"Helden des Alltags": Wie die Betriebstechniker des Johannes Wesling Klinikums das neue Corona-Dorf aufbauten Thomas Lieske Minden. Von jetzt auf gleich müssen Axel Freitag und Alexander Sperzel mit ihrem Team der Betriebstechnik des Johannes Wesling Klinikums in Minden umdenken. Die Nachricht, dass vor den Türen der Klinik eine Corona-Notfallambulanz entstehen soll, erreicht sie wie alle anderen Beteiligten überraschend. Doch das 18-köpfige Team packt schnell an – und so entsteht innerhalb kürzester Zeit zunächst die infektiöse Notfallambulanz mit einem Service-Truck der Johanniter und wenig später ein ganzes Containerdorf samt Zeltstraße als neues Corona-Behandlungszentrum und für den kassenärztlichen Notdienst. „Stromversorgung, Wasser, Abwasser, Heizung: So ein externes Dorf bedeutet viel mehr als das, was man auf den ersten Blick sieht", erzählt Axel Freitag. Der Elektromeister ist froh, dass er als Stellvertretender Leiter der Betriebstechnik zusammen mit Leiter Alexander Sperzel auf ein erfahrenes Team aus Elektrikern, Sanitörfachleuten, Klimatechnikern, Tischlern, Schlossern, Malern und Radio- und Fernsehtechnikern zurückgreifen kann. Denn das Corona-Dorf muss aus dem Nichts entstehen. „Versorgungsleitungen gibt es da sonst nicht", weiß Axel Freitag. Kabel verlegen, Anschlüsse verteilen, Leitungen für die Frischwasserversorgung und Abwasserentsorgung legen, Heizung aufbauen, Internetverbindung herstellen. „Mit allem waren wir gut zwei Wochen beschäftigt", resümiert der Elektromeister. Ganz allein geht das aber nicht. Mit den Johannitern, dem Deutschen Roten Kreuz und anderen Organisationen und Firmen arbeitet die Betriebstechnik eng zusammen. Denn ganz nebenbei muss natürlich der Betrieb im regulären Krankenhaus weitergehen. „Man darf nicht vergessen, dass wir eigentlich nur dafür da sind, die Technik im Klinikum zu warten, reparieren, auszubauen. So ein Coronadorf, das hatten wir auch noch nicht. Nicht mal etwas vergleichbares", sagt Freitag. Natürlich fallen Überstunden an. Denn auch im Krankenhaus müssen die Techniker dafür sorgen, dass alle Sicherheitsvorkehrungen wegen des Coronavirus verschärft werden. Besonders skurril: „Wir mussten die Desinfektionsspender gegen Diebstahl sichern. Hier ist so viel weggekommen, dass wir alle Spender mit Schlössern oder anderen Einbauten gesichert haben", sagt Freitag und muss den Kopf schütteln. Denn eigentlich habe die Betriebstechnik Wichtigeres zu tun. Auf den Böden müssen Abstandshinweise angebracht werden, die Techniker richten mobile Schleusen für die Isolierstation ein, räumen ganze Stationen um und richten sie neu ein. In den sensiblen Bereichen mit viel Publikumsverkehr müssen Spritz- und Spuckschutzscheiben montiert werden. „Und besonders wichtig in diesen Zeiten ist die Belüftungstechnik. Der Druck muss so abgestimmt sein, dass keine Keime nach draußen gelangen", erzählt der Elektromeister. Auch das: eine Aufgabe für die Betriebstechnik. Besonders kniffelig: Das Klinikum plant die Anschaffung zusätzlicher Beatmungsgeräte, um auf eine neuerliche Welle von kritischen Corona-Patienten vorbereitet zu sein. „Für diese Geräte müssen Zimmer in Intensivzimmer umgerüstet werden", weiß Freitag. Der Fußboden müsse etwa spannungsableitend sein. Und auch andere Voraussetzungen müssen geschaffen werden. All das geschieht im Hintergrund, unbemerkt von vielen. Die Betriebstechniker sind nur sehr selten zu sehen. Sie sorgen aus dem Off dafür, dass die Infrastruktur des Krankenhauses gerade in kritischen Zeiten wie jetzt nicht zusammenbricht. „Aber das geht natürlich nur im Team", betont Axel Freitag. Und auf das kann er sich verlassen. Immer.

