2G sorgt in der heimischen Gastronomie für Zündstoff Lea Oetjen Minden. Es sind Kommentare voller Wut. „Mich seht ihr nie wieder“, schreibt etwa ein Mann aus Minden. Eine Frau aus Porta Westfalica fügt hinzu: „Man sollte zusammenhalten, aber ihr macht ja jetzt bei der Zweiklassengesellschaft mit.“ Es sind nur zwei von vielen Reaktionen auf einen Facebook-Beitrag des Markt 15. Die Bar in der Innenstadt hat sich dazu entschieden, dass ihre Gäste in Zukunft geimpft oder genesen sein müssen. Ein negatives Testergebnis reicht also nicht mehr aus. Zwar sorgt der Entschluss für Diskussionen, damit allein ist das Markt 15 allerdings längst nicht. „Die Sicherheit und Gesundheit unserer Gäste liegen uns sehr am Herzen“, argumentieren die Betreiber im sozialen Netzwerk. Und weiter: „Wir haben uns für die 2G-Regelung entschieden und möchten uns hier nicht rechtfertigen.“ Aufgrund der vielen Internet-Reaktionen hat sich das Markt 15-Team aber nun doch noch einmal zu Wort gemeldet und sich erklärt. Wohl auch, weil einige Kommentare – die inzwischen aber bereits gelöscht sind – jegliche Art des Anstands und Respekts haben vermissen lassen. Die Betreiber berufen sich dabei ausdrücklich auf ihr Hausrecht. Es stehe ihnen frei, solche Entscheidungen zu treffen – daher bitten sie „weiterhin um Verständnis für unsere gastronomische Sichtweise beziehungsweise die einer reibungslosen Tages- und Abendorganisation, dass wir diese Regelung so anwenden möchten und werden“, schreibt das Markt 15. Das Team wünsche sich, keine weiteren Nachrichten zu erhalten, was während der Corona-Pandemie richtig und falsch ist. Und Passagen des Grundgesetzes würden an der Entscheidung nichts ändern. Trotz all der Diskussion sei aber festzustellen, dass „eine sehr breite Masse diese Handlungsweise als gut quittiert“, so die Betreiber auf Facebook. Diese Erfahrung hat auch die Gaststätte „Hafenblick“ gemacht. Die Gastronomie am Hahler Hafen hat sich schon in der vergangenen Woche für die 2G-Regeln entschieden. „Das war eine ganz klare Entscheidung“, betont Valeria Casselmann von der Gaststätte auf MT-Anfrage. „Gefühlt sind eh 98 Prozent unserer Kunden schon geimpft. Daher war das bei uns absolut kein Thema. Die Gesundheit geht einfach vor“, argumentiert sie. Bislang seien nur ein paar Nachfragen gekommen, zum Teil kritischer Art. „Aber das ist nebensächlich. Unsere Gäste wissen es sehr zu schätzen, dass wir das so aufmerksam kontrollieren.“ Und sofern ein Stammgast seinen Nachweis einmal vorgelegt hat, „wissen wir Bescheid. Dann müssen wir das nicht immer wieder kontrollieren.“ Immer mehr Gastronomie-Betriebe entscheiden sich also für die 2G-Regelung. Der Anteil derer, die auch getestete Gäste empfangen, ist aber weiter bedeutend größer. Das Cosimo Vini in der Königstraße ist eines von vielen Restaurants, das auch weiter auf die 3Gs setzt – „das bleibt auch erst einmal so“, kündigt Inhaberin Maria Giamblanco Pasimeni auf MT-Anfrage an. Da die Corona-Zahlen aber wieder steigen und einige Virologen bereits von einer vierten Welle sprechen, nimmt die Diskussion über eine generelle 2G-Regel zunehmend Fahrt auf. Während sich für NRW erst einmal aber nichts ändert, hat Hamburg bereits einen Testlauf gestartet. Dort dürfen Gastronomen und Veranstalter ab dem Wochenende wieder mehr Gäste empfangen, wenn sie nur Geimpften oder Genesenen Zutritt gewähren. Die Ergebnisse aus dem Norden könnten dann auch Einfluss auf den Rest des Landes haben.

