Ausstellung „Tausendschön“ und der Blick fürs Besondere Kerstin Rickert Minden (kr). Tausend schöne Dinge sind es locker, die es auf drei Etagen zu entdecken gilt. Viel Zeit ist daher auch das Wichtigste, das die „Tausendschön“-Besucher am Wochenende ins Preußen-Museum mitzubringen hatten - und Freude an Dingen, die das Leben schöner machen.Auf der Suche nach dem Besonderen sind Theresia Störtländer-Nerge und Thea Langner-Berg ständig. Seit zehn Jahren organisieren die beiden „Tausendschön“, ein Mekka für Liebhaber von Kunst und Kunsthandwerk. Reichlich Platz bietet sich im Preußen-Museum sowohl für die Aussteller als auch für die Besucher. Und Platz braucht jedes einzelne Kunstwerk, um wirken zu können. Erst dann kann der Besucher das Besondere auch wirklich entdecken.43 Aussteller - und damit so viele wie noch nie - haben sich auf den drei Etagen verteilt. In den Gängen und Nischen inmitten von preußischen Museumsexponaten und Schautafeln und im Ständersaal haben sie ihre Stände aufgebaut und liebevoll dekoriert. Die Besucher lassen sich treiben, treppauf und treppab: Die diesjährige Ausstellung bietet auch noch einmal Gelegenheit, einen Blick auf die letzten Ausstellungsstücke des Preußen-Museums zu werfen. Theresia Störtländer-Nerge hofft, dass die Neukonzeption des Museums unter neuer Trägerschaft nicht das Ende für „Tausendschön“ bedeutet. Und damit ist nicht alleine. Schachtelmacherin Anke Gaurig würde der Abschied schwer fallen, seit Anbeginn ist sie jedes Jahr dabei. In ihrer Werkstatt „Schachtelglück“ fertigt sie Schachteln nach alter Handwerkstradition, die früher vor allem von Buchbindern ausgeübt wurde. Hochwertiges Papier mit außergewöhnlichen Dekors zieren ihre Arbeiten, die ihr ebenso viel Freude bereiten wie den Besuchern. „Schön abgedreht“ sind die Holzarbeiten, die Peter Stapel aus Melle-Neuenkirchen mitgebracht hat. Aus Birne, Eiche oder Kastanie drechselt er formschöne Schalen, Teller und Vasen, Mörser und Flaschenöffner, Kugelschreiber und Füllfederhalter. Die verwendeten Baumstämme kommen ausschließlich aus seinem Heimatdorf, natürliche Einschlüsse und Risse nutzt der Kunsthandwerker, um seinen Arbeiten das besondere Etwas zu verleihen. Vor Ort können die Besucher ihm beim Drechseln von Kreiseln über die Schulter schauen.Natürliche Materialien und die Themen Recycling und Upcycling stehen bei den Ausstellern hoch im Kurs. „Handverflochtene Natur aus dem Ravensberger Hügelland“ fasst Regina Sommer ihre Arbeiten zusammen: meisterlich handgefertigte Körbe und Dekorationsartikel aus Weide, aber auch Binsen, Birkenreiser und Schurwolle gehören zu den verwendeten Materialien. Die Korbmacherin aus Herford ist zum ersten Mal im Preußen-Museum vertreten und ist begeistert vom Ambiente und dem hohen Ausstellungs-Niveau: „Das findet man selten.“ Selten zu finden sind auch die Arbeiten, die Karin Dorau aus alten Büchern fertigt. In präziser Papierfalttechnik lässt die Mindenerin außergewöhnliche Objekte entstehen, die mit ihren geschwungenen Formen kaum mehr an Bücher erinnern. Verwendung finden sie beispielsweise als dekorative Fächer für Briefe auf dem Schreibtisch. Oder einfach nur so als Dekoration, die den Blick immer wieder auf das Besondere lenkt.

