Große Wohnungen gibt´s in Minden reichlich Aktueller Mietspiegel der Stadt kann aus dem Internet heruntergeladen werden / Ungefähr 10000 Mietwohnungen Von Dirk Haunhorst Minden (mt). Minden ist nicht München, deshalb kann man in der Weserstadt nicht nur gut, sondern auch günstig wohnen. Doch es gibt Engpässe: Kleine Wohnungen für Alleinstehende und Mietshäuser für große Familien fehlen. Dies teilten Fachleute bei der Präsentation des aktuellen Mietspiegels mit, der von der Internetseite der Stadt (minden.de) heruntergeladen werden kann. Er dient zur Berechnung der ortsüblichen Vergleichsmiete für nicht preisgebundenen Wohnraum. Inhaltliche Verschiebungen im Vergleich zum Spiegel 2011 gibt es nicht, mithilfe des Verbraucherpreisindex vom Statistischen Bundesamt wurden die Werte nach zwei Jahren pauschal um rund drei Prozent erhöht.Die Kaltmieten ohne umlagefähige Nebenkosten in Minden bewegen sich überwiegend im Bereich von fünf bis sieben Euro je Quadratmeter, abhängig von Größe, Lage und Zustand. So können kleine, neuere und gut gedämmte Wohnungen in Innenstadtlage durchaus die acht Euro pro Quadratmeter überschreiten, während bei größeren, älteren Wohnungen am Stadtrand eher die Vier vorm Komma des Quadratmeterpreises steht."Wir haben in Minden einen erfreulich stabilen Wohnungsmarkt", sagt Beigeordneter Klaus-Georg Erzigkeit. Minden sei in der Region vergleichsweise preiswert und beispielsweise günstiger als Herford.Energetische Sanierung wird berücksichtigtInsgesamt zählen zum Mindener Mietmarkt rund 10000 Wohnungen. Theoretisch mehr als genug, wenn man die reine Quadratmeterzahl zusammenrechnet. Vor allem Wohnungen mit drei bis vier Räumen sind auf dem Markt, berichtet Erzigkeit. Die aber seien uninteressant für die zunehmende Zahl Alleinstehender, die eher Ein- oder Zwei-Zimmerwohnungen suchten. Auch Familien, die ein ganzes Haus bewohnen wollten, hätten es schwer, in Minden Passendes zu mieten.Berücksichtigt werden im Mietspiegel auch Investitionen, die Energiekosten senken. Ein Wärmeverbundsystem bringt demnach einen pauschalen Aufschlag von 41 Cent pro Quadratmeter. Frank Lange, Geschäftsführer der Wohnhaus Minden Invest GmbH, glaubt, dass beim nächsten Mietspiegel in zwei Jahren die energetische Sanierung von Gebäuden stärker und differenzierter berücksichtigt wird.Wie Lange berichtet, müssten Hausbesitzer für solch eine Ertüchtigung etwa 1000 Euro pro Quadratmeter einkalkulieren. Und hätten dann große Schwierigkeiten, außerhalb der Ballungsräume die Miete um ein, zwei Euro pro Quadratmeter anheben zu können, weil das nicht bezahlt werde. Deshalb zögerten viele Vermieter mit der Sanierung.In Ballungsgebieten hingegen schlage das Pendel in die andere Richtung aus, sagt Lange. "Dort machen Vermieter nichts und liegen 30 Prozent über dem Mietspiegel."Der Mietspiegel dient als Richtlinie und Orientierungshilfe für die Vertragsparteien, er ist keine verbindliche Vorgabe und bildet nicht sämtliche Facetten des Mietmarktes ab.Lebenswirklichkeit wird nicht immer abgebildetOhnehin decken sich Aussagen über preiswerten Wohnraum nicht zwangsläufig mit der Lebenswirklichkeit von Wohnungssuchenden. Darauf macht Thorsten Bornemann aufmerksam. Menschen am unteren Ende der Einkommensskala müssten relativ viel fürs Wohnen zahlen, sagt der Vorsitzende des Mietervereins Minden. "Da wird oft die Hälfte des Einkommens für Wohnung und Nebenkosten gebraucht."Der Mindener Mietspiegel wurde 2011 erstmals von der Ibis Research Prof. Dr. Friedhelm Meier GmbH erstellt. Herausgeberin ist die Stadt Minden. Weitere Auftraggeber sind: Haus und Grund, Mieterverein, Genossenschaft für Siedlungsbau und Wohnen, Wohnhaus Minden Invest und der städtische Gutachterausschuss für Grundstückswerte.

Große Wohnungen gibt´s in Minden reichlich

Minden (mt). Minden ist nicht München, deshalb kann man in der Weserstadt nicht nur gut, sondern auch günstig wohnen. Doch es gibt Engpässe: Kleine Wohnungen für Alleinstehende und Mietshäuser für große Familien fehlen.

