Vuvuzela-Verbot beim Public Viewing Afrika-Tröten bei genehmigungspflichtigen Veranstaltungen verboten / Vuvuzelas sind zu laut Minden (kaf/dpa). Bei großen Public Viewing-Veranstaltungen wird es in Zukunft ruhiger. Das Ordnungsamt der Stadt Minden verbietet die Vuvuzelas, die auch als Afrika-Tröten bekannt sind, bei allen genehmigungspflichtigen Veranstaltungen. Das Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen empfiehlt, den Gebrauch der Trompete zu untersagen. Die Afrika-Tröte erzeugt Lärm, der oberhalb von 110 Dezibel liegt und damit so laut wie eine Kettensäge ist. Die Gehörgefährdung, die von dem Instrument ausgeht und das Problem, dass Notfalldurchsagen bei den Massenevents nicht mehr wahrgenommen werden, gibt das Umweltministerium NRW als Gründe an."Ich war ganz schön geschockt", erzählt Wolfgang Hüsing, der die größte Public- Viewing-Veranstaltung in Minden auf dem Rathausinnenhof und in der Bürgerhalle während der WM veranstaltet. Er habe erst gestern Morgen von dem Verbot erfahren. Aber Hüsing hat sich etwas einfallen lassen: Nun werden die Fußballbegeisterten nicht nur auf Glasflaschen sondern auch auf Vuvuzelas hin kontrolliert, die sie dann abgeben müssen. Dafür wird Hüsing eigens zwölf Riesenmülltonnen aufstellen und hofft, dass sie ausreichend sind. Vor Ort wird das Sicherheitspersonal des Veranstalters durch die Polizei und das Ordnungsamt unterstützt.Bei Verstoß werden die Besitzer einer Afrika-Tröte gebeten, sie abzugeben oder das Gelände zu verlassen. Auf eine Geldbuße von 35 Euro, wie sie zum Beispiel in der Stadt Köln vorgesehen ist, wird verzichtet. Jede Stadt kann über die Handhabung der Empfehlung des nordrhein-westfälischen Umweltministeriums selbst entscheiden. In Oberhausen, Bonn, Wuppertal und Essen entschieden sich die Veranstalter von Public-Viewing-Events gegen ein Vuvuzela-Verbot. Dort kann auch weiterhin getrötet werden. In Dortmund, Haltern und Gelsenkirchen ist die Trompete bei den größten Massenveranstaltungen zur WM verboten.Edeka-Center in zahlreichen Städten vertreiben die Vuvuzelas derzeit über eine Rubbellosaktion. Andreas Laubig, Pressesprecher von Edeka Minden/Hannover findet es bedauerlich, dass es in Deutschland immer für alles eine Regel oder Bestimmung geben müsse. "Wir sollten auch ohne Regelungen in der Lage sein, aufeinander Rücksicht zu nehmen", meint er. Für Edeka werde es keine direkten Auswirkungen haben. Bei privaten Veranstaltern in Minden können die Vuvuzelas, die ursprünglich ein südafrikanisches Volksinstrument ist, schließlich auch weiterhin genutzt werden.Der Bundesverband der Hals-, Nasen- und Ohrenärzte spricht sich hingegen für ein grundsätzliches Verbot der Trompeten aus. Besonders hoch seien die Risiken in dichtem Menschengedränge wie in Fußballstadien oder bei Public-Viewing-Veranstaltungen. Der Verbandssprecher und Ohrenarzt Michael Deeg rät, Menschenversammlungen zu meiden, bei denen der Einsatz von Vuvuzelas erlaubt sei. Er empfiehlt außerdem einen Abstand von "mindestens zehn Metern" von Menschen mit einer Vuvuzela zu halten.

Vuvuzela-Verbot beim Public Viewing

Minden (kaf/dpa). Bei großen Public Viewing-Veranstaltungen wird es in Zukunft ruhiger. Das Ordnungsamt der Stadt Minden verbietet die Vuvuzelas, die auch als Afrika-Tröten bekannt sind, bei allen genehmigungspflichtigen Veranstaltungen. Das Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen empfiehlt, den Gebrauch der Trompete zu untersagen.

So laut wie eine Kettensäge? Die MT-Praktikantinnen Lena, Jennifer und Katharina testen die Lautstärke der Vuvuzela im Rathaus-Innenhof. - © MT-Foto: Manfred Otto
So laut wie eine Kettensäge? Die MT-Praktikantinnen Lena, Jennifer und Katharina testen die Lautstärke der Vuvuzela im Rathaus-Innenhof. - © MT-Foto: Manfred Otto

Die Afrika-Tröte erzeugt Lärm, der oberhalb von 110 Dezibel liegt und damit so laut wie eine Kettensäge ist. Die Gehörgefährdung, die von dem Instrument ausgeht und das Problem, dass Notfalldurchsagen bei den Massenevents nicht mehr wahrgenommen werden, gibt das Umweltministerium NRW als Gründe an.

"Ich war ganz schön geschockt", erzählt Wolfgang Hüsing, der die größte Public- Viewing-Veranstaltung in Minden auf dem Rathausinnenhof und in der Bürgerhalle während der WM veranstaltet. Er habe erst gestern Morgen von dem Verbot erfahren. Aber Hüsing hat sich etwas einfallen lassen: Nun werden die Fußballbegeisterten nicht nur auf Glasflaschen sondern auch auf Vuvuzelas hin kontrolliert, die sie dann abgeben müssen. Dafür wird Hüsing eigens zwölf Riesenmülltonnen aufstellen und hofft, dass sie ausreichend sind. Vor Ort wird das Sicherheitspersonal des Veranstalters durch die Polizei und das Ordnungsamt unterstützt.

Bei Verstoß werden die Besitzer einer Afrika-Tröte gebeten, sie abzugeben oder das Gelände zu verlassen. Auf eine Geldbuße von 35 Euro, wie sie zum Beispiel in der Stadt Köln vorgesehen ist, wird verzichtet. Jede Stadt kann über die Handhabung der Empfehlung des nordrhein-westfälischen Umweltministeriums selbst entscheiden. In Oberhausen, Bonn, Wuppertal und Essen entschieden sich die Veranstalter von Public-Viewing-Events gegen ein Vuvuzela-Verbot. Dort kann auch weiterhin getrötet werden. In Dortmund, Haltern und Gelsenkirchen ist die Trompete bei den größten Massenveranstaltungen zur WM verboten.

Edeka-Center in zahlreichen Städten vertreiben die Vuvuzelas derzeit über eine Rubbellosaktion. Andreas Laubig, Pressesprecher von Edeka Minden/Hannover findet es bedauerlich, dass es in Deutschland immer für alles eine Regel oder Bestimmung geben müsse. "Wir sollten auch ohne Regelungen in der Lage sein, aufeinander Rücksicht zu nehmen", meint er. Für Edeka werde es keine direkten Auswirkungen haben. Bei privaten Veranstaltern in Minden können die Vuvuzelas, die ursprünglich ein südafrikanisches Volksinstrument ist, schließlich auch weiterhin genutzt werden.

Der Bundesverband der Hals-, Nasen- und Ohrenärzte spricht sich hingegen für ein grundsätzliches Verbot der Trompeten aus. Besonders hoch seien die Risiken in dichtem Menschengedränge wie in Fußballstadien oder bei Public-Viewing-Veranstaltungen. Der Verbandssprecher und Ohrenarzt Michael Deeg rät, Menschenversammlungen zu meiden, bei denen der Einsatz von Vuvuzelas erlaubt sei. Er empfiehlt außerdem einen Abstand von "mindestens zehn Metern" von Menschen mit einer Vuvuzela zu halten.

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