App für schnellere Hilfe im Notfall kommt 2022 Sebastian Radermacher Minden. Bei der Rettung von Menschen zählt jede Minute. Je schneller Personen in Notlagen Hilfe erhalten, zum Beispiel bei einem Schlaganfall oder Herzinfarkt, desto größer sind die Chancen auf eine vollständige Rehabilitation. Der Kreis Minden-Lübbecke will die Erstversorgung bei medizinischen Notfällen verbessern. Die Politik hat dazu im Mai 2019 ein App-Alarmierungssystem für Ersthelfer einstimmig auf den Weg gebracht. Hinter der Software „Katretter“ in Verbindung mit der Warn-App „Katwarn“ steckt die Idee, geeignete Ersthelfer zu erreichen, die sich im Falle eines medizinischen Notfalls gerade in der Nähe aufhalten. Die Ehrenamtlichen werden per App benachrichtigt und können aufgrund der räumlichen Nähe womöglich noch vor dem Notarzt vor Ort sein, um Erste Hilfe zu leisten. Damit soll die Zeitspanne bis zum Eintreffen eines Rettungswagens überbrückt werden. Dieser sollte in zwölf Minuten in jedem Winkel des Kreises sein – ein kritisches Zeitfenster. Bis das neue Warnsystem an den Start geht, wird aber noch einige Zeit vergehen. Das verdeutlichte Kreisbrandmeister Michael Schäfer in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Sicherheit, Rettungsdienst und Katastrophenschutz. Geplant sei demnach, die Ersthelfer-App erst Anfang 2022 den Nutzern im Mühlenkreis zur Verfügung zu stellen. Diese Entscheidung hängt mit dem Bau der neuen Kreisleitstelle der Feuerwehr in Hille zusammen, die Ende 2021 in Betrieb gehen soll. Es mache Sinn, mit der App erst zu starten, wenn der Neubau mit dem hochmodernen Einsatzleitsystem fertiggestellt sei, erklärte Schäfer. Denn würde der Kreis die Alarm-App schon jetzt anbieten, müsste diese noch für rund 10.000 Euro mit dem aktuell genutzten Einsatzleitsystem der Feuerwehr verknüpft werden – für eine Übergangszeit von eineinhalb Jahren. „Das ist aus unserer Sicht wirtschaftlich nicht sinnvoll.“ Schäfer kündigte aber an, dass die Smartphone-App „Katwarn“ bereits früher aktiviert werden soll. Sie dient dann als zusätzliche Warnmöglichkeit neben der App „Nina“ des Landes NRW. Wie die Ersthelfer-Software funktioniert, hatte Schäfer bereits vor einem Jahr im Fachausschuss erläutert: Geht ein Notruf bei der Kreisleitstelle ein, prüft die App, welche drei registrierten Ersthelfer dem Einsatzort am nächsten sind, und alarmiert diese mit einer Meldung auf deren Smartphone. Der Einsatz kann abgelehnt werden. Erst nach einer Bestätigung und Annahme erfährt ein Erstretter den genauen Einsatzort. Bestätigt keiner der drei Helfer in einer Zeitspanne von 45 Sekunden, wird der Radius erweitert und die nächsten drei Erstretter erhalten eine Meldung, erklärte Schäfer. Während der Planung der Ersthelfer-App muss sich der Kreis in den nächsten Monaten noch mit einigen Fragen detailliert auseinandersetzen: Welche Qualifikationen müssen Nutzer vorweisen? Kann jeder die App installieren, der bereit ist, in einem Notfall zu helfen? Müssen potenzielle Helfer Nachweise über Erste-Hilfe-Kurse, Fortbildungen oder Auffrischungsseminare vorlegen, bevor sie sich anmelden können? Laut Schäfer gehen Kommunen, die die App bereits nutzen, unterschiedlich mit diesem Punkt um. In Berlin beispielsweise habe es zu Beginn feste Vorgaben gegeben, wer die App nutzen dürfe. Mittlerweile könne sie jeder auf seinem Handy installieren und sich anmelden, sagte der Kreisbrandmeister. Er kündigte an, dass der Kreis in den nächsten Monaten Vorgaben für die Nutzung ausarbeiten und Kriterien festlegen werde. „Die Politik wird dann natürlich darüber informiert.“

