Mindener Tageblatt

COPD-Selbsthilfegruppe veranstaltet Mindener Atemwegstag

Von Dorothee Meinhardt

Gespräche und praktische Hilfen bieten / Erkrankungen sind noch relativ unbekannt

Minden (mt). Zum vierten Mal veranstaltet die Selbsthilfegruppe COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung) den Mindener Atemwegstag. Mitbegründer und Gruppenleiter Frank Kühne erzählt im Gespräch über die Arbeit der Gruppe, mit welchen Problemen Betroffene zu kämpfen haben und welche Themen beim Atemwegstag im Fokus stehen.

Frank Kühne berichtet als Gründer und Gruppenleiter über die Arbeit der COPD-Selbsthilfegruppe.
Frank Kühne berichtet als Gründer und Gruppenleiter über die Arbeit der COPD-Selbsthilfegruppe.

Wie lange gibt es die Selbsthilfegruppe COPD in Minden?

Die Selbsthilfegruppe ist seit Februar 2010 aktiv. Wir haben ein ziemlich großes Einzugsgebiet. Seit Juni dieses Jahres gibt es nun auch die zweite Gruppe in Lübbecke. Gemeinsam mit Michael Edwards bilde ich das Organisations-Team. Michael Edwards ist Ansprechpartner für die Gruppe in Lübbecke. Alle vier Wochen finden Treffen statt. Jeden vierten Freitag in Minden und jeden vierten Mittwoch in Lübbecke. Bei den Treffen sind auch die direkten Angehörigen willkommen, ihnen liegt auch eine Last auf den Schultern.

Welche Aufgaben übernimmt die Selbsthilfegruppe?

Wir sind Ansprechpartner für Betroffene und treffen uns, um uns auszutauschen. Viele Menschen, die mit der Diagnose COPD konfrontiert werden, haben so genannte "Live Ending Ängste". Wir versuchen auch eine Stütze für die Leute zu sein, die gerade die Diagnose bekommen haben und aus dem ganzen Bundesland anrufen. Die Ärzte im Klinikum in Minden stellen direkt den Kontakt zu uns her, wenn das gewünscht ist. Michael Edwards oder ich fahren dann zu einem ersten Gespräch ins Klinikum. Viele Betroffene sind zu Beginn etwas scheu aufgrund der Vorurteile, die Selbsthilfegruppen durch die Medien erhalten haben.

Gibt es auch praktische Aufgaben, die von der Gruppe übernommen werden?

Wir vermitteln auch Kontakte an Einrichtungen und Personen, zum Beispiel an eine Rechtsanwältin, die auf diese Erkrankung spezialisiert ist, oder helfen beim Umgang mit Ämtern. Wir machen gemeinsame Unternehmungen und bieten auch den Angehörigen Möglichkeiten, sich auszutauschen.

Wie viele Mitglieder hat die Selbsthilfegruppe?

Es sind immer etwa 15 bis 20 Menschen beim Treffen. Insgesamt sind es etwa 60 Teilnehmer.

Mit welchen Problemen sind COPD-Erkrankte im Alltag konfrontiert?

Oftmals wenden Freunde und Bekannte sich von den Betroffenen ab, weil sie nicht mit der Erkrankung umgehen können. Soziale Kontakte reißen ab. Besonders schlimm sind die psychischen Nebenerkrankungen. Man sieht Patienten nicht an, dass sie erkrankt sind und das Leben langsamer angehen müssen. Die Luft fehlt einfach. Nur wenige COPD-Patienten bekommen beispielsweise den Status "Außergewöhnlich Gehbehindert" (aG) in ihrem Ausweis, der es ihnen ermöglichen würde, auf den entsprechenden Parkplätzen zu parken, um kürzere Wege zu haben.

Welche Programmpunkte erwarten Besucher beim 4. Mindener Atemwegstag am 13. November?

In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt bei den Begleiterscheinungen, die die Krankheit mit sich bringt. Es werden im Hörsaal des Johannes Wesling Klinikums verschiedene Vorträge zum Beispiel zum Thema "Depressionen und Angst bei COPD", "Aktuelles zur COPD-Behandlung" oder "Beatmung über Maske" zu hören sein. Im Programm ist auch Raum für Fragen und Diskussionen eingeplant. Auch Angehörige sind bei der Veranstaltung gerne gesehen. Die Referenten sind Fachärzte, die im Klinikum arbeiten, ein Fachkrankenpfleger und ein Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie.

Vierter Mindener Atemwegstag, Mittwoch, 13. November, 17 bis 19.30 Uhr im Hörsaal des Johannes Wesling Klinikums, Hans-Nolte-Straße 1 in Minden.

COPD
Die Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (Chronic obstructive pulmonary disease, COPD) ist ein Sammelbegriff für Lungenerkrankungen. Besonders häufig treten die chronisch-obstruktive Bronchitis und das Lungenemphysem auf. Es gibt vier Stufen, die den Schweregrad der Krankheit kennzeichnen.

Es erkranken überwiegend Raucher, die Krankheit tritt aber auch als Gendefekt auf. Jeder Mensch kann an COPD erkranken.

