"Die Sache nimmt kein Ende" - Mindener leidet trotz Verurteilung weiter unter dem "Phantom" Stefan Koch Minden. Ist ein außergewöhnlicher Serienbetrüger bald wieder frei? Die Nachricht, dass das Land Nordrhein-Westfalen Häftlinge vorübergehend entlassen will, um wegen der Coronakrise mehr Platz in den Gefängnissen zu schaffen, bereitet dem Mindener Heinrich Traue Alpträume. Dann könnte ein Krimineller, der sein Leben zerstörte, wieder unterwegs sein. Noch sitzt der Identitätsdieb in der Justizvollzugsanstalt Remscheid eine vierjährige Freiheitsstrafe ab. Doch schon einmal täuschte der Mann als Untersuchungshäftling in Wuppertal die Justiz, um sich als vermeintlicher Drogenkranker der Strafverfolgung zu entziehen. Auf MT-Anfrage teilte die Leitung der Justizvollzugsanstalt in Remscheid am Freitag mit, dass das zuständige Landesministerium lediglich Gefangene mit kurzen Freiheitsstrafen bis zu zwölf Monaten in die Regelung zum Freigang einbezogen habe. Auskünfte zu konkreten Personen und somit zu dem 55-Jährigen gebe es gegenüber der Presse nicht. „Wenn die den jetzt rauslassen, zweifele ich an der Justiz“, sagt Heinrich Traue. Erst Anfang April wollte wieder eine Krankenkasse aus Bremen Geld von dem Mindener haben, weil der Inhaftierte vor drei Jahren unter seinem Namen eine Rechnung in Höhe von 859,50 Euro verursacht hatte. „Ich habe dort angerufen, um das aufzuklären, aber die Presseberichte genügen der Krankenkasse nicht, um mich in Ruhe zu lassen.“ Jetzt muss sich Traue Bescheinigungen von mehreren Polizeidienststellen besorgen, damit er von den Forderungen befreit wird. „Die Sache will einfach kein Ende nehmen“, klagt er. Eine Sache, die im Dezember 2016 begann. Damals befand sich der Mindener im Krankenhaus und Nachbarn nahmen für ihn ein Paket mit Herrenschuhe an, die er nicht bestellt hatte. Schon bald sollte eine Flut von Rechnungen aus Versand- und Krankenhäusern für Leistungen bei ihm eintreffen, die er nie in Anspruch genommen hatte. Der 61-Jährige schaltete die Polizei ein. Doch während die Beamten gegen ein ihnen unbekanntes Phantom ermittelten, das fortgesetzt unter Traues Namen Warenkreditbetrugsdelikte beging, geriet der Mindener ohne eigenes Verschulden in den Fokus von Inkassofirmen und Rechtsanwälten, die von ihm Geld forderten. Und während er bei Banken als kreditunwürdige Person gespeichert wurde, schlich sich das Phantom unter seinem Namen weiterhin als Notfallpatient in Krankenhäuser ein, bestellte Familienunterlagen, beantragte einen Führerschein und verübte andere Delikte mit der gestohlenen Identität. Erst im August vergangenen Jahres erfuhr das Opfer, dass es den Ermittlern gelungen war, den Täter aufgrund einer DNA-Analyse zu überführen. Traue, der wegen einer chronischen Erkrankung öfter in einem Reha-Krankenhaus stationär aufgenommen werden muss, vermutet, dass bei einer solchen Gelegenheit der Täter an seine Daten gelangt ist. Schon bald erregte der Fall bundesweit das Interesse der Medien. Mehrmals stand der ehemaligen Berufskraftfahrer als prominentes Kriminalitätsopfer vor laufenden Kameras und war am 26. Februar der Star bei der Aktenzeichen-XY-Reihe „Vorsicht Betrug“. „Ein Mann ist aufs Übelste über den Leisten gezogen worden,“ erklärte Moderator Rudi Cerne vor einem Millionenpublikum zu Traues Schicksal. „Nach der Sendung habe ich bei Facebook mehr als 2.000 Meldungen gezählt“, sagt Traue, dem wichtig ist, dass andere Menschen durch sein Beispiel gewarnt sind. „Ich stellte fest, dass es viele gab, denen es so ähnlich ergangen ist wie mir.“ Ein Betrugsopfer teilte mit, das sein Autokennzeichen kopiert worden war und der Täter damit einen Schaden von mehreren Hundert Euro verursacht hatte. Ein weiterer berichtete, dass er schon seit 1984 von einem Identitätsdieb heimgesucht wird, gegen den er keine Handhabe hat. Und wieder eine Person beschrieb, wie der gleiche Täter aus Traues Fall ihm und seiner Firma in den 90er-Jahren einen Schaden im sechsstelligen D-Mark-Bereich verursacht hatte. Das war der Bruder des Kriminellen, der selbst zum Opfer wurde. Er rief Heinrich Traue an und beide stehen seitdem in Verbindung. Wie aber tickt ein solcher Serientäter? „Er hat ein wahnsinniges Selbstbewusstsein und kann sich sehr gut verkaufen – und damit betrügt er andere und klaut sein Leben lang“, berichtet