App für schnellere Hilfe im Notfall kommt 2022

Ersthelfer und Profis gemeinsam im Einsatz: Die App „Katretter“ des Fraunhofer Instituts alarmiert Nutzer, die sich zufällig gerade in der Nähe eines Notfalls befinden. Archivfoto: Fraunhofer Fokus: O.Lange/privat

Minden. Bei der Rettung von Menschen zählt jede Minute. Je schneller Personen in Notlagen Hilfe erhalten, zum Beispiel bei einem Schlaganfall oder Herzinfarkt, desto größer sind die Chancen auf eine vollständige Rehabilitation. Der Kreis Minden-Lübbecke will die Erstversorgung bei medizinischen Notfällen verbessern. Die Politik hat dazu im Mai 2019 ein App-Alarmierungssystem für Ersthelfer einstimmig auf den Weg gebracht.

Hinter der Software „Katretter“ in Verbindung mit der Warn-App „Katwarn“ steckt die Idee, geeignete Ersthelfer zu erreichen, die sich im Falle eines medizinischen Notfalls gerade in der Nähe aufhalten. Die Ehrenamtlichen werden per App benachrichtigt und können aufgrund der räumlichen Nähe womöglich noch vor dem Notarzt vor Ort sein, um Erste Hilfe zu leisten. Damit soll die Zeitspanne bis zum Eintreffen eines Rettungswagens überbrückt werden. Dieser sollte in zwölf Minuten in jedem Winkel des Kreises sein – ein kritisches Zeitfenster.

Bis das neue Warnsystem an den Start geht, wird aber noch einige Zeit vergehen. Das verdeutlichte Kreisbrandmeister Michael Schäfer in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Sicherheit, Rettungsdienst und Katastrophenschutz. Geplant sei demnach, die Ersthelfer-App erst Anfang 2022 den Nutzern im Mühlenkreis zur Verfügung zu stellen. Diese Entscheidung hängt mit dem Bau der neuen Kreisleitstelle der Feuerwehr in Hille zusammen, die Ende 2021 in Betrieb gehen soll. Es mache Sinn, mit der App erst zu starten, wenn der Neubau mit dem hochmodernen Einsatzleitsystem fertiggestellt sei, erklärte Schäfer. Denn würde der Kreis die Alarm-App schon jetzt anbieten, müsste diese noch für rund 10.000 Euro mit dem aktuell genutzten Einsatzleitsystem der Feuerwehr verknüpft werden – für eine Übergangszeit von eineinhalb Jahren. „Das ist aus unserer Sicht wirtschaftlich nicht sinnvoll.“ Schäfer kündigte aber an, dass die Smartphone-App „Katwarn“ bereits früher aktiviert werden soll. Sie dient dann als zusätzliche Warnmöglichkeit neben der App „Nina“ des Landes NRW.

Wie die Ersthelfer-Software funktioniert, hatte Schäfer bereits vor einem Jahr im Fachausschuss erläutert: Geht ein Notruf bei der Kreisleitstelle ein, prüft die App, welche drei registrierten Ersthelfer dem Einsatzort am nächsten sind, und alarmiert diese mit einer Meldung auf deren Smartphone. Der Einsatz kann abgelehnt werden. Erst nach einer Bestätigung und Annahme erfährt ein Erstretter den genauen Einsatzort. Bestätigt keiner der drei Helfer in einer Zeitspanne von 45 Sekunden, wird der Radius erweitert und die nächsten drei Erstretter erhalten eine Meldung, erklärte Schäfer.

Während der Planung der Ersthelfer-App muss sich der Kreis in den nächsten Monaten noch mit einigen Fragen detailliert auseinandersetzen: Welche Qualifikationen müssen Nutzer vorweisen? Kann jeder die App installieren, der bereit ist, in einem Notfall zu helfen? Müssen potenzielle Helfer Nachweise über Erste-Hilfe-Kurse, Fortbildungen oder Auffrischungsseminare vorlegen, bevor sie sich anmelden können? Laut Schäfer gehen Kommunen, die die App bereits nutzen, unterschiedlich mit diesem Punkt um. In Berlin beispielsweise habe es zu Beginn feste Vorgaben gegeben, wer die App nutzen dürfe. Mittlerweile könne sie jeder auf seinem Handy installieren und sich anmelden, sagte der Kreisbrandmeister. Er kündigte an, dass der Kreis in den nächsten Monaten Vorgaben für die Nutzung ausarbeiten und Kriterien festlegen werde. „Die Politik wird dann natürlich darüber informiert.“

Copyright © Mindener Tageblatt 2020
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Minden