Baumsenioren besucht Mindener und Bielefelder Gruppe im Naturpark Hohe Mark Minden (mt/lkp). Gemeinsam mit dem Naturwissenschaftlichen Verein für Bielefeld und Umgegend und dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) haben die Baumfreunde Minden und Bielefeld eine Exkursion zu Baumveteranen in den Naturpark Hohe Mark im südwestlichen Münsterland unternommen. Mathias Wennemann vom Naturwissenschaftlichen Verein erzählte die Geschichte der betrachteten Bäume. Mit Begeisterung machte er Streifzüge durch die Kulturgeschichte, Rechtsprechung, Religion, Forstwirtschaft, Garten- und Landschaftsarchitektur.Hochbetagte Baumriesen waren im Schlosspark von Lembeck zu bestaunen, zwei Esskastanien vor der Michaeliskapelle in Lembeck, eine urige Esskastanienallee in Erle bei Raesfeld, eine ungewöhnlich große Eibe bei Dingden, drei riesige alte Esskastanien auf der Kesseldorfer Wiese bei Dingden, die "Predigtulme" in Raesfeld-Homer. Alles Bäume, die für die Menschen wichtig sind oder waren - als Treffpunkt für Tanz und Musik, Ort der Gerichtsurteile und ihrer Vollstreckung, des Gedenkens und der Heiligtümer, Rohstoff- und Nahrungslieferanten, als Exoten in Parks und Gärten oder als Naturdenkmale.Höhepunkt der Exkursion war der Besuch der Femeiche von Raesfeld-Erle. Mehr als 1000 Jahre alt und mit rund zwölf Meter Stammumfang gehört sie zu den ältesten und dicksten Eichen Deutschlands. Im Mittelalter war sie Tagungsort eines westfälischen Femegerichts und zugleich Hinrichtungsstätte.Auch die "Predigtulme" in Raesfeld-Homer hatte ein bewegtes Schicksal. Am 16. Oktober 1959 brach auf dem Hof ein großer Brand aus, der auch die Ulme nicht verschonte. Die Hälfte des Baumes verbrannte, an ihr Überleben glaubte kaum jemand. Doch bereits im Frühling 1960 zeigten sich die ersten grünen Triebe - kurioserweise nur an der verkohlten Seite des Baumes. Die andere Hälfte mit zwei starken Stämmen starb ab. Auch heute zeigt sich die Ulme trotz des Rückschlags durch den Brand sehr lebendig.Im Laufe des Tages fanden die Baumfreunde immer interessantere Fährten und folgten ihnen wie gebannt. Fotos der imposanten Riesen sind im Forum der Baumfreunde Minden im Internet zu finden unter: www.razyboard.com/system/user_baumfreunde.html

Baumsenioren besucht

Minden (mt/lkp). Gemeinsam mit dem Naturwissenschaftlichen Verein für Bielefeld und Umgegend und dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) haben die Baumfreunde Minden und Bielefeld eine Exkursion zu Baumveteranen in den Naturpark Hohe Mark im südwestlichen Münsterland unternommen.

Reise zu den Baumveteranen: Die Femeiche von Raesfeld-Erle zog die Baumfreunde Minden in ihren Bann. - © Foto: privat
Reise zu den Baumveteranen: Die Femeiche von Raesfeld-Erle zog die Baumfreunde Minden in ihren Bann. - © Foto: privat

Mathias Wennemann vom Naturwissenschaftlichen Verein erzählte die Geschichte der betrachteten Bäume. Mit Begeisterung machte er Streifzüge durch die Kulturgeschichte, Rechtsprechung, Religion, Forstwirtschaft, Garten- und Landschaftsarchitektur.

Hochbetagte Baumriesen waren im Schlosspark von Lembeck zu bestaunen, zwei Esskastanien vor der Michaeliskapelle in Lembeck, eine urige Esskastanienallee in Erle bei Raesfeld, eine ungewöhnlich große Eibe bei Dingden, drei riesige alte Esskastanien auf der Kesseldorfer Wiese bei Dingden, die "Predigtulme" in Raesfeld-Homer. Alles Bäume, die für die Menschen wichtig sind oder waren - als Treffpunkt für Tanz und Musik, Ort der Gerichtsurteile und ihrer Vollstreckung, des Gedenkens und der Heiligtümer, Rohstoff- und Nahrungslieferanten, als Exoten in Parks und Gärten oder als Naturdenkmale.

Höhepunkt der Exkursion war der Besuch der Femeiche von Raesfeld-Erle. Mehr als 1000 Jahre alt und mit rund zwölf Meter Stammumfang gehört sie zu den ältesten und dicksten Eichen Deutschlands. Im Mittelalter war sie Tagungsort eines westfälischen Femegerichts und zugleich Hinrichtungsstätte.

Auch die "Predigtulme" in Raesfeld-Homer hatte ein bewegtes Schicksal. Am 16. Oktober 1959 brach auf dem Hof ein großer Brand aus, der auch die Ulme nicht verschonte. Die Hälfte des Baumes verbrannte, an ihr Überleben glaubte kaum jemand. Doch bereits im Frühling 1960 zeigten sich die ersten grünen Triebe - kurioserweise nur an der verkohlten Seite des Baumes. Die andere Hälfte mit zwei starken Stämmen starb ab. Auch heute zeigt sich die Ulme trotz des Rückschlags durch den Brand sehr lebendig.

Im Laufe des Tages fanden die Baumfreunde immer interessantere Fährten und folgten ihnen wie gebannt. Fotos der imposanten Riesen sind im Forum der Baumfreunde Minden im Internet zu finden unter: www.razyboard.com/system/user_baumfreunde.html

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