Minden

Contipark-Kunden zahlen und erhalten trotzdem ein Knöllchen

Stefan Koch

Immer wieder kommt es am Mindener Bahnhof zum Ärger mit dem Parkflächen-Betreiber. Der scheint an der Regulierung der Vorfälle wenig interessiert zu sein. MT- - © Foto: Alex Lehn
Immer wieder kommt es am Mindener Bahnhof zum Ärger mit dem Parkflächen-Betreiber. Der scheint an der Regulierung der Vorfälle wenig interessiert zu sein. MT- (© Foto: Alex Lehn)

Minden. Wer vor dem Mindener Bahnhof auf den Parkplätzen des Parkraumbewirtschafters Contipark seinen Wagen abstellt, muss bekanntermaßen mit hohen Vertragsstrafen rechnen, wenn es Unregelmäßigkeiten gegeben hat. Doch der Ärger kann auch jene treffen, die vertragsgemäß für die Tickets des Partners der Deutschen Bahn bezahlt und ihre Parkzeit nicht überschritten hatten. Hinterher ist es schwierig, die Fälle zu regeln.

Unter anderem stellte das ein Mindener fest, der am 21. Dezember seinen Wagen auf dem Bahnhofsvorplatz abgestellt hatte, um sich eine Bahncard am Schalter zu kaufen. „Ich hatte dazu ein Ticket für eine halbe Stunden gekauft“, erinnert sich der Kunde der Deutschen Bahn AG. Als er zu den Stellflächen zurückkehrte, schien alles in Ordnung. Er stieg ein und fuhr nach Hause.

Eine böse Überraschung fand er dann am 30. Januar in seinem Briefkasten vor. Contipark erklärte in einem Schreiben, dass sich im Fenster seines Wagens kein Ticket befunden habe und er somit seinen Wagen illegal geparkt habe. Dafür verlangte der Parkraumbewirtschafter eine Summe in Höhe von 48,50 Euro – bestehend aus der Vertragsstrafe, einem dreifachen Stundensatz, einer Mahngebühr und weiteren Auslagen für die Halterermittlung.

„Ich habe dann bei Contipark angerufen und erfahren, dass das Ticket verkehrt herum im Auto gelegen hat, so dass man den Aufdruck nicht lesen konnte“, erklärt der Mindener. Zwar habe ihm sein Ansprechpartner von Contipark zugesagt, dass er ein Beweisfoto dazu erhalten werde – es sei aber bislang nichts geschehen. Der Betroffene ärgert sich jetzt, dass der das Stück Papier nicht aufbewahrt hatte, um nachträglich zu beweisen, dass er die Parkzeit nicht überschritten hatte.

Einen ganz anderen Ärger handelte sich eine Fahrerin aus Raddestorf ein. Sie hatte im August ihren Wagen am Mindener Bahnhof abgestellt, um für drei Tage mit ihrem Lebensgefährten nach München zu fahren. Dazu steckte sie die Debitkarte in den Ticketautomaten und buchte den Parkplatz für drei Tage. Das Problem: Es kam kein Bon heraus. Unter Zeitdruck ließ das Paar den Wagen stehen und eilte zum Zug. Zurückgekehrt fanden sie mehrere Knöllchen am Auto vor.

„Mein Lebensgefährte hatte dann das Geld bezahlt“, sagt die 70-Jährige. Später hätten sie aber festgestellt, dass das Geld vom Zahlautomaten wie vorgesehen abgebucht worden sei.

Auch in diesem Fall, erwies sich die Regulation des Vorfalls mit Contipark als schwierig. Sie habe zwar im September mit einer Mitarbeiterin des Unternehmens gesprochen, die ihr bestätigt habe, dass das Geld eingegangen sei – und noch hinzugefügt habe, dass es öfter vorkomme, dass Automaten Geld abbuchten aber keine Tickets ausdruckten. Eine Erstattung sei dann aber bislang nicht erfolgt.