der Bruder auf MT-Anfrage, der mit dem 55-Jährigen aufgewachsen war und miterlebte, wie er bereits als Jugendlicher in Kassen griff und nicht davor zurückschreckte, den Grabstein seiner Mutter zu verkaufen. Zuletzt noch hatte sich der Hückeswagener im Berliner Ibis-Hotel unter dem Namen der Firma seines Bruders in zwei Doppelzimmern einlogiert, um dort so lange mit Kumpanen die Zeit zu verbringen, bis die Polizei kam. Das geschah im vergangenen Jahr, nachdem ihn das Wuppertaler Amtsgerichts aus der Untersuchungshaft entlassen hatte, weil er sich einer Drogentherapie unterziehen sollte. Doch ein Problem mit Betäubungsmitteln hatte der 55-jährige der zuständigen Richterin nur vorgegaukelt, um in der wiedererlangten Freiheit abtauchen. „Ich habe eine große Hilfsbereitschaft festgestellt“, berichtet Heinrich Traue. So hätten Freunde und Bekannte über PayPal ein Spendenkonto für ihn eingerichtet, damit er die nötigen Mittel hat, um die Folgen der Betrugsdelikte zu regulieren. Ein Anwalt unterstützt ihn dabei. Auch seine Hausbank hat ihn rehabilitiert. „Nach der XY-Sendung haben sie mir fast den roten Teppich ausgerollt“, sagt Traue. „Jetzt habe ich endlich mein altes Konto wieder. Ich kann eine EC-Karte benutzen und muss nicht mehr alles in bar bezahlen.“ Mit der Inhaftierung des Täters hat das Medieninteresse an Traues Fall nicht nachgelassen. So bereitet ein Autor einen Beitrag im Deutschlandfunk vor, der in diesem Monat in der Rubrik „Kultur“ ausgestrahlt werden soll. Traue soll zum Süddeutschen Rundfunk nach Baden-Baden kommen, um in einer Gesprächsrunde bei Michael Steinbrecher aufzutreten. Zudem will der WdR erneut einen Beitrag über den Mindener in der Lokalzeit senden, dazu soll er zum Studio nach Köln reisen. „Jetzt hat aber Corona die ganzen Planungen auf Eis gelegt“, sagt Traue. Er selbst sei als gesundheitlich gefährdete Person in Quarantäne. Ob er später die Termine wahrnehmen könne, wisse er derzeit nicht. Nicht nur die Medien, sondern auch die Justiz wird sich weiterhin mit dem Identitätsdieb beschäftigen. Auf MT-Anfrage teilte die Wuppertaler Staatsanwaltschaft mit, dass gegen den Beschuldigten noch weitere Ermittlungsverfahren laufen. „Ob diese zu einem Tatnachweis und einer Anklageerhebung führen werden, bleibt abzuwarten“, so Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert. Einen weiteren Termin hat der Inhaftierte am 28. April vor dem Amtsgericht Herford. Ihm wird zur Last gelegt, sich im Januar 2018 in einer Herforder Pension eingemietet zu haben, ohne die Rechnung zu bezahlen. Außerdem soll er in Sennestadt einen Audi A3 bestellt haben. Bei einer dieser Straftaten hatte er wohl erneut die Identität seines Bruders missbraucht. „Ich kann nur den Kopf schütteln, wenn ich das Vorstrafenregister sehe“, sagt Heinrich Traue beim Durchblättern der Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft. Seitdem das Amtsgericht Wuppertal den 55-jährigen im Februar zu einer Haftstrafe verurteilte, darf er öffentlich über die Unterlagen reden, die er von seinem Anwalt bekam. Wegen Betrugs in 24 Fällen stand der 55-Jährige schon 1989 vor dem Amtsgericht Wipperfürth. Münchner Amtsrichter verurteilten drei Jahre später den Hückeswagener wegen Betrugsdelikten erneut zu einer Haftstrafe. 1994 beschäftigte der Kriminelle Essener Amtsrichter wegen Betrugs in neun Fällen. Sechs Betrugsdelikte standen dann ein Jahr später in Esslingen an. 1996 gab es einen Prozess vor dem Amtsgericht Rosenheim. Und im gleichen Jahr gab es Prozesse in Remscheid und Wuppertal. Betrug in 17 Fällen stand dann 2002 vor dem Amtsgericht Dresden an. Dort musste sich der Mann 2006 wegen weiterer 47 Betrugsdelikte verantworten. 2010 setzte sich das Landgericht Berlin unter anderem wegen Betrugs in 272 Fällen mit dem Serientäter auseinander. 2012 bekam ihn wieder das Amtsgericht Remscheid wegen schweren Diebstahls in vier Fällen sowie Betrugs in 27 Fällen zu sehen. 2017 musste er sich beim Amtsgericht Hof verantworten. Einen großen Teil seines Lebens verbrachte der Mann, der für auch Heinrich Traue lange Zeit ein Phantom blieb, in Gefängnissen oder auf der Flucht. MT-Reporter Stefan Koch begleitet Traue und sein Phantom von Anfang an und begleitet die Geschichte eines ungewöhnlichen Martyriums. Hier finden Sie alle Teile der MT-Serie.

