Mindener Tageblatt

"Essbare Stadt" Minden sorgt für Diskussion

Von Svenja Kracht

Viele Leserreaktionen auf MT-Online und bei Facebook / Meinungen über Initiative sind geteilt

Minden (mt). Für so viel Aufmerksamkeit hat ein Bericht selten gesorgt: Der Artikel im Mindener Tageblatt zur Initiative "Essbare Stadt" vom Dienstag (Erste Setzkisten für "Essbare Stadt" Minden) hat im Internet eine Kommentarwelle ausgelöst.

Essbare Stadt sorgt für Diskussion - © MINDEN
Essbare Stadt sorgt für Diskussion (© MINDEN)

Auf MT-Online und auch im sozialen Netzwerk Facebook waren sich die Kommentatoren uneinig, wenn es um das Thema "Erste Setzkisten für eine essbare Stadt" ging. Das MT berichtete, dass die Initiative "Essbare Stadt" in der Innen- und Altstadt das Pflanzen von Obst und Gemüse vorantreiben möchte.

Während die Diskussion auf Facebook schnell abschweifte und nicht mehr um das Thema an sich ging, wurde auf MT-Online fachlicher miteinander geredet. Der Facebook-Nutzer Carsten Gerdsmeier nennt die Stadt Andernach als Beispiel, wo das Projekt "Essbare Stadt" seit Jahren gut laufe: "Mehr oder weniger ohne Vandalismus, und die Kosten für die Pflege der öffentlichen Flächen sind dadurch um 90 Prozent reduziert worden. Zudem sieht es gut aus und jeder kann sich völlig kostenlos an dem Gemüse bedienen." Bennett Stalin kommentiert auf dem sozialen Netzwerk, dass er eine Überwachung der Setzkisten für sinnvoll erachte.

Im Netz machen sich MT-Leser auch Gedanken über die gemeinschaftliche Nutzung von Weinreben. - © Foto: Alex Lehn
Im Netz machen sich MT-Leser auch Gedanken über die gemeinschaftliche Nutzung von Weinreben. (© Foto: Alex Lehn)

Die Facebook-Userin Anne Hönig teilt die Meinung ihrer Vorgänger nicht: "Genießen könnte ich da nichts, mit dem Gedanken, dass sich Betrunkene einen Spaß daraus machen, da rein zu pinkeln. Mitten in der Innenstadt wäre einfach der falsche Ort."

Die Kommentatoren auf MT-Online waren geteilter Meinung, was das sogenannte "Urban Gardening" angeht. Der Nutzer "Matthias7Beier7UB2UWG" hat eine klare Position: "Den Ruhm, den diese `ideenseligen Aktiven´ für Minden einfahren werden, wird wohl als Schuss nach hinten losgehen. Sollte Minden damit nämlich zu viel Aufsehen machen, dann müssen andere Städte an ihre Pflanzenkübel Warnschilder wie ein Giftsymbol anbringen. Also ich würde die Idee wieder in der Versenkung verschwinden lassen."

Die Kommentatorin "Falner" hingegen steht der Idee der essbaren Stadt positiv gegenüber: "Solche Hochbeete aufzustellen, finde ich eine gute Idee. Es gibt ja auch schon Essbares in der Stadt. Zum Beispiel stehen an der Marienkirche Weinreben. Natürlich mit Verbotsschildern. Trotzdem werden Trauben und Weinblätter geplündert. Statt diesen Mundraub nun zu bekämpfen und zu verfolgen, könnte man ihn quasi erlauben."

"Mindener wollen im Glacis kein Gemüse"

"Onnibach" schreibt, dass es den benannten "Mundraub" schon seit sechs Jahren gebe und es zusätzlich noch Diebe gebe, die die Beute weiterverkaufen würden. Ein Nutzer, der sich passenderweise "Weinberg" nennt, bemerkt, dass der Anbau von Gemüse nicht mit der Pflege eines Weinbergs zu vergleichen sei und dort mehr Arbeit drin stecke.

"Denkmal" ist Gegner der essbaren Stadt: "Wieder so ein Projekt, das zum Scheitern verurteilt ist. Fragt doch mal den Mindener Bürger, ob er Gemüsepflanzkästen auf der Shoppingmeile sehen möchte oder eine Gemüsewiese im Glacis." Die Stadt solle sich erst um Baumschutz, Glacis oder die Innenstadt kümmern, bevor "ein neues Fass aufgemacht wird."

Den Beitrag von "KatjaMc", dass dort Hunde ihr Geschäft verrichten könnten, widerlegt Detlef Müller von der Initiative "Essbare Stadt", denn es würden Hochbete zum Einsatz kommen, deren Oberkante bei einem Meter über dem Boden läge. "Blumenfreund" findet die Idee nicht schlecht, weist aber darauf hin, dass es nicht nur Leute gebe, die das Gepflanzte pflegen würden, sondern auch welche, die rausreißen und zerstören würden.

www.essbare-stadt-minden.de.

