Ausbuddeln, einbuddeln: Solawi zieht auf einen anderen Acker um Christine Riechmann Minden. Der Grünkohl wird es besonders schwer haben. Gemeinsam mit dem Porree, Mangold, Kräutern und einigen Beeren muss er gerade das Feld räumen. Für die Solidarische Landwirtschaft (Solawi) steht ein Umzug an und für einen Teil des Gemüses bedeutet das: ausbuddeln, einbuddeln. Während Porree und Co. die Prozedur wohl relativ schadlos überstehen werden, handelt es sich beim Grünkohl lediglich um einen Versuch mit ungewissem Ausgang. Sein besonders großes Wurzelsystem, das für den Umzug stark gekürzt werden muss, könnte dem grünen Gemüse zum Verhängnis werden. „Aber einen Versuch ist es wert", meint Burkhard Kayser, Gründungsmitglied der Solawi, der aktuell damit beschäftigt ist, den Umzug zu koordinieren. Nachdem der Landwirt, der der Gemeinschaft bisher die einen Hektar große Fläche an der Holzhauser Straße verpachtet hatte, den Acker nun anderweitig nutzen möchte und die Pacht gekündigt hatte, hat die Feld-Gemeinschaft drei Kilometer entfernt in Friedewalde eine neue Bleibe gefunden. Bei dem Landwirt Hermann Traue, der sich altersbedingt zur Ruhe setzt, sind entsprechende Flächen frei geworden. Und da der sich weiterhin Leben auf dem Hof wünscht, hat er sich an die Solawi gewandt und die ebenfalls einen Hektar große Fläche angeboten. „Ich habe gerne Menschen um mich herum und bin neugierig auf Neues", sagt der Landwirt. Außerdem stünde er den gesellschaftlichen Veränderungen in Sachen Ernährung interessiert und offen gegenüber. So hat Traue nach der letzten Ernte im Sommer die Fläche vorbereitet und eine spezielle Gründüngung eingesät. Auf einer weiteren Fläche, die der Solawi ebenfalls zur Verfügung steht, wurde eine Klee-Gras-Mischung eingesät, die im nächsten Jahr abgemäht und als Mulch im Gemüseanbau verwendet wird. So könne noch bodenschonender gearbeitet werden, da durch den Mulch das Unkraut unterdrückt werde, die Feuchtigkeit im Boden bliebe und der Mulch gleichzeitig das Gemüse dünge. „Das ist die biologische und klimafreundliche Lösung", erklärt Kayser, der beruflich als Berater für Landwirtschaft und Gärtnerei unterwegs ist. Bis Anfang November wird die Solawi das alte Feld geräumt haben und sich in der neuen Heimat, Hinterm Felde 2, einrichten. Dort gibt es auch einen Unterstand, den die Gemeinschaft nutzen kann und sowohl Wasser als auch Strom sind vor Ort. „Bis alles fertig ist, wird es wohl bis zum Frühjahr dauern", mutmaßt Burkhard Kayser. Noch einige Arbeiten seien zu verrichten. So müsse das Gelände eingezäunt werden um es wildsicher zu machen und auch ein neues Gemüselager müsse eingerichtet werden. Aktuell kann sich die Solawi-Gemeinschaft, so lange das neue Feld noch nichts hergibt, aus dem eingelagerten Gemüse bedienen. Frischer Salat werde im Winter angebaut und könne dann hoffentlich zu Ostern geerntet werden. Solidarische Landwirtschaft - Solawi

Ausbuddeln, einbuddeln: Solawi zieht auf einen anderen Acker um

Solawi-Mitglied Burkhard Kayser und die neue festangestellte Gärtnerin Tina Büth richten das neue Feld in Friedewalde ein. Foto: C. Riechmann © Christine Riechmann

Minden. Der Grünkohl wird es besonders schwer haben. Gemeinsam mit dem Porree, Mangold, Kräutern und einigen Beeren muss er gerade das Feld räumen. Für die Solidarische Landwirtschaft (Solawi) steht ein Umzug an und für einen Teil des Gemüses bedeutet das: ausbuddeln, einbuddeln. Während Porree und Co. die Prozedur wohl relativ schadlos überstehen werden, handelt es sich beim Grünkohl lediglich um einen Versuch mit ungewissem Ausgang. Sein besonders großes Wurzelsystem, das für den Umzug stark gekürzt werden muss, könnte dem grünen Gemüse zum Verhängnis werden. „Aber einen Versuch ist es wert", meint Burkhard Kayser, Gründungsmitglied der Solawi, der aktuell damit beschäftigt ist, den Umzug zu koordinieren.

Nachdem der Landwirt, der der Gemeinschaft bisher die einen Hektar große Fläche an der Holzhauser Straße verpachtet hatte, den Acker nun anderweitig nutzen möchte und die Pacht gekündigt hatte, hat die Feld-Gemeinschaft drei Kilometer entfernt in Friedewalde eine neue Bleibe gefunden. Bei dem Landwirt Hermann Traue, der sich altersbedingt zur Ruhe setzt, sind entsprechende Flächen frei geworden. Und da der sich weiterhin Leben auf dem Hof wünscht, hat er sich an die Solawi gewandt und die ebenfalls einen Hektar große Fläche angeboten. „Ich habe gerne Menschen um mich herum und bin neugierig auf Neues", sagt der Landwirt. Außerdem stünde er den gesellschaftlichen Veränderungen in Sachen Ernährung interessiert und offen gegenüber.

So hat Traue nach der letzten Ernte im Sommer die Fläche vorbereitet und eine spezielle Gründüngung eingesät. Auf einer weiteren Fläche, die der Solawi ebenfalls zur Verfügung steht, wurde eine Klee-Gras-Mischung eingesät, die im nächsten Jahr abgemäht und als Mulch im Gemüseanbau verwendet wird. So könne noch bodenschonender gearbeitet werden, da durch den Mulch das Unkraut unterdrückt werde, die Feuchtigkeit im Boden bliebe und der Mulch gleichzeitig das Gemüse dünge. „Das ist die biologische und klimafreundliche Lösung", erklärt Kayser, der beruflich als Berater für Landwirtschaft und Gärtnerei unterwegs ist.

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Patrick Schwemmling

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Bis Anfang November wird die Solawi das alte Feld geräumt haben und sich in der neuen Heimat, Hinterm Felde 2, einrichten. Dort gibt es auch einen Unterstand, den die Gemeinschaft nutzen kann und sowohl Wasser als auch Strom sind vor Ort. „Bis alles fertig ist, wird es wohl bis zum Frühjahr dauern", mutmaßt Burkhard Kayser. Noch einige Arbeiten seien zu verrichten. So müsse das Gelände eingezäunt werden um es wildsicher zu machen und auch ein neues Gemüselager müsse eingerichtet werden.

Aktuell kann sich die Solawi-Gemeinschaft, so lange das neue Feld noch nichts hergibt, aus dem eingelagerten Gemüse bedienen. Frischer Salat werde im Winter angebaut und könne dann hoffentlich zu Ostern geerntet werden.

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