„Neben der Aufregung und dem ganzen Ärger hatte ich noch den Aufwand für die Zusammenstellung der Unterlagen“, schrieb sie im Oktober an das Unternehmen, das weiterhin nicht regieren wollte. Jetzt überlegt sie, ob sie einen Anwalt einschalten muss.

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MindenContipark-Kunden zahlen und erhalten trotzdem ein KnöllchenStefan KochMinden. Wer vor dem Mindener Bahnhof auf den Parkplätzen des Parkraumbewirtschafters Contipark seinen Wagen abstellt, muss bekanntermaßen mit hohen Vertragsstrafen rechnen, wenn es Unregelmäßigkeiten gegeben hat. Doch der Ärger kann auch jene treffen, die vertragsgemäß für die Tickets des Partners der Deutschen Bahn bezahlt und ihre Parkzeit nicht überschritten hatten. Hinterher ist es schwierig, die Fälle zu regeln. Unter anderem stellte das ein Mindener fest, der am 21. Dezember seinen Wagen auf dem Bahnhofsvorplatz abgestellt hatte, um sich eine Bahncard am Schalter zu kaufen. „Ich hatte dazu ein Ticket für eine halbe Stunden gekauft“, erinnert sich der Kunde der Deutschen Bahn AG. Als er zu den Stellflächen zurückkehrte, schien alles in Ordnung. Er stieg ein und fuhr nach Hause. Eine böse Überraschung fand er dann am 30. Januar in seinem Briefkasten vor. Contipark erklärte in einem Schreiben, dass sich im Fenster seines Wagens kein Ticket befunden habe und er somit seinen Wagen illegal geparkt habe. Dafür verlangte der Parkraumbewirtschafter eine Summe in Höhe von 48,50 Euro – bestehend aus der Vertragsstrafe, einem dreifachen Stundensatz, einer Mahngebühr und weiteren Auslagen für die Halterermittlung. „Ich habe dann bei Contipark angerufen und erfahren, dass das Ticket verkehrt herum im Auto gelegen hat, so dass man den Aufdruck nicht lesen konnte“, erklärt der Mindener. Zwar habe ihm sein Ansprechpartner von Contipark zugesagt, dass er ein Beweisfoto dazu erhalten werde – es sei aber bislang nichts geschehen. Der Betroffene ärgert sich jetzt, dass der das Stück Papier nicht aufbewahrt hatte, um nachträglich zu beweisen, dass er die Parkzeit nicht überschritten hatte. Einen ganz anderen Ärger handelte sich eine Fahrerin aus Raddestorf ein. Sie hatte im August ihren Wagen am Mindener Bahnhof abgestellt, um für drei Tage mit ihrem Lebensgefährten nach München zu fahren. Dazu steckte sie die Debitkarte in den Ticketautomaten und buchte den Parkplatz für drei Tage. Das Problem: Es kam kein Bon heraus. Unter Zeitdruck ließ das Paar den Wagen stehen und eilte zum Zug. Zurückgekehrt fanden sie mehrere Knöllchen am Auto vor. „Mein Lebensgefährte hatte dann das Geld bezahlt“, sagt die 70-Jährige. Später hätten sie aber festgestellt, dass das Geld vom Zahlautomaten wie vorgesehen abgebucht worden sei. Auch in diesem Fall, erwies sich die Regulation des Vorfalls mit Contipark als schwierig. Sie habe zwar im September mit einer Mitarbeiterin des Unternehmens gesprochen, die ihr bestätigt habe, dass das Geld eingegangen sei – und noch hinzugefügt habe, dass es öfter vorkomme, dass Automaten Geld abbuchten aber keine Tickets ausdruckten. Eine Erstattung sei dann aber bislang nicht erfolgt. „Neben der Aufregung und dem ganzen Ärger hatte ich noch den Aufwand für die Zusammenstellung der Unterlagen“, schrieb sie im Oktober an das Unternehmen, das weiterhin nicht regieren wollte. Jetzt überlegt sie, ob sie einen Anwalt einschalten muss.