Minden

MT-Aktion "Trostbilder": Kinder malen, um anderen Menschen eine Freude zu machen

Jan Henning Rogge

Uwe Schreiner und seine Frau wurde mit dieser Straßenmalerei von ihren Enkelkinder überrascht. - © Foto: privat
Uwe Schreiner und seine Frau wurde mit dieser Straßenmalerei von ihren Enkelkinder überrascht. (© Foto: privat)

Minden. Die Idee kam meinen Töchtern beim Malen – und sie war ihnen so wichtig, dass sie mich gleich in der Redaktion anriefen: „Viele Menschen sind doch gerade traurig und haben Angst – und deshalb wollen wir Trostbilder malen!" Ich gebe zu, ich war ein wenig begriffsstutzig: „Trostbilder? Was ist das?" Die Antwort klang leicht genervt: „Bilder, die ganz viele Kinder malen und die sich alte oder traurige Menschen dann ins Fenster hängen können – und du sollst die in die Zeitung bringen!" Einen Moment habe ich gebraucht, bis ich sie verstand. Aber dann fiel der Groschen. Und nun startet das MT sowohl im Internet als auch gedruckt mit Trostbildern – von Kindern aus der Region für alle, die sie brauchen. Die ersten beiden sind schon da.

Mit solchen Gedanken sind meine Kinder nicht alleine: Die Enkelkinder von Uwe Schreiner hatten eine ähnliche Idee. Als der Mindener mit seiner Frau vor einigen Tagen von einem Spaziergang zurückkam, hatten die mit Kreide ein großes Herz auf die Straße gemalt. „Wir vermissen Euch – wir lieben Euch – wir küssen Euch" schrieben sie dazu. „Es schmerzt, Kinder und Enkelkinder nicht persönlich zu sehen. Umso überraschter und glücklich waren wir über den Sonntagsgruß unserer Lieben", sagt er.

Apfelbäume, eine Blume und eine Wimpelkette – da ist gute Laune garantiert.
Apfelbäume, eine Blume und eine Wimpelkette – da ist gute Laune garantiert.

Viele Menschen leben derzeit isoliert alleine zu Hause oder in Heimen und können keinen Besuch empfangen. Zu zeigen, dass auch an sie jemand denkt, ist deshalb der Gedanke hinter der „Trostbilder"-Aktion. In den nächsten Ausgaben werden immer wieder von Kindern gemalte Bilder abgedruckt, die vielleicht so ihren Weg an die Wand im Seniorenheim oder den Kühlschrank zu Hause finden. Bilder, die Mut und die Welt ein bisschen bunter machen. Oder die vielleicht ein wenig Freude schenken, in Zeiten, die alles andere als normal sind.

Eine Blumenwiese mit Vögeln, die mit dem Finger gestempelt wurden. Fotos: Rogge
Eine Blumenwiese mit Vögeln, die mit dem Finger gestempelt wurden. Fotos: Rogge

Doch damit nicht genug: Heute wird zum ersten Mal das MT-Briefpapier veröffentlicht: Auf Seite 15 gibt es eine Vorlage, mit der es ganz einfach ist, anderen Menschen eine Freude zu machen. Kleiner Tipp: nicht zu wild malen und schreiben, Zeitungspapier reißt schneller als normales Malpapier.

Die Gedanken aufzuschreiben, kann älteren Kindern helfen, die ungewöhnlichen Dinge, die sie gerade erleben, besser zu verarbeiten. Und Bilder können nicht nur ein Trost für andere sein, sagt Kathrin Kosiek, Rektorin der Hohenstaufenschule. „Kinder können so Dinge zum Ausdruck bringen, für die ihnen die Sprache fehlt. Außerdem machen sie die Welt doch deutlich bunter – zumindest, wenn sie viel Farbe benutzen."

Noch dazu kommt der künstlerische Bereich beim Unterricht zu Hause oft zu kurz, stellt die Schulleiterin fest. „Wir haben Aufgaben in Deutsch und Mathe vorbereitet, vielleicht auch noch in Sachkunde, die die Kinder zu Hause lösen können – an den Kunstunterricht wird da viel zu wenig gedacht." Das Malen sei außerdem für die Feinmotorik wichtig. „Und wer will, kann ja auch mal ausprobieren, mit der anderen Hand zu malen – oder mit den Füßen." Und wer nicht gerne malt, ist mit Knete oder anderen Bastelarbeiten gut bedient.

Die Redaktion freut sich jetzt aber zunächst auf viele schöne Kinderbilder. Alle Bilder werden in einer Fotostrecke im Internet veröffentlicht, immer wieder soll es Bilderseiten in der gedruckten Zeitung geben.

