Husten, Schnupfen, Coronavirus? Der Hausarzt ist der erste Ansprechpartner

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Ein Mann hat am Donnerstag (20.02.2003) im niederbayerischen Straubing ein Thermometer im Mund. Die derzeitige Grippewelle in Deutschland wird nach Ansicht des Seuchenexperten Dietmar Uphoff voraussichtlich in zwei Wochen ihren Höhepunkt erreichen. Die Erkrankungszahlen seien wie erwartet bundesweit angestiegen. Dramatisch sei die Lage aber nicht, sagte der Epidemiologe von der Arbeitsgemeinschaft Influenza in Marburg der dpa. Fotograf: Armin Weigel dpa/lby - © DPA
Ein Mann hat am Donnerstag (20.02.2003) im niederbayerischen Straubing ein Thermometer im Mund. Die derzeitige Grippewelle in Deutschland wird nach Ansicht des Seuchenexperten Dietmar Uphoff voraussichtlich in zwei Wochen ihren Höhepunkt erreichen. Die Erkrankungszahlen seien wie erwartet bundesweit angestiegen. Dramatisch sei die Lage aber nicht, sagte der Epidemiologe von der Arbeitsgemeinschaft Influenza in Marburg der dpa. Fotograf: Armin Weigel dpa/lby (© DPA)

Minden. In Deutschland mit bisher wenigen Infektionsfällen angekommen, verbreitet das Coronavirus trotzdem Verunsicherung: Husten, Schnupfen, Halskratzen – eine einfache Erkältung oder doch das Coronavirus? „Die Symptome der neuen Atemwegserkrankung sind recht unspezifisch“, erklärt Dr. Elke Lustfeld, Leiterin des Gesundheitsamtes in Minden-Lübbecke. Dazu zählten typische Erkältungserscheinungen wie Husten, Schnupfen und Halskratzen, aber auch Durchfall oder ein allgemeines Unwohlsein. Der Verdacht auf COVID-19 sei begründet, wenn Personen akute Erkältungssymptome jeder Schwere oder unspezifische Allgemeinsymptome aufwiesen und Kontakt mit einem bestätigten Fall von COVID-19 hatten oder sich mit akuten Symptomen in einem Risikogebiet aufhielten oder dort gewesen seien.

Sollte ein begründeter Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus bestehen, sollte die betreffende Person zunächst telefonisch mit dem Hausarzt Kontakt aufnehmen und weitere Kontakte zu Mitmenschen vermeiden. Krankenhäuser, Rettungsdienst und Gesundheitsamt stünden in engem Austausch, sodass der Weg für eine reibungslose Diagnosestellung und Behandlung dann erfolgen könne.

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Im Mindener Johannes-Wesling-Klinikum (JWK) sind bisher 20 Abstriche bei Verdachtspersonen durchgeführt worden. „Alle negativ“, wie Pressesprecher Christian Busse auf MT-Anfrage bestätigt. Auch er macht deutlich, dass der erste Ansprechpartner bei einem Coronaverdacht der Hausarzt sei. „Bitte nicht mit einem Husten in die Notaufnahme kommen“, so Busse, der zu Ruhe und Gelassenheit aufruft. Trotzdem bereite sich das JWK intensiv vor. Neben einer bereitstehenden Isolierstation werde nun in der Notaufnahme schon vor dem Anmeldebereich eine Trennung eingeführt. Patienten mit Verdacht auf das Virus würden in einen gesonderten Wartebereich gebracht und in einem Extrazimmer untersucht.

Auch der Rettungsdienst des Kreises Minden-Lübbecke hat sich verstärkt auf das Auftreten von Verdachtsfällen im Mühlenkreis vorbereitet: In einem sogenannten Rahmenhygieneplan für den Rettungsdienst sind beispielsweise die erforderlichen Maßnahmen zur Personalhygiene, notwendige persönliche Schutzausrüstung und die Desinfektionsmaßnahmen für eine Vielzahl von Infektionserkrankungen detailliert festgelegt.

Die Ärztliche Leitung des Rettungsdienstes (ÄLRD) hat eine Verfahrensanweisung für den Umgang mit Patienten mit dem Verdacht auf eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus erlassen. Diese enthält konkrete Anweisungen von der Notrufabfrage in der Leitstelle über Maßnahmen vor Ort beim Patienten bis zu erforderlichen Desinfektionsmaßnahmen.

Übertragen wird das Coronavirus, wie die Grippe oder andere akute Erkältungskrankheiten auch, von Mensch zu Mensch per Tröpfcheninfektion, das heißt, sie können beim Niesen, Husten, Sprechen, Küssen oder Händeschütteln von einem Menschen auf den anderen übergehen. Feine Flüssigkeitspartikel werden eingeatmet und gelangen so in die Atemwegsorgane. Um die Ausbreitung zu vermeiden, sollten laut Pressemitteilung des Kreises Minden-Lübbecke gute Händehygiene, Husten- und Nies-Etikette sowie Abstand zu Erkrankten (etwa 1 bis 2 Meter) gehalten werden.

