24-Jähriger ersticht Schwangere Mutmaßlicher Täter führt Polizei zur Wohnung / Massive Gewalt gegen den Oberkörper Minden (dc). Blumen liegen vor der Haustür, Kerzen sind angezündet, eine Karte mit dem Aufdruck „In stillem Gedenken“ aufgestellt: Im oberen Stockwerk des freundlich wirkenden Hauses im Stadtteil Bärenkämpen wurde am Mittwochabend eine tote Frau gefunden. Die Polizei geht von einem Tötungsdelikt aus. Ein 24-Jähriger sitzt in Untersuchungshaft. Der mutmaßliche Täter erscheint gegen 21.30 Uhr auf der Polizeiwache an der Marienstraße: Aufgelöst berichtet er, er habe eine Frau getötet. Dann führt er die Beamten zur Wohnung des Opfers in einem Mehrfamilienhaus in der Straße „In den Bärenkämpen“. Die alarmierten Rettungskräfte können nur noch den Tod der zweifachen Mutter feststellen.„Ersten Ermittlungen zufolge ist massive Gewalt insbesondere gegen den Oberkörper der Frau ausgeübt worden“, berichtet Polizeipressesprecher Ralf Steinmeyer. Der Leichnam weist Stich- und Schnittverletzungen auf. Eine Mordkommission wird eingerichtet, die Spurensicherung ist noch nachts vor Ort. Am Donnerstag wird die Leiche von Gerichtsmedizinern aus Münster im Johannes Wesling Klinikum obduziert, Ergebnisse werden im Laufe des heutigen Tages erwartet. Gegen den 24-Jährigen wurde Haftbefehl wegen Totschlags erlassen, er sitzt in Untersuchungshaft.Hintergründe zur Tat nennt die Polizei nicht. Der Anwalt des 24-Jährigen, Dr. Detlev Otto Binder, geht von einer Beziehungstat aus. Ob die Kinder während der Tat in der Wohnung waren, ist unbekannt. Sie werden vom Jugendamt betreut.Von Quellen aus dem Umfeld erfuhr das MT, dass die Frau von dem 24-Jährigen schwanger gewesen sein sollte. Er sollte aber im Juni auf Wunsch seiner Familie eine arrangierte Ehe mit einer anderen Frau eingehen. „Auf ihn wurde massiv Druck ausgeübt. Er hat dann in die Hochzeit eingewilligt“, berichtet ein Informant weiter. Am Tattag wollte der mutmaßliche Täter demnach mit der 28-Jährigen „ein klärendes Gespräch“ führen – und sie überreden, das gemeinsame Kind abzutreiben. Es kam zum Streit, der Mann stach mit einem Messer zu. Dann ging er zur Polizei.Immer wieder kommen gestern Freunde und Bekannte vor dem Haus zusammen, legen Blumen nieder und trauern. Ein Mann sagt: „Sie war sehr beliebt.“

24-Jähriger ersticht Schwangere

Nachbarn haben Blumen, Kerzen und einen Engel vor dem Haus der toten Frau abgelegt. © Foto: Alex Lehn

Minden (dc). Blumen liegen vor der Haustür, Kerzen sind angezündet, eine
Karte mit dem Aufdruck „In stillem Gedenken“ aufgestellt: Im oberen
Stockwerk des freundlich wirkenden Hauses im Stadtteil Bärenkämpen wurde
am Mittwochabend eine tote Frau gefunden. Die Polizei geht von einem
Tötungsdelikt aus. Ein 24-Jähriger sitzt in Untersuchungshaft.

Der mutmaßliche Täter erscheint gegen 21.30 Uhr auf der Polizeiwache an der Marienstraße: Aufgelöst berichtet er, er habe eine Frau getötet. Dann führt er die Beamten zur Wohnung des Opfers in einem Mehrfamilienhaus in der Straße „In den Bärenkämpen“. Die alarmierten Rettungskräfte können nur noch den Tod der zweifachen Mutter feststellen.

„Ersten Ermittlungen zufolge ist massive Gewalt insbesondere gegen den Oberkörper der Frau ausgeübt worden“, berichtet Polizeipressesprecher Ralf Steinmeyer. Der Leichnam weist Stich- und Schnittverletzungen auf. Eine Mordkommission wird eingerichtet, die Spurensicherung ist noch nachts vor Ort. Am Donnerstag wird die Leiche von Gerichtsmedizinern aus Münster im Johannes Wesling Klinikum obduziert, Ergebnisse werden im Laufe des heutigen Tages erwartet. Gegen den 24-Jährigen wurde Haftbefehl wegen Totschlags erlassen, er sitzt in Untersuchungshaft.

Hintergründe zur Tat nennt die Polizei nicht. Der Anwalt des 24-Jährigen, Dr. Detlev Otto Binder, geht von einer Beziehungstat aus. Ob die Kinder während der Tat in der Wohnung waren, ist unbekannt. Sie werden vom Jugendamt betreut.

Von Quellen aus dem Umfeld erfuhr das MT, dass die Frau von dem 24-Jährigen schwanger gewesen sein sollte. Er sollte aber im Juni auf Wunsch seiner Familie eine arrangierte Ehe mit einer anderen Frau eingehen. „Auf ihn wurde massiv Druck ausgeübt. Er hat dann in die Hochzeit eingewilligt“, berichtet ein Informant weiter. Am Tattag wollte der mutmaßliche Täter demnach mit der 28-Jährigen „ein klärendes Gespräch“ führen – und sie überreden, das gemeinsame Kind abzutreiben. Es kam zum Streit, der Mann stach mit einem Messer zu. Dann ging er zur Polizei.

- © Foto: Alex Lehn
© Foto: Alex Lehn

Immer wieder kommen gestern Freunde und Bekannte vor dem Haus zusammen, legen Blumen nieder und trauern. Ein Mann sagt: „Sie war sehr beliebt.“

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