Altes Kasernengelände: Platz für Pflegecampus, Kita und Wohnungen Doris Christoph Minden. In der Innenstadt gibt es bald die nächste Baustelle: Die Fresenius-Schule zieht Ende des Jahres aus den Gebäuden der ehemaligen Rhodesia Barracks am Marienwall aus, dann soll hier ein Pflegecampus entstehen. Das berichten Ann-Kathrin Behmann von der Lindhorst-Gruppe und der beauftragte Architekt Jan von Hörsten. Das Familienunternehmen aus Winsen an der Aller hatte das Gelände vor bald zwei Jahren von der Dr. Blindow Vermögensverwaltungs GmbH gekauft (das MT berichtete). Die Pläne Auf dem rund 3.700 Quadratmeter großen Gelände soll der sogenannte „Pflegecampus Marienwall" entstehen, wie Jan von Hörsten vom Architekturbüro „plan- & bauwerk" berichtet. Dazu stehe man derzeit in engem Kontakt mit der Mindener Stadtplanung, im ersten Quartal 2021 soll der Bauantrag eingereicht werden. Der sieht am Marienwall Wohn- und Pflegeobjekte sowie eine Kita vor. Geplant ist eine Einrichtung mit 93 vollstationären Pflegeplätzen sowie eine Tagespflege mit 21 Plätzen. Betreiber wird die „Pflegemotive GmbH", eine Tochter der Lindhorst-Gruppe. Des Weiteren sollen 19 barrierefreie Wohnungen mit einer Größe zwischen 45 und 65 Quadratmetern auf dem Campus gebaut werden. „Die Mieter können Serviceleistungen eines ambulanten Pflegedienstes dazu buchen", erklärt Ann-Kathrin Behmann, Assistentin des Geschäftsführers Alexander Lindhorst. Jan von Hörsten berichtet von einem U-förmigen Bau, der nach dem Abriss der alten Kasernengebäude und der Garnisonskirche auf dem Gelände entstehen soll. Im Erdgeschoss sollen die Kindertagesstätte mit 20 Plätzen sowie der Versorgungstrakt der vollstationären Einrichtung mit Restaurant untergebracht werden, die Zimmer sind dann im ersten Geschoss zu finden. Hier befindet sich auch die Tagespflege. „Oberhalb der Tagespflege entstehen die Wohnungen", erklärt der Architekt. Ende nächsten Jahres sollen die Bauarbeiten beginnen, im ersten Halbjahr 2023 hoffen die Betreiber auf die Inbetriebnahme. Die Standortwahl Die Lindhorst-Gruppe baut auch in Nachbarkommunen Altenheime – eigene und für Auftraggeber. Ein eigenes Objekt entsteht zurzeit beispielsweise in Porta Westfalica. Nach einer Standortanalyse zeigte sich: Auch Minden kann weitere vollstationäre Pflegeeinrichtungen gebrauchen, so Ann-Kathrin Behmann. Anschließend ging das Unternehmen auf Grundstückssuche und fand schließlich das ehemalige Kasernengelände. Das gehörte der Dr. Blindow Vermögensverwaltungs GmbH, die es an einen Ableger der Fresenius Schule vermietet hatte. Zur Höhe der Kaufsumme will sich das Unternehmen ebenso wenig äußern wie zur Investitionssumme. „Unser Ziel ist eine städtische Anbindung für die Bewohner", erklärt Jan von Hörsten. Sie sollten die Innenstadt fußläufig erreichen können. Das ist mit dem Standort am Marienwall gegeben. Eine Herausforderung sei, die „Baumasse" auf dem Grundstück unterzubekommen. Jung und Alt unter einem Dach „Wir wollen Alt und Jung in einem Haus vereinen und unseren Mitarbeitern einen kurzen Weg bieten", sagt der Architekt zur Kombination von Kita und Pflegeeinrichtung. Man wolle sich so als attraktiver Arbeitgeber präsentieren. Die Betreuungseinrichtung ist aber keineswegs nur für Angestellte in den Pflegeeinrichtungen gedacht, sondern für alle Eltern offen. In Konkurrenz zum in direkter Nachbarschaft am Deichhof entstehenden Familienzentrum mit Großtagespflege sieht das Unternehmen sein Projekt nicht. Die Fresenius-Schule Bislang befand sich auf dem ehemaligen Kasernen-Gelände ein Standort der Ludwig-Fresenius-Schule, an dem Ausbildungen zum Ergo-, und Physiotherapeuten sowie zum Rettungssanitäter angeboten werden. „Seitdem klar war, dass wir hier raus müssen, stand die Frage im Raum: Bleiben wir in Minden?", sagt Standortleiterin Eva-Maria Lämmerhirt. Ein Wechsel nach Herford wurde in Betracht gezogen. Minden ist wegen seiner Nähe zu „Kurnestern" wie Bad Oeynhausen Bad Pyrmont und Bad Salzuflen und den vielen Arbeitsplätzen für Schüler als Standort von Vorteil, erklärt die Standortleiterin. Nach langer Suche fand die Schule schließlich neue Räume an der Marienstaße 108a, etwa in Höhe der Schleuse (Anmerkung der Redaktion: In einer ersten Version des Textes stand hier die Hausnummer 108, die nicht korrekt war). „Das Gebäude ist relativ zentral, es gibt eine gute Infrastruktur mit Bushaltestelle vor der Tür und sie es liegt in der Nähe zur B61", berichtet Lämmerhirt. Eine gute Verkehrsanbindung ist wichtig: Die 160 Schüler kommen nicht nur aus dem Raum Minden, sondern auch aus Nachbarkreisen und aus Niedersachsen, wie Eva-Maria Lämmerhirt berichtet. Derzeit werden das Unter- und Obergeschoss für die Bedürfnisse der Einrichtung umgebaut. Anfang des neuen Jahres soll dort der Unterricht starten. In der alten Kaserne verteilten sich die Unterrichtsräume der drei Fachbereiche, die auch für praktische Lehreinheiten Platz brauchten, vom Keller bis in die dritte Etage. Die Aula war in der alten Garnisonskirche untergebracht. Letztlich sei man froh über den Umzug, so Lämmerhirt. Zum einen habe man gar nicht alle Räume gebraucht, zum anderen habe das alte Gebäude aus den 1920er-Jahren auch Mängel. „Das Dach ist undicht. Viele Fenster sind einglasig." Das neue Domizil wirke heller und freundlicher.