"Die Sache nimmt kein Ende" - Mindener leidet trotz Verurteilung weiter unter dem "Phantom"

Minden. Ist ein außergewöhnlicher Serienbetrüger bald wieder frei? Die Nachricht, dass das Land Nordrhein-Westfalen Häftlinge vorübergehend entlassen will, um wegen der Coronakrise mehr Platz in den Gefängnissen zu schaffen, bereitet dem Mindener Heinrich Traue Alpträume. Dann könnte ein Krimineller, der sein Leben zerstörte, wieder unterwegs sein. Noch sitzt der Identitätsdieb in der Justizvollzugsanstalt Remscheid eine vierjährige Freiheitsstrafe ab. Doch schon einmal täuschte der Mann als Untersuchungshäftling in Wuppertal die Justiz, um sich als vermeintlicher Drogenkranker der Strafverfolgung zu entziehen. Auf MT-Anfrage teilte die Leitung der Justizvollzugsanstalt in Remscheid am Freitag mit, dass das zuständige Landesministerium lediglich Gefangene mit kurzen Freiheitsstrafen bis zu zwölf Monaten in die Regelung zum Freigang einbezogen habe. Auskünfte zu konkreten Personen und somit zu dem 55-Jährigen gebe es gegenüber der Presse nicht.

„Wenn die den jetzt rauslassen, zweifele ich an der Justiz“, sagt Heinrich Traue. Erst Anfang April wollte wieder eine Krankenkasse aus Bremen Geld von dem Mindener haben, weil der Inhaftierte vor drei Jahren unter seinem Namen eine Rechnung in Höhe von 859,50 Euro verursacht hatte. „Ich habe dort angerufen, um das aufzuklären, aber die Presseberichte genügen der Krankenkasse nicht, um mich in Ruhe zu lassen.“ Jetzt muss sich Traue Bescheinigungen von mehreren Polizeidienststellen besorgen, damit er von den Forderungen befreit wird. „Die Sache will einfach kein Ende nehmen“, klagt er.

