Aus Heimatliebe: Jannik Wiese und Marvin Vieregge gründen mit „Weserstadt" ein eigenes Modelabel Lea Oetjen Minden. Eine Frage bringt die zwei aufgeschlossenen jungen Männer gut ins Grübeln. „Vermutlich ein Handballer", entgegnet Jannik Wiese zurückhaltend. Marvin Vieregge stützt mit der Hand sein Kinn, nickt zustimmend. „Es muss jemand sein, der sich mit der Heimat identifiziert", ergänzt er. Ratlose Blicke später steht die Entscheidung. Sofern die beiden für ihr noch junges Modelabel Weserstadt mal ein Werbegesicht bräuchten, hätten sie dafür auf jeden Fall schon eines im Blick: Mats Korte. „Der macht das", sagt Marvin Vieregge, lacht und setzt damit alles auf seinen Kumpel. Korte, der seit der Jugend für GWD Minden spielt und nun schon seit Jahren dem Bundesliga-Kader angehört, stelle „pure Identifikation" mit der Region da – „genau das ist auch der Gedanke von Weserstadt". Doch bis der Freundschaft wegen Trikot gegen Weserstadt-Hoodie getauscht wird, ist noch Zeit. Das Modelabel steht noch am Anfang. Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram anEin Beitrag geteilt von Weserstadt Minden (@weserstadtmi) Zwar liegen Name und Logo schon seit sieben Jahren in der Schublade, doch kürzlich hat das Projekt der beiden Mindener erst richtig Fahrt aufgenommen. „Ich hatte damals die Idee dazu. Das kam bei Freunden und Bekannten – also eher im engeren Rahmen – auch wirklich gut an", erzählt Wiese. Laut des 24-Jährigen sei das ganze aber dann irgendwann ein wenig in Vergessenheit geraten. Und erst weitergedacht worden, als er Marvin Vieregge kennengelernt hat. Gemeinsam hätten die beiden dann neue Farben und Designs ausprobiert – aber ohne das Logo, das sehr stark an das Mindener Stadtwappen angelehnt ist, zu ändern. „Das Interesse im Freundeskreis wurde immer größer. Ja, und irgendwann ging es dann los, dass wir ab und an mal T-Shirts auch an andere verkauft haben", erzählt Vieregge. Der 24-Jährige lächelt und ergänzt: „Nicht professionell, einfach nur aus Heimatliebe." Schnell habe das Duo gemerkt, dass es mit der engen Verbundenheit zu Minden nicht alleine ist. „Hier gibt es unglaublich viele, die sich mit der Stadt, ihrer Heimat, identifizieren. Das merken wir natürlich nicht nur daran, dass wir Klamotten verkaufen. Minden ist von der Natur und Kultur einzigartig. Das Heimatgefühl ist hier besonders. Auch junge Leute, die zum Beispiel zum Studieren wegziehen, identifizieren sich noch immer voll damit", schwärmt Jannik Wiese. Eine wirkliche Zielgruppe haben die beiden aufgrund des breiten Interesses nicht. „Man denkt ja immer, dass es eher so die ältere Generation ist, die natur- und heimatverbunden ist. Aber das ist Quatsch. Es gibt auch viele junge Leute, die lokale Marken abfeiern", betont Marvin Vieregge. Bestes Beispiel ist laut des 24-jährigen Studenten „Morpheus Clothing". Das Streetwear-Label haben sich die Mindener Brüder Joshua und Connor Wlotzka aufgebaut. „Eine so coole, so moderne Marke macht die Stadt Minden natürlich noch einmal interessanter. Unsere Kollektionen unterscheiden sich zwar sehr voneinander, aber wir tauschen uns viel aus und unterstützen uns", sieht Vieregge keine Konkurrenz sondern eher ein Vorbild. „Ach, es ist doch einfach cool, wenn Menschen die Hufschmiede hochlaufen und dabei Kleidung aus der eigenen Heimatstadt tragen, oder?" Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram anEin Beitrag geteilt von Weserstadt Minden (@weserstadtmi) Die beiden jungen Männer betonen im Gespräch immer wieder, wie viel ihnen die Heimatliebe bedeutet. Das ist der Leitfaden Labels – ein Motto, dem sie unbedingt treu bleiben wollen. Daher ist es auch kaum verwunderlich, dass sich die beiden sich für die Bedruckung beziehungsweise Bestickung für lokale Dienstleister entschieden haben. „Wir wollen ja eine gute Qualität bieten", betont Wiese. Und Vieregge ergänzt: „Wenn wir Profit durch den Verkauf generieren, bereichern wir uns nicht daran, sondern setzen das Geld für neue Weserstadt-Projekte ein." Bislang umfasst das Sortiment des Modelabels Kapuzenpullover (65 Euro) und T-Shirts (30 Euro) in unterschiedlichen Trendfarben – von Burgunder bis Himmelblau. Eine Übersicht ist im Online-Shop oder auf der Instagram-Seite zu finden. Die Kleidung liegt zudem in der Buttjerschmiede in der Obermarkstraße aus. Auf Einzelbestellung gibt es die Sachen auch in anderen Farben. „Aus Nachhaltigkeitsgründen lassen wir die Sachen erst auf Bestellung anfertigen, deshalb sind wir da flexibel", erklärt Wiese. Lieber würden die beiden einem Kunden sagen, dass er zwei Wochen auf einen Pullover warten soll, als dass die Ware letztlich im Karton versauere und man auf den Kosten sitzen bleibe. An diesem Vorgehen wollen die beiden auch erst einmal festhalten – auch wenn demnächst das Sortiment wächst. Ideen gibt’s dafür schon genug. „In erster Linie wird es darauf hinauslaufen, andere Produkte auf den Markt zu bringen", kündigt Jannik Wiese an. Sogenannte Beanies, also eine bestimmte Mützen-Form, sind ebenso für die Zukunft geplant wie ein anderer Backprint, also ein anderer Druck auf dem Rücken. „Generell sind auch andere Motive denkbar. Aktuell gibt es ja eher nur das eine Logo. Aber wir wollen uns da weiterentwickeln, auch mal Farbe ins Spiel bringen." Die beiden sind auch am überlegen, Kleidung für Porta Westfalica herauszubringen – „oder generell für die Umgebung, für Menschen, die sich heimatverbunden fühlen", so Vieregge. Zeitdruck machen sie sich aber nicht. „Bei uns ist das generell alles in einem sehr lockeren Rahmen." Ein Vorteil, wie Wiese, der kreative Kopf des Duos, findet. „So können wir ja auch viel freier arbeiten. Selbst wenn wir mal an einer Idee ein paar Wochen zu knabbern haben, ist das völlig in Ordnung. Wir machen das ja, weil wir einfach Bock drauf haben und nicht, weil wir großes Geld damit machen wollen", sagt er.

Aus Heimatliebe: Jannik Wiese und Marvin Vieregge gründen mit „Weserstadt" ein eigenes Modelabel

Doppeladler, Stadtschlüssel und Co.: Das Logo ihres noch jungen Modelabels, das Jannik Wiese (l.) und Marvin Vieregge auf der Brust ihrer Pullover tragen, erinnert gewollt an das Wappen der (Weser-)Stadt Minden. © pr

Minden. Eine Frage bringt die zwei aufgeschlossenen jungen Männer gut ins Grübeln. „Vermutlich ein Handballer", entgegnet Jannik Wiese zurückhaltend. Marvin Vieregge stützt mit der Hand sein Kinn, nickt zustimmend. „Es muss jemand sein, der sich mit der Heimat identifiziert", ergänzt er. Ratlose Blicke später steht die Entscheidung. Sofern die beiden für ihr noch junges Modelabel Weserstadt mal ein Werbegesicht bräuchten, hätten sie dafür auf jeden Fall schon eines im Blick: Mats Korte.

„Der macht das", sagt Marvin Vieregge, lacht und setzt damit alles auf seinen Kumpel. Korte, der seit der Jugend für GWD Minden spielt und nun schon seit Jahren dem Bundesliga-Kader angehört, stelle „pure Identifikation" mit der Region da – „genau das ist auch der Gedanke von Weserstadt". Doch bis der Freundschaft wegen Trikot gegen Weserstadt-Hoodie getauscht wird, ist noch Zeit. Das Modelabel steht noch am Anfang.

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Zwar liegen Name und Logo schon seit sieben Jahren in der Schublade, doch kürzlich hat das Projekt der beiden Mindener erst richtig Fahrt aufgenommen. „Ich hatte damals die Idee dazu. Das kam bei Freunden und Bekannten – also eher im engeren Rahmen – auch wirklich gut an", erzählt Wiese. Laut des 24-Jährigen sei das ganze aber dann irgendwann ein wenig in Vergessenheit geraten. Und erst weitergedacht worden, als er Marvin Vieregge kennengelernt hat.


Gemeinsam hätten die beiden dann neue Farben und Designs ausprobiert – aber ohne das Logo, das sehr stark an das Mindener Stadtwappen angelehnt ist, zu ändern. „Das Interesse im Freundeskreis wurde immer größer. Ja, und irgendwann ging es dann los, dass wir ab und an mal T-Shirts auch an andere verkauft haben", erzählt Vieregge. Der 24-Jährige lächelt und ergänzt: „Nicht professionell, einfach nur aus Heimatliebe."