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Mindener Tageblatt"Essbare Stadt" Minden sorgt für DiskussionViele Leserreaktionen auf MT-Online und bei Facebook / Meinungen über Initiative sind geteiltVon Svenja KrachtMinden (mt). Für so viel Aufmerksamkeit hat ein Bericht selten gesorgt: Der Artikel im Mindener Tageblatt zur Initiative "Essbare Stadt" vom Dienstag (Erste Setzkisten für "Essbare Stadt" Minden) hat im Internet eine Kommentarwelle ausgelöst.Auf MT-Online und auch im sozialen Netzwerk Facebook waren sich die Kommentatoren uneinig, wenn es um das Thema "Erste Setzkisten für eine essbare Stadt" ging. Das MT berichtete, dass die Initiative "Essbare Stadt" in der Innen- und Altstadt das Pflanzen von Obst und Gemüse vorantreiben möchte.Während die Diskussion auf Facebook schnell abschweifte und nicht mehr um das Thema an sich ging, wurde auf MT-Online fachlicher miteinander geredet. Der Facebook-Nutzer Carsten Gerdsmeier nennt die Stadt Andernach als Beispiel, wo das Projekt "Essbare Stadt" seit Jahren gut laufe: "Mehr oder weniger ohne Vandalismus, und die Kosten für die Pflege der öffentlichen Flächen sind dadurch um 90 Prozent reduziert worden. Zudem sieht es gut aus und jeder kann sich völlig kostenlos an dem Gemüse bedienen." Bennett Stalin kommentiert auf dem sozialen Netzwerk, dass er eine Überwachung der Setzkisten für sinnvoll erachte.Die Facebook-Userin Anne Hönig teilt die Meinung ihrer Vorgänger nicht: "Genießen könnte ich da nichts, mit dem Gedanken, dass sich Betrunkene einen Spaß daraus machen, da rein zu pinkeln. Mitten in der Innenstadt wäre einfach der falsche Ort."Die Kommentatoren auf MT-Online waren geteilter Meinung, was das sogenannte "Urban Gardening" angeht. Der Nutzer "Matthias7Beier7UB2UWG" hat eine klare Position: "Den Ruhm, den diese `ideenseligen Aktiven´ für Minden einfahren werden, wird wohl als Schuss nach hinten losgehen. Sollte Minden damit nämlich zu viel Aufsehen machen, dann müssen andere Städte an ihre Pflanzenkübel Warnschilder wie ein Giftsymbol anbringen. Also ich würde die Idee wieder in der Versenkung verschwinden lassen."Die Kommentatorin "Falner" hingegen steht der Idee der essbaren Stadt positiv gegenüber: "Solche Hochbeete aufzustellen, finde ich eine gute Idee. Es gibt ja auch schon Essbares in der Stadt. Zum Beispiel stehen an der Marienkirche Weinreben. Natürlich mit Verbotsschildern. Trotzdem werden Trauben und Weinblätter geplündert. Statt diesen Mundraub nun zu bekämpfen und zu verfolgen, könnte man ihn quasi erlauben.""Mindener wollen im Glacis kein Gemüse""Onnibach" schreibt, dass es den benannten "Mundraub" schon seit sechs Jahren gebe und es zusätzlich noch Diebe gebe, die die Beute weiterverkaufen würden. Ein Nutzer, der sich passenderweise "Weinberg" nennt, bemerkt, dass der Anbau von Gemüse nicht mit der Pflege eines Weinbergs zu vergleichen sei und dort mehr Arbeit drin stecke."Denkmal" ist Gegner der essbaren Stadt: "Wieder so ein Projekt, das zum Scheitern verurteilt ist. Fragt doch mal den Mindener Bürger, ob er Gemüsepflanzkästen auf der Shoppingmeile sehen möchte oder eine Gemüsewiese im Glacis." Die Stadt solle sich erst um Baumschutz, Glacis oder die Innenstadt kümmern, bevor "ein neues Fass aufgemacht wird."Den Beitrag von "KatjaMc", dass dort Hunde ihr Geschäft verrichten könnten, widerlegt Detlef Müller von der Initiative "Essbare Stadt", denn es würden Hochbete zum Einsatz kommen, deren Oberkante bei einem Meter über dem Boden läge. "Blumenfreund" findet die Idee nicht schlecht, weist aber darauf hin, dass es nicht nur Leute gebe, die das Gepflanzte pflegen würden, sondern auch welche, die rausreißen und zerstören würden.www.essbare-stadt-minden.de.