Attacke aus dem Hinterhalt: Gesundheitszustand des 16-Jährigen verbessert Patrick Schwemling,Sebastian Radermacher Minden. Nach dem brutalen Angriff auf zwei Jugendliche aus dem Hinterhalt in der Uferstraße gibt es neue Entwicklungen zur Tat, die sich am frühen Samstagabend in unmittelbarer Nähe zu Kanzlers Weide ereignet hat. Wie Michael Kötter, Pressesprecher der Polizei Bielefeld, auf MT-Anfrage mitteilt, bewerte die Staatsanwaltschaft Bielefeld die Tat inzwischen als einen versuchten Mord. Zunächst war wegen eines versuchten Tötungsdeliktes ermittelt worden. „Wegen der Umstände der Tat, unter anderem das Locken in den Hinterhalt, geht es nun aber um versuchten Mord", so Kötter. Der Polizeisprecher informiert außerdem über das besonders schwer verletzte Opfer: Der Gesundheitszustand des 16-Jährigen aus Minden, der mit einer Stichwaffe lebensgefährlich verletzt wurde, habe sich durch die Notoperation verbessert. Der Jugendliche befinde sich zwar noch auf der Intensivstation, sei aber ansprechbar und werde zeitnah vernommen. Der andere Jugendliche wurde bei dem Angriff leicht verletzt. Nach ersten Ermittlungen hatten die beiden jungen Mindener mit einem Mädchen für Samstag ein Treffen am Mindener Kirmespark vereinbart. Als sie gegen 17.45 Uhr am Treffpunkt ankamen, wurden sie von ihrer Chat-Bekanntschaft in die angrenzende Uferstraße zur sogenannten „Regenbogengarage" gelockt. Dort traten dann plötzlich drei bis vier unbekannte Personen aus den Büschen hervor, umringten die 16-Jährigen und griffen sie ohne Vorwarnung an. Am Montagmittag deutet an Kanzlers Weide nichts mehr daraufhin, was geschehen ist. Rund um den Tatort in der Uferstraße ist es still, ab und zu gehen Passanten von dem großen Parkplatz in Richtung Innenstadt. Viele von ihnen hören an diesem Tag zum ersten Mal, das sich hier ein versuchter Mord abgespielt habe. In der näheren Umgebung gibt es nicht sehr viele Anwohner, aber einige Camper haben den Einsatz der Polizei am Samstag mitbekommen. „Wir sind an dem Tag hier angekommen und haben uns gewundert, was hier los ist", sagt ein Mann aus dem münsterländischen Steinfurt, der mit seinem Wohnmobil einen Zwischenstopp in Minden eingelegt hat. Er selbst habe von der Tat nichts gesehen, aber ein junges Paar habe ihm erzählt, dass Jugendliche geflüchtet seien. Ob es sich um die Täter oder Opfer handelte, die sich auf Kanzlers Weide retten konnten, weiß der Mann nicht. „Hier war aber sofort ein großes Polizeiaufgebot", erinnert sich der Camper an die Szenen des Samstagabends. Als er mit seinem Hund spazieren ging, habe er beobachtet, wie Polizisten die Böschung zwischen Uferstraße und Weserstrand durchforsteten. Dabei hätten die Beamten aber nichts gefunden. „Irgendwann war der Einsatz beendet, aber später ist die Polizei noch einmal zurückgekehrt und hat das ganze Areal durchsucht", sagt der Mann. Er selbst habe am Sonntag in Sozialen Netzwerken von der Tat erfahren und sei erschüttert gewesen: „Hoffentlich werden die Täter gefasst." „Die Ermittler erhoffen sich weitere Erkenntnisse von der Vernehmung des Jugendlichen im Krankenhaus", erklärt Polizeisprecher Kötter, nach dessen Angaben das zweite Opfer – der leicht verletzte 16-Jährige – die bisher veröffentlichten Angaben zu den Tätern gemacht habe. Dazu seien zwar Hinweise eingegangen, aber der Polizei sei noch kein Durchbruch in dem Fall gelungen. „Wir sind weiterhin auf Hinweise angewiesen", sagt Kötter und bittet die Bevölkerung weiter um Hilfe: Wer ist Zeuge des Geschehens? Wer hat die vier unbekannten Jugendlichen gesehen? Wer kann darüber hinaus Angaben zum Tatgeschehen machen? Aktuell seien vor allem die Chat-Protokolle aus dem Sozialen Netzwerk – um welches es sich handelt, teilt die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht mit – ein Aufhänger für die Ermittler der Mordkommission „Kanzler". Kötter bestätigte in dem Zusammenhang lediglich noch einmal, dass der Kontakt zwischen den beiden 16-jährigen Mindenern und dem unbekannten Mädchen sehr kurzfristig, also nur wenige Tage vor dem versuchten Mord, hergestellt worden sei. Auf MT-Nachfrage, ob es sich bei einer solchen Tat um einen Einzelfall handele oder diese Art der Kriminalität häufiger vorkomme, will der erfahrene Polizeibeamte nicht zu genau ins Detail gehen. „Ich will nicht von einem Einzelfall sprechen, da ich nur unsere Region im Blick habe. Aber so etwas kommt schon selten vor. Gerade, wenn es eine geplante Verabredung gewesen sein soll, fällt mir nichts Vergleichbares ein", so Kötter. Hat die Polizei in der Vergangenheit solche Gewaltdelikte im Bereich Kanzlers Weide schon einmal erlebt? Gibt es Orte in Minden, wo sich solche Taten häufen? Sogenannte Hotspots im Bereich der Jugendkriminalität seien der Kreispolizei Minden-Lübbecke nicht bekannt, erklärt Sprecher Nils Schröder gegenüber dem MT: „So ist auch der Bereich Kanzlers Weide bis dato in diesem Kontext nicht verstärkt in Erscheinung getreten." Entsprechende Delikte erfolgen den Erkenntnissen der Minden-Lübbecker Polizei zufolge „ganz überwiegend im öffentlichen Raum". Bisher werden die mutmaßlichen Täter so beschrieben: Das Mädchen soll 1,70 Meter groß und zwischen 16 und 18 Jahren alt sei. Sie sei schlank, habe blonde Haare und sei mit einer weißen Trainingsjacke sowie langen, grauen Jogginghose bekleidet gewesen, hieß es. Dazu trug sie eine Art Bandana um den Kopf und eine weiße Maske. Ein männlicher Täter soll 1,78 bis 1,80 Meter groß und zwischen 16 und 18 Jahren alt sein. Er hatte blonde kurze Haare, war schlank, und trug eine schwarze Trainingsjacke, weiße Hose, eine Goldkette und führte ein großes, schwarzes Mobiltelefon mit sich. Der nächste Unbekannte war etwa 1,80 Meter groß und 18 Jahre alt, er hatte schwarze kurze Haare sowie einen schwarzen Vollbart. Er trug eine schwarze Hose, schwarzes T-Shirt sowie eine schwarze Maske. Von einem weiteren Täter gibt es keine Beschreibung. Die Polizei hofft auf Hinweise. Zeugen können sich telefonisch unter (0521) 5450 melden.

