Großbrand in Minden-Meißen: 30 Arbeitsplätze lösen sich über Nacht in Rauch auf Dienstleister für heimische Industrie und Transporteure: Ein Jahr nach 25-Jährigem steht Palettenfirma Europal vor Neuanfang Minden-Meißen (mt). Vor einem Jahr hat die Firma Europal ihr 25-jähriges Bestehen gefeiert, ein stolzes Signal unternehmerischen Erfolges. Dann trafen das Unternehmen zwei Schicksalsschläge: Im November starb Firmengründer Georg Dembski, in der Nacht zum Freitag brannte die Firma in Meißen ab. Als die Löscharbeiten noch in vollem Gange sind, sieht Einsatzleiter Heino Nordmeyer gegen 5 Uhr im Morgengrauen plötzlich die ersten der 30 Mitarbeiter auf der Straße stehen - die Frühschicht. Fassungslos sehen sie ihre Arbeitsplätze in Rauch aufgehen. "Das sind die am stärksten Leidtragenden", geht dem Feuerwehrchef durch den Kopf. Um 7 Uhr müssen die Feuerwehrleute einen Lkw-Fahrer abweisen, der Paletten liefern will und nun nicht mehr weiß, wohin mit seiner Fracht.Die Firma Europal ist ein Rädchen im geschmierten Räderwerk der deutschen Industrie, ein so unscheinbarer Knotenpunkt im Netz von Transport und Logistik, dass erst der Feuerschein der Nacht zum Freitag die meisten Mindener einen Blick darauf werfen lässt.1987 gegründet, hatte sich das kleinen Unternehmen zunächst von Wietersheim mit der Reparatur von Europaletten einen festen Kreis von Stammkunden aufgebaut. Im Jahr siedelte Europal nach Meißen auf das Gelände der ehemaligen Tischlerei und Möbelwerkstatt Hoppmann um.Versuche, mit einem Partner auch in Vertrieb und Montage von Solarzellen Fuß zu fassen, wurden zwischenzeitlich wieder aufgegeben. Stattdessen expandierte Europal mit der Fertigung von Einwegpaletten und Transportkisten. Zu einer gemauerten Halle und dem Turbinenhaus der ehemaligen Zeche Meißen auf dem angepachteten Gelände von rund 12000 Quadratmetern Fläche kamen eine Freihalle und ein Holzhaus für Büroräume hinzu.Als Dienstleister für die Reparatur standardisierter Europaletten beliefert Europal in einem Umkreis von 20 bis 30 Kilometern Unternehmen, die ihre Produkte palettenweise in alle Welt hinaus schicken. "Allein Melitta und die Tochter Cofresco bekommen täglich 1000 Paletten von uns", berichtet am Freitag Sebastian Kaul, der seine Mutter Steffie Dembski in der Geschäftsführung unterstützt. Doch auch alle Unterlagen sind verbrannt.Die vorrangigen Bemühungen gelten der Versorgung der Kunden mit Paletten. Dazu sucht Europal die Unterstützung von "Lieferanten, denen wir tatsächlich vertrauen", so Kaul. Und dann sollen die Produktion und Reparatur weitergehen - so schnell wie möglich und wie auch immer.Produziert hatte Europal auch Pflanzkisten für die "Essbare Stadt". Von dort kommt Rückendeckung. "Wir müssen denen helfen und die Arbeitsplätze retten", sagt Bettina Fuhg, Vorstandsmitglied der Initiative und Grünen-Ratsfrau.

Großbrand in Minden-Meißen: 30 Arbeitsplätze lösen sich über Nacht in Rauch auf

Minden-Meißen (mt). Vor einem Jahr hat die Firma Europal ihr 25-jähriges Bestehen gefeiert, ein stolzes Signal unternehmerischen Erfolges. Dann trafen das Unternehmen zwei Schicksalsschläge: Im November starb Firmengründer Georg Dembski, in der Nacht zum Freitag brannte die Firma in Meißen ab.

Verwüstet: In der Fertigungshalle des Unternehmens Europal stehen nur noch die Gerippe von Maschinen, an denen in zwei Schichten mehr als 20 Mitarbeiter Europaletten reparierten und Einwegpaletten sowie Transportkisten herstellten. - © Foto: Alex Lehn
Verwüstet: In der Fertigungshalle des Unternehmens Europal stehen nur noch die Gerippe von Maschinen, an denen in zwei Schichten mehr als 20 Mitarbeiter Europaletten reparierten und Einwegpaletten sowie Transportkisten herstellten. - © Foto: Alex Lehn

Als die Löscharbeiten noch in vollem Gange sind, sieht Einsatzleiter Heino Nordmeyer gegen 5 Uhr im Morgengrauen plötzlich die ersten der 30 Mitarbeiter auf der Straße stehen - die Frühschicht. Fassungslos sehen sie ihre Arbeitsplätze in Rauch aufgehen. "Das sind die am stärksten Leidtragenden", geht dem Feuerwehrchef durch den Kopf. Um 7 Uhr müssen die Feuerwehrleute einen Lkw-Fahrer abweisen, der Paletten liefern will und nun nicht mehr weiß, wohin mit seiner Fracht.

Die Firma Europal ist ein Rädchen im geschmierten Räderwerk der deutschen Industrie, ein so unscheinbarer Knotenpunkt im Netz von Transport und Logistik, dass erst der Feuerschein der Nacht zum Freitag die meisten Mindener einen Blick darauf werfen lässt.

1987 gegründet, hatte sich das kleinen Unternehmen zunächst von Wietersheim mit der Reparatur von Europaletten einen festen Kreis von Stammkunden aufgebaut. Im Jahr siedelte Europal nach Meißen auf das Gelände der ehemaligen Tischlerei und Möbelwerkstatt Hoppmann um.

Versuche, mit einem Partner auch in Vertrieb und Montage von Solarzellen Fuß zu fassen, wurden zwischenzeitlich wieder aufgegeben. Stattdessen expandierte Europal mit der Fertigung von Einwegpaletten und Transportkisten. Zu einer gemauerten Halle und dem Turbinenhaus der ehemaligen Zeche Meißen auf dem angepachteten Gelände von rund 12000 Quadratmetern Fläche kamen eine Freihalle und ein Holzhaus für Büroräume hinzu.

Als Dienstleister für die Reparatur standardisierter Europaletten beliefert Europal in einem Umkreis von 20 bis 30 Kilometern Unternehmen, die ihre Produkte palettenweise in alle Welt hinaus schicken. "Allein Melitta und die Tochter Cofresco bekommen täglich 1000 Paletten von uns", berichtet am Freitag Sebastian Kaul, der seine Mutter Steffie Dembski in der Geschäftsführung unterstützt. Doch auch alle Unterlagen sind verbrannt.

Die vorrangigen Bemühungen gelten der Versorgung der Kunden mit Paletten. Dazu sucht Europal die Unterstützung von "Lieferanten, denen wir tatsächlich vertrauen", so Kaul. Und dann sollen die Produktion und Reparatur weitergehen - so schnell wie möglich und wie auch immer.

Produziert hatte Europal auch Pflanzkisten für die "Essbare Stadt". Von dort kommt Rückendeckung. "Wir müssen denen helfen und die Arbeitsplätze retten", sagt Bettina Fuhg, Vorstandsmitglied der Initiative und Grünen-Ratsfrau.

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