Eine Sache, die im Dezember 2016 begann. Damals befand sich der Mindener im Krankenhaus und Nachbarn nahmen für ihn ein Paket mit Herrenschuhe an, die er nicht bestellt hatte. Schon bald sollte eine Flut von Rechnungen aus Versand- und Krankenhäusern für Leistungen bei ihm eintreffen, die er nie in Anspruch genommen hatte. Der 61-Jährige schaltete die Polizei ein. Doch während die Beamten gegen ein ihnen unbekanntes Phantom ermittelten, das fortgesetzt unter Traues Namen Warenkreditbetrugsdelikte beging, geriet der Mindener ohne eigenes Verschulden in den Fokus von Inkassofirmen und Rechtsanwälten, die von ihm Geld forderten. Und während er bei Banken als kreditunwürdige Person gespeichert wurde, schlich sich das Phantom unter seinem Namen weiterhin als Notfallpatient in Krankenhäuser ein, bestellte Familienunterlagen, beantragte einen Führerschein und verübte andere Delikte mit der gestohlenen Identität. Erst im August vergangenen Jahres erfuhr das Opfer, dass es den Ermittlern gelungen war, den Täter aufgrund einer DNA-Analyse zu überführen. Traue, der wegen einer chronischen Erkrankung öfter in einem Reha-Krankenhaus stationär aufgenommen werden muss, vermutet, dass bei einer solchen Gelegenheit der Täter an seine Daten gelangt ist.

Schon bald erregte der Fall bundesweit das Interesse der Medien. Mehrmals stand der ehemaligen Berufskraftfahrer als prominentes Kriminalitätsopfer vor laufenden Kameras und war am 26. Februar der Star bei der Aktenzeichen-XY-Reihe „Vorsicht Betrug“. „Ein Mann ist aufs Übelste über den Leisten gezogen worden,“ erklärte Moderator Rudi Cerne vor einem Millionenpublikum zu Traues Schicksal. „Nach der Sendung habe ich bei Facebook mehr als 2.000 Meldungen gezählt“, sagt Traue, dem wichtig ist, dass andere Menschen durch sein Beispiel gewarnt sind. „Ich stellte fest, dass es viele gab, denen es so ähnlich ergangen ist wie mir.“

Ein Betrugsopfer teilte mit, das sein Autokennzeichen kopiert worden war und der Täter damit einen Schaden von mehreren Hundert Euro verursacht hatte. Ein weiterer berichtete, dass er schon seit 1984 von einem Identitätsdieb heimgesucht wird, gegen den er keine Handhabe hat. Und wieder eine Person beschrieb, wie der gleiche Täter aus Traues Fall ihm und seiner Firma in den 90er-Jahren einen Schaden im sechsstelligen D-Mark-Bereich verursacht hatte. Das war der Bruder des Kriminellen, der selbst zum Opfer wurde. Er rief Heinrich Traue an und beide stehen seitdem in Verbindung.

Wie aber tickt ein solcher Serientäter? „Er hat ein wahnsinniges Selbstbewusstsein und kann sich sehr gut verkaufen – und damit betrügt er andere und klaut sein Leben lang“, berichtet der Bruder auf MT-Anfrage, der mit dem 55-Jährigen aufgewachsen war und miterlebte, wie er bereits als Jugendlicher in Kassen griff und nicht davor zurückschreckte, den Grabstein seiner Mutter zu verkaufen. Zuletzt noch hatte sich der Hückeswagener im Berliner Ibis-Hotel unter dem Namen der Firma seines Bruders in zwei Doppelzimmern einlogiert, um dort so lange mit Kumpanen die Zeit zu verbringen, bis die Polizei kam. Das geschah im vergangenen Jahr, nachdem ihn das Wuppertaler Amtsgerichts aus der Untersuchungshaft entlassen hatte, weil er sich einer Drogentherapie unterziehen sollte. Doch ein Problem mit Betäubungsmitteln hatte der 55-jährige der zuständigen Richterin nur vorgegaukelt, um in der wiedererlangten Freiheit abtauchen.