Altes Kasernengelände: Platz für Pflegecampus, Kita und Wohnungen

Die Lindhorst-Gruppe will einen „Pflegecampus“ auf dem Gelände der ehemaligen Rhodesia Baracks bauen. Die Bauantrag soll im ersten Quartal 2021 bei der Stadt eingereicht werden. Grafik: plan- & bauwerk © plan- & bauwerk

Minden. In der Innenstadt gibt es bald die nächste Baustelle: Die Fresenius-Schule zieht Ende des Jahres aus den Gebäuden der ehemaligen Rhodesia Barracks am Marienwall aus, dann soll hier ein Pflegecampus entstehen. Das berichten Ann-Kathrin Behmann von der Lindhorst-Gruppe und der beauftragte Architekt Jan von Hörsten. Das Familienunternehmen aus Winsen an der Aller hatte das Gelände vor bald zwei Jahren von der Dr. Blindow Vermögensverwaltungs GmbH gekauft (das MT berichtete).

Die Pläne

Auf dem rund 3.700 Quadratmeter großen Gelände soll der sogenannte „Pflegecampus Marienwall" entstehen, wie Jan von Hörsten vom Architekturbüro „plan- & bauwerk" berichtet. Dazu stehe man derzeit in engem Kontakt mit der Mindener Stadtplanung, im ersten Quartal 2021 soll der Bauantrag eingereicht werden.

Eva-Maria Lämmerhirt, Standortleiterin der Ludwig-Fresenius-Schule in Minden.

Foto: Doris Christoph - © Doris Christoph
Eva-Maria Lämmerhirt, Standortleiterin der Ludwig-Fresenius-Schule in Minden.
Foto: Doris Christoph - © Doris Christoph

Der sieht am Marienwall Wohn- und Pflegeobjekte sowie eine Kita vor. Geplant ist eine Einrichtung mit 93 vollstationären Pflegeplätzen sowie eine Tagespflege mit 21 Plätzen. Betreiber wird die „Pflegemotive GmbH", eine Tochter der Lindhorst-Gruppe. Des Weiteren sollen 19 barrierefreie Wohnungen mit einer Größe zwischen 45 und 65 Quadratmetern auf dem Campus gebaut werden. „Die Mieter können Serviceleistungen eines ambulanten Pflegedienstes dazu buchen", erklärt Ann-Kathrin Behmann, Assistentin des Geschäftsführers Alexander Lindhorst.

Jan von Hörsten berichtet von einem U-förmigen Bau, der nach dem Abriss der alten Kasernengebäude und der Garnisonskirche auf dem Gelände entstehen soll. Im Erdgeschoss sollen die Kindertagesstätte mit 20 Plätzen sowie der Versorgungstrakt der vollstationären Einrichtung mit Restaurant untergebracht werden, die Zimmer sind dann im ersten Geschoss zu finden. Hier befindet sich auch die Tagespflege. „Oberhalb der Tagespflege entstehen die Wohnungen", erklärt der Architekt. Ende nächsten Jahres sollen die Bauarbeiten beginnen, im ersten Halbjahr 2023 hoffen die Betreiber auf die Inbetriebnahme.

Die Standortwahl

Die Lindhorst-Gruppe baut auch in Nachbarkommunen Altenheime – eigene und für Auftraggeber. Ein eigenes Objekt entsteht zurzeit beispielsweise in Porta Westfalica. Nach einer Standortanalyse zeigte sich: Auch Minden kann weitere vollstationäre Pflegeeinrichtungen gebrauchen, so Ann-Kathrin Behmann. Anschließend ging das Unternehmen auf Grundstückssuche und fand schließlich das ehemalige Kasernengelände. Das gehörte der Dr. Blindow Vermögensverwaltungs GmbH, die es an einen Ableger der Fresenius Schule vermietet hatte. Zur Höhe der Kaufsumme will sich das Unternehmen ebenso wenig äußern wie zur Investitionssumme.

„Unser Ziel ist eine städtische Anbindung für die Bewohner", erklärt Jan von Hörsten. Sie sollten die Innenstadt fußläufig erreichen können. Das ist mit dem Standort am Marienwall gegeben. Eine Herausforderung sei, die „Baumasse" auf dem Grundstück unterzubekommen.

Jung und Alt unter einem Dach

„Wir wollen Alt und Jung in einem Haus vereinen und unseren Mitarbeitern einen kurzen Weg bieten", sagt der Architekt zur Kombination von Kita und Pflegeeinrichtung. Man wolle sich so als attraktiver Arbeitgeber präsentieren. Die Betreuungseinrichtung ist aber keineswegs nur für Angestellte in den Pflegeeinrichtungen gedacht, sondern für alle Eltern offen. In Konkurrenz zum in direkter Nachbarschaft am Deichhof entstehenden Familienzentrum mit Großtagespflege sieht das Unternehmen sein Projekt nicht.

Die Fresenius-Schule

Bislang befand sich auf dem ehemaligen Kasernen-Gelände ein Standort der Ludwig-Fresenius-Schule, an dem Ausbildungen zum Ergo-, und Physiotherapeuten sowie zum Rettungssanitäter angeboten werden.

„Seitdem klar war, dass wir hier raus müssen, stand die Frage im Raum: Bleiben wir in Minden?", sagt Standortleiterin Eva-Maria Lämmerhirt. Ein Wechsel nach Herford wurde in Betracht gezogen.

Minden ist wegen seiner Nähe zu „Kurnestern" wie Bad Oeynhausen Bad Pyrmont und Bad Salzuflen und den vielen Arbeitsplätzen für Schüler als Standort von Vorteil, erklärt die Standortleiterin. Nach langer Suche fand die Schule schließlich neue Räume an der Marienstaße 108a, etwa in Höhe der Schleuse (Anmerkung der Redaktion: In einer ersten Version des Textes stand hier die Hausnummer 108, die nicht korrekt war). „Das Gebäude ist relativ zentral, es gibt eine gute Infrastruktur mit Bushaltestelle vor der Tür und sie es liegt in der Nähe zur B61", berichtet Lämmerhirt. Eine gute Verkehrsanbindung ist wichtig: Die 160 Schüler kommen nicht nur aus dem Raum Minden, sondern auch aus Nachbarkreisen und aus Niedersachsen, wie Eva-Maria Lämmerhirt berichtet. Derzeit werden das Unter- und Obergeschoss für die Bedürfnisse der Einrichtung umgebaut. Anfang des neuen Jahres soll dort der Unterricht starten.

In der alten Kaserne verteilten sich die Unterrichtsräume der drei Fachbereiche, die auch für praktische Lehreinheiten Platz brauchten, vom Keller bis in die dritte Etage. Die Aula war in der alten Garnisonskirche untergebracht. Letztlich sei man froh über den Umzug, so Lämmerhirt. Zum einen habe man gar nicht alle Räume gebraucht, zum anderen habe das alte Gebäude aus den 1920er-Jahren auch Mängel. „Das Dach ist undicht. Viele Fenster sind einglasig." Das neue Domizil wirke heller und freundlicher.

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