Minden

Wie die Corona-Krise den Fortschritt auf den großen Baustellen beeinflusst

Monika Jäger

Bestenfalls zeitgerecht: Die Großbaustellen – die Freiherr-von-Vincke-Schule und hier das Rathaus – laufen erstmal weiter wie geplant, sagt Mindens Kämmerer Norbert Kresse. MT-Foto: Anja Peper - © Anja Peper
Bestenfalls zeitgerecht: Die Großbaustellen – die Freiherr-von-Vincke-Schule und hier das Rathaus – laufen erstmal weiter wie geplant, sagt Mindens Kämmerer Norbert Kresse. MT-Foto: Anja Peper (© Anja Peper)

Minden. Zwei Fragen beschäftigen die Verantwortlichen für Straßen, Brücken und Gebäude bei der Stadt Minden gerade: Wie geht es mit den vielen bestehenden und geplanten Baustellen in diesem Jahr weiter und wie wirkt sich der aktuelle Corona-Lockdown auf die Kosten aus?

Peter Wansing ist Leiter der Städtischen Betriebe (SBM). Er sagt: „Wir sind aktuell nicht schneller als vorher geplant.“ Große Baustellen wie die an der Portastraße laufen weiter. Allerdings werden einige kleinere Ausbesserungsarbeiten an Rad- und Gehwegen oder auch Maßnahmen für Barrierefreiheit in der Innenstadt jetzt in Angriff genommen. Diese hätten später möglicherweise zu Straßensperrungen mit Staus oder Verkehrsbehinderungen geführt. Unter anderem an Vincke- und Hellingstraße wurde und wird darum in diesen Tagen gearbeitet.

Die externen Baufirmen hätten ebenso wie die SBM Vorsichtsmaßnahmen zum Schutz ihrer Mitarbeiter getroffen. Spürbar sei im Einzelfall, dass Firmen schlechter an Material kommen oder auch, dass ihnen Mitarbeiter fehlen, die aus dem Ausland kommen.

Auswirkungen auf Kosten sieht er im Moment noch nicht. Übrigens spart Wansing auch nicht bei der Straßenreinigung – die Kehrmaschinen fahren wie immer.

Für die städtischen Gebäude ist Kämmerer Norbert Kresse zuständig. Arbeiten vorzuziehen funktioniere nur für Instandhaltungen und dann auch nur im Einzelfall, sagt er, denn die beauftragten Unternehmen müssten das jeweils ja erst einmal leisten können. Da stößt er auf dieselbe Situation wie Wansing: Manchmal fehlen Material und Mitarbeiter. „Das ist aber kein flächiges Problem“ sagt Kresse.

Die Großbaustellen – Freiherr-von-Vincke-Schule und Rathaus – liefen weiter wie geplant. „Da kann man nichts vorziehen . Das geht nicht schneller, sondern bestenfalls zeitgerecht.“ Denn die jetzt deutlich schleppenderen Abstimmungsprozesse seien auch aufwendiger. Ortstermine würden nur wenn absolut unvermeidbar und dann mit so wenig Personen wie möglich gemacht. Im Fall des Rathauses, wo es gerade um die Lösung statischer Probleme gehe, seien besonders viele Ortstermine nötig. Daher so sei absehbar, dass es hier zu Verzögerungen kommen werde. Gleichzeitig, betont Kresse, sei aber noch alles innerhalb der Ausführungsfristen.

Ob das teurer wird, wenn sich beispielsweise der Umzug aus den angemieteten Räumlichkeiten am Weserglacis zurück an den Domhof verzögert? Müsse man sehen, sagt der Kämmerer. Auch das sei in der jetzigen Situation nicht absehbar.

Erst langsam wechselt die Verwaltung in den Planungsmodus zurück. „Nach drei Wochen Krisenbewältigung sehen wir jetzt verstärkt nach vorne“ – das heißt für ihn als Kämmerer: Vor allem auf den Haushalt. Der für 2020 hätte im März beschlossen werden sollen, der für 2021 müsste längst in Planung sein. In die Vorbereitung wolle er nun „sehr konzentriert einsteigen“. Zentrale Frage: Kann (und sollte) all das, was für 2020 geplant war, nun tatsächlich noch umgesetzt werden? Müssen andere Schwerpunkte gesetzt werden, ist das Geld woanders nötiger? „Wir werden Projekte nicht in Frage stellen, aber Verschiebungen wird es geben“, so Kresse.

Welche Summen über einen möglichen kommunalen Rettungsschirm nach Minden fließen und wie viel Gewerbesteuern eventuell ausbleiben – darüber könne er zurzeit nur spekulieren. Aber dass Einnahmen aus Kultureinrichtungen, im Nahverkehr und bei der Gewerbesteuer fehlen werden, ist absehbar. Einen ersten Überblick wird die Kämmerei bis zum 30. April erstellen. Bis dahin wird auch klarer sein, wie politische Gremien zusammen kommen und Entscheidungen treffen können, hofft Kresse.

