MT-Corona-Concerts: Märchenerzählerin Gisela Krohne Ursula Koch Minden. Seit gut einer Woche liegt das kulturelle Leben brach. Alle Konzerte, Theateraufführungen und Auftritte vor Publikum sind abgesagt. Das Publikum kann streamen, fernsehen oder lesen. Aber den Künstlern brechen nicht nur die Einnahmemöglichkeiten weg, sondern auch die Möglichkeit, mit ihrem Publikum in Kontakt zu treten. Der Schriftsteller Andreas Mand, der für das Kulturforum alle zwei Jahre die Lange Nacht der Kultur organisiert, hatte sich mit der Idee an das MT gewandt, den Künstlern eine virtuelle Bühne zu bieten. Das macht die Redaktion gerne. Von heute an veröffentlichen wir an dieser Stelle die Videos, die Künstler uns zugesandt haben. Von der Stadt Minden wird die Aktion mit einem kleinen Förderbetrag unterstützt, der an die Künstler gehen wird. Die Mindenerin Gisela Krohne ist Mitglied im Erzählerkreis des Deutschen Märchen- und Wesersagenmuseums in Bad Oeynhausen. Im MT hatte sie vor acht Jahren davon erfahren. Sie ging aus Neugier hin und blieb hängen. Seitdem gehört sie zu den Erzählerinnen im Märchenmuseum, tritt aber auch seit sie nach 47 Jahren als Bankkauffrau bei der Sparkasse in Rente ging in Kirchengemeinden, bei privaten Feiern, aber auch bei der Langen Nacht der Kultur oder im vergangenen Sommer bei der Tucholsky-Bühne im Fort A auf. Die Geschichten wählt sie aus Büchern aus, bedient sich bei den Brüdern Grimm, bei Hans-Christian Andersen und den unzähligen Volksmärchen. Manchmal brauche sie Märchen zu einem bestimmten Thema, dann werde sie am ehesten beim Stöbern im Internet fündig, erzählt die 65-Jährige. „Es gibt aber nur ganz wenige Märchen, die mich ansprechen. Sie müssen zu mir passen." Wichtig für eine Erzählerin sei, dass sie den Text nicht nur auswendig könne, sondern ihn zu ihrem eigenen mache. Insofern seien ausländische Märchen einfacher, weil sie oft schlecht übersetzt seien und sie sie mit ihren eigenen Worten erzählen müsse. Bei den Grimms sei dagegen die Sprache so schön, „da würde ich niemals ein Wort ändern". Krohne findet Märchen wichtig, weil „sie uns durch alle Menschenängste führen",sie erzählen vom Leben und all seinen Gefahren, aber auch dem Glück.

MT-Corona-Concerts: Märchenerzählerin Gisela Krohne

Minden. Seit gut einer Woche liegt das kulturelle Leben brach. Alle Konzerte, Theateraufführungen und Auftritte vor Publikum sind abgesagt. Das Publikum kann streamen, fernsehen oder lesen. Aber den Künstlern brechen nicht nur die Einnahmemöglichkeiten weg, sondern auch die Möglichkeit, mit ihrem Publikum in Kontakt zu treten.

Der Schriftsteller Andreas Mand, der für das Kulturforum alle zwei Jahre die Lange Nacht der Kultur organisiert, hatte sich mit der Idee an das MT gewandt, den Künstlern eine virtuelle Bühne zu bieten. Das macht die Redaktion gerne. Von heute an veröffentlichen wir an dieser Stelle die Videos, die Künstler uns zugesandt haben. Von der Stadt Minden wird die Aktion mit einem kleinen Förderbetrag unterstützt, der an die Künstler gehen wird.

Die Mindenerin Gisela Krohne ist Mitglied im Erzählerkreis des Deutschen Märchen- und Wesersagenmuseums in Bad Oeynhausen. Im MT hatte sie vor acht Jahren davon erfahren. Sie ging aus Neugier hin und blieb hängen. Seitdem gehört sie zu den Erzählerinnen im Märchenmuseum, tritt aber auch seit sie nach 47 Jahren als Bankkauffrau bei der Sparkasse in Rente ging in Kirchengemeinden, bei privaten Feiern, aber auch bei der Langen Nacht der Kultur oder im vergangenen Sommer bei der Tucholsky-Bühne im Fort A auf. Die Geschichten wählt sie aus Büchern aus, bedient sich bei den Brüdern Grimm, bei Hans-Christian Andersen und den unzähligen Volksmärchen. Manchmal brauche sie Märchen zu einem bestimmten Thema, dann werde sie am ehesten beim Stöbern im Internet fündig, erzählt die 65-Jährige.

„Es gibt aber nur ganz wenige Märchen, die mich ansprechen. Sie müssen zu mir passen." Wichtig für eine Erzählerin sei, dass sie den Text nicht nur auswendig könne, sondern ihn zu ihrem eigenen mache. Insofern seien ausländische Märchen einfacher, weil sie oft schlecht übersetzt seien und sie sie mit ihren eigenen Worten erzählen müsse. Bei den Grimms sei dagegen die Sprache so schön, „da würde ich niemals ein Wort ändern". Krohne findet Märchen wichtig, weil „sie uns durch alle Menschenängste führen",sie erzählen vom Leben und all seinen Gefahren, aber auch dem Glück.

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