Minden

Trockenstress: Buche im Mindener Glacis umgekippt - mit Video

Stefan Koch

Minden. Die langanhaltende Dürre in den vergangenen beiden Jahren hat bei den Bäumen im Mindener Glacis zu Schäden geführt, die selbst für Experten schlecht zu erkennen sind. Hohlräume im Inneren der Stämme gefährden schleichend die Standfestigkeit. Erst am vergangenen Sonntag hatte das Sturmtief Yulia eine Buche im Glacis nicht weit von der Musikschule entfernt gekippt.

Am Sonntag fiel diese Buche im Glacis um. Zum Glück gab es keine Personenschäden. - © Foto: privat
Am Sonntag fiel diese Buche im Glacis um. Zum Glück gab es keine Personenschäden. (© Foto: privat)

Wie Peter Wansing, Leiter der Städtischen Betriebe Minden (SBM), erklärt, sei die Buche mit einem Stammdurchmesser von 60 bis 70 Zentimetern durch Wurzelfäule in Mitleidenschaft gezogen worden. Gegen Mittag sei der stattliche Baum dann umgestürzt und habe zunächst noch in einer Fichte gehangen, die ihrerseits im Schieflage geraten war und den Wurzelteller gehoben hatte.

Aus Gründen der Gefahrenabwehr mussten Mitarbeiter der SBM noch kurz nach dem Vorfall mit einem Hubsteiger in das Glacis ausrücken. In luftiger Höhe zerlegten sie bei starken Sturmböen und Regen mit Motorsägen die in instabiler Position hängenden Bäume. „Das war keine leichte Arbeit und durchaus riskant", erklärt dazu Wansing.

Laut Wansing sei dem Baum äußerlich die fehlende Standfestigkeit nicht anzusehen gewesen. Der Trockenstress der vergangen Jahre habe zur Hohlbildung geführt. „Das ist eine Situation, die erleben wir so zum ersten Mal", erläutert der SBM-Chef. Angesichts der 30.000 Bäume auf Mindener Stadtgebiet, für die sein Betrieb zuständig sei, sei diese Entwicklung besorgniserregend.

Erst am Mittwoch vergangener Woche berichtete Dennis Rinne, Neuer Leiter des Bereichs Grünanlagen und Bestattungswesen, von einem ähnlichen Fall. Plötzlich und unerwartet war ein Tag zuvor an der Pöttcherstraße vor der Kurt-Tucholsky-Gesamtschule gegen 15 Uhr eine Linde einfach umgekippt, weil ihre Standfestigkeit nicht mehr gegeben war. Wie durch ein Wunder kam es zu keinen weiteren Schäden. Nach dem Sturz mussten die SBM im Zuge der Bergungsarbeiten den Verkehr umleiten.

Wie Rinne erläuterte, hatte auch im Fall der Linde eine Pilzerkrankungen zu dem Schaden geführt. Knapp über dem Bodenniveau habe der Baum einen Hohlraum in seinem Inneren ausgebildet, der sich nicht erkennen ließ. In Zukunft würden die SBM noch mehr durch das Risiko instabiler Bäume gefordert, was nicht immer auf das Verständnis einzelner Bürger treffe. „Wir fällen Bäume nicht ohne Grund." Und Peter Wansing fügte hinzu, dass die Entscheidung zur Fällung eines Baumes auf Mindener Stadtgebiet auf hohem fachlichen Niveau erfolge. „Wenn wir einen Baum entfernen müssen, dann hat das immer eine Grundlage."

Bereits im vergangenen Jahr musste die Stadt Minden rund 40 Bäume im Glacis fällen. Der Trockenstress hatte nicht nur zu dürren Ästen, sondern auch zu vertrockneten Kronen geführt – ein Todesurteil für jeden Baum. Auch im Botanischen Garten lichtete sich der Baumbestand erheblich. Mit den zunächst unmittelbar nach Austrocknung ergriffenen Maßnahmen haben aber die Folgen der Schäden durch die Dürrejahre noch längst nicht ihr Ende erreicht.

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MindenTrockenstress: Buche im Mindener Glacis umgekippt - mit VideoStefan KochMinden. Die langanhaltende Dürre in den vergangenen beiden Jahren hat bei den Bäumen im Mindener Glacis zu Schäden geführt, die selbst für Experten schlecht zu erkennen sind. Hohlräume im Inneren der Stämme gefährden schleichend die Standfestigkeit. Erst am vergangenen Sonntag hatte das Sturmtief Yulia eine Buche im Glacis nicht weit von der Musikschule entfernt gekippt. Wie Peter Wansing, Leiter der Städtischen Betriebe Minden (SBM), erklärt, sei die Buche mit einem Stammdurchmesser von 60 bis 70 Zentimetern durch Wurzelfäule in Mitleidenschaft gezogen worden. Gegen Mittag sei der stattliche Baum dann umgestürzt und habe zunächst noch in einer Fichte gehangen, die ihrerseits im Schieflage geraten war und den Wurzelteller gehoben hatte. Aus Gründen der Gefahrenabwehr mussten Mitarbeiter der SBM noch kurz nach dem Vorfall mit einem Hubsteiger in das Glacis ausrücken. In luftiger Höhe zerlegten sie bei starken Sturmböen und Regen mit Motorsägen die in instabiler Position hängenden Bäume. „Das war keine leichte Arbeit und durchaus riskant", erklärt dazu Wansing. Laut Wansing sei dem Baum äußerlich die fehlende Standfestigkeit nicht anzusehen gewesen. Der Trockenstress der vergangen Jahre habe zur Hohlbildung geführt. „Das ist eine Situation, die erleben wir so zum ersten Mal", erläutert der SBM-Chef. Angesichts der 30.000 Bäume auf Mindener Stadtgebiet, für die sein Betrieb zuständig sei, sei diese Entwicklung besorgniserregend. Erst am Mittwoch vergangener Woche berichtete Dennis Rinne, Neuer Leiter des Bereichs Grünanlagen und Bestattungswesen, von einem ähnlichen Fall. Plötzlich und unerwartet war ein Tag zuvor an der Pöttcherstraße vor der Kurt-Tucholsky-Gesamtschule gegen 15 Uhr eine Linde einfach umgekippt, weil ihre Standfestigkeit nicht mehr gegeben war. Wie durch ein Wunder kam es zu keinen weiteren Schäden. Nach dem Sturz mussten die SBM im Zuge der Bergungsarbeiten den Verkehr umleiten. Wie Rinne erläuterte, hatte auch im Fall der Linde eine Pilzerkrankungen zu dem Schaden geführt. Knapp über dem Bodenniveau habe der Baum einen Hohlraum in seinem Inneren ausgebildet, der sich nicht erkennen ließ. In Zukunft würden die SBM noch mehr durch das Risiko instabiler Bäume gefordert, was nicht immer auf das Verständnis einzelner Bürger treffe. „Wir fällen Bäume nicht ohne Grund." Und Peter Wansing fügte hinzu, dass die Entscheidung zur Fällung eines Baumes auf Mindener Stadtgebiet auf hohem fachlichen Niveau erfolge. „Wenn wir einen Baum entfernen müssen, dann hat das immer eine Grundlage." Bereits im vergangenen Jahr musste die Stadt Minden rund 40 Bäume im Glacis fällen. Der Trockenstress hatte nicht nur zu dürren Ästen, sondern auch zu vertrockneten Kronen geführt – ein Todesurteil für jeden Baum. Auch im Botanischen Garten lichtete sich der Baumbestand erheblich. Mit den zunächst unmittelbar nach Austrocknung ergriffenen Maßnahmen haben aber die Folgen der Schäden durch die Dