Aufklärung über Hexenprozesse in Minden Ausstellung und Vortragsreihe beleuchten dunkles Kapitel der Stadtgeschichte Minden (mt/lkp). Hexenprozesse gelten als ein düsteres Kapitel der Geschichte. Auch in der Stadt Minden gab es in den Jahrzehnten vor und nach dem Dreißigjährigen Krieg Verfahren und Folter, denen vorwiegend Frauen ausgesetzt waren. Einen Monat lang bringen eine Ausstellung und eine Vortragsreihe auch für die breite Öffentlichkeit Licht in dieses dunkle und zuweilen fälschlicherweise geheimnisumwitterte Kapitel der Stadtgeschichte, das für die historische Forschung längst kein unerforschtes Terrain mehr ist. Die Ausstellungseröffnung erfolgt am Freitag, 31. August, um 16.30 Uhr in der Offenen Kirche St. Simeonis. Die Ausstellung "Hexenprozesse" und die Vortragsreihe sind ein gemeinsames Projekt des Frauenreferats sowie der Männerarbeit im Evangelischen Kirchenkreis Minden und der Evangelischen Erwachsenenbildung Ostwestfalen.Zur Eröffnung hält Pfarrer i. R. Hartmut Hegeler aus Unna einen Vortrag über Hexenprozesse und gibt eine Einführung in die Ausstellung. Hegeler war bis 2009 Bezirksbeauftragter für evangelischen Religionsunterricht an berufsbildenden Schulen. Seit rund zehn Jahren befasst er sich intensiv mit der Aufarbeitung von Hexenprozessen. Auch in Minden hat es seinen Recherchen zufolge in der Zeit von 1584 bis 1684 - also in der Frühen Neuzeit und nicht schon im Mittelalter - mehr als 170 Fälle von Hexenverfolgung gegeben.Am Dienstag, 4. September, spricht Dr. Gisela Wilbertz, Historikerin aus Lemgo, um 19.30 Uhr zum Thema "Bekehrer oder Mahner" über die Rolle von Geistlichen in den Hexenprozessen im 17. Jahrhundert am Beispiel der Stadt Lemgo". Am Mittwoch, 19. September, um 19.30 Uhr stellt Regina Pramann, Gleichstellungsbeauftragte beim Kreis Lippe, im Vortrag "Ein Denkmal für Maria Rampendahl" die Gedenkkultur einer Stadt am Beispiel Lemgos vor.Unter dem Motto "Klagegebet" lädt der Synodale Frauenfachausschuss des Evangelischen Kirchenkreises am Donnerstag, 27. September, um 19.30 Uhr zu einem Gottesdienst anlässlich der Ausstellung ein. Die Finissage erfolgt statt am Freitag, 28. September, um 16.30 Uhr mit einem Referat von Uschi Bender-Wittmann, Historikerin aus Minden, zum Thema "Ein Mindener Weg - Stadt und Kirche im Prozess der Erinnerung".

Aufklärung über Hexenprozesse in Minden

Minden (mt/lkp). Hexenprozesse gelten als ein düsteres Kapitel der Geschichte. Auch in der Stadt Minden gab es in den Jahrzehnten vor und nach dem Dreißigjährigen Krieg Verfahren und Folter, denen vorwiegend Frauen ausgesetzt waren.

Dunkles Kapitel: Auch in Minden gab es Hexenverfolgung. - © Foto: pr
Dunkles Kapitel: Auch in Minden gab es Hexenverfolgung. - © Foto: pr

Einen Monat lang bringen eine Ausstellung und eine Vortragsreihe auch für die breite Öffentlichkeit Licht in dieses dunkle und zuweilen fälschlicherweise geheimnisumwitterte Kapitel der Stadtgeschichte, das für die historische Forschung längst kein unerforschtes Terrain mehr ist. Die Ausstellungseröffnung erfolgt am Freitag, 31. August, um 16.30 Uhr in der Offenen Kirche St. Simeonis. Die Ausstellung "Hexenprozesse" und die Vortragsreihe sind ein gemeinsames Projekt des Frauenreferats sowie der Männerarbeit im Evangelischen Kirchenkreis Minden und der Evangelischen Erwachsenenbildung Ostwestfalen.

Zur Eröffnung hält Pfarrer i. R. Hartmut Hegeler aus Unna einen Vortrag über Hexenprozesse und gibt eine Einführung in die Ausstellung. Hegeler war bis 2009 Bezirksbeauftragter für evangelischen Religionsunterricht an berufsbildenden Schulen. Seit rund zehn Jahren befasst er sich intensiv mit der Aufarbeitung von Hexenprozessen. Auch in Minden hat es seinen Recherchen zufolge in der Zeit von 1584 bis 1684 - also in der Frühen Neuzeit und nicht schon im Mittelalter - mehr als 170 Fälle von Hexenverfolgung gegeben.

Am Dienstag, 4. September, spricht Dr. Gisela Wilbertz, Historikerin aus Lemgo, um 19.30 Uhr zum Thema "Bekehrer oder Mahner" über die Rolle von Geistlichen in den Hexenprozessen im 17. Jahrhundert am Beispiel der Stadt Lemgo". Am Mittwoch, 19. September, um 19.30 Uhr stellt Regina Pramann, Gleichstellungsbeauftragte beim Kreis Lippe, im Vortrag "Ein Denkmal für Maria Rampendahl" die Gedenkkultur einer Stadt am Beispiel Lemgos vor.

Unter dem Motto "Klagegebet" lädt der Synodale Frauenfachausschuss des Evangelischen Kirchenkreises am Donnerstag, 27. September, um 19.30 Uhr zu einem Gottesdienst anlässlich der Ausstellung ein. Die Finissage erfolgt statt am Freitag, 28. September, um 16.30 Uhr mit einem Referat von Uschi Bender-Wittmann, Historikerin aus Minden, zum Thema "Ein Mindener Weg - Stadt und Kirche im Prozess der Erinnerung".

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