Kreis Minden-Lübbecke Angst vor Sprengungen: Sparkasse Minden-Lübbecke schließt ihre SB-Bereiche Nachts kann dort ab Ende Oktober kein Geld mehr abgehoben werden. Damit folgen die Banken einer Empfehlung des Landeskriminalamtes. Auch die Volksbank beobachtet die derzeitige Lage. Kreis Minden-Lübbecke (nw). Ab 20. Oktober werden die Filialen der Sparkasse Minden-Lübbecke ihre Selbstbedienungsbereiche nicht mehr nachtsüber geöffnet lassen. In der Zeit von 23.30 Uhr abends bis 6 Uhr morgens kann dort dann kein Geld mehr abgehoben werden. Dies geschehe "auf Empfehlung des LKA sowie der Sparkassenverbände", sagt Janna Thiefes, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit bei der Sparkasse Minden-Lübbecke. Auf Anfrage teilt auch die Volksbank Lübbecker Land mit, dass sie die Situation in der Region beobachte. Hintergrund für die Entscheidung der Sparkasse ist eine Handlungsempfehlung des Landeskriminalamtes NRW vom Mai dieses Jahres. Darin heißt es: "Insbesondere Straftäter aus den Niederlanden greifen derzeit vermehrt Geldautomaten im Außenbereich von Gebäuden an. Dabei setzen sie zunehmend Sprengstoffe ein, die zum Teil zu verheerenden Schadensbildern führen können." In einem Fall sei dadurch ein Familienvater, ein Anwohner in der Nähe einer solchen Sprengung, verletzt worden. Insgesamt habe sich die Zahl der Sprengungen in NRW im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt, bis Mai dieses Jahres seien es schon 78 Fälle gewesen. Unmittelbare Gefahr für Leben und Gesundheit der Anwohner Aufgrund dieses Anstiegs empfiehlt das LKA die Schließung von Automaten im Außenbereich mit angrenzender Wohnbebauung. Diese würden aufgrund des Vorgehens der Täter eine unmittelbare Gefahr für Leben und Gesundheit der Anwohner darstellen. Für Geldautomaten in Selbstbedienungs- oder Foyerbereichen wird eine nächtliche Schließung empfohlen, so wie die Sparkasse sie nun umsetzt. "Während dieser Zeit liegt die Zahl der Transaktionen unter einem Prozent aller Selbstbedienungsvorgänge", sagt Thiefes dazu. Weiter teilt sie mit: "Nachdem die LKA-Empfehlungen Mitte des Jahres unter Einbindung diverserVerbände/Versicherer und sonstiger Institutionen auf ihre Umsetzbarkeit vor Ort geprüft wurden, wurden die notwendigen, teils sehr aufwendigen, baulichen und technischen Maßnahmen bei allen SB-Bereichen ermittelt, ausgeschrieben und sodann diverse Fachunternehmen mit der Umsetzung betraut." Volksbank und Sparkasse waren beide das Ziel von Einbrechern Auch von der Volksbank Lübbecker Land heißt es, dass die laufende Situation beobachtet werde. "Wir beobachten die Branche und die Region und beraten, wie wir die Sicherheit in unseren Geschäftsstellen hoch halten können", sagt Pressesprecher Christian Spönemann. "Welche Schlüsse wir daraus ziehen, ob für uns etwa die nächtliche Schließung von Geschäftsstellen infrage kommt, ist offen." Versuchte oder erfolgreiche Sprengungen gab es aber bei beiden Banken bisher nicht. Dennoch wurden beide auch in der jüngsten Vergangenheit das Ziel von Einbrechern. Am spektakulärsten war sicherlich der Einbruch in die Volksbank in Frotheim. Mindestens drei Tätern gelang es dort Anfang des Jahres, rund 290.000 Euro zu erbeuten. Einer der Täter wurde gefasst. Ebenso gab es im Dezember 2019 einen Einbruch in die Volksbank Haldem in Stemwede. Auch bei der Sparkassen-Geschäftsstelle in Kutenhausen gab es Ende vergangenen Jahres und Anfang dieses Jahres Einbruchsversuche. Bei dem Versuch im September 2019, dort einen Geldautomaten von der Rückseite aufzuflexen, entstand ein Sachschaden von rund 10.000 Euro.
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Angst vor Sprengungen: Sparkasse Minden-Lübbecke schließt ihre SB-Bereiche