2G sorgt in der heimischen Gastronomie für Zündstoff

Hamburg hat bereits den 2G-Testlauf gestartet. Gastronomen und Veranstalter dürfen wieder mehr Gäste empfangen, wenn nur Geimpfte und Genesene Zutritt erhalten. In Minden haben sich bereits Betriebe dafür entschieden. Foto: Scott Warman/Unsplash © asds

Minden. Es sind Kommentare voller Wut. „Mich seht ihr nie wieder“, schreibt etwa ein Mann aus Minden. Eine Frau aus Porta Westfalica fügt hinzu: „Man sollte zusammenhalten, aber ihr macht ja jetzt bei der Zweiklassengesellschaft mit.“ Es sind nur zwei von vielen Reaktionen auf einen Facebook-Beitrag des Markt 15. Die Bar in der Innenstadt hat sich dazu entschieden, dass ihre Gäste in Zukunft geimpft oder genesen sein müssen. Ein negatives Testergebnis reicht also nicht mehr aus. Zwar sorgt der Entschluss für Diskussionen, damit allein ist das Markt 15 allerdings längst nicht.

„Die Sicherheit und Gesundheit unserer Gäste liegen uns sehr am Herzen“, argumentieren die Betreiber im sozialen Netzwerk. Und weiter: „Wir haben uns für die 2G-Regelung entschieden und möchten uns hier nicht rechtfertigen.“ Aufgrund der vielen Internet-Reaktionen hat sich das Markt 15-Team aber nun doch noch einmal zu Wort gemeldet und sich erklärt. Wohl auch, weil einige Kommentare – die inzwischen aber bereits gelöscht sind – jegliche Art des Anstands und Respekts haben vermissen lassen.

Die Betreiber berufen sich dabei ausdrücklich auf ihr Hausrecht. Es stehe ihnen frei, solche Entscheidungen zu treffen – daher bitten sie „weiterhin um Verständnis für unsere gastronomische Sichtweise beziehungsweise die einer reibungslosen Tages- und Abendorganisation, dass wir diese Regelung so anwenden möchten und werden“, schreibt das Markt 15. Das Team wünsche sich, keine weiteren Nachrichten zu erhalten, was während der Corona-Pandemie richtig und falsch ist. Und Passagen des Grundgesetzes würden an der Entscheidung nichts ändern.


Trotz all der Diskussion sei aber festzustellen, dass „eine sehr breite Masse diese Handlungsweise als gut quittiert“, so die Betreiber auf Facebook. Diese Erfahrung hat auch die Gaststätte „Hafenblick“ gemacht. Die Gastronomie am Hahler Hafen hat sich schon in der vergangenen Woche für die 2G-Regeln entschieden. „Das war eine ganz klare Entscheidung“, betont Valeria Casselmann von der Gaststätte auf MT-Anfrage. „Gefühlt sind eh 98 Prozent unserer Kunden schon geimpft. Daher war das bei uns absolut kein Thema. Die Gesundheit geht einfach vor“, argumentiert sie.

Bislang seien nur ein paar Nachfragen gekommen, zum Teil kritischer Art. „Aber das ist nebensächlich. Unsere Gäste wissen es sehr zu schätzen, dass wir das so aufmerksam kontrollieren.“ Und sofern ein Stammgast seinen Nachweis einmal vorgelegt hat, „wissen wir Bescheid. Dann müssen wir das nicht immer wieder kontrollieren.“

Immer mehr Gastronomie-Betriebe entscheiden sich also für die 2G-Regelung. Der Anteil derer, die auch getestete Gäste empfangen, ist aber weiter bedeutend größer. Das Cosimo Vini in der Königstraße ist eines von vielen Restaurants, das auch weiter auf die 3Gs setzt – „das bleibt auch erst einmal so“, kündigt Inhaberin Maria Giamblanco Pasimeni auf MT-Anfrage an.

Da die Corona-Zahlen aber wieder steigen und einige Virologen bereits von einer vierten Welle sprechen, nimmt die Diskussion über eine generelle 2G-Regel zunehmend Fahrt auf. Während sich für NRW erst einmal aber nichts ändert, hat Hamburg bereits einen Testlauf gestartet. Dort dürfen Gastronomen und Veranstalter ab dem Wochenende wieder mehr Gäste empfangen, wenn sie nur Geimpften oder Genesenen Zutritt gewähren. Die Ergebnisse aus dem Norden könnten dann auch Einfluss auf den Rest des Landes haben.

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