Landesverband wünscht sich virtuelle Unterrichtsformen

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Ebenso wie die öffentlichen Schulen, sind auch viele städtische Musikschulen in NRW geschlossen. Bernd Smalla, Vorsitzender des Landesverbands der Musikschulen in NRW, ruft dazu auf, das musikalische Lernen nicht einfach fallen zu lassen.

„Das wäre unverantwortlich, denn einerseits verfügen die Schüler zurzeit über ein viel größeres Zeitkontingent, andererseits stehen auf Seiten der Musikschulen die Personalressourcen zur Verfügung“, findet Smalla. Einzig das Coronavirus verhindert, dass Musikschüler und -lehrkräfte sich persönlich begegnen, um gemeinsam zu musizieren.

In dieser Situation seien virtuelle Unterrichtsformen zumindest übergangsweise das Gebot der Stunde. „Bereits am Ende der ersten Corona-Schließungswoche haben eine ganze Reihe von Musikschulen in NRW ihren Unterricht sukzessive auf Online-Angebote umgestellt oder sind gerade in der Einführungsphase“, beobachtet der Verbandsvorsitzende. Die Resonanz von Schülern, Eltern und Lehrkräften sei überaus positiv. Offenbar gebe es gerade in schwierigen Lebenssituationen ein großes Bedürfnis nach musikalischer Betätigung.

„Alle Musikschulen stehen in ständigem Austausch im Landesverband der Musikschulen in NRW (LVdM) und auch im bundesweiten Verband der Musikschulen (VdM), um ihre Erfahrungen auszutauschen und ihre Angebote auch kurzfristig optimieren zu können. Darüber hinaus bin ich überzeugt, dass die Hersteller auf den sprunghaft steigenden Bedarf reagieren und ihre Anwendungen für die Erfordernisse der Musikübertragung optimieren“, hofft Smalla.

Ganz neu sei das gemeinsame Musizieren von unterschiedlichen Standorten mittels Audio- und Videoübertragung allerdings nicht. Pioniere wie Karlheinz Stockhausen hätten das schon vor vielen Jahren in ihren Werken eingesetzt, ruft der Experte ins Gedächtnis.

„Am Ende der Coronakrise werden wir aber alle sehr glücklich sein, wenn wir uns auch beim Musikmachen und –lernen wieder direkt und persönlich begegnen können. Gerade das gehört zu den Stärken von Musikschule“, sagt Smalla. Er ist sich sicher, dass nach der Krise digitale Angebote bestehen bleiben, die das traditionelle Angebot der Musikschulen erweitern.

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Landesverband wünscht sich virtuelle UnterrichtsformenEbenso wie die öffentlichen Schulen, sind auch viele städtische Musikschulen in NRW geschlossen. Bernd Smalla, Vorsitzender des Landesverbands der Musikschulen in NRW, ruft dazu auf, das musikalische Lernen nicht einfach fallen zu lassen. „Das wäre unverantwortlich, denn einerseits verfügen die Schüler zurzeit über ein viel größeres Zeitkontingent, andererseits stehen auf Seiten der Musikschulen die Personalressourcen zur Verfügung“, findet Smalla. Einzig das Coronavirus verhindert, dass Musikschüler und -lehrkräfte sich persönlich begegnen, um gemeinsam zu musizieren. In dieser Situation seien virtuelle Unterrichtsformen zumindest übergangsweise das Gebot der Stunde. „Bereits am Ende der ersten Corona-Schließungswoche haben eine ganze Reihe von Musikschulen in NRW ihren Unterricht sukzessive auf Online-Angebote umgestellt oder sind gerade in der Einführungsphase“, beobachtet der Verbandsvorsitzende. Die Resonanz von Schülern, Eltern und Lehrkräften sei überaus positiv. Offenbar gebe es gerade in schwierigen Lebenssituationen ein großes Bedürfnis nach musikalischer Betätigung. „Alle Musikschulen stehen in ständigem Austausch im Landesverband der Musikschulen in NRW (LVdM) und auch im bundesweiten Verband der Musikschulen (VdM), um ihre Erfahrungen auszutauschen und ihre Angebote auch kurzfristig optimieren zu können. Darüber hinaus bin ich überzeugt, dass die Hersteller auf den sprunghaft steigenden Bedarf reagieren und ihre Anwendungen für die Erfordernisse der Musikübertragung optimieren“, hofft Smalla. Ganz neu sei das gemeinsame Musizieren von unterschiedlichen Standorten mittels Audio- und Videoübertragung allerdings nicht. Pioniere wie Karlheinz Stockhausen hätten das schon vor vielen Jahren in ihren Werken eingesetzt, ruft der Experte ins Gedächtnis. „Am Ende der Coronakrise werden wir aber alle sehr glücklich sein, wenn wir uns auch beim Musikmachen und –lernen wieder direkt und persönlich begegnen können. Gerade das gehört zu den Stärken von Musikschule“, sagt Smalla. Er ist sich sicher, dass nach der Krise digitale Angebote bestehen bleiben, die das traditionelle Angebot der Musikschulen erweitern.