"Helden des Alltags": Wie die Betriebstechniker des Johannes Wesling Klinikums das neue Corona-Dorf aufbauten

Die Nachricht, dass ein ganzes Containerdorf entstehen soll, kam auch für das Technikteam um Axel Freitag völlig überraschend. MT- © Foto: Thomas Lieske

Minden. Von jetzt auf gleich müssen Axel Freitag und Alexander Sperzel mit ihrem Team der Betriebstechnik des Johannes Wesling Klinikums in Minden umdenken. Die Nachricht, dass vor den Türen der Klinik eine Corona-Notfallambulanz entstehen soll, erreicht sie wie alle anderen Beteiligten überraschend. Doch das 18-köpfige Team packt schnell an – und so entsteht innerhalb kürzester Zeit zunächst die infektiöse Notfallambulanz mit einem Service-Truck der Johanniter und wenig später ein ganzes Containerdorf samt Zeltstraße als neues Corona-Behandlungszentrum und für den kassenärztlichen Notdienst.

„Stromversorgung, Wasser, Abwasser, Heizung: So ein externes Dorf bedeutet viel mehr als das, was man auf den ersten Blick sieht", erzählt Axel Freitag. Der Elektromeister ist froh, dass er als Stellvertretender Leiter der Betriebstechnik zusammen mit Leiter Alexander Sperzel auf ein erfahrenes Team aus Elektrikern, Sanitörfachleuten, Klimatechnikern, Tischlern, Schlossern, Malern und Radio- und Fernsehtechnikern zurückgreifen kann. Denn das Corona-Dorf muss aus dem Nichts entstehen. „Versorgungsleitungen gibt es da sonst nicht", weiß Axel Freitag. Kabel verlegen, Anschlüsse verteilen, Leitungen für die Frischwasserversorgung und Abwasserentsorgung legen, Heizung aufbauen, Internetverbindung herstellen. „Mit allem waren wir gut zwei Wochen beschäftigt", resümiert der Elektromeister.

Ganz allein geht das aber nicht. Mit den Johannitern, dem Deutschen Roten Kreuz und anderen Organisationen und Firmen arbeitet die Betriebstechnik eng zusammen. Denn ganz nebenbei muss natürlich der Betrieb im regulären Krankenhaus weitergehen. „Man darf nicht vergessen, dass wir eigentlich nur dafür da sind, die Technik im Klinikum zu warten, reparieren, auszubauen. So ein Coronadorf, das hatten wir auch noch nicht. Nicht mal etwas vergleichbares", sagt Freitag.

Natürlich fallen Überstunden an. Denn auch im Krankenhaus müssen die Techniker dafür sorgen, dass alle Sicherheitsvorkehrungen wegen des Coronavirus verschärft werden. Besonders skurril: „Wir mussten die Desinfektionsspender gegen Diebstahl sichern. Hier ist so viel weggekommen, dass wir alle Spender mit Schlössern oder anderen Einbauten gesichert haben", sagt Freitag und muss den Kopf schütteln. Denn eigentlich habe die Betriebstechnik Wichtigeres zu tun. Auf den Böden müssen Abstandshinweise angebracht werden, die Techniker richten mobile Schleusen für die Isolierstation ein, räumen ganze Stationen um und richten sie neu ein. In den sensiblen Bereichen mit viel Publikumsverkehr müssen Spritz- und Spuckschutzscheiben montiert werden. „Und besonders wichtig in diesen Zeiten ist die Belüftungstechnik. Der Druck muss so abgestimmt sein, dass keine Keime nach draußen gelangen", erzählt der Elektromeister. Auch das: eine Aufgabe für die Betriebstechnik.

Besonders kniffelig: Das Klinikum plant die Anschaffung zusätzlicher Beatmungsgeräte, um auf eine neuerliche Welle von kritischen Corona-Patienten vorbereitet zu sein. „Für diese Geräte müssen Zimmer in Intensivzimmer umgerüstet werden", weiß Freitag. Der Fußboden müsse etwa spannungsableitend sein. Und auch andere Voraussetzungen müssen geschaffen werden.

All das geschieht im Hintergrund, unbemerkt von vielen. Die Betriebstechniker sind nur sehr selten zu sehen. Sie sorgen aus dem Off dafür, dass die Infrastruktur des Krankenhauses gerade in kritischen Zeiten wie jetzt nicht zusammenbricht. „Aber das geht natürlich nur im Team", betont Axel Freitag. Und auf das kann er sich verlassen. Immer.

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