Aufzug an der Martinitreppe: Nach Diskussion geht es nun zurück ans Reißbrett Monika Jäger Minden. Die Pläne für einen barrierefrei gestalteten Aufzug an der Martinitreppe sollen weiter vorangetrieben werden, und dabei sind auch Alternativen zu prüfen. Außerdem soll die Förderung im Blick behalten werden. Mit diesem Beschluss endete am Mittwochabend die Diskussion um den aktuellen Stand der Aufzugsplanungen im Ausschuss für Stadtentwicklung. Wann es jetzt weiter geht? Unklar – vermutlich erst im November, wie Vorsitzender Ulrich Luckner (CDU) ausrechnete. Vorher werde es nach aktuellem Stand keine Sitzung mehr geben. Auf jeden Fall gehen die Planungen jetzt weiter, und es sei ganz und gar keine Absage an den vorliegenden Entwurf von TR Architekten, dass Alternativen entwickelt werden sollten. Das machte Hendrik Mucke (CDU) deutlich. Vielmehr gehe es darum, dass die Politik am Ende zwischen mehreren Varianten entscheiden kann. Wichtig sei, die Stadt weiter zu entwickeln – darin waren sich die Mitglieder im Ausschuss sehr einig. Lars Bursian, Beigeordneter für Städtebau, erläuterte, warum eine Verschiebung der Entscheidung über das Modell von Turm und Brücke sinnvoll wurde. Denn ohne das Grundstück hinten in der Baulücke kann es keinen Aufzug geben. Diese 50 Quadratmeter will die Stadt gegen eine andere Fläche – 230 Quadratmeter oben hinter dem Geschäftshaus – eintauschen. Die 50 Quadratmeter gehören Alexander Lange, der das Eck-Geschäftshaus Martinicarré entwickelt und umgebaut hat. Dieser hat sich nun Bedenkzeit erbeten, da die geplante Brücke zu Nachteilen für seine Mieter und für die Vermietbarkeit des Gesamtobjekts führen könnte. Bursian erläuterte, Lange habe diese Sorgen jetzt erst angesprochen, weil Anfang dieser Woche aus Sicht der Stadt eine klare Entscheidung fallen sollte, ob nun die Planungen in die Tiefe gehen könnten. Er könne diese Bitte gut verstehen – gerade in diesem Zeiten sei es eine Herausforderung, ein Geschäftshaus zu entwickeln und dort alle Etagen zu beleben. „Wir müssen hier viele Dinge miteinander vereinbaren, die schwer zu vereinbaren sind.“ Auf jeden Fall sollte nur etwas gebaut werden, von dessen Nutzen alle überzeugt sind. Denn es gehe ja vor allem darum, eine Stadt für alle zu gestalten. Alexander Lange hatte gemeinsam mit dem Architekten Gottfried Kasel im Herbst 2016 die Idee vorgestellt, einen Aufzug an die Martinitreppe zu bringen. Erst so wurde eine barrierefreie Lösung denkbar. Kasel hatte dazu eine Visualisierung von einem Fahrstuhl in der Baulücke im hinteren Bereich gestaltet. Später entschied die Stadt, das Agenturbüro TR Architekten mit der Entwicklung des Aufzugs zu beauftragen – deren Entwurf sieht einen Glasturm vorn an der Treppe mit einer Diagonalbrücke in den hinteren Bereich vor. Nun sollen dazu Alternativen entwickelt werden – TR Architekten hatten als Modifizierung noch einen leicht nach rechts versetzten Turm eingebracht. Doch einen Aufzug ohne Turm in der Fuge würden viele Mindener besser finden, davon ist Grünen-Politiker Horst Idelberger überzeugt. Er hatte extra eine Visualisierung anfertigen lassen, die zeigt, welchen Blick man beim Herabsteigen der Treppe hätte. Mindener hätten zu ihrem Stadtbild große Sensibilität, das müsse berücksichtigt werden, so Idelberger. Für die AfD forderte Frank Dunklau, kein Leuchtturmprojekt, sondern ein pragmatisches Projekt zu erstellen. Im Mittelpunkt solle auf jeden Fall die Barrierefreiheit stehen, das formulierte unter anderem Peter Kock (SPD). Das berechtigte Interesse von Lange sei wichtig, aber auch das öffentliche Interesse. „Dass sich das Stadtbild verändert, ist so.“ Er begrüßte auch, dass Fördermittel künftig über das Gesamtkonzept „attraktive Innenstadt“ beantragt werden sollen. Über dieses Integrierte Städtebauliche Konzept sollen nach Bursians Worten künftig unter anderem auch für die Glacis-Umgestaltung, das Wesertor und die Martinitreppe Förderungen beantragt werden.

Aufzug an der Martinitreppe: Nach Diskussion geht es nun zurück ans Reißbrett

Zweiter Aufzugsentwurf von tr Architekten: Ein bisschen weiter rechts. Doch welche Aussicht haben die Mieter der dritten Etage? Grafik: TR Architekten © tr Architekten

Minden. Die Pläne für einen barrierefrei gestalteten Aufzug an der Martinitreppe sollen weiter vorangetrieben werden, und dabei sind auch Alternativen zu prüfen. Außerdem soll die Förderung im Blick behalten werden. Mit diesem Beschluss endete am Mittwochabend die Diskussion um den aktuellen Stand der Aufzugsplanungen im Ausschuss für Stadtentwicklung.

Wann es jetzt weiter geht? Unklar – vermutlich erst im November, wie Vorsitzender Ulrich Luckner (CDU) ausrechnete. Vorher werde es nach aktuellem Stand keine Sitzung mehr geben.

Auf jeden Fall gehen die Planungen jetzt weiter, und es sei ganz und gar keine Absage an den vorliegenden Entwurf von TR Architekten, dass Alternativen entwickelt werden sollten. Das machte Hendrik Mucke (CDU) deutlich. Vielmehr gehe es darum, dass die Politik am Ende zwischen mehreren Varianten entscheiden kann.


Wichtig sei, die Stadt weiter zu entwickeln – darin waren sich die Mitglieder im Ausschuss sehr einig. Lars Bursian, Beigeordneter für Städtebau, erläuterte, warum eine Verschiebung der Entscheidung über das Modell von Turm und Brücke sinnvoll wurde. Denn ohne das Grundstück hinten in der Baulücke kann es keinen Aufzug geben. Diese 50 Quadratmeter will die Stadt gegen eine andere Fläche – 230 Quadratmeter oben hinter dem Geschäftshaus – eintauschen. Die 50 Quadratmeter gehören Alexander Lange, der das Eck-Geschäftshaus Martinicarré entwickelt und umgebaut hat. Dieser hat sich nun Bedenkzeit erbeten, da die geplante Brücke zu Nachteilen für seine Mieter und für die Vermietbarkeit des Gesamtobjekts führen könnte.

Bursian erläuterte, Lange habe diese Sorgen jetzt erst angesprochen, weil Anfang dieser Woche aus Sicht der Stadt eine klare Entscheidung fallen sollte, ob nun die Planungen in die Tiefe gehen könnten. Er könne diese Bitte gut verstehen – gerade in diesem Zeiten sei es eine Herausforderung, ein Geschäftshaus zu entwickeln und dort alle Etagen zu beleben. „Wir müssen hier viele Dinge miteinander vereinbaren, die schwer zu vereinbaren sind.“ Auf jeden Fall sollte nur etwas gebaut werden, von dessen Nutzen alle überzeugt sind. Denn es gehe ja vor allem darum, eine Stadt für alle zu gestalten.

Alexander Lange hatte gemeinsam mit dem Architekten Gottfried Kasel im Herbst 2016 die Idee vorgestellt, einen Aufzug an die Martinitreppe zu bringen. Erst so wurde eine barrierefreie Lösung denkbar. Kasel hatte dazu eine Visualisierung von einem Fahrstuhl in der Baulücke im hinteren Bereich gestaltet. Später entschied die Stadt, das Agenturbüro TR Architekten mit der Entwicklung des Aufzugs zu beauftragen – deren Entwurf sieht einen Glasturm vorn an der Treppe mit einer Diagonalbrücke in den hinteren Bereich vor.

Nun sollen dazu Alternativen entwickelt werden – TR Architekten hatten als Modifizierung noch einen leicht nach rechts versetzten Turm eingebracht. Doch einen Aufzug ohne Turm in der Fuge würden viele Mindener besser finden, davon ist Grünen-Politiker Horst Idelberger überzeugt. Er hatte extra eine Visualisierung anfertigen lassen, die zeigt, welchen Blick man beim Herabsteigen der Treppe hätte. Mindener hätten zu ihrem Stadtbild große Sensibilität, das müsse berücksichtigt werden, so Idelberger. Für die AfD forderte Frank Dunklau, kein Leuchtturmprojekt, sondern ein pragmatisches Projekt zu erstellen.

Im Mittelpunkt solle auf jeden Fall die Barrierefreiheit stehen, das formulierte unter anderem Peter Kock (SPD). Das berechtigte Interesse von Lange sei wichtig, aber auch das öffentliche Interesse. „Dass sich das Stadtbild verändert, ist so.“ Er begrüßte auch, dass Fördermittel künftig über das Gesamtkonzept „attraktive Innenstadt“ beantragt werden sollen. Über dieses Integrierte Städtebauliche Konzept sollen nach Bursians Worten künftig unter anderem auch für die Glacis-Umgestaltung, das Wesertor und die Martinitreppe Förderungen beantragt werden.

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