Die Sparkasse Minden-Lübbecke wird ab 20. Oktober nachts ihre SB-Bereiche schließen. © Jan-Henrik Gerdener

Kreis Minden-Lübbecke (nw). Ab 20. Oktober werden die Filialen der Sparkasse Minden-Lübbecke ihre Selbstbedienungsbereiche nicht mehr nachtsüber geöffnet lassen. In der Zeit von 23.30 Uhr abends bis 6 Uhr morgens kann dort dann kein Geld mehr abgehoben werden. Dies geschehe "auf Empfehlung des LKA sowie der Sparkassenverbände", sagt Janna Thiefes, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit bei der Sparkasse Minden-Lübbecke. Auf Anfrage teilt auch die Volksbank Lübbecker Land mit, dass sie die Situation in der Region beobachte.

Hintergrund für die Entscheidung der Sparkasse ist eine Handlungsempfehlung des Landeskriminalamtes NRW vom Mai dieses Jahres. Darin heißt es: "Insbesondere Straftäter aus den Niederlanden greifen derzeit vermehrt Geldautomaten im Außenbereich von Gebäuden an. Dabei setzen sie zunehmend Sprengstoffe ein, die zum Teil zu verheerenden Schadensbildern führen können." In einem Fall sei dadurch ein Familienvater, ein Anwohner in der Nähe einer solchen Sprengung, verletzt worden. Insgesamt habe sich die Zahl der Sprengungen in NRW im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt, bis Mai dieses Jahres seien es schon 78 Fälle gewesen.

Unmittelbare Gefahr für Leben und Gesundheit der Anwohner

Hintergrund der Schließung ist der landesweite Anstieg an Sprengungen von Geldautomaten. - © Jan-Henrik Gerdener
Hintergrund der Schließung ist der landesweite Anstieg an Sprengungen von Geldautomaten. - © Jan-Henrik Gerdener

Aufgrund dieses Anstiegs empfiehlt das LKA die Schließung von Automaten im Außenbereich mit angrenzender Wohnbebauung. Diese würden aufgrund des Vorgehens der Täter eine unmittelbare Gefahr für Leben und Gesundheit der Anwohner darstellen. Für Geldautomaten in Selbstbedienungs- oder Foyerbereichen wird eine nächtliche Schließung empfohlen, so wie die Sparkasse sie nun umsetzt. "Während dieser Zeit liegt die Zahl der Transaktionen unter einem Prozent aller Selbstbedienungsvorgänge", sagt Thiefes dazu.

Weiter teilt sie mit: "Nachdem die LKA-Empfehlungen Mitte des Jahres unter Einbindung diverserVerbände/Versicherer und sonstiger Institutionen auf ihre Umsetzbarkeit vor Ort geprüft wurden, wurden die notwendigen, teils sehr aufwendigen, baulichen und technischen Maßnahmen bei allen SB-Bereichen ermittelt, ausgeschrieben und sodann diverse Fachunternehmen mit der Umsetzung betraut."

Volksbank und Sparkasse waren beide das Ziel von Einbrechern

Auch von der Volksbank Lübbecker Land heißt es, dass die laufende Situation beobachtet werde. "Wir beobachten die Branche und die Region und beraten, wie wir die Sicherheit in unseren Geschäftsstellen hoch halten können", sagt Pressesprecher Christian Spönemann. "Welche Schlüsse wir daraus ziehen, ob für uns etwa die nächtliche Schließung von Geschäftsstellen infrage kommt, ist offen."

Versuchte oder erfolgreiche Sprengungen gab es aber bei beiden Banken bisher nicht. Dennoch wurden beide auch in der jüngsten Vergangenheit das Ziel von Einbrechern. Am spektakulärsten war sicherlich der Einbruch in die Volksbank in Frotheim. Mindestens drei Tätern gelang es dort Anfang des Jahres, rund 290.000 Euro zu erbeuten. Einer der Täter wurde gefasst. Ebenso gab es im Dezember 2019 einen Einbruch in die Volksbank Haldem in Stemwede.

Auch bei der Sparkassen-Geschäftsstelle in Kutenhausen gab es Ende vergangenen Jahres und Anfang dieses Jahres Einbruchsversuche. Bei dem Versuch im September 2019, dort einen Geldautomaten von der Rückseite aufzuflexen, entstand ein Sachschaden von rund 10.000 Euro.

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