Bahnausbau spaltet den Mindener Rat: Darüber haben die Politiker in der letzten Sitzung gestritten Henning Wandel Minden. Der Mindener Rat hat sich über die Frage des Bahnausbaus entzweit. Bevor in der Sitzung am vergangenen Donnerstag mehrheitlich eine Resolution für den Ausbau der bestehenden Strecke beschlossen wurde, hatte die CDU-Fraktion eine Gegenresolution eingebracht und darin den Neubau einer Trasse zwischen Bielefeld und Hannover unterstützt. Dr. Konrad Winckler bezeichnete den Ausbau der Bestandsstrecke durch die Mindener Stadtbezirke Rechtes Weserufer und Dankersen als „unsinnigen Vorschlag zu Lasten der Bürger“. Winckler selbst ist Ortsbürgermeister am Rechten Weserufer. Der Ausbau werde nicht dafür sorgen, dass Minden mit zusätzlichen ICE-Halts besser an den Fernverkehr angebunden wird. Stattdessen würden die Anwohner durch weiteren Lärm in der Bauphase und später wegen des Bahnverkehrs belastet. Darüber hinaus erwartet die CDU eine Verbesserung des Regionalverkehrs in Minden, etwa in Form einer besseren Anbindung in Richtung Bremen. Der Deutschlandtakt – Grundlage für die Trassenplanung – sorge für eine Verlagerung vom Flugzeug auf die Schiene, so Winckler. Die Verbindungen Köln-Frankfurt sowie München-Berlin seien dafür gute Beispiele. Der SPD-Fraktionsvorsitzende bezeichnete Wincklers Vortrag als „Büttenrede“. Die ursprüngliche Resolution sei bereits im Hauptausschuss beschlossen worden, auch die anderen Betroffenen Kommunen in der Region hätten sich dem Papier angeschlossen. Für eine zielgerichtet Diskussion sei der CDU-Antrag nicht förderlich. Die Region müsse auch über Landesgrenzen hinweg geschlossen auftreten. Die Beseitigung des Bahnengpasses zwischen Minden und Haste ist seit Jahren ein Streitthema. Der Ausbau der bestehenden Trasse von zwei auf vier Gleise war bereits politisch beschlossen, ist aber nie umgesetzt worden. Im Zuge der Planungen für einen Deutschlandtakt, der die großen Bahnknotenpunkte in einem Halbstunden-Rhythmus miteinander verbinden soll, steht jetzt der Neubau einer Hochgeschwindigkeitstrasse im Raum.

Bahnausbau spaltet den Mindener Rat: Darüber haben die Politiker in der letzten Sitzung gestritten

© Foto: Martin Bäuml/imago images

Minden. Der Mindener Rat hat sich über die Frage des Bahnausbaus entzweit. Bevor in der Sitzung am vergangenen Donnerstag mehrheitlich eine Resolution für den Ausbau der bestehenden Strecke beschlossen wurde, hatte die CDU-Fraktion eine Gegenresolution eingebracht und darin den Neubau einer Trasse zwischen Bielefeld und Hannover unterstützt. Dr. Konrad Winckler bezeichnete den Ausbau der Bestandsstrecke durch die Mindener Stadtbezirke Rechtes Weserufer und Dankersen als „unsinnigen Vorschlag zu Lasten der Bürger“. Winckler selbst ist Ortsbürgermeister am Rechten Weserufer.

Der Ausbau werde nicht dafür sorgen, dass Minden mit zusätzlichen ICE-Halts besser an den Fernverkehr angebunden wird. Stattdessen würden die Anwohner durch weiteren Lärm in der Bauphase und später wegen des Bahnverkehrs belastet. Darüber hinaus erwartet die CDU eine Verbesserung des Regionalverkehrs in Minden, etwa in Form einer besseren Anbindung in Richtung Bremen. Der Deutschlandtakt – Grundlage für die Trassenplanung – sorge für eine Verlagerung vom Flugzeug auf die Schiene, so Winckler. Die Verbindungen Köln-Frankfurt sowie München-Berlin seien dafür gute Beispiele.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende bezeichnete Wincklers Vortrag als „Büttenrede“. Die ursprüngliche Resolution sei bereits im Hauptausschuss beschlossen worden, auch die anderen Betroffenen Kommunen in der Region hätten sich dem Papier angeschlossen. Für eine zielgerichtet Diskussion sei der CDU-Antrag nicht förderlich. Die Region müsse auch über Landesgrenzen hinweg geschlossen auftreten.

Die Beseitigung des Bahnengpasses zwischen Minden und Haste ist seit Jahren ein Streitthema. Der Ausbau der bestehenden Trasse von zwei auf vier Gleise war bereits politisch beschlossen, ist aber nie umgesetzt worden. Im Zuge der Planungen für einen Deutschlandtakt, der die großen Bahnknotenpunkte in einem Halbstunden-Rhythmus miteinander verbinden soll, steht jetzt der Neubau einer Hochgeschwindigkeitstrasse im Raum.

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