Anwohner kämpft gegen Hundekot und illegalen Sperrmüll Stefan Koch Minden. Illegale Sperrmüllentsorgung an den Textil- und Glascontainern in der Nähe des Studentenwohnheims an der Schenkendorfstraße sowie Hundekot im dort angelegten öffentlichen Grünstreifen ärgern die Anwohner. Wiederholt hatte ein Betroffener deshalb die Städtischen Betriebe Minden (SBM) zur Entsorgung des Unrats um Hilfe gerufen. Aber bei den stinkenden Tretminen griff er nun zur Selbsthilfe und prangerte dies öffentlich an. Seine Erfahrungen waren unterschiedlich. „In den letzten Monaten fand ich Kühlschränke, Teppichböden, Regale, Schränke, Betten, Matrazen, Lattenroste, Haushaltsgeräte und vieles mehr“, sagt der Betroffene, der nicht weit von der Stätte nächtlicher Sperrmüllentsorgung wohnt. Schon viermal habe der die SBM deshalb angerufen. „Die haben dann meist zügig den Müll weggeräumt.“ Allerdings musste er feststellen, dass auch die städtischen Mitarbeiter gegen die immer wiederkehrenden Mengen machtlos sind. „Man sagte mir, dass die SBM nichts dagegen unternehmen können.“ Wie Susan Lewerenz Pressesprecherin der Stadt Minden, mitteilt, sei in der Vergangenheit bereits die Möglichkeit geprüft worden, Verursacher an sogenannten „Hot Spots“ mittels Videoüberwachung zu ermitteln. Diese Maßnahme sei aber aus rechtlichen Gründen nicht umgesetzt worden. So bleibt den SBM nichts anderes übrig, als mit ihrer Plakataktion „Du bist deine Stadt. Bleib sauber!“ weiterhin an das Gewissen zu appellieren und regelmäßig solche Stellen anzufahren, wo illegal entsorgter Hausrat anzutreffen ist. „Ich denke, dass es das nicht sein kann, denn die Kosten dafür muss die Allgemeinheit tragen“, sagt der Anwohner der Schenkendorfstraße. Seine Befürchtung ist, dass die Ecke mittlerweile ein Ziel für Mülltourismus geworden sei. „In der Dunkelheit und über den Winter hat es zugenommen.“ Er selbst habe aber noch keine Verdächtigen entdeckt. „Dann würde ich die Polizei rufen.“ Ärgerlich empfindet er auch das Verhalten einiger Hundebesitzer, die den Grünstreifen im Abschnitt Wittelsbacher Allee/Wilhelm-Tell-Straße als Toilette für ihre Wohnungsgenosen missbrauchen. „Viele entsorgen natürlich den Hundekot ordnungsgemäß, indem sie ihn in Tüten aufsammeln und zuhause in den Hausmüll werden. Einige aber werfen die Beutel auf die Nachbargrundstücke oder ins Gebüsch oder lassen die Haufen einfach liegen.“ Die Folgen: Mehrfach waren der Anwohner und seine Gäste in die Haufen getreten, hatten den Dreck an den Schuhen unbemerkt bis ins Haus getragen und dort auf dem Boden verteilt. „Einer meiner Bekannten war auch schon einmal darauf ausgerutscht und gestürzt.“ Im Januar hatte er deshalb ein Schild auf seinem Grundstück aufgestellt und ein weiteres in einen Baum gehängt, um auf das Problem aufmerksam zu machen. „Es gab eine richtiges Interesse“, sagt der Geplagt. „Die Autos hielten an und die Leute lasen, was da drauf steht.“ Zwei Tage später habe er aber wieder Hundehaufen im Grünstreifen entdeckt. Und dann kam er Schnee und legte sich darüber. Laut Lewerenz besteht auf öffentlichen Flächen im Mindener Stadtgebiet für Hundehalter die Verpflichtung, die Hinterlassenschaften ihrer Tiere zu entsorgen. Allerdings sei es wegen der Beweislage schwierig, Verstöße zu ahnden. Im Normalfall müssten die Täter mit Bußgeldern zwischen 50 und 100 Euro rechnen. Es sei aber auch eine größere Höhe möglich, wenn beispielsweise der auf frischer Tat ertappte Hundehalter sich uneinsichtig zeige und nach einer mündlichen Verwarnung seiner Beseitigungspflicht nicht nachkomme. Berücksichtig werde auch, ob es sich um eine Wiederholungstäter handele und ob eine Grünanlage, ein Fußweg oder ein Kinderspielplatz betroffen sei. Im Exptremfall kann das dann mit bis zu 1.000 Euro zu buche schlagen.

