3G am Arbeitsplatz: So unterschiedlich setzen Unternehmen in Minden die Regeln um Lea Oetjen,Henning Wandel,Sebastian Radermacher Minden. Mit dem neuen Infektionsschutzgesetz gilt seit Mittwoch die 3G-Regel am Arbeitsplatz. Beschäftigte müssen demnach vor dem Betreten ihrer Arbeitsstätte nachweisen, dass sie geimpft, genesen oder negativ getestet sind. Ausnahmen gibt es laut Bundesarbeitsministerium lediglich, wenn Beschäftigte sich in der Arbeitsstätte testen oder impfen lassen. Der Arbeitgeber ist verantwortlich für die Überprüfung der Nachweise. Die neue Regelung soll dazu beitragen, die vierte Corona-Welle möglichst schnell zu brechen und das Infektionsgeschehen einzudämmen. „Dafür müssen auch am Arbeitsplatz mögliche Infektionsketten wirksam unterbrochen werden“, so das Ministerium. Wie lassen sich die neuen Vorgaben in den Unternehmen umsetzen? Wie aufwendig sind die Kontrollen? Und wie läuft das mit den Tests ab? Das MT hat sich umgehört. Im Rahmen einer digitalen Umfrage auf Instagram hat sich schnell herausgestellt, dass die Arbeitgeber unterschiedlich mit der neuen Regelung umgehen. In mehreren Unternehmen findet die neue Regelung bereits seit Anfang dieser Woche Anwendung, auch wenn sie erst am Mittwoch offiziell in Kraft getreten ist. Einige Mitarbeitende berichten von einer Liste, die zur Kontrolle dient. Andere erzählen von einem entsprechenden 3G-Eintrag in der Personalakte oder stichprobenartigen Überprüfungen. Ein Leser schreibt etwa: „Der Chef kam heute in jedes Büro und hat kontrolliert.“ Wago prüft eine Kontrolle an den Werkstoren Das Mindener Elektrotechnik-Unternehmen Wago begrüßt die Einführung einer 3G-Regelung. Zunächst erfolge die Kontrolle an den Werkstoren, digitale Möglichkeiten würden noch geprüft, sagt Sprecherin Tina Nolting. Die Kontrollmechanismen werden derzeit noch ausgearbeitet: „Da wir viele Mitarbeiter in den Schichten der Fertigung haben, ist das sehr aufwendig.“ Alle Mitarbeiter, bei denen es möglich sei, arbeiteten im Homeoffice, diese Regelung seit bereits vor zehn Tagen wieder eingeführt worden. Tests vor Ort wird Wago nicht anbieten. „Wir appellieren regelmäßig an unsere Mitarbeiter, sich respektvoll und solidarisch untereinander zu verhalten und uns bei der Umsetzung der geltenden Regelungen zu unterstützen“, so Nolting. Das sei für Paul Harnisch ohnehin selbstverständlich. Er ist Geschäftsführer der Handels-Qualifizierungs-Akademie, die ansässig in der Großen Heide in Minden ist. In der Firma sei die Umstellung durch die neue Regelung nicht allzu groß, „schließlich sind bis auf eine Ausnahme alle Kolleginnen und Kollegen geimpft“, wie Harnisch erklärt. Die Nachweise der Angestellten seien „ganz einfach“ mit dem Datum der Zweitimpfung der jeweiligen Person in einer Liste zusammengetragen worden.95 Prozent der Sparkassen-Mitarbeiter sind geimpft Auch die Sparkasse Minden-Lübbecke setzt die Anforderungen des Infektionsschutzgesetzes vollinhaltlich um, berichtet Sprecher Gerald Watermann. Da der Anteil der geimpften und genesenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei etwa 95 Prozent liege und Homeoffice rege genutzt werde, „sind die Auswirkungen gut zu handhaben“. Alle Führungskräfte seien angewiesen, den (Impf-)Status der Mitarbeiter tagtäglich vor Arbeitsaufnahme zu kontrollieren und zu dokumentieren, schreibt Watermann. Wer nicht vollständig geimpft oder genesen sei, müsse täglich ein aktuelles Testzertifikat vorlegen. Diese Vorgehensweise werde bereits seit Anfang der Woche praktiziert. Auch bei der Volksbank Herford-Mindener Land übernimmt die Kontrolle des 3G-Status die jeweilige Führungskraft, anschließend werde dies zentral dokumentiert, teilt Sprecher Andreas Kelch mit. „Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss vor Arbeitsantritt das negative Zertifikat eines offiziellen Testcenters vorlegen.“ Die Volksbank, die aktuell über rund 620 Mitarbeitende verfügt, führt laut Kelch vor Ort keine eigene Testung der Mitarbeiter durch.Die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) vertritt die Interessen von rund 113.000 Unternehmen in der Region. Sie unterstützt die 3G-Regel am Arbeitsplatz, „wenn sie unbürokratisch, praxisnah und bundesweit einheitlich in den Betriebsalltag integriert werden kann“, heißt es in einer Mitteilung. Konsequent sei auch die flächendeckende Einführung einer 2G- beziehungsweise 2G- plus-Regelung bei steigender Hospitalisierungsrate. „Nur so können Beschäftigte und Kunden optimal geschützt werden“, betont IHK-Hauptgeschäftsführerin Petra Pigerl-Radtke. Ein Auskunftsrecht über den Impfstatus der Mitarbeitenden begrüßt die IHK-Hauptgeschäftsführerin ausdrücklich, denn diese Kenntnis erleichtere die Betriebsorganisation nachhaltig und es ermögliche den Betrieben verantwortungsbewusstes Planen.