Die Autorin ist erreichbar unter Monika.Jaeger@MT.de

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MindenWie die Corona-Krise den Fortschritt auf den großen Baustellen beeinflusstMonika JägerMinden. Zwei Fragen beschäftigen die Verantwortlichen für Straßen, Brücken und Gebäude bei der Stadt Minden gerade: Wie geht es mit den vielen bestehenden und geplanten Baustellen in diesem Jahr weiter und wie wirkt sich der aktuelle Corona-Lockdown auf die Kosten aus? Peter Wansing ist Leiter der Städtischen Betriebe (SBM). Er sagt: „Wir sind aktuell nicht schneller als vorher geplant.“ Große Baustellen wie die an der Portastraße laufen weiter. Allerdings werden einige kleinere Ausbesserungsarbeiten an Rad- und Gehwegen oder auch Maßnahmen für Barrierefreiheit in der Innenstadt jetzt in Angriff genommen. Diese hätten später möglicherweise zu Straßensperrungen mit Staus oder Verkehrsbehinderungen geführt. Unter anderem an Vincke- und Hellingstraße wurde und wird darum in diesen Tagen gearbeitet. Die externen Baufirmen hätten ebenso wie die SBM Vorsichtsmaßnahmen zum Schutz ihrer Mitarbeiter getroffen. Spürbar sei im Einzelfall, dass Firmen schlechter an Material kommen oder auch, dass ihnen Mitarbeiter fehlen, die aus dem Ausland kommen. Auswirkungen auf Kosten sieht er im Moment noch nicht. Übrigens spart Wansing auch nicht bei der Straßenreinigung – die Kehrmaschinen fahren wie immer. Für die städtischen Gebäude ist Kämmerer Norbert Kresse zuständig. Arbeiten vorzuziehen funktioniere nur für Instandhaltungen und dann auch nur im Einzelfall, sagt er, denn die beauftragten Unternehmen müssten das jeweils ja erst einmal leisten können. Da stößt er auf dieselbe Situation wie Wansing: Manchmal fehlen Material und Mitarbeiter. „Das ist aber kein flächiges Problem“ sagt Kresse. Die Großbaustellen – Freiherr-von-Vincke-Schule und Rathaus – liefen weiter wie geplant. „Da kann man nichts vorziehen . Das geht nicht schneller, sondern bestenfalls zeitgerecht.“ Denn die jetzt deutlich schleppenderen Abstimmungsprozesse seien auch aufwendiger. Ortstermine würden nur wenn absolut unvermeidbar und dann mit so wenig Personen wie möglich gemacht. Im Fall des Rathauses, wo es gerade um die Lösung statischer Probleme gehe, seien besonders viele Ortstermine nötig. Daher so sei absehbar, dass es hier zu Verzögerungen kommen werde. Gleichzeitig, betont Kresse, sei aber noch alles innerhalb der Ausführungsfristen. Ob das teurer wird, wenn sich beispielsweise der Umzug aus den angemieteten Räumlichkeiten am Weserglacis zurück an den Domhof verzögert? Müsse man sehen, sagt der Kämmerer. Auch das sei in der jetzigen Situation nicht absehbar. Erst langsam wechselt die Verwaltung in den Planungsmodus zurück. „Nach drei Wochen Krisenbewältigung sehen wir jetzt verstärkt nach vorne“ – das heißt für ihn als Kämmerer: Vor allem auf den Haushalt. Der für 2020 hätte im März beschlossen werden sollen, der für 2021 müsste längst in Planung sein. In die Vorbereitung wolle er nun „sehr konzentriert einsteigen“. Zentrale Frage: Kann (und sollte) all das, was für 2020 geplant war, nun tatsächlich noch umgesetzt werden? Müssen andere Schwerpunkte gesetzt werden, ist das Geld woanders nötiger? „Wir werden Projekte nicht in Frage stellen, aber Verschiebungen wird es geben“, so Kresse. Welche Summen über einen möglichen kommunalen Rettungsschirm nach Minden fließen und wie viel Gewerbesteuern eventuell ausbleiben – darüber könne er zurzeit nur spekulieren. Aber dass Einnahmen aus Kultureinrichtungen, im Nahverkehr und bei der Gewerbesteuer fehlen werden, ist absehbar. Einen ersten Überblick wird die Kämmerei bis zum 30. April erstellen. Bis dahin wird auch klarer sein, wie politische Gremien zusammen kommen und Entscheidungen treffen können, hofft Kresse. Die Autorin ist erreichbar unter Monika.Jaeger@MT.de