So sieht es mit den Sanierungsplänen der Juxbude aus Doris Christoph Minden. Die Juxbude ist zurzeit wegen des Corona-Virus geschlossen. Und in ein paar Monaten ist der Jugendtreff schon wieder dicht – allerdings aus einem erfreulicheren Grund: Dann soll die Einrichtung in der Oberen Altstadt saniert werden. Die ersten Arbeiten sind für April geplant. Aber bleibt es dabei? Ja, an den Plänen ändere auch die Corona-Krise nichts, wie Daniela Thoring erklärt. Sie ist Koordinatorin der Jugendarbeit bei der Stadt Minden. „Nach jetzigem Stand wird auch der Zeitplan eingehalten.“ Die Gesamtkosten von 1,56 Millionen Euro seien bereits im Haushalt 2020 eingestellt. Von den Ausgaben kann die Stadt sogar noch Geld abziehen, denn sie erhält für den Umbau 348.000 Euro aus dem Investitionspakt „Soziale Integration im Quartier“, wie jetzt bekannt wurde. An dem Förderprogramm sind das Land Nordrhein-Westfalen, der Bund und die Europäische Union beteiligt. Mit den Umbau- und Sanierungsarbeiten ist auch ein Umzug verbunden. Denn bislang ist die Juxbude in zwei Gebäuden am Königswall untergebracht: In Hausnummer 101 befindet sich der Hauptaufenthaltsraum. Im Gebäude gegenüber (Nummer 103) sind die sanitären Anlagen untergebracht. „Das war ein schwieriger Zustand für die Arbeit und zum Beispiel problematisch für die Aufsichtspflicht“, erklärt Daniela Thoring. Für den Toilettengang erst ins andere Gebäude gehen zu müssen, sei zudem eine Hemmschwelle gewesen. Zum Gebäudeensemble gehört außerdem das Musikhaus des Ratsgymnasiums am Königswall 105. Es grenzt direkt an das Gebäude 103. Nun ist Folgendes geplant: Die Juxbude soll in das ehemalige Musikhaus ziehen. Im Erdgeschoss werden ein Café und die Personalräume für die beiden Mitarbeiterinnen eingerichtet – und die Sanitäranlagen. „Dann gibt es die Aufsichtsproblematik nicht mehr“, erklärt Daniela Thoring. Im Obergeschoss sind unter anderem eine Küche für Kochkurse sowie ein Multifunktionsraum geplant. Bislang ist das Gebäude nicht barrierefrei. Das soll sich ändern: An die Außenfassade zum Weingarten hin wird ein Treppenhaus mit Fahrstuhl gebaut, damit Besucher mit Handicap die obere Etage erreichen können. Im Nachbargebäude Nummer 103 entstehen Lehr- und Gruppenräume, die vormittags das Ratsgymnasium nutzt, nachmittags haben die Besucher des Jugendhauses die Möglichkeit dazu. Beide Häuser sind miteinander verbunden und stehen unter Denkmalschutz. Wo früher im Haus 101 das Café der Juxbude war, entsteht ein modernes Tonstudio mit Probenraum und Bühne für die Gymnasiasten. „Da hat die Bigband auch mehr Platz“, meint Daniela Thoring. Die Gebäude werden in den kommenden Monaten kernsaniert und umgebaut sowie die Fassaden gestrichen. Erste Vorbereitungen haben bereits begonnen: Arbeiter haben einen Baum und eine Hecke im Bereich Weingarten weggenommen. Am 20. April wird damit begonnen, die Gebäude einzurüsten, danach beginnen die Arbeit am Treppenhaus. „Ab den Sommerferien wird dann der Innenteil saniert“, erklärt Thoring. Das passe ganz gut. „Dann ist die Juxbude eigentlich eh geschlossen, weil sie zu klein für Ferienangebote ist.“ Und anders als bei anderen Jugendeinrichtungen gibt es hier auch keinen Außenbereich zum Spielen. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis zum Ende der Herbstferien. „Leichte Einschränkungen“ werde es in der Zeit im Biergarten des Lokals „Zum seriösen Fußgänger“ geben. „Aber es wird weiter einen Zugang zu den Gebäuden und dem Weingarten geben.“ Dass sich die räumliche Situation der Jugendeinrichtung ändern muss, steht schon länger fest: Seit 1974 betrieb der Verein Interkulturelles Begegnungszentrum Juxbude stadtteilorientierte Kinder- und Jugendarbeit in der Innenstadt. Seit 1984 gibt es die Juxbude am Königswall 101, die Gebäude waren von der Stadt angemietet. Anfang 2015 übernahm die Stadt die Trägerschaft der Einrichtung. Der Verein hatte sie darum gebeten, nachdem es ihm finanziell immer schwerer fiel, den Betrieb am Laufen zu halten. Die Juxbude wurde mit der Übernahme das fünfte städtische Jugendhaus in Minden. Schon damals wurde im Jugendförderplan eine Sanierung der Räume angekündigt. Vergangenes Jahr begannen die konkreten Planungen, in die die Mitarbeiterinnen auch die Juxbude-Gäste einbezogen, so Thoring. Sie weist auf die gute Lage der Einrichtung hin. „Es gibt eine direkte Nähe zu Schulen und Bildungseinrichtungen wie der VHS, der Stadtbibliothek oder dem Jazz Club.“ Damit habe die Juxbude einen guten Zugang zur Zielgruppe. Ihr Haupteinzugsbereich sind laut aktuellem Jugendförderplan die Obere Altstadt sowie der Stadtbezirk Innenstadt bis in die Randbereiche der Stadtteile Rodenbeck, Zollern und Königstor. Die Stammbesucher sollen aber während der Schließung nicht zu kurz kommen. Ab den Sommerferien soll es „Juxe on Tour“ mit mobilen Angeboten oder in anderen Einrichtungen geben, wie Daniela Thoring erklärt. Da einige der Gäste aus Rodenbeck stammen, sind die Juxbude-Mitarbeiterinnen in der Übergangszeit montags im Kinder- und Jugendtreff Westside zu finden. Der ist im gleichen Gebäude wie die Käthe-Kollwitz-Realschule untergebracht und hat an diesem Tag eigentlich geschlossen. Dann sind die Juxbude-Stammgäste unter sich, bis sie in die neuen Räume umziehen können. Städtbaufördermittel für zwei Mindener Projekte Die Stadt Minden bekommt für zwei Projekte Städtebaufördermittel vom Land NRW: für das Konzept „Neues Leben am Kohlenufer“ und für den Umbau des Jugendhauses Juxbude (zweiter Bauabschnitt). Mitte März 2020 gab das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW bekannt, dass dafür für das Jahr 2020 eine Zuwendung von insgesamt 662.000 Euro zur Verfügung steht. Konkret werden die angekündigten Fördermittel für eine nachträgliche Bezuschussung der Erstellungskosten des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) verwendet. Außerdem wird das Geld für die Mitfinanzierung von Voruntersuchungen im Rahmen der Weiterentwicklung der ehemaligen Weserwerft in ein neues Wohnquartier eingesetzt. Durch diese Untersuchungen soll geklärt werden, welche Art der Bebauung und Nutzungsmischung sich für den Standort am besten eignet - insbesondere mit Blick auf eine Einhaltung der Anforderungen des Hochwasserschutzes. Positiv wirkt sich auch die gleichzeitige Beteiligung mit dem Projekt „Neues Leben am Kohlenufer“ am Strukturentwicklungsprogramm „Regionale Ostwestfalen-Lippe 2022“ aus. Gemeinsam erhielten Projektträger aus Ostwestfalen-Lippe 44,5 Millionen an Städtebaufördermitteln. Das Geld soll die Region unterstützen das „neue UrbanLand“ umzusetzen. Darunter wird eine Entwicklung der gesamten OWL-Region als neues Modell von Stadt-Land-Beziehung angestrebt.