Richtig Händewaschen

  • Regelmäßig und oft Hände waschen
  • Nass machen: Die Hände unter fließendes Wasser halten. Die Temperatur kann dabei so gewählt werden, dass sie angenehm ist.
  • Rundum einseifen: und zwar Handinnenflächen, Handrücken, Daumen, Fingerzwischenräume und Fingerspitzen.
  • Zeit lassen: Mindestens 20 Sekunden
  • Gründlich abspülen, und zwar unter fließendem Wasser.
  • Sorgfältig abtrocknen, auch die Fingerzwischenräume. Das entfernt Keime, die noch an den Händen haften.
  • Aktuelle Infos gibt es auf den Internetseiten des Robert-Koch-Instituts (rki.de) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Bzga.de), sowie bei der vom NRW-Ministerium geschalteten Coranavirus-Hotline: (0211) 8 55 47 74.

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Husten, Schnupfen, Coronavirus? Der Hausarzt ist der erste AnsprechpartnerMinden. In Deutschland mit bisher wenigen Infektionsfällen angekommen, verbreitet das Coronavirus trotzdem Verunsicherung: Husten, Schnupfen, Halskratzen – eine einfache Erkältung oder doch das Coronavirus? „Die Symptome der neuen Atemwegserkrankung sind recht unspezifisch“, erklärt Dr. Elke Lustfeld, Leiterin des Gesundheitsamtes in Minden-Lübbecke. Dazu zählten typische Erkältungserscheinungen wie Husten, Schnupfen und Halskratzen, aber auch Durchfall oder ein allgemeines Unwohlsein. Der Verdacht auf COVID-19 sei begründet, wenn Personen akute Erkältungssymptome jeder Schwere oder unspezifische Allgemeinsymptome aufwiesen und Kontakt mit einem bestätigten Fall von COVID-19 hatten oder sich mit akuten Symptomen in einem Risikogebiet aufhielten oder dort gewesen seien. Sollte ein begründeter Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus bestehen, sollte die betreffende Person zunächst telefonisch mit dem Hausarzt Kontakt aufnehmen und weitere Kontakte zu Mitmenschen vermeiden. Krankenhäuser, Rettungsdienst und Gesundheitsamt stünden in engem Austausch, sodass der Weg für eine reibungslose Diagnosestellung und Behandlung dann erfolgen könne. Im Mindener Johannes-Wesling-Klinikum (JWK) sind bisher 20 Abstriche bei Verdachtspersonen durchgeführt worden. „Alle negativ“, wie Pressesprecher Christian Busse auf MT-Anfrage bestätigt. Auch er macht deutlich, dass der erste Ansprechpartner bei einem Coronaverdacht der Hausarzt sei. „Bitte nicht mit einem Husten in die Notaufnahme kommen“, so Busse, der zu Ruhe und Gelassenheit aufruft. Trotzdem bereite sich das JWK intensiv vor. Neben einer bereitstehenden Isolierstation werde nun in der Notaufnahme schon vor dem Anmeldebereich eine Trennung eingeführt. Patienten mit Verdacht auf das Virus würden in einen gesonderten Wartebereich gebracht und in einem Extrazimmer untersucht. Auch der Rettungsdienst des Kreises Minden-Lübbecke hat sich verstärkt auf das Auftreten von Verdachtsfällen im Mühlenkreis vorbereitet: In einem sogenannten Rahmenhygieneplan für den Rettungsdienst sind beispielsweise die erforderlichen Maßnahmen zur Personalhygiene, notwendige persönliche Schutzausrüstung und die Desinfektionsmaßnahmen für eine Vielzahl von Infektionserkrankungen detailliert festgelegt. Die Ärztliche Leitung des Rettungsdienstes (ÄLRD) hat eine Verfahrensanweisung für den Umgang mit Patienten mit dem Verdacht auf eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus erlassen. Diese enthält konkrete Anweisungen von der Notrufabfrage in der Leitstelle über Maßnahmen vor Ort beim Patienten bis zu erforderlichen Desinfektionsmaßnahmen. Übertragen wird das Coronavirus, wie die Grippe oder andere akute Erkältungskrankheiten auch, von Mensch zu Mensch per Tröpfcheninfektion, das heißt, sie können beim Niesen, Husten, Sprechen, Küssen oder Händeschütteln von einem Menschen auf den anderen übergehen. Feine Flüssigkeitspartikel werden eingeatmet und gelangen so in die Atemwegsorgane. Um die Ausbreitung zu vermeiden, sollten laut Pressemitteilung des Kreises Minden-Lübbecke gute Händehygiene, Husten- und Nies-Etikette sowie Abstand zu Erkrankten (etwa 1 bis 2 Meter) gehalten werden. Richtig Händewaschen Regelmäßig und oft Hände waschen Nass machen: Die Hände unter fließendes Wasser halten. Die Temperatur kann dabei so gewählt werden, dass sie angenehm ist. Rundum einseifen: und zwar Handinnenflächen, Handrücken, Daumen, Fingerzwischenräume und Fingerspitzen. Zeit lassen: Mindestens 20 Sekunden Gründlich abspülen, und zwar unter fließendem Wasser. Sorgfältig abtrocknen, auch die Fingerzwischenräume. Das entfernt Keime, die noch an den Händen haften. Aktuelle Infos gibt es auf den Internetseiten des Robert-Koch-Instituts (rki.de) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Bzga.de), sowie bei der vom NRW-Ministerium geschalteten Coranavirus-Hotline: (0211) 8 55 47 74.