So machst du mit

Male ein Bild und fotografiere es. Das geht zum Beispiel mit einem Mobiltelefon ganz einfach. Dann schickst du uns das Foto per Mail an leserfotos@mt.de. Ganz wichtig: Bitte schreib „Trostbild" in die Betreffzeile. Wir freuen uns sehr auf dein Bild!

Zum Herunterladen
  1. 200327_1959_mt_clever_briefpapier_288x445mm.pdf

Copyright © Mindener Tageblatt 2020
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

4 Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.

MindenMT-Aktion "Trostbilder": Kinder malen, um anderen Menschen eine Freude zu machenJan Henning RoggeMinden. Die Idee kam meinen Töchtern beim Malen – und sie war ihnen so wichtig, dass sie mich gleich in der Redaktion anriefen: „Viele Menschen sind doch gerade traurig und haben Angst – und deshalb wollen wir Trostbilder malen!" Ich gebe zu, ich war ein wenig begriffsstutzig: „Trostbilder? Was ist das?" Die Antwort klang leicht genervt: „Bilder, die ganz viele Kinder malen und die sich alte oder traurige Menschen dann ins Fenster hängen können – und du sollst die in die Zeitung bringen!" Einen Moment habe ich gebraucht, bis ich sie verstand. Aber dann fiel der Groschen. Und nun startet das MT sowohl im Internet als auch gedruckt mit Trostbildern – von Kindern aus der Region für alle, die sie brauchen. Die ersten beiden sind schon da. Mit solchen Gedanken sind meine Kinder nicht alleine: Die Enkelkinder von Uwe Schreiner hatten eine ähnliche Idee. Als der Mindener mit seiner Frau vor einigen Tagen von einem Spaziergang zurückkam, hatten die mit Kreide ein großes Herz auf die Straße gemalt. „Wir vermissen Euch – wir lieben Euch – wir küssen Euch" schrieben sie dazu. „Es schmerzt, Kinder und Enkelkinder nicht persönlich zu sehen. Umso überraschter und glücklich waren wir über den Sonntagsgruß unserer Lieben", sagt er. Viele Menschen leben derzeit isoliert alleine zu Hause oder in Heimen und können keinen Besuch empfangen. Zu zeigen, dass auch an sie jemand denkt, ist deshalb der Gedanke hinter der „Trostbilder"-Aktion. In den nächsten Ausgaben werden immer wieder von Kindern gemalte Bilder abgedruckt, die vielleicht so ihren Weg an die Wand im Seniorenheim oder den Kühlschrank zu Hause finden. Bilder, die Mut und die Welt ein bisschen bunter machen. Oder die vielleicht ein wenig Freude schenken, in Zeiten, die alles andere als normal sind. Doch damit nicht genug: Heute wird zum ersten Mal das MT-Briefpapier veröffentlicht: Auf Seite 15 gibt es eine Vorlage, mit der es ganz einfach ist, anderen Menschen eine Freude zu machen. Kleiner Tipp: nicht zu wild malen und schreiben, Zeitungspapier reißt schneller als normales Malpapier. Die Gedanken aufzuschreiben, kann älteren Kindern helfen, die ungewöhnlichen Dinge, die sie gerade erleben, besser zu verarbeiten. Und Bilder können nicht nur ein Trost für andere sein, sagt Kathrin Kosiek, Rektorin der Hohenstaufenschule. „Kinder können so Dinge zum Ausdruck bringen, für die ihnen die Sprache fehlt. Außerdem machen sie die Welt doch deutlich bunter – zumindest, wenn sie viel Farbe benutzen." Noch dazu kommt der künstlerische Bereich beim Unterricht zu Hause oft zu kurz, stellt die Schulleiterin fest. „Wir haben Aufgaben in Deutsch und Mathe vorbereitet, vielleicht auch noch in Sachkunde, die die Kinder zu Hause lösen können – an den Kunstunterricht wird da viel zu wenig gedacht." Das Malen sei außerdem für die Feinmotorik wichtig. „Und wer will, kann ja auch mal ausprobieren, mit der anderen Hand zu malen – oder mit den Füßen." Und wer nicht gerne malt, ist mit Knete oder anderen Bastelarbeiten gut bedient. Die Redaktion freut sich jetzt aber zunächst auf viele schöne Kinderbilder. Alle Bilder werden in einer Fotostrecke im Internet veröffentlicht, immer wieder soll es Bilderseiten in der gedruckten Zeitung geben. So machst du mit Male ein Bild und fotografiere es. Das geht zum Beispiel mit einem Mobiltelefon ganz einfach. Dann schickst du uns das Foto per Mail an leserfotos@mt.de. Ganz wichtig: Bitte schreib „Trostbild" in die Betreffzeile. Wir freuen uns sehr auf dein Bild!