So sieht es mit den Sanierungsplänen der Juxbude aus

Bislang ist die Juxbude in den Gebäuden Königswall 103 (blaue Tür) und 101 (hellblauer Eingangsbereich) untergebracht. Nach den Herbstferien soll der Jugendtreff im Königswall 105 (Haus links) zu finden sein, an das ein Treppenhaus mit Aufzug angebaut wird. MT- © Foto: Alex Lehn

Minden. Die Juxbude ist zurzeit wegen des Corona-Virus geschlossen. Und in ein paar Monaten ist der Jugendtreff schon wieder dicht – allerdings aus einem erfreulicheren Grund: Dann soll die Einrichtung in der Oberen Altstadt saniert werden. Die ersten Arbeiten sind für April geplant. Aber bleibt es dabei?

Ja, an den Plänen ändere auch die Corona-Krise nichts, wie Daniela Thoring erklärt. Sie ist Koordinatorin der Jugendarbeit bei der Stadt Minden. „Nach jetzigem Stand wird auch der Zeitplan eingehalten.“ Die Gesamtkosten von 1,56 Millionen Euro seien bereits im Haushalt 2020 eingestellt. Von den Ausgaben kann die Stadt sogar noch Geld abziehen, denn sie erhält für den Umbau 348.000 Euro aus dem Investitionspakt „Soziale Integration im Quartier“, wie jetzt bekannt wurde. An dem Förderprogramm sind das Land Nordrhein-Westfalen, der Bund und die Europäische Union beteiligt.

Mit den Umbau- und Sanierungsarbeiten ist auch ein Umzug verbunden. Denn bislang ist die Juxbude in zwei Gebäuden am Königswall untergebracht: In Hausnummer 101 befindet sich der Hauptaufenthaltsraum. Im Gebäude gegenüber (Nummer 103) sind die sanitären Anlagen untergebracht. „Das war ein schwieriger Zustand für die Arbeit und zum Beispiel problematisch für die Aufsichtspflicht“, erklärt Daniela Thoring. Für den Toilettengang erst ins andere Gebäude gehen zu müssen, sei zudem eine Hemmschwelle gewesen. Zum Gebäudeensemble gehört außerdem das Musikhaus des Ratsgymnasiums am Königswall 105. Es grenzt direkt an das Gebäude 103.

Nun ist Folgendes geplant: Die Juxbude soll in das ehemalige Musikhaus ziehen. Im Erdgeschoss werden ein Café und die Personalräume für die beiden Mitarbeiterinnen eingerichtet – und die Sanitäranlagen. „Dann gibt es die Aufsichtsproblematik nicht mehr“, erklärt Daniela Thoring. Im Obergeschoss sind unter anderem eine Küche für Kochkurse sowie ein Multifunktionsraum geplant. Bislang ist das Gebäude nicht barrierefrei. Das soll sich ändern: An die Außenfassade zum Weingarten hin wird ein Treppenhaus mit Fahrstuhl gebaut, damit Besucher mit Handicap die obere Etage erreichen können.

Im Nachbargebäude Nummer 103 entstehen Lehr- und Gruppenräume, die vormittags das Ratsgymnasium nutzt, nachmittags haben die Besucher des Jugendhauses die Möglichkeit dazu. Beide Häuser sind miteinander verbunden und stehen unter Denkmalschutz.

Wo früher im Haus 101 das Café der Juxbude war, entsteht ein modernes Tonstudio mit Probenraum und Bühne für die Gymnasiasten. „Da hat die Bigband auch mehr Platz“, meint Daniela Thoring.

Die Gebäude werden in den kommenden Monaten kernsaniert und umgebaut sowie die Fassaden gestrichen. Erste Vorbereitungen haben bereits begonnen: Arbeiter haben einen Baum und eine Hecke im Bereich Weingarten weggenommen. Am 20. April wird damit begonnen, die Gebäude einzurüsten, danach beginnen die Arbeit am Treppenhaus. „Ab den Sommerferien wird dann der Innenteil saniert“, erklärt Thoring. Das passe ganz gut. „Dann ist die Juxbude eigentlich eh geschlossen, weil sie zu klein für Ferienangebote ist.“ Und anders als bei anderen Jugendeinrichtungen gibt es hier auch keinen Außenbereich zum Spielen. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis zum Ende der Herbstferien. „Leichte Einschränkungen“ werde es in der Zeit im Biergarten des Lokals „Zum seriösen Fußgänger“ geben. „Aber es wird weiter einen Zugang zu den Gebäuden und dem Weingarten geben.“

