Minden

Mitarbeiter der Diakonie und Ehrenamtliche helfen Sitex bei Mundschutz-Produktion

Christine Riechmann

16 Nähmaschinen kommen in der Diakonie Stiftung Salem zum Einsatz. Ein Großteil der Masken wird in Heimarbeit genäht. - © Foto: Diakonie
16 Nähmaschinen kommen in der Diakonie Stiftung Salem zum Einsatz. Ein Großteil der Masken wird in Heimarbeit genäht. (© Foto: Diakonie)

Minden. Ausgestattet mit Stoff, Bindeband, Nähgarn und notwendigen technischen Geräten unterstützt die Diakonie Stiftung Salem das Mindener Unternehmen Sitex bei der Produktion seiner neu entwickelten Hybrid-Gesichtsmasken. Diese sind waschbar, wiederverwendbar und entsprechen zugleich medizinischen Anforderungen.

„Trotz aller Zusagen auf Bundes- und Landesebene ist eine Lieferung an medizinischen Atemschutzmasken nicht sichergestellt. Diesem Zustand müssen wir schnellstmöglich entgegenwirken", erklärt Christian Schultz, kaufmännischer Vorstand der Diakonie Stiftung Salem das Engagement.

Mit rund 100 Mitarbeitenden der Diakonie Stiftung Salem und ehrenamtlich Engagierten, die durch die Oberin Andrea Brewitt koordiniert werden, unterstützt die Mindener Diakonie die Produktion des neuen Mundschutzes, um den Bedarf in den eigenen Häusern abzudecken und gleichzeitig Sitex die Versorgung seiner Kunden zu ermöglichen. „Nur gemeinsam lässt sich die gegenwärtige Notlage bewältigen. Und wenn andere nicht liefern können, müssen wir zur Selbsthilfe übergehen", sagt Thomas Lunkenheimer, theologischer Vorstand der Diakonie Stiftung Salem.

Die meisten Helfer erhalten Material und nähen in Heimarbeit, in der Diakonie Stiftung Salem kommen 16 Nähmaschinen zum Einsatz. Zudem arbeiten sechs Mitarbeitende im Zuschnitt, der in einer der Werkstätten für Menschen mit Behinderung erfolgt. „Neben den Mitarbeitenden der Diakonie Stiftung Salem engagieren sich vor allem ehrenamtliche Helferinnen und Helfer", berichtet Judith Wittkop, Leiterin der Unternehmenskommunikation bei der Diakonie. Viele von ihnen gehörten einer evangelischen Kirchengemeinde an. Aber auch vier syrische Frauen mit Migrationshintergrund unterstützten die Arbeit. „Und auch unsere Diakonissen und die Mitglieder der Diakonischen Gemeinschaft Salem legen eifrig mit Hand an."

Der Mundschutz, auf dessen Zertifizierung als Medizinprodukt Sitex aktuell wartet, besteht aus einer Stoffmaske und einem Einlagefilter aus Vlies, der von der Firma Wolf PVG aus Spenge, Tochter der Melitta-Group, hergestellt wird. Mit einer durch Labortests bestätigten Keimrückhaltung des Filters von mehr als 99 Prozent erfüllt die Gesichtsmaske die erforderliche Norm.

Sitex liegen bis Ende April Aufträge in sechsstelliger Höhe vor, die nach und nach abgearbeitet werden. „Und es wird täglich mehr", berichtet Moritz Schäpsmeier, bei dem textilen Dienstleister für die Unternehmenskommunikation zuständig. 120.000 Masken seien derzeit in Arbeit, die Diakonie habe ein Auftragsvolumen von 25.000 Stück, wobei sie einen Eigenbedarf von 1.000 Masken angemeldet habe.

Etwa zehn bis zwölf Masken könne ein Laie pro Stunde nähen, meint Schäpsmeier. Eine Profinäherin, von denen Sitex bei sich im Unternehmen aktuell zwölf mit der Produktion des Mundschutzes beschäftigt, benötige etwa eine Stunde für 20 Masken. Neben den eigenen Näherinnen und der Diakonie produzieren auch große Konfektionäre für die Mindener Firma.

Als erster Kunde wurde das Herz- und Diabeteszentrum in Bad Oeynhausen mit 5.000 Masken beliefert. Eine Teillieferung ging bereits an die Berliner Charité und an ein weiteres Krankenhaus in der Hauptstadt. „Unser Fokus liegt derzeit auf Kliniken, um denen die intensivmedizinische Arbeit, aber auch ganz normale OPs zu ermöglichen, und auf Pflege- und Altenheimen, die auch einen großen Bedarf haben", sagt Schäpsmeier.

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MindenMitarbeiter der Diakonie und Ehrenamtliche helfen Sitex bei Mundschutz-ProduktionChristine RiechmannMinden. Ausgestattet mit Stoff, Bindeband, Nähgarn und notwendigen technischen Geräten unterstützt die Diakonie Stiftung Salem das Mindener Unternehmen Sitex bei der Produktion seiner neu entwickelten Hybrid-Gesichtsmasken. Diese sind waschbar, wiederverwendbar und entsprechen zugleich medizinischen Anforderungen. „Trotz aller Zusagen auf Bundes- und Landesebene ist eine Lieferung an medizinischen Atemschutzmasken nicht sichergestellt. Diesem Zustand müssen wir schnellstmöglich entgegenwirken", erklärt Christian Schultz, kaufmännischer Vorstand der Diakonie Stiftung Salem das Engagement. Mit rund 100 Mitarbeitenden der Diakonie Stiftung Salem und ehrenamtlich Engagierten, die durch die Oberin Andrea Brewitt koordiniert werden, unterstützt die Mindener Diakonie die Produktion des neuen Mundschutzes, um den Bedarf in den eigenen Häusern abzudecken und gleichzeitig Sitex die Versorgung seiner Kunden zu ermöglichen. „Nur gemeinsam lässt sich die gegenwärtige Notlage bewältigen. Und wenn andere nicht liefern können, müssen wir zur Selbsthilfe übergehen", sagt Thomas Lunkenheimer, theologischer Vorstand der Diakonie Stiftung Salem. Die meisten Helfer erhalten Material und nähen in Heimarbeit, in der Diakonie Stiftung Salem kommen 16 Nähmaschinen zum Einsatz. Zudem arbeiten sechs Mitarbeitende im Zuschnitt, der in einer der Werkstätten für Menschen mit Behinderung erfolgt. „Neben den Mitarbeitenden der Diakonie Stiftung Salem engagieren sich vor allem ehrenamtliche Helferinnen und Helfer", berichtet Judith Wittkop, Leiterin der Unternehmenskommunikation bei der Diakonie. Viele von ihnen gehörten einer evangelischen Kirchengemeinde an. Aber auch vier syrische Frauen mit Migrationshintergrund unterstützten die Arbeit. „Und auch unsere Diakonissen und die Mitglieder der Diakonischen Gemeinschaft Salem legen eifrig mit Hand an." Der Mundschutz, auf dessen Zertifizierung als Medizinprodukt Sitex aktuell wartet, besteht aus einer Stoffmaske und einem Einlagefilter aus Vlies, der von der Firma Wolf PVG aus Spenge, Tochter der Melitta-Group, hergestellt wird. Mit einer durch Labortests bestätigten Keimrückhaltung des Filters von mehr als 99 Prozent erfüllt die Gesichtsmaske die erforderliche Norm. Sitex liegen bis Ende April Aufträge in sechsstelliger Höhe vor, die nach und nach abgearbeitet werden. „Und es wird täglich mehr", berichtet Moritz Schäpsmeier, bei dem textilen Dienstleister für die Unternehmenskommunikation zuständig. 120.000 Masken seien derzeit in Arbeit, die Diakonie habe ein Auftragsvolumen von 25.000 Stück, wobei sie einen Eigenbedarf von 1.000 Masken angemeldet habe. Etwa zehn bis zwölf Masken könne ein Laie pro Stunde nähen, meint Schäpsmeier. Eine Profinäherin, von denen Sitex bei sich im Unternehmen aktuell zwölf mit der Produktion des Mundschutzes beschäftigt, benötige etwa eine Stunde für 20 Masken. Neben den eigenen Näherinnen und der Diakonie produzieren auch große Konfektionäre für die Mindener Firma. Als erster Kunde wurde das Herz- und Diabeteszentrum in Bad Oeynhausen mit 5.000 Masken beliefert. Eine Teillieferung ging bereits an die Berliner Charité und an ein weiteres Krankenhaus in der Hauptstadt. „Unser Fokus liegt derzeit auf Kliniken, um denen die intensivmedizinische Arbeit, aber auch ganz normale OPs zu ermöglichen, und auf Pflege- und Altenheimen, die auch einen großen Bedarf haben", sagt Schäpsmeier.