Architekten der Online-Shops: Berufskolleg bildet E-Commerce-Kaufleute aus Minden/Bad Oeynhausen (nw). Der Online-Handel floriert. Bereits in den vergangenen Jahren verzeichneten Shops im Internet jährliche Zuwachsraten von zehn Prozent. „Seit Beginn der Corona-Pandemie sind die Umsätze im Online-Handel sogar um 20 Prozent gestiegen“, weiß Michael Drawe. Er ist Lehrer am Freiherr-vom-Stein-Berufskolleg und am Standort Bad Oeynhausen zuständig für den im August gestarteten dualen Bildungsgang zum E-Commerce-Kaufmann/Kauffrau. Der Trend zum Online-Handel ziehe sich durch alle Wirtschaftsbereiche, nicht nur im Handel, sondern auch in der Industrie. 25 junge Menschen haben diese Chance ergriffen und am 1. August die duale Ausbildung zum E-Commerce-Kaufmann begonnen. Zwei werden im Dezember noch hinzukommen, die ihre Ausbildung später begonnen haben. Übrigens hält sich der Anteil von Frauen und Männern in etwa die Waage. Das Gros der Auszubildenden sind Abiturienten, aber auch zwei junge Menschen,die ein Bachelor-Studium abgeschlossen haben, sind unter den E-Commerce-Auszubildenden. Die Ausbildungsplätze angeboten haben Firmen wie Denios, Hagemeyer, Porta Möbel, Melitta, Home-Deluxe aus Lübbecke, Revell aus Bünde, Reitsport Henke aus Hüllhorst,die Unternehmen Vogels Deutschland und Hexim aus Löhne sowie weitere Firmen aus Minden, Porta Westfalica und Lübbecke. „Wir wollen mit diesem Ausbildungsangebot dazu beitragen, Fachkräfte auszubilden und an die Region zu binden“, sagt Carsten Mittelberg, der seit dem 2. November Leiter des Freiherr-vom-Stein-Berufskollegs mit den Standorten Minden und Bad Oeynhausen ist. Den Ausbildungsgang an sich gibt es zwar schon länger, aber bislang mussten E-Commerce-Auszubildende aus den Kreisen Minden-Lübbecke und Herford für den schulischen Teil nach Güterslohfahren. Dort war der Ausbildungsgang 2018 gestartet. Auch das Freiherr-vom-Stein-Berufskolleg wollte eigentlich im Sommer 2018 starten, doch die Vorbereitungszeit erwies sich als zu kurz. Die klassischen Ausbildungsgänge, etwa die der Bürokaufleute, werden sich in Richtung E-Commerce verschieben, so Mittelberg. Ab Frühjahr 2021 will das Freiherr-vom-Stein-Kolleg auch für die Schüler der Höheren Handelsschule einen Differenzierungskurs „E-Commerce“ anbieten. Welcher Pioniergeist in den Betrieben herrscht und mit welchem Tempo agiert wird, beschreibt Markus Harm, Inhaber des Fachgeschäfts für Berufsbekleidung „Blaumann und Co.“ in Bad Oeynhausen: „Mit Beginn der Corona-Pandemie haben wir einen Online-Shop für medizinische Berufsbekleidung aufgebaut – innerhalb einer Woche.“ . Für den Versand hat er eine Vollzeitstelle eingerichtet. „Wir erzielen mit dem Shop Umsätze im sechsstelligen Bereich.“ Wie Online-Shops aufgebaut werden, worauf Händler achten müssen, genau das ist auch Inhalt des schulischen Teils der Ausbildung. Englisch, Mathematik und Rechtsgrundlagen gehören ebenso dazu wie Grundlagen der Programmierung und das Schreiben von Texten, die Kunden ansprechen. „Die Anforderungen an die Auszubildenden sind hoch“, weiß Schulleiter Carsten Mittelberg. An den zwei Schultagen pro Woche arbeitet jeder Schüler an seinem eigenen virtuellen Online-Shop. Am Anfang steht eine Unternehmensanalyse, welche Produkte sollen im Shop angeboten werden. Die Waren müssen fotografiert werden und beschrieben werden. „E-Commerce-Kaufleute müssen gute Allroundersein, sie sind die Architekten des Shops, müssen jeden Entwicklungsschritt kennen“, fügt Michael Drawe hinzu.