Ein- oder Zwei-Zimmerwohnungen sind auch in Minden begehrt - nicht nur bei jungen Paaren. - © Foto: MT-Archiv
Ein- oder Zwei-Zimmerwohnungen sind auch in Minden begehrt - nicht nur bei jungen Paaren. - © Foto: MT-Archiv
Große Wohnungen 

gibt es reichlich - © MINDEN
Große Wohnungen
gibt es reichlich - © MINDEN

Dies teilten Fachleute bei der Präsentation des aktuellen Mietspiegels mit, der von der Internetseite der Stadt (minden.de) heruntergeladen werden kann. Er dient zur Berechnung der ortsüblichen Vergleichsmiete für nicht preisgebundenen Wohnraum. Inhaltliche Verschiebungen im Vergleich zum Spiegel 2011 gibt es nicht, mithilfe des Verbraucherpreisindex vom Statistischen Bundesamt wurden die Werte nach zwei Jahren pauschal um rund drei Prozent erhöht.

Die Kaltmieten ohne umlagefähige Nebenkosten in Minden bewegen sich überwiegend im Bereich von fünf bis sieben Euro je Quadratmeter, abhängig von Größe, Lage und Zustand. So können kleine, neuere und gut gedämmte Wohnungen in Innenstadtlage durchaus die acht Euro pro Quadratmeter überschreiten, während bei größeren, älteren Wohnungen am Stadtrand eher die Vier vorm Komma des Quadratmeterpreises steht.

"Wir haben in Minden einen erfreulich stabilen Wohnungsmarkt", sagt Beigeordneter Klaus-Georg Erzigkeit. Minden sei in der Region vergleichsweise preiswert und beispielsweise günstiger als Herford.

Energetische Sanierung wird berücksichtigt
Insgesamt zählen zum Mindener Mietmarkt rund 10000 Wohnungen. Theoretisch mehr als genug, wenn man die reine Quadratmeterzahl zusammenrechnet. Vor allem Wohnungen mit drei bis vier Räumen sind auf dem Markt, berichtet Erzigkeit. Die aber seien uninteressant für die zunehmende Zahl Alleinstehender, die eher Ein- oder Zwei-Zimmerwohnungen suchten. Auch Familien, die ein ganzes Haus bewohnen wollten, hätten es schwer, in Minden Passendes zu mieten.

Berücksichtigt werden im Mietspiegel auch Investitionen, die Energiekosten senken. Ein Wärmeverbundsystem bringt demnach einen pauschalen Aufschlag von 41 Cent pro Quadratmeter. Frank Lange, Geschäftsführer der Wohnhaus Minden Invest GmbH, glaubt, dass beim nächsten Mietspiegel in zwei Jahren die energetische Sanierung von Gebäuden stärker und differenzierter berücksichtigt wird.

Wie Lange berichtet, müssten Hausbesitzer für solch eine Ertüchtigung etwa 1000 Euro pro Quadratmeter einkalkulieren. Und hätten dann große Schwierigkeiten, außerhalb der Ballungsräume die Miete um ein, zwei Euro pro Quadratmeter anheben zu können, weil das nicht bezahlt werde. Deshalb zögerten viele Vermieter mit der Sanierung.

In Ballungsgebieten hingegen schlage das Pendel in die andere Richtung aus, sagt Lange. "Dort machen Vermieter nichts und liegen 30 Prozent über dem Mietspiegel."

Der Mietspiegel dient als Richtlinie und Orientierungshilfe für die Vertragsparteien, er ist keine verbindliche Vorgabe und bildet nicht sämtliche Facetten des Mietmarktes ab.

Lebenswirklichkeit wird nicht immer abgebildet
Ohnehin decken sich Aussagen über preiswerten Wohnraum nicht zwangsläufig mit der Lebenswirklichkeit von Wohnungssuchenden. Darauf macht Thorsten Bornemann aufmerksam. Menschen am unteren Ende der Einkommensskala müssten relativ viel fürs Wohnen zahlen, sagt der Vorsitzende des Mietervereins Minden. "Da wird oft die Hälfte des Einkommens für Wohnung und Nebenkosten gebraucht."

Der Mindener Mietspiegel wurde 2011 erstmals von der Ibis Research Prof. Dr. Friedhelm Meier GmbH erstellt. Herausgeberin ist die Stadt Minden. Weitere Auftraggeber sind: Haus und Grund, Mieterverein, Genossenschaft für Siedlungsbau und Wohnen, Wohnhaus Minden Invest und der städtische Gutachterausschuss für Grundstückswerte.

Copyright © Mindener Tageblatt 2020
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Minden