„Ich habe eine große Hilfsbereitschaft festgestellt“, berichtet Heinrich Traue. So hätten Freunde und Bekannte über PayPal ein Spendenkonto für ihn eingerichtet, damit er die nötigen Mittel hat, um die Folgen der Betrugsdelikte zu regulieren. Ein Anwalt unterstützt ihn dabei. Auch seine Hausbank hat ihn rehabilitiert. „Nach der XY-Sendung haben sie mir fast den roten Teppich ausgerollt“, sagt Traue. „Jetzt habe ich endlich mein altes Konto wieder. Ich kann eine EC-Karte benutzen und muss nicht mehr alles in bar bezahlen.“

Mit der Inhaftierung des Täters hat das Medieninteresse an Traues Fall nicht nachgelassen. So bereitet ein Autor einen Beitrag im Deutschlandfunk vor, der in diesem Monat in der Rubrik „Kultur“ ausgestrahlt werden soll. Traue soll zum Süddeutschen Rundfunk nach Baden-Baden kommen, um in einer Gesprächsrunde bei Michael Steinbrecher aufzutreten. Zudem will der WdR erneut einen Beitrag über den Mindener in der Lokalzeit senden, dazu soll er zum Studio nach Köln reisen. „Jetzt hat aber Corona die ganzen Planungen auf Eis gelegt“, sagt Traue. Er selbst sei als gesundheitlich gefährdete Person in Quarantäne. Ob er später die Termine wahrnehmen könne, wisse er derzeit nicht.

Nicht nur die Medien, sondern auch die Justiz wird sich weiterhin mit dem Identitätsdieb beschäftigen. Auf MT-Anfrage teilte die Wuppertaler Staatsanwaltschaft mit, dass gegen den Beschuldigten noch weitere Ermittlungsverfahren laufen. „Ob diese zu einem Tatnachweis und einer Anklageerhebung führen werden, bleibt abzuwarten“, so Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert. Einen weiteren Termin hat der Inhaftierte am 28. April vor dem Amtsgericht Herford. Ihm wird zur Last gelegt, sich im Januar 2018 in einer Herforder Pension eingemietet zu haben, ohne die Rechnung zu bezahlen. Außerdem soll er in Sennestadt einen Audi A3 bestellt haben. Bei einer dieser Straftaten hatte er wohl erneut die Identität seines Bruders missbraucht.

„Ich kann nur den Kopf schütteln, wenn ich das Vorstrafenregister sehe“, sagt Heinrich Traue beim Durchblättern der Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft. Seitdem das Amtsgericht Wuppertal den 55-jährigen im Februar zu einer Haftstrafe verurteilte, darf er öffentlich über die Unterlagen reden, die er von seinem Anwalt bekam. Wegen Betrugs in 24 Fällen stand der 55-Jährige schon 1989 vor dem Amtsgericht Wipperfürth. Münchner Amtsrichter verurteilten drei Jahre später den Hückeswagener wegen Betrugsdelikten erneut zu einer Haftstrafe. 1994 beschäftigte der Kriminelle Essener Amtsrichter wegen Betrugs in neun Fällen. Sechs Betrugsdelikte standen dann ein Jahr später in Esslingen an. 1996 gab es einen Prozess vor dem Amtsgericht Rosenheim. Und im gleichen Jahr gab es Prozesse in Remscheid und Wuppertal. Betrug in 17 Fällen stand dann 2002 vor dem Amtsgericht Dresden an. Dort musste sich der Mann 2006 wegen weiterer 47 Betrugsdelikte verantworten. 2010 setzte sich das Landgericht Berlin unter anderem wegen Betrugs in 272 Fällen mit dem Serientäter auseinander. 2012 bekam ihn wieder das Amtsgericht Remscheid wegen schweren Diebstahls in vier Fällen sowie Betrugs in 27 Fällen zu sehen. 2017 musste er sich beim Amtsgericht Hof verantworten. Einen großen Teil seines Lebens verbrachte der Mann, der für auch Heinrich Traue lange Zeit ein Phantom blieb, in Gefängnissen oder auf der Flucht.

MT-Reporter Stefan Koch begleitet Traue und sein Phantom von Anfang an und begleitet die Geschichte eines ungewöhnlichen Martyriums. Hier finden Sie alle Teile der MT-Serie.

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