3G am Arbeitsplatz: So unterschiedlich setzen Unternehmen in Minden die Regeln um

Neue Vorgabe: Beschäftigte müssen vor dem Betreten ihrer Arbeitsstätte nachweisen, dass sie geimpft, genesen oder getestet sind. Symbolfoto: Imago © imago images/Christian Ohde

Minden. Mit dem neuen Infektionsschutzgesetz gilt seit Mittwoch die 3G-Regel am Arbeitsplatz. Beschäftigte müssen demnach vor dem Betreten ihrer Arbeitsstätte nachweisen, dass sie geimpft, genesen oder negativ getestet sind. Ausnahmen gibt es laut Bundesarbeitsministerium lediglich, wenn Beschäftigte sich in der Arbeitsstätte testen oder impfen lassen. Der Arbeitgeber ist verantwortlich für die Überprüfung der Nachweise.

Die neue Regelung soll dazu beitragen, die vierte Corona-Welle möglichst schnell zu brechen und das Infektionsgeschehen einzudämmen. „Dafür müssen auch am Arbeitsplatz mögliche Infektionsketten wirksam unterbrochen werden“, so das Ministerium. Wie lassen sich die neuen Vorgaben in den Unternehmen umsetzen? Wie aufwendig sind die Kontrollen? Und wie läuft das mit den Tests ab? Das MT hat sich umgehört.

Im Rahmen einer digitalen Umfrage auf Instagram hat sich schnell herausgestellt, dass die Arbeitgeber unterschiedlich mit der neuen Regelung umgehen. In mehreren Unternehmen findet die neue Regelung bereits seit Anfang dieser Woche Anwendung, auch wenn sie erst am Mittwoch offiziell in Kraft getreten ist. Einige Mitarbeitende berichten von einer Liste, die zur Kontrolle dient. Andere erzählen von einem entsprechenden 3G-Eintrag in der Personalakte oder stichprobenartigen Überprüfungen. Ein Leser schreibt etwa: „Der Chef kam heute in jedes Büro und hat kontrolliert.“


Wago prüft eine Kontrolle an den Werkstoren

Das Mindener Elektrotechnik-Unternehmen Wago begrüßt die Einführung einer 3G-Regelung. Zunächst erfolge die Kontrolle an den Werkstoren, digitale Möglichkeiten würden noch geprüft, sagt Sprecherin Tina Nolting. Die Kontrollmechanismen werden derzeit noch ausgearbeitet: „Da wir viele Mitarbeiter in den Schichten der Fertigung haben, ist das sehr aufwendig.“ Alle Mitarbeiter, bei denen es möglich sei, arbeiteten im Homeoffice, diese Regelung seit bereits vor zehn Tagen wieder eingeführt worden.

Tests vor Ort wird Wago nicht anbieten. „Wir appellieren regelmäßig an unsere Mitarbeiter, sich respektvoll und solidarisch untereinander zu verhalten und uns bei der Umsetzung der geltenden Regelungen zu unterstützen“, so Nolting.

Das sei für Paul Harnisch ohnehin selbstverständlich. Er ist Geschäftsführer der Handels-Qualifizierungs-Akademie, die ansässig in der Großen Heide in Minden ist. In der Firma sei die Umstellung durch die neue Regelung nicht allzu groß, „schließlich sind bis auf eine Ausnahme alle Kolleginnen und Kollegen geimpft“, wie Harnisch erklärt. Die Nachweise der Angestellten seien „ganz einfach“ mit dem Datum der Zweitimpfung der jeweiligen Person in einer Liste zusammengetragen worden.

95 Prozent der Sparkassen-Mitarbeiter sind geimpft

Auch die Sparkasse Minden-Lübbecke setzt die Anforderungen des Infektionsschutzgesetzes vollinhaltlich um, berichtet Sprecher Gerald Watermann. Da der Anteil der geimpften und genesenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei etwa 95 Prozent liege und Homeoffice rege genutzt werde, „sind die Auswirkungen gut zu handhaben“. Alle Führungskräfte seien angewiesen, den (Impf-)Status der Mitarbeiter tagtäglich vor Arbeitsaufnahme zu kontrollieren und zu dokumentieren, schreibt Watermann. Wer nicht vollständig geimpft oder genesen sei, müsse täglich ein aktuelles Testzertifikat vorlegen. Diese Vorgehensweise werde bereits seit Anfang der Woche praktiziert.

Auch bei der Volksbank Herford-Mindener Land übernimmt die Kontrolle des 3G-Status die jeweilige Führungskraft, anschließend werde dies zentral dokumentiert, teilt Sprecher Andreas Kelch mit. „Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss vor Arbeitsantritt das negative Zertifikat eines offiziellen Testcenters vorlegen.“ Die Volksbank, die aktuell über rund 620 Mitarbeitende verfügt, führt laut Kelch vor Ort keine eigene Testung der Mitarbeiter durch.

Die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) vertritt die Interessen von rund 113.000 Unternehmen in der Region. Sie unterstützt die 3G-Regel am Arbeitsplatz, „wenn sie unbürokratisch, praxisnah und bundesweit einheitlich in den Betriebsalltag integriert werden kann“, heißt es in einer Mitteilung. Konsequent sei auch die flächendeckende Einführung einer 2G- beziehungsweise 2G- plus-Regelung bei steigender Hospitalisierungsrate. „Nur so können Beschäftigte und Kunden optimal geschützt werden“, betont IHK-Hauptgeschäftsführerin Petra Pigerl-Radtke. Ein Auskunftsrecht über den Impfstatus der Mitarbeitenden begrüßt die IHK-Hauptgeschäftsführerin ausdrücklich, denn diese Kenntnis erleichtere die Betriebsorganisation nachhaltig und es ermögliche den Betrieben verantwortungsbewusstes Planen.

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