Mehr als 60 DRK-Kräfte halten die Corona-Ambulanz am Klinikum am Laufen Stefan Koch Minden. „Das Risiko, sich beim Einkaufen das Coronavirus einzufangen, ist wesentlich größer als hier“, sagt Sarah Klink zu ihren Dienst in der Corona-Ambulanz vor dem Johannes-Wesling-Klinikum. „Wir haben schließlich besondere Atemschutzmasken, Schutzkittel aus Plastik und Einmalhandschuhe.“ Damit fühle sie sich sicher. Die 28-Jährige ist Kreisrotkreuzleiterin des Kreisverbandes Altkreis Lübbecke. Wenn sie nicht im Auguste-Viktoria-Krankenhaus in Bad Oeynhausen in ihrem normalen Beruf als Krankenschwester Dienst tut, nutzt sie ihre Freizeit für den Einsatz in der Corona-Ambulanz. Als die Coronakrise das Land Nordrhein-Westfalen erreichte, hatte die Kreisverwaltung DRK-Einsatzeinheiten aus den Kreisverbänden Minden und Lübbecke mit jeweils 33 ehrenamtlichen Kräften angefordert. Unter der Leitung des Einsatzstabes des DRK Altkreises Lübbecke hatten die Helfer zahlreiche Aufgaben vor dem Klinikum zusammen mit Ärzten der Kassenärztlichen Vereinigung und dem Personal des Klinikums wahrnehmen müssen – der Auftrag ist zunächst bis zum 3. April befristet. Laut Hans Kleinemeier, ebenfalls Kreisrotkreuzleiter in Lübbecke, habe das DRK dazu fünf Zelte des Katastrophenschutzes und aus eigenen Beständen aufgebaut, Zeltheizung und Beleuchtung installiert sowie einen Container zum Aufenthalt von Patienten errichtet. In der Zeit zwischen 6 bis 22 Uhr ist das „Dorf“ vor dem Haupteingang des Klinikums mit vier DRK-Kräften besetzt, die in Acht-Stunden-Schichten arbeiten. Sie organisieren den Ablauf, betreuen Betroffene in der Ambulanz, begleiten mögliche Infizierte zur stationären Aufnahme im Klinikum und kümmern sich um die Desinfektion des Wartebereichs. „Routine ist das auf keinen Fall, was wir machen“, sagt Sarah Klink. Wenn sie früher in Betreuungssituationen eingesetzt gewesen seien – beispielsweise bei einer Bombenentschärfung – habe das meist nicht länger als einen Tag gedauert. Jetzt müsse der Dienst über Wochen aufrecht erhalten werden und die Lage erfordere zusätzlich, den Infektionsschutz im Auge zu behalten, zuverlässige Infrastruktur wie beheizte Zelte und funktionierende Technik zu gewährleisten. Als ungewöhnlich empfindet Klink auch die unvorhergesehenen Anforderungen im Tagesablauf, die sie und ihre mehr als 60 Mitstreiter zu bewältigen haben. „Mal gibt es Tage, an denen nur 40 Personen mit dem Verdacht auf eine Coronainfektion bei uns erscheinen, so dass es normal zu tun gibt.“ Mal aber kämen auch Hunderte – an einem Tag seien es sogar mehr als 700 gewesen. Dann gibt es lange Schlangen und die Männer und Frauen hinter den Atemschutzmasken müssen unter hoher Belastung für einen funktionierenden Betriebsablauf sorgen. Wie es mit der Dankbarkeit derer aussieht, für die das DRK in der Corona-Ambulanz da ist? „Die Ärzte der Kassenärztlichen Vereinigung, die hier täglich die Betroffenen untersuchen, wissen unser Engagement schon zu schätzen“, meint Jan-Torben Klink, Ehemann der Lübbecker Kreisrotkreuzleiterin und ebenfalls ehrenamtlich vor dem Klinikum im Einsatz. „Die Patienten wollen dagegen lieber ganz schnell weg von hier und sehen uns als gegeben an.“ Klink ist nun zehn bis 13 Stunden zeitübergreifend im Einsatz, um auch zwischen den Schichten als Schnittstelle zwischen den Ärzten der Kassenärztlichen Vereinigung, dem Klinikum sowie dem DRK zur Verfügung zu stehen. Früher hatte er sich als gelernter Maschinenbautechniker beim Technischen Hilfswerk engagiert und kam dann vor 15 Jahren als Jugendgruppenbetreuer zum DRK. Er meint, dass es nicht zuletzt den Arbeitgebern zu verdanken sei, wenn Ehrenamtliche sich in Zeiten der Krise engagieren könnten. Zwar erhalten sie für die Freistellung von Mitarbeitern nach dem Gesetz über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz (BHKG) eine Entschädigung. Aber in vielen Betrieben ist Personal durch Krankheit oder Quarantäne knapp geworden.

Mehr als 60 DRK-Kräfte halten die Corona-Ambulanz am Klinikum am Laufen

Rund 60 Ehrenamtliche des DRK halten die Corona-Ambulanz am Mindener Klinikum am Laufen. © Foto: privat

Minden. „Das Risiko, sich beim Einkaufen das Coronavirus einzufangen, ist wesentlich größer als hier“, sagt Sarah Klink zu ihren Dienst in der Corona-Ambulanz vor dem Johannes-Wesling-Klinikum. „Wir haben schließlich besondere Atemschutzmasken, Schutzkittel aus Plastik und Einmalhandschuhe.“ Damit fühle sie sich sicher. Die 28-Jährige ist Kreisrotkreuzleiterin des Kreisverbandes Altkreis Lübbecke. Wenn sie nicht im Auguste-Viktoria-Krankenhaus in Bad Oeynhausen in ihrem normalen Beruf als Krankenschwester Dienst tut, nutzt sie ihre Freizeit für den Einsatz in der Corona-Ambulanz.

Als die Coronakrise das Land Nordrhein-Westfalen erreichte, hatte die Kreisverwaltung DRK-Einsatzeinheiten aus den Kreisverbänden Minden und Lübbecke mit jeweils 33 ehrenamtlichen Kräften angefordert. Unter der Leitung des Einsatzstabes des DRK Altkreises Lübbecke hatten die Helfer zahlreiche Aufgaben vor dem Klinikum zusammen mit Ärzten der Kassenärztlichen Vereinigung und dem Personal des Klinikums wahrnehmen müssen – der Auftrag ist zunächst bis zum 3. April befristet.

Laut Hans Kleinemeier, ebenfalls Kreisrotkreuzleiter in Lübbecke, habe das DRK dazu fünf Zelte des Katastrophenschutzes und aus eigenen Beständen aufgebaut, Zeltheizung und Beleuchtung installiert sowie einen Container zum Aufenthalt von Patienten errichtet. In der Zeit zwischen 6 bis 22 Uhr ist das „Dorf“ vor dem Haupteingang des Klinikums mit vier DRK-Kräften besetzt, die in Acht-Stunden-Schichten arbeiten. Sie organisieren den Ablauf, betreuen Betroffene in der Ambulanz, begleiten mögliche Infizierte zur stationären Aufnahme im Klinikum und kümmern sich um die Desinfektion des Wartebereichs.

„Routine ist das auf keinen Fall, was wir machen“, sagt Sarah Klink. Wenn sie früher in Betreuungssituationen eingesetzt gewesen seien – beispielsweise bei einer Bombenentschärfung – habe das meist nicht länger als einen Tag gedauert. Jetzt müsse der Dienst über Wochen aufrecht erhalten werden und die Lage erfordere zusätzlich, den Infektionsschutz im Auge zu behalten, zuverlässige Infrastruktur wie beheizte Zelte und funktionierende Technik zu gewährleisten.

Als ungewöhnlich empfindet Klink auch die unvorhergesehenen Anforderungen im Tagesablauf, die sie und ihre mehr als 60 Mitstreiter zu bewältigen haben. „Mal gibt es Tage, an denen nur 40 Personen mit dem Verdacht auf eine Coronainfektion bei uns erscheinen, so dass es normal zu tun gibt.“ Mal aber kämen auch Hunderte – an einem Tag seien es sogar mehr als 700 gewesen. Dann gibt es lange Schlangen und die Männer und Frauen hinter den Atemschutzmasken müssen unter hoher Belastung für einen funktionierenden Betriebsablauf sorgen.

Wie es mit der Dankbarkeit derer aussieht, für die das DRK in der Corona-Ambulanz da ist? „Die Ärzte der Kassenärztlichen Vereinigung, die hier täglich die Betroffenen untersuchen, wissen unser Engagement schon zu schätzen“, meint Jan-Torben Klink, Ehemann der Lübbecker Kreisrotkreuzleiterin und ebenfalls ehrenamtlich vor dem Klinikum im Einsatz. „Die Patienten wollen dagegen lieber ganz schnell weg von hier und sehen uns als gegeben an.“

Klink ist nun zehn bis 13 Stunden zeitübergreifend im Einsatz, um auch zwischen den Schichten als Schnittstelle zwischen den Ärzten der Kassenärztlichen Vereinigung, dem Klinikum sowie dem DRK zur Verfügung zu stehen. Früher hatte er sich als gelernter Maschinenbautechniker beim Technischen Hilfswerk engagiert und kam dann vor 15 Jahren als Jugendgruppenbetreuer zum DRK. Er meint, dass es nicht zuletzt den Arbeitgebern zu verdanken sei, wenn Ehrenamtliche sich in Zeiten der Krise engagieren könnten. Zwar erhalten sie für die Freistellung von Mitarbeitern nach dem Gesetz über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz (BHKG) eine Entschädigung. Aber in vielen Betrieben ist Personal durch Krankheit oder Quarantäne knapp geworden.

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