Attacke aus dem Hinterhalt: Gesundheitszustand des 16-Jährigen verbessert

Die Opfer konnten sich nach dem Angriff vor der Regenbogengarage in der Uferstraße auf Kanzlers Weide retten. MT-Foto: © Patrick Schwemling

Minden. Nach dem brutalen Angriff auf zwei Jugendliche aus dem Hinterhalt in der Uferstraße gibt es neue Entwicklungen zur Tat, die sich am frühen Samstagabend in unmittelbarer Nähe zu Kanzlers Weide ereignet hat. Wie Michael Kötter, Pressesprecher der Polizei Bielefeld, auf MT-Anfrage mitteilt, bewerte die Staatsanwaltschaft Bielefeld die Tat inzwischen als einen versuchten Mord. Zunächst war wegen eines versuchten Tötungsdeliktes ermittelt worden.

„Wegen der Umstände der Tat, unter anderem das Locken in den Hinterhalt, geht es nun aber um versuchten Mord", so Kötter. Der Polizeisprecher informiert außerdem über das besonders schwer verletzte Opfer: Der Gesundheitszustand des 16-Jährigen aus Minden, der mit einer Stichwaffe lebensgefährlich verletzt wurde, habe sich durch die Notoperation verbessert. Der Jugendliche befinde sich zwar noch auf der Intensivstation, sei aber ansprechbar und werde zeitnah vernommen. Der andere Jugendliche wurde bei dem Angriff leicht verletzt.

Nach ersten Ermittlungen hatten die beiden jungen Mindener mit einem Mädchen für Samstag ein Treffen am Mindener Kirmespark vereinbart. Als sie gegen 17.45 Uhr am Treffpunkt ankamen, wurden sie von ihrer Chat-Bekanntschaft in die angrenzende Uferstraße zur sogenannten „Regenbogengarage" gelockt. Dort traten dann plötzlich drei bis vier unbekannte Personen aus den Büschen hervor, umringten die 16-Jährigen und griffen sie ohne Vorwarnung an.


Am Montagmittag deutet an Kanzlers Weide nichts mehr
daraufhin, was geschehen ist. Rund um den Tatort in der Uferstraße ist
es still, ab und zu gehen Passanten von dem großen Parkplatz in Richtung
Innenstadt. Viele von ihnen hören an diesem Tag zum ersten Mal, das
sich hier ein versuchter Mord abgespielt habe. In der näheren Umgebung
gibt es nicht sehr viele Anwohner, aber einige Camper haben den Einsatz
der Polizei am Samstag mitbekommen. „Wir sind an dem Tag hier angekommen
und haben uns gewundert, was hier los ist", sagt ein Mann aus dem
münsterländischen Steinfurt, der mit seinem Wohnmobil einen
Zwischenstopp in Minden eingelegt hat. Er selbst habe von der Tat nichts
gesehen, aber ein junges Paar habe ihm erzählt, dass Jugendliche
geflüchtet seien. Ob es sich um die Täter oder Opfer handelte, die sich
auf Kanzlers Weide retten konnten, weiß der Mann nicht.

„Hier war
aber sofort ein großes Polizeiaufgebot", erinnert sich der Camper an die
Szenen des Samstagabends. Als er mit seinem Hund spazieren ging, habe
er beobachtet, wie Polizisten die Böschung zwischen Uferstraße und
Weserstrand durchforsteten. Dabei hätten die Beamten aber nichts
gefunden. „Irgendwann war der Einsatz beendet, aber später ist die
Polizei noch einmal zurückgekehrt und hat das ganze Areal durchsucht",
sagt der Mann. Er selbst habe am Sonntag in Sozialen Netzwerken von der
Tat erfahren und sei erschüttert gewesen: „Hoffentlich werden die Täter
gefasst."

„Die Ermittler erhoffen sich weitere Erkenntnisse von der
Vernehmung des Jugendlichen im Krankenhaus", erklärt Polizeisprecher
Kötter, nach dessen Angaben das zweite Opfer – der leicht verletzte
16-Jährige – die bisher veröffentlichten Angaben zu den Tätern gemacht
habe. Dazu seien zwar Hinweise eingegangen, aber der Polizei sei noch
kein Durchbruch in dem Fall gelungen. „Wir sind weiterhin auf Hinweise
angewiesen", sagt Kötter und bittet die Bevölkerung weiter um Hilfe: Wer
ist Zeuge des Geschehens? Wer hat die vier unbekannten Jugendlichen
gesehen? Wer kann darüber hinaus Angaben zum Tatgeschehen machen?

Aktuell
seien vor allem die Chat-Protokolle aus dem Sozialen Netzwerk – um
welches es sich handelt, teilt die Polizei aus ermittlungstaktischen
Gründen nicht mit – ein Aufhänger für die Ermittler der Mordkommission
„Kanzler". Kötter bestätigte in dem Zusammenhang lediglich noch einmal,
dass der Kontakt zwischen den beiden 16-jährigen Mindenern und dem
unbekannten Mädchen sehr kurzfristig, also nur wenige Tage vor dem
versuchten Mord, hergestellt worden sei.

Auf MT-Nachfrage, ob es sich
bei einer solchen Tat um einen Einzelfall handele oder diese Art der
Kriminalität häufiger vorkomme, will der erfahrene Polizeibeamte nicht
zu genau ins Detail gehen. „Ich will nicht von einem Einzelfall
sprechen, da ich nur unsere Region im Blick habe. Aber so etwas kommt
schon selten vor. Gerade, wenn es eine geplante Verabredung gewesen sein
soll, fällt mir nichts Vergleichbares ein", so Kötter.

Hat die
Polizei in der Vergangenheit solche Gewaltdelikte im Bereich Kanzlers
Weide schon einmal erlebt? Gibt es Orte in Minden, wo sich solche Taten
häufen? Sogenannte Hotspots im Bereich der Jugendkriminalität seien der
Kreispolizei Minden-Lübbecke nicht bekannt, erklärt Sprecher Nils
Schröder gegenüber dem MT: „So ist auch der Bereich Kanzlers Weide bis
dato in diesem Kontext nicht verstärkt in Erscheinung getreten."
Entsprechende Delikte erfolgen den Erkenntnissen der Minden-Lübbecker
Polizei zufolge „ganz überwiegend im öffentlichen Raum".

Bisher werden die mutmaßlichen Täter so beschrieben: Das Mädchen soll 1,70 Meter groß und zwischen 16 und 18 Jahren alt sei. Sie sei schlank, habe blonde Haare und sei mit einer weißen Trainingsjacke sowie langen, grauen Jogginghose bekleidet gewesen, hieß es. Dazu trug sie eine Art Bandana um den Kopf und eine weiße Maske. Ein männlicher Täter soll 1,78 bis 1,80 Meter groß und zwischen 16 und 18 Jahren alt sein. Er hatte blonde kurze Haare, war schlank, und trug eine schwarze Trainingsjacke, weiße Hose, eine Goldkette und führte ein großes, schwarzes Mobiltelefon mit sich. Der nächste Unbekannte war etwa 1,80 Meter groß und 18 Jahre alt, er hatte schwarze kurze Haare sowie einen schwarzen Vollbart. Er trug eine schwarze Hose, schwarzes T-Shirt sowie eine schwarze Maske. Von einem weiteren Täter gibt es keine Beschreibung.

Die Polizei hofft auf Hinweise. Zeugen können sich telefonisch unter (0521) 5450 melden.

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