Ausstellung „Tausendschön“ und der Blick fürs Besondere

Was nicht jeder hat: Individuelle Schmuckstücke gehören zum Angebot. Fotos: Kerstin Rickert

Minden (kr). Tausend schöne Dinge sind es locker, die es auf drei Etagen zu entdecken gilt. Viel Zeit ist daher auch das Wichtigste, das die „Tausendschön“-Besucher am Wochenende ins Preußen-Museum mitzubringen hatten - und Freude an Dingen, die das Leben schöner machen.

Auf der Suche nach dem Besonderen sind Theresia Störtländer-Nerge und Thea Langner-Berg ständig. Seit zehn Jahren organisieren die beiden „Tausendschön“, ein Mekka für Liebhaber von Kunst und Kunsthandwerk. Reichlich Platz bietet sich im Preußen-Museum sowohl für die Aussteller als auch für die Besucher. Und Platz braucht jedes einzelne Kunstwerk, um wirken zu können. Erst dann kann der Besucher das Besondere auch wirklich entdecken.

43 Aussteller - und damit so viele wie noch nie - bieten eine große Auswahl an Kunsthandwerk.
43 Aussteller - und damit so viele wie noch nie - bieten eine große Auswahl an Kunsthandwerk.

43 Aussteller - und damit so viele wie noch nie - haben sich auf den drei Etagen verteilt. In den Gängen und Nischen inmitten von preußischen Museumsexponaten und Schautafeln und im Ständersaal haben sie ihre Stände aufgebaut und liebevoll dekoriert. Die Besucher lassen sich treiben, treppauf und treppab: Die diesjährige Ausstellung bietet auch noch einmal Gelegenheit, einen Blick auf die letzten Ausstellungsstücke des Preußen-Museums zu werfen. Theresia Störtländer-Nerge hofft, dass die Neukonzeption des Museums unter neuer Trägerschaft nicht das Ende für „Tausendschön“ bedeutet. Und damit ist nicht alleine. Schachtelmacherin Anke Gaurig würde der Abschied schwer fallen, seit Anbeginn ist sie jedes Jahr dabei. In ihrer Werkstatt „Schachtelglück“ fertigt sie Schachteln nach alter Handwerkstradition, die früher vor allem von Buchbindern ausgeübt wurde. Hochwertiges Papier mit außergewöhnlichen Dekors zieren ihre Arbeiten, die ihr ebenso viel Freude bereiten wie den Besuchern. „Schön abgedreht“ sind die Holzarbeiten, die Peter Stapel aus Melle-Neuenkirchen mitgebracht hat. Aus Birne, Eiche oder Kastanie drechselt er formschöne Schalen, Teller und Vasen, Mörser und Flaschenöffner, Kugelschreiber und Füllfederhalter. Die verwendeten Baumstämme kommen ausschließlich aus seinem Heimatdorf, natürliche Einschlüsse und Risse nutzt der Kunsthandwerker, um seinen Arbeiten das besondere Etwas zu verleihen. Vor Ort können die Besucher ihm beim Drechseln von Kreiseln über die Schulter schauen.

Natürliche Materialien und die Themen Recycling und Upcycling stehen bei den Ausstellern hoch im Kurs. „Handverflochtene Natur aus dem Ravensberger Hügelland“ fasst Regina Sommer ihre Arbeiten zusammen: meisterlich handgefertigte Körbe und Dekorationsartikel aus Weide, aber auch Binsen, Birkenreiser und Schurwolle gehören zu den verwendeten Materialien. Die Korbmacherin aus Herford ist zum ersten Mal im Preußen-Museum vertreten und ist begeistert vom Ambiente und dem hohen Ausstellungs-Niveau: „Das findet man selten.“ Selten zu finden sind auch die Arbeiten, die Karin Dorau aus alten Büchern fertigt. In präziser Papierfalttechnik lässt die Mindenerin außergewöhnliche Objekte entstehen, die mit ihren geschwungenen Formen kaum mehr an Bücher erinnern. Verwendung finden sie beispielsweise als dekorative Fächer für Briefe auf dem Schreibtisch. Oder einfach nur so als Dekoration, die den Blick immer wieder auf das Besondere lenkt.

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