Schnell habe das Duo gemerkt, dass es mit der engen Verbundenheit zu Minden nicht alleine ist. „Hier gibt es unglaublich viele, die sich mit der Stadt, ihrer Heimat, identifizieren. Das merken wir natürlich nicht nur daran, dass wir Klamotten verkaufen. Minden ist von der Natur und Kultur einzigartig. Das Heimatgefühl ist hier besonders. Auch junge Leute, die zum Beispiel zum Studieren wegziehen, identifizieren sich noch immer voll damit", schwärmt Jannik Wiese.

Eine wirkliche Zielgruppe haben die beiden aufgrund des breiten Interesses nicht. „Man denkt ja immer, dass es eher so die ältere Generation ist, die natur- und heimatverbunden ist. Aber das ist Quatsch. Es gibt auch viele junge Leute, die lokale Marken abfeiern", betont Marvin Vieregge.

Bestes Beispiel ist laut des 24-jährigen Studenten „Morpheus Clothing". Das Streetwear-Label haben sich die Mindener Brüder Joshua und Connor Wlotzka aufgebaut. „Eine so coole, so moderne Marke macht die Stadt Minden natürlich noch einmal interessanter. Unsere Kollektionen unterscheiden sich zwar sehr voneinander, aber wir tauschen uns viel aus und unterstützen uns", sieht Vieregge keine Konkurrenz sondern eher ein Vorbild. „Ach, es ist doch einfach cool, wenn Menschen die Hufschmiede hochlaufen und dabei Kleidung aus der eigenen Heimatstadt tragen, oder?"

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Die beiden jungen Männer betonen im Gespräch immer wieder, wie viel ihnen die Heimatliebe bedeutet. Das ist der Leitfaden Labels – ein Motto, dem sie unbedingt treu bleiben wollen. Daher ist es auch kaum verwunderlich, dass sich die beiden sich für die Bedruckung beziehungsweise Bestickung für lokale Dienstleister entschieden haben. „Wir wollen ja eine gute Qualität bieten", betont Wiese. Und Vieregge ergänzt: „Wenn wir Profit durch den Verkauf generieren, bereichern wir uns nicht daran, sondern setzen das Geld für neue Weserstadt-Projekte ein."

Bislang umfasst das Sortiment des Modelabels Kapuzenpullover (65 Euro) und T-Shirts (30 Euro) in unterschiedlichen Trendfarben – von Burgunder bis Himmelblau. Eine Übersicht ist im Online-Shop oder auf der Instagram-Seite zu finden. Die Kleidung liegt zudem in der Buttjerschmiede in der Obermarkstraße aus. Auf Einzelbestellung gibt es die Sachen auch in anderen Farben. „Aus Nachhaltigkeitsgründen lassen wir die Sachen erst auf Bestellung anfertigen, deshalb sind wir da flexibel", erklärt Wiese. Lieber würden die beiden einem Kunden sagen, dass er zwei Wochen auf einen Pullover warten soll, als dass die Ware letztlich im Karton versauere und man auf den Kosten sitzen bleibe.

An diesem Vorgehen wollen die beiden auch erst einmal festhalten – auch wenn demnächst das Sortiment wächst. Ideen gibt’s dafür schon genug. „In erster Linie wird es darauf hinauslaufen, andere Produkte auf den Markt zu bringen", kündigt Jannik Wiese an. Sogenannte Beanies, also eine bestimmte Mützen-Form, sind ebenso für die Zukunft geplant wie ein anderer Backprint, also ein anderer Druck auf dem Rücken. „Generell sind auch andere Motive denkbar. Aktuell gibt es ja eher nur das eine Logo. Aber wir wollen uns da weiterentwickeln, auch mal Farbe ins Spiel bringen."

Die beiden sind auch am überlegen, Kleidung für Porta Westfalica herauszubringen – „oder generell für die Umgebung, für Menschen, die sich heimatverbunden fühlen", so Vieregge. Zeitdruck machen sie sich aber nicht. „Bei uns ist das generell alles in einem sehr lockeren Rahmen."

Ein Vorteil, wie Wiese, der kreative Kopf des Duos, findet. „So können wir ja auch viel freier arbeiten. Selbst wenn wir mal an einer Idee ein paar Wochen zu knabbern haben, ist das völlig in Ordnung. Wir machen das ja, weil wir einfach Bock drauf haben und nicht, weil wir großes Geld damit machen wollen", sagt er.

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