Dass sich die räumliche Situation der Jugendeinrichtung ändern muss, steht schon länger fest: Seit 1974 betrieb der Verein Interkulturelles Begegnungszentrum Juxbude stadtteilorientierte Kinder- und Jugendarbeit in der Innenstadt. Seit 1984 gibt es die Juxbude am Königswall 101, die Gebäude waren von der Stadt angemietet. Anfang 2015 übernahm die Stadt die Trägerschaft der Einrichtung. Der Verein hatte sie darum gebeten, nachdem es ihm finanziell immer schwerer fiel, den Betrieb am Laufen zu halten. Die Juxbude wurde mit der Übernahme das fünfte städtische Jugendhaus in Minden. Schon damals wurde im Jugendförderplan eine Sanierung der Räume angekündigt. Vergangenes Jahr begannen die konkreten Planungen, in die die Mitarbeiterinnen auch die Juxbude-Gäste einbezogen, so Thoring.

Sie weist auf die gute Lage der Einrichtung hin. „Es gibt eine direkte Nähe zu Schulen und Bildungseinrichtungen wie der VHS, der Stadtbibliothek oder dem Jazz Club.“ Damit habe die Juxbude einen guten Zugang zur Zielgruppe. Ihr Haupteinzugsbereich sind laut aktuellem Jugendförderplan die Obere Altstadt sowie der Stadtbezirk Innenstadt bis in die Randbereiche der Stadtteile Rodenbeck, Zollern und Königstor.

Die Stammbesucher sollen aber während der Schließung nicht zu kurz kommen. Ab den Sommerferien soll es „Juxe on Tour“ mit mobilen Angeboten oder in anderen Einrichtungen geben, wie Daniela Thoring erklärt. Da einige der Gäste aus Rodenbeck stammen, sind die Juxbude-Mitarbeiterinnen in der Übergangszeit montags im Kinder- und Jugendtreff Westside zu finden. Der ist im gleichen Gebäude wie die Käthe-Kollwitz-Realschule untergebracht und hat an diesem Tag eigentlich geschlossen. Dann sind die Juxbude-Stammgäste unter sich, bis sie in die neuen Räume umziehen können.

Städtbaufördermittel für zwei Mindener Projekte

Die Stadt Minden bekommt für zwei Projekte Städtebaufördermittel vom Land NRW: für das Konzept „Neues Leben am Kohlenufer“ und für den Umbau des Jugendhauses Juxbude (zweiter Bauabschnitt). Mitte März 2020 gab das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW bekannt, dass dafür für das Jahr 2020 eine Zuwendung von insgesamt 662.000 Euro zur Verfügung steht.

Konkret werden die angekündigten Fördermittel für eine nachträgliche Bezuschussung der Erstellungskosten des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) verwendet. Außerdem wird das Geld für die Mitfinanzierung von Voruntersuchungen im Rahmen der Weiterentwicklung der ehemaligen Weserwerft in ein neues Wohnquartier eingesetzt. Durch diese Untersuchungen soll geklärt werden, welche Art der Bebauung und Nutzungsmischung sich für den Standort am besten eignet - insbesondere mit Blick auf eine Einhaltung der Anforderungen des Hochwasserschutzes.

Positiv wirkt sich auch die gleichzeitige Beteiligung mit dem Projekt „Neues Leben am Kohlenufer“ am Strukturentwicklungsprogramm „Regionale Ostwestfalen-Lippe 2022“ aus. Gemeinsam erhielten Projektträger aus Ostwestfalen-Lippe 44,5 Millionen an Städtebaufördermitteln. Das Geld soll die Region unterstützen das „neue UrbanLand“ umzusetzen. Darunter wird eine Entwicklung der gesamten OWL-Region als neues Modell von Stadt-Land-Beziehung angestrebt.

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