Architekten der Online-Shops: Berufskolleg bildet E-Commerce-Kaufleute aus

Die Online-Vermarktung wird immer wichtiger.
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Minden/Bad Oeynhausen (nw). Der Online-Handel floriert. Bereits in den vergangenen Jahren verzeichneten Shops im Internet jährliche Zuwachsraten von zehn Prozent. „Seit Beginn der Corona-Pandemie sind die Umsätze im Online-Handel sogar um 20 Prozent gestiegen“, weiß Michael Drawe. Er ist Lehrer am Freiherr-vom-Stein-Berufskolleg und am Standort Bad Oeynhausen zuständig für den im August gestarteten dualen Bildungsgang zum E-Commerce-Kaufmann/Kauffrau. Der Trend zum Online-Handel ziehe sich durch alle Wirtschaftsbereiche, nicht nur im Handel, sondern auch in der Industrie. 25 junge Menschen haben diese Chance ergriffen und am 1. August die duale Ausbildung zum E-Commerce-Kaufmann begonnen. Zwei werden im Dezember noch hinzukommen, die ihre Ausbildung später begonnen haben. Übrigens hält sich der Anteil von Frauen und Männern in etwa die Waage. Das Gros der Auszubildenden sind Abiturienten, aber auch zwei junge Menschen,die ein Bachelor-Studium abgeschlossen haben, sind unter den E-Commerce-Auszubildenden.

Die Ausbildungsplätze angeboten haben Firmen wie Denios, Hagemeyer, Porta Möbel, Melitta, Home-Deluxe aus Lübbecke, Revell aus Bünde, Reitsport Henke aus Hüllhorst,die Unternehmen Vogels Deutschland und Hexim aus Löhne sowie weitere Firmen aus Minden, Porta Westfalica und Lübbecke. „Wir wollen mit diesem Ausbildungsangebot dazu beitragen, Fachkräfte auszubilden und an die Region zu binden“, sagt Carsten Mittelberg, der seit dem 2. November Leiter des Freiherr-vom-Stein-Berufskollegs mit den Standorten Minden und Bad Oeynhausen ist. Den Ausbildungsgang an sich gibt es zwar schon länger, aber bislang mussten E-Commerce-Auszubildende aus den Kreisen Minden-Lübbecke und Herford für den schulischen Teil nach Güterslohfahren. Dort war der Ausbildungsgang 2018 gestartet. Auch das Freiherr-vom-Stein-Berufskolleg wollte eigentlich im Sommer 2018 starten, doch die Vorbereitungszeit erwies sich als zu kurz.

Die klassischen Ausbildungsgänge, etwa die der Bürokaufleute, werden sich in Richtung E-Commerce verschieben, so Mittelberg. Ab Frühjahr 2021 will das Freiherr-vom-Stein-Kolleg auch für die Schüler der Höheren Handelsschule einen Differenzierungskurs „E-Commerce“ anbieten.

Welcher Pioniergeist in den Betrieben herrscht und mit welchem Tempo agiert wird, beschreibt Markus Harm, Inhaber des Fachgeschäfts für Berufsbekleidung „Blaumann und Co.“ in Bad Oeynhausen: „Mit Beginn der Corona-Pandemie haben wir einen Online-Shop für medizinische Berufsbekleidung aufgebaut – innerhalb einer Woche.“ . Für den Versand hat er eine Vollzeitstelle eingerichtet. „Wir erzielen mit dem Shop Umsätze im sechsstelligen Bereich.“

Wie Online-Shops aufgebaut werden, worauf Händler achten müssen, genau das ist auch Inhalt des schulischen Teils der Ausbildung. Englisch, Mathematik und Rechtsgrundlagen gehören ebenso dazu wie Grundlagen der Programmierung und das Schreiben von Texten, die Kunden ansprechen. „Die Anforderungen an die Auszubildenden sind hoch“, weiß Schulleiter Carsten Mittelberg. An den zwei Schultagen pro Woche arbeitet jeder Schüler an seinem eigenen virtuellen Online-Shop. Am Anfang steht eine Unternehmensanalyse, welche Produkte sollen im Shop angeboten werden. Die Waren müssen fotografiert werden und beschrieben werden. „E-Commerce-Kaufleute müssen gute Allroundersein, sie sind die Architekten des Shops, müssen jeden Entwicklungsschritt kennen“, fügt Michael Drawe hinzu.

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