Pandemie dazu geführt, dass sich der Baufortschritt verzögerte.

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