Minden

Sonderabfüllung gegen das Virus: Siegfried produziert Desinfektionsmittel

Henning Wandel

Die Unternehmen im Kreis sind aufgerufen, in der Corona-Krise zu helfen. Siegfried beteiligt sich mit einer Charge Desinfektionsmittel. MT-Archivforo: Alex Lehn - © Ales Lehn
Die Unternehmen im Kreis sind aufgerufen, in der Corona-Krise zu helfen. Siegfried beteiligt sich mit einer Charge Desinfektionsmittel. MT-Archivforo: Alex Lehn (© Ales Lehn)

Minden. Noch bevor der Krisenstab des Kreises Minden-Lübbecke gestern seinen Spendenaufruf für Schutzausrüstung starten konnte, ist das Chemieunternehmen Siegfried vorweg gegangen. An der Karlstraße, wo sonst Koffein und andere Wirkstoffe für die Arzneimittelproduktion hergestellt werden, entstehen kurzfristig neben dem täglichen Betrieb 3.000 Liter Desinfektionsmittel. Wie der Betriebschemiker Dr. Christian Honacker gegenüber dem MT sagt, sollen insgesamt 6.000 Flaschen mit jeweils 500 Millilitern abgefüllt werden, die zu einem kleinen Teil an Mitarbeiter im Unternehmen abgegeben werden, zum Großteil aber an Krankenhäuser, Arztpraxen, Pflegeeinrichtungen oder auch etwa an Physiotherapeuten gespendet werden sollen.

Wie Honacker sagt, ist für die Abfüllung eine provisorische Anlage aufgebaut worden, Siegfried halte sich dabei strikt an eine von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vorgegebene Rezeptur. „Wir wollten helfen“, sagte Honacker. Und weil der Hauptbestandteil für das Händedesinfektionsmittel auch in der regulären Produktion benötigt und somit auf Lager gewesen sei, lag die Idee nahe, sich in dieser Form einzubringen. Zunächst ist die Sonderabfüllung als einmalige Aktion geplant.

Unterdessen hat der Krisenstab des Kreises einen Spendenaufruf an Unternehmen gerichtet, da auch die persönliche Schutzausrüstung in Arztpraxen, Krankenhäusern, im Rettungsdienst und in Pflegeeinrichtungen knapp würden. Es müsse jetzt darauf geachtet werden, die medizinische und pflegerische Versorgung sicherstellen, sagt die Leiterin des Krisenstabs, Kreisdirektorin Cornelia Schöder: „Hierfür benötigen wir dringend Schutzausrüstung.“

Masken und Schutzkleidung fänden sich auch in Unternehmen, die zurzeit selbst ihre Produktion eingeschränkt hätten, so Schöder. Konkret würden Atemschutzmasken FFP 2 und 3 sowie Schutzoveralls, Schutzkittel, Schutzbrillen und medizinische Einmalhandschuhe gesucht. Wer spenden möchte, kann sich an den Kreis Minden-Lübbecke wenden unter Tel.: (05 71) 80 72 17 61.

Siegfried verteilt das Desinfektionsmittel an Krankenhäuser, Tageskliniken, Arztpraxen, Alten- und Pflegeheime, Pflegedienste, Physiotherapiepraxen sowie Kitas und Schulen im Kreis Minden-Lübbecke. Diese Einrichtungen können sich per E-Mail an info.gl@siegfried.ch mit dem Betreff „Desinfektionsmittel“ an Siegfried wenden. Benötigt werden neben vollständigen und offiziellen Absenderangaben die benötigte Anzahl der Gebinde und der vorgesehen Einsatzzweck. Weitere Details, etwa zur Übergabe, folgen dann per E-Mail. Wie Siegfried mitteilt, werden ausschließlich E-Mails berücksichtigt, aus dessen Absenderangabe der Name der Institution hervorgeht. Mails von privaten Absendern werden hingegen nicht beantwortet.

Copyright © Mindener Tageblatt 2020
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.

MindenSonderabfüllung gegen das Virus: Siegfried produziert DesinfektionsmittelHenning WandelMinden. Noch bevor der Krisenstab des Kreises Minden-Lübbecke gestern seinen Spendenaufruf für Schutzausrüstung starten konnte, ist das Chemieunternehmen Siegfried vorweg gegangen. An der Karlstraße, wo sonst Koffein und andere Wirkstoffe für die Arzneimittelproduktion hergestellt werden, entstehen kurzfristig neben dem täglichen Betrieb 3.000 Liter Desinfektionsmittel. Wie der Betriebschemiker Dr. Christian Honacker gegenüber dem MT sagt, sollen insgesamt 6.000 Flaschen mit jeweils 500 Millilitern abgefüllt werden, die zu einem kleinen Teil an Mitarbeiter im Unternehmen abgegeben werden, zum Großteil aber an Krankenhäuser, Arztpraxen, Pflegeeinrichtungen oder auch etwa an Physiotherapeuten gespendet werden sollen. Wie Honacker sagt, ist für die Abfüllung eine provisorische Anlage aufgebaut worden, Siegfried halte sich dabei strikt an eine von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vorgegebene Rezeptur. „Wir wollten helfen“, sagte Honacker. Und weil der Hauptbestandteil für das Händedesinfektionsmittel auch in der regulären Produktion benötigt und somit auf Lager gewesen sei, lag die Idee nahe, sich in dieser Form einzubringen. Zunächst ist die Sonderabfüllung als einmalige Aktion geplant. Unterdessen hat der Krisenstab des Kreises einen Spendenaufruf an Unternehmen gerichtet, da auch die persönliche Schutzausrüstung in Arztpraxen, Krankenhäusern, im Rettungsdienst und in Pflegeeinrichtungen knapp würden. Es müsse jetzt darauf geachtet werden, die medizinische und pflegerische Versorgung sicherstellen, sagt die Leiterin des Krisenstabs, Kreisdirektorin Cornelia Schöder: „Hierfür benötigen wir dringend Schutzausrüstung.“ Masken und Schutzkleidung fänden sich auch in Unternehmen, die zurzeit selbst ihre Produktion eingeschränkt hätten, so Schöder. Konkret würden Atemschutzmasken FFP 2 und 3 sowie Schutzoveralls, Schutzkittel, Schutzbrillen und medizinische Einmalhandschuhe gesucht. Wer spenden möchte, kann sich an den Kreis Minden-Lübbecke wenden unter Tel.: (05 71) 80 72 17 61. Siegfried verteilt das Desinfektionsmittel an Krankenhäuser, Tageskliniken, Arztpraxen, Alten- und Pflegeheime, Pflegedienste, Physiotherapiepraxen sowie Kitas und Schulen im Kreis Minden-Lübbecke. Diese Einrichtungen können sich per E-Mail an info.gl@siegfried.ch mit dem Betreff „Desinfektionsmittel“ an Siegfried wenden. Benötigt werden neben vollständigen und offiziellen Absenderangaben die benötigte Anzahl der Gebinde und der vorgesehen Einsatzzweck. Weitere Details, etwa zur Übergabe, folgen dann per E-Mail. Wie Siegfried mitteilt, werden ausschließlich E-Mails berücksichtigt, aus dessen Absenderangabe der Name der Institution hervorgeht. Mails von privaten Absendern werden hingegen nicht beantwortet.