Minden.

Wegen Corona-Krise: Kreis richtet vorsorglich zentrales Pflegeheim in Bad Oeynhausen ein

Monika Jäger

Wenn es kreisweit wegen der Corona-Krise Engpässe in der Betreuung Pflegebedürftiger geben sollte, können bis zu 110 Menschen in der Klinik Porta Westfalica in Bad Oeynhausen versorgt werden. - © Foto: privat
Wenn es kreisweit wegen der Corona-Krise Engpässe in der Betreuung Pflegebedürftiger geben sollte, können bis zu 110 Menschen in der Klinik Porta Westfalica in Bad Oeynhausen versorgt werden. (© Foto: privat)

Minden. Für alle Fälle gerüstet sein wolle die Kreisverwaltung Minden-Lübbecke, so Gesundheits- und Sozialdezernent Hans-Joerg Deichholz. Und darum habe der Krisenstab sich auch mit der Frage befasst, was mit Menschen aus der ambulanten Pflege passiert, wenn die Zahl der Corona-Erkrankten steigt. „Wir haben in den letzten Jahren die ambulante Betreuung Pflegebedürftiger intensiv voran getrieben, das ist gut so und gesellschaftlich gewollt“, so Deichholz. „Im Krisenstab haben wir uns aber vorausschauend mit vielen möglichen Aspekten befasst, und dazu gehörte auch dieser: Können wir die ambulante Pflege in einer Situation, die voraussichtlich kommt, weiter flächendeckend leisten?“

Da die ambulanten Pflegedienste bereits signalisiert hätten, dass sie dann Unterstützung benötigen werden, habe der Kreis sich entschieden, für die Zeit der Krise übergangsweise eine zentrale Stelle zur Unterbringung einzurichten. Hier können künftig erstens Menschen aus dem Kreisgebiet aufgenommen werden, die regelmäßig pflegerische Versorgung brauchen, falls der Pflegedienst das kurzzeitig nicht mehr übernehmen kann.

Hans-Joerg Deichholz.

MT-Foto: B. Piel - © Piel
Hans-Joerg Deichholz.
MT-Foto: B. Piel (© Piel)

Zweitens könnten dorthin Menschen kommen, die ohne Corona-Symptome aus dem Krankenhaus entlassen werden, aber von ihrem Alten- oder Pflegeheim gerade nicht mehr aufgenommen werden können, weil dort unter Umständen Corona-Fälle sind. Drittens geht es auch um generell Pflegebedürftige, die aus dem Krankenhaus kommen, Corona-positiv sind, aber keine intensive medizinische Behandlung mehr benötigen.

Hierfür steht ab dem 1. April nun die Klinik Porta Westfalica in Bad Oeynhausen bereit, so Deichholz. Zirka 65 Personen ohne Symptome und etwa 45 mit Symptomen sollen hier maximal unterkommen können. „Die Raumkapazitäten geben mehr her“, so Deichholz, der aber erwartet, dass diese Platzzahl ausreichend sein dürfte. Die Reha-Klinik habe wegen des bestehenden Aufnahmestopps zunehmend weniger Patienten, so dass sich hier die verschiedenen Bereiche auch nicht mischen. „Wir werden das langsam aufbauen.“

Wann der erste Patient komme, sei unklar, es gebe niemanden in Wartestellung betont Deichholz nachdrücklich und legt auch Wert auf die Feststellung: „Das ist ein temporäres Heim, Wenn es nicht mehr nötig ist, wird es danach auch wieder zugemacht.“

Corona-Fälle in Alten- und Pflegeheimen im Kreis seien ihm zur Stunde nicht bekannt.

Zur Finanzierung des neuen Notaufnahme-Pflegeheims seien mit den Pflegekassen bereits Vereinbarungen getroffen worden. „Diese Lösung sei innerhalb von einer Woche umgesetzt worden“, betont der Gesundheitsdezernent.

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Minden.Wegen Corona-Krise: Kreis richtet vorsorglich zentrales Pflegeheim in Bad Oeynhausen einMonika JägerMinden. Für alle Fälle gerüstet sein wolle die Kreisverwaltung Minden-Lübbecke, so Gesundheits- und Sozialdezernent Hans-Joerg Deichholz. Und darum habe der Krisenstab sich auch mit der Frage befasst, was mit Menschen aus der ambulanten Pflege passiert, wenn die Zahl der Corona-Erkrankten steigt. „Wir haben in den letzten Jahren die ambulante Betreuung Pflegebedürftiger intensiv voran getrieben, das ist gut so und gesellschaftlich gewollt“, so Deichholz. „Im Krisenstab haben wir uns aber vorausschauend mit vielen möglichen Aspekten befasst, und dazu gehörte auch dieser: Können wir die ambulante Pflege in einer Situation, die voraussichtlich kommt, weiter flächendeckend leisten?“ Da die ambulanten Pflegedienste bereits signalisiert hätten, dass sie dann Unterstützung benötigen werden, habe der Kreis sich entschieden, für die Zeit der Krise übergangsweise eine zentrale Stelle zur Unterbringung einzurichten. Hier können künftig erstens Menschen aus dem Kreisgebiet aufgenommen werden, die regelmäßig pflegerische Versorgung brauchen, falls der Pflegedienst das kurzzeitig nicht mehr übernehmen kann. Zweitens könnten dorthin Menschen kommen, die ohne Corona-Symptome aus dem Krankenhaus entlassen werden, aber von ihrem Alten- oder Pflegeheim gerade nicht mehr aufgenommen werden können, weil dort unter Umständen Corona-Fälle sind. Drittens geht es auch um generell Pflegebedürftige, die aus dem Krankenhaus kommen, Corona-positiv sind, aber keine intensive medizinische Behandlung mehr benötigen. Hierfür steht ab dem 1. April nun die Klinik Porta Westfalica in Bad Oeynhausen bereit, so Deichholz. Zirka 65 Personen ohne Symptome und etwa 45 mit Symptomen sollen hier maximal unterkommen können. „Die Raumkapazitäten geben mehr her“, so Deichholz, der aber erwartet, dass diese Platzzahl ausreichend sein dürfte. Die Reha-Klinik habe wegen des bestehenden Aufnahmestopps zunehmend weniger Patienten, so dass sich hier die verschiedenen Bereiche auch nicht mischen. „Wir werden das langsam aufbauen.“ Wann der erste Patient komme, sei unklar, es gebe niemanden in Wartestellung betont Deichholz nachdrücklich und legt auch Wert auf die Feststellung: „Das ist ein temporäres Heim, Wenn es nicht mehr nötig ist, wird es danach auch wieder zugemacht.“ Corona-Fälle in Alten- und Pflegeheimen im Kreis seien ihm zur Stunde nicht bekannt. Zur Finanzierung des neuen Notaufnahme-Pflegeheims seien mit den Pflegekassen bereits Vereinbarungen getroffen worden. „Diese Lösung sei innerhalb von einer Woche umgesetzt worden“, betont der Gesundheitsdezernent.