MT-Corona-Concerts: Andreas Mand Minden (och). Seit gut einer Woche liegt das kulturelle Leben brach. Alle Konzerte, Theateraufführungen und Auftritte vor Publikum sind abgesagt. Das Publikum kann streamen, fernsehen oder lesen. Aber den Künstlern brechen nicht nur die Einnahmemöglichkeiten weg, sondern auch die Möglichkeit, mit ihrem Publikum in Kontakt zu treten. Der Schriftsteller Andreas Mand, der für das Kulturforum alle zwei Jahre die Lange Nacht der Kultur organisiert, hatte sich mit der Idee an das MT gewandt, den Künstlern eine virtuelle Bühne zu bieten. Das macht die Redaktion gerne. Von heute an veröffentlichen wir an dieser Stelle die Videos, die Künstler uns zugesandt haben. Von der Stadt Minden wird die Aktion mit einem kleinen Föderbetrag unterstützt, der an die Künstler gehen wird. Der Text, den Andreas Mand selbst vorträgt, hört sich brandaktuell an, als wären es Eindrücke aus einer Corona-Station. Sind sie aber nicht. Er entstand in den 80er Jahren als „Sprechgesang" zu einer Walzermelodie, erzählt der Wahl-Mindener, der in Duisburg aufwuchs. Das Ruhrgebiet in den 60er Jahren war allerdings nicht nur für Kinder eine ungesunde Umgebung. Als Vierjähriger landete Andreas Mand im Krankenhaus, weil ein Lungenflügel nicht arbeitete. „Warum weiß ich nicht mehr, aber ich weiß noch genau, wie schrecklich sich das angefühlt hat, wochenlang isoliert zu sein", sagt der 60-Jährige. Diese Eindrücke habe er damals in dem Songtext für seine Band „Die falschen Freunde" verarbeitet. Für die Aufnahme verzichtete er allerdings auf die Gitarrenbegleitung, weil er sich dafür nicht mehr gut genug in Übung empfindet. Andreas Mand, der für das Kulturforum bereits drei Mal die „Lange Nacht der Kultur" organisiert hat, hatte den Anstoß zu den Corona-Concerts gegeben. Er hat bislang 13 Romane veröffentlicht, darunter die Geschichten um den kindlichen „Grover" (Grovers Erfindung, Grover am See und Das große Grover Buch) oder um den jungen Erwachsenen Paul Schade (Kleinstadthelden, Das rote Schiff, Paul und die Beatmaschine und Vaterkind). Zuletzt erschien 2016 „Der zweite Garten", eine Art Tagebuch aus dem Alltag einer Familie in Minden.

MT-Corona-Concerts: Andreas Mand

© Repro: MT

Minden (och). Seit gut einer Woche liegt das kulturelle Leben brach. Alle Konzerte, Theateraufführungen und Auftritte vor Publikum sind abgesagt. Das Publikum kann streamen, fernsehen oder lesen. Aber den Künstlern brechen nicht nur die Einnahmemöglichkeiten weg, sondern auch die Möglichkeit, mit ihrem Publikum in Kontakt zu treten.

Der Schriftsteller Andreas Mand, der für das Kulturforum alle zwei Jahre die Lange Nacht der Kultur organisiert, hatte sich mit der Idee an das MT gewandt, den Künstlern eine virtuelle Bühne zu bieten. Das macht die Redaktion gerne. Von heute an veröffentlichen wir an dieser Stelle die Videos, die Künstler uns zugesandt haben. Von der Stadt Minden wird die Aktion mit einem kleinen Föderbetrag unterstützt, der an die Künstler gehen wird.

Der Text, den Andreas Mand selbst vorträgt, hört sich brandaktuell an, als wären es Eindrücke aus einer Corona-Station. Sind sie aber nicht. Er entstand in den 80er Jahren als „Sprechgesang" zu einer Walzermelodie, erzählt der Wahl-Mindener, der in Duisburg aufwuchs. Das Ruhrgebiet in den 60er Jahren war allerdings nicht nur für Kinder eine ungesunde Umgebung. Als Vierjähriger landete Andreas Mand im Krankenhaus, weil ein Lungenflügel nicht arbeitete. „Warum weiß ich nicht mehr, aber ich weiß noch genau, wie schrecklich sich das angefühlt hat, wochenlang isoliert zu sein", sagt der 60-Jährige. Diese Eindrücke habe er damals in dem Songtext für seine Band „Die falschen Freunde" verarbeitet.

Für die Aufnahme verzichtete er allerdings auf die Gitarrenbegleitung, weil er sich dafür nicht mehr gut genug in Übung empfindet. Andreas Mand, der für das Kulturforum bereits drei Mal die „Lange Nacht der Kultur" organisiert hat, hatte den Anstoß zu den Corona-Concerts gegeben. Er hat bislang 13 Romane veröffentlicht, darunter die Geschichten um den kindlichen „Grover" (Grovers Erfindung, Grover am See und Das große Grover Buch) oder um den jungen Erwachsenen Paul Schade (Kleinstadthelden, Das rote Schiff, Paul und die Beatmaschine und Vaterkind). Zuletzt erschien 2016 „Der zweite Garten", eine Art Tagebuch aus dem Alltag einer Familie in Minden.

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