Anwohner kämpft gegen Hundekot und illegalen Sperrmüll

Immer wieder taucht am nächsten Morgen illegal entsorgter Sperrmüll am Textilcontainer auf. Foto: privat © privat

Minden. Illegale Sperrmüllentsorgung an den Textil- und Glascontainern in der Nähe des Studentenwohnheims an der Schenkendorfstraße sowie Hundekot im dort angelegten öffentlichen Grünstreifen ärgern die Anwohner. Wiederholt hatte ein Betroffener deshalb die Städtischen Betriebe Minden (SBM) zur Entsorgung des Unrats um Hilfe gerufen. Aber bei den stinkenden Tretminen griff er nun zur Selbsthilfe und prangerte dies öffentlich an. Seine Erfahrungen waren unterschiedlich.

„In den letzten Monaten fand ich Kühlschränke, Teppichböden, Regale, Schränke, Betten, Matrazen, Lattenroste, Haushaltsgeräte und vieles mehr“, sagt der Betroffene, der nicht weit von der Stätte nächtlicher Sperrmüllentsorgung wohnt. Schon viermal habe der die SBM deshalb angerufen. „Die haben dann meist zügig den Müll weggeräumt.“ Allerdings musste er feststellen, dass auch die städtischen Mitarbeiter gegen die immer wiederkehrenden Mengen machtlos sind. „Man sagte mir, dass die SBM nichts dagegen unternehmen können.“

Mit einem Aufsteller auf seinem Grundstück appelliert der Anwohner an die Einsicht von Hundehaltern. Foto: privat - © privat
Mit einem Aufsteller auf seinem Grundstück appelliert der Anwohner an die Einsicht von Hundehaltern. Foto: privat - © privat

Wie Susan Lewerenz Pressesprecherin der Stadt Minden, mitteilt, sei in der Vergangenheit bereits die Möglichkeit geprüft worden, Verursacher an sogenannten „Hot Spots“ mittels Videoüberwachung zu ermitteln. Diese Maßnahme sei aber aus rechtlichen Gründen nicht umgesetzt worden. So bleibt den SBM nichts anderes übrig, als mit ihrer Plakataktion „Du bist deine Stadt. Bleib sauber!“ weiterhin an das Gewissen zu appellieren und regelmäßig solche Stellen anzufahren, wo illegal entsorgter Hausrat anzutreffen ist.

„Ich denke, dass es das nicht sein kann, denn die Kosten dafür muss die Allgemeinheit tragen“, sagt der Anwohner der Schenkendorfstraße. Seine Befürchtung ist, dass die Ecke mittlerweile ein Ziel für Mülltourismus geworden sei. „In der Dunkelheit und über den Winter hat es zugenommen.“ Er selbst habe aber noch keine Verdächtigen entdeckt. „Dann würde ich die Polizei rufen.“

Ärgerlich empfindet er auch das Verhalten einiger Hundebesitzer, die den Grünstreifen im Abschnitt Wittelsbacher Allee/Wilhelm-Tell-Straße als Toilette für ihre Wohnungsgenosen missbrauchen. „Viele entsorgen natürlich den Hundekot ordnungsgemäß, indem sie ihn in Tüten aufsammeln und zuhause in den Hausmüll werden. Einige aber werfen die Beutel auf die Nachbargrundstücke oder ins Gebüsch oder lassen die Haufen einfach liegen.“

Die Folgen: Mehrfach waren der Anwohner und seine Gäste in die Haufen getreten, hatten den Dreck an den Schuhen unbemerkt bis ins Haus getragen und dort auf dem Boden verteilt. „Einer meiner Bekannten war auch schon einmal darauf ausgerutscht und gestürzt.“

Im Januar hatte er deshalb ein Schild auf seinem Grundstück aufgestellt und ein weiteres in einen Baum gehängt, um auf das Problem aufmerksam zu machen. „Es gab eine richtiges Interesse“, sagt der Geplagt. „Die Autos hielten an und die Leute lasen, was da drauf steht.“ Zwei Tage später habe er aber wieder Hundehaufen im Grünstreifen entdeckt. Und dann kam er Schnee und legte sich darüber.

Laut Lewerenz besteht auf öffentlichen Flächen im Mindener Stadtgebiet für Hundehalter die Verpflichtung, die Hinterlassenschaften ihrer Tiere zu entsorgen. Allerdings sei es wegen der Beweislage schwierig, Verstöße zu ahnden. Im Normalfall müssten die Täter mit Bußgeldern zwischen 50 und 100 Euro rechnen. Es sei aber auch eine größere Höhe möglich, wenn beispielsweise der auf frischer Tat ertappte Hundehalter sich uneinsichtig zeige und nach einer mündlichen Verwarnung seiner Beseitigungspflicht nicht nachkomme. Berücksichtig werde auch, ob es sich um eine Wiederholungstäter handele und ob eine Grünanlage, ein Fußweg oder ein Kinderspielplatz betroffen sei. Im Exptremfall kann das dann mit bis zu 1.000 Euro zu buche schlagen.

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