In Deutschland sind etwa fünf Millionen Menschen betroffen.

Weltweit ist COPD die Krankheit mit der vierthöchsten Todesrate.

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Mindener TageblattCOPD-Selbsthilfegruppe veranstaltet Mindener AtemwegstagGespräche und praktische Hilfen bieten / Erkrankungen sind noch relativ unbekanntVon Dorothee MeinhardtMinden (mt). Zum vierten Mal veranstaltet die Selbsthilfegruppe COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung) den Mindener Atemwegstag. Mitbegründer und Gruppenleiter Frank Kühne erzählt im Gespräch über die Arbeit der Gruppe, mit welchen Problemen Betroffene zu kämpfen haben und welche Themen beim Atemwegstag im Fokus stehen.Wie lange gibt es die Selbsthilfegruppe COPD in Minden?Die Selbsthilfegruppe ist seit Februar 2010 aktiv. Wir haben ein ziemlich großes Einzugsgebiet. Seit Juni dieses Jahres gibt es nun auch die zweite Gruppe in Lübbecke. Gemeinsam mit Michael Edwards bilde ich das Organisations-Team. Michael Edwards ist Ansprechpartner für die Gruppe in Lübbecke. Alle vier Wochen finden Treffen statt. Jeden vierten Freitag in Minden und jeden vierten Mittwoch in Lübbecke. Bei den Treffen sind auch die direkten Angehörigen willkommen, ihnen liegt auch eine Last auf den Schultern.Welche Aufgaben übernimmt die Selbsthilfegruppe?Wir sind Ansprechpartner für Betroffene und treffen uns, um uns auszutauschen. Viele Menschen, die mit der Diagnose COPD konfrontiert werden, haben so genannte "Live Ending Ängste". Wir versuchen auch eine Stütze für die Leute zu sein, die gerade die Diagnose bekommen haben und aus dem ganzen Bundesland anrufen. Die Ärzte im Klinikum in Minden stellen direkt den Kontakt zu uns her, wenn das gewünscht ist. Michael Edwards oder ich fahren dann zu einem ersten Gespräch ins Klinikum. Viele Betroffene sind zu Beginn etwas scheu aufgrund der Vorurteile, die Selbsthilfegruppen durch die Medien erhalten haben.Gibt es auch praktische Aufgaben, die von der Gruppe übernommen werden?Wir vermitteln auch Kontakte an Einrichtungen und Personen, zum Beispiel an eine Rechtsanwältin, die auf diese Erkrankung spezialisiert ist, oder helfen beim Umgang mit Ämtern. Wir machen gemeinsame Unternehmungen und bieten auch den Angehörigen Möglichkeiten, sich auszutauschen.Wie viele Mitglieder hat die Selbsthilfegruppe?Es sind immer etwa 15 bis 20 Menschen beim Treffen. Insgesamt sind es etwa 60 Teilnehmer.Mit welchen Problemen sind COPD-Erkrankte im Alltag konfrontiert?Oftmals wenden Freunde und Bekannte sich von den Betroffenen ab, weil sie nicht mit der Erkrankung umgehen können. Soziale Kontakte reißen ab. Besonders schlimm sind die psychischen Nebenerkrankungen. Man sieht Patienten nicht an, dass sie erkrankt sind und das Leben langsamer angehen müssen. Die Luft fehlt einfach. Nur wenige COPD-Patienten bekommen beispielsweise den Status "Außergewöhnlich Gehbehindert" (aG) in ihrem Ausweis, der es ihnen ermöglichen würde, auf den entsprechenden Parkplätzen zu parken, um kürzere Wege zu haben.Welche Programmpunkte erwarten Besucher beim 4. Mindener Atemwegstag am 13. November?In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt bei den Begleiterscheinungen, die die Krankheit mit sich bringt. Es werden im Hörsaal des Johannes Wesling Klinikums verschiedene Vorträge zum Beispiel zum Thema "Depressionen und Angst bei COPD", "Aktuelles zur COPD-Behandlung" oder "Beatmung über Maske" zu hören sein. Im Programm ist auch Raum für Fragen und Diskussionen eingeplant. Auch Angehörige sind bei der Veranstaltung gerne gesehen. Die Referenten sind Fachärzte, die im Klinikum arbeiten, ein Fachkrankenpfleger und ein Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie.Vierter Mindener Atemwegstag, Mittwoch, 13. November, 17 bis 19.30 Uhr im Hörsaal des Johannes Wesling Klinikums, Hans-Nolte-Straße 1 in Minden.COPDDie Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (Chronic obstructive pulmonary disease, COPD) ist ein Sammelbegriff für Lungenerkrankungen. Besonders häufig treten die chronisch-obstruktive Bronchitis und das Lungenemphysem auf. Es gibt vier Stufen, die den Schweregrad der Krankheit kennzeichnen.Es erkranken überwiegend Raucher, die Krankheit tritt aber auch als Gendefekt auf. Jeder Mensch kann an COPD erkranken.In Deutschland sind etwa fünf Millionen Menschen betroffen.Weltweit ist COPD die Krankheit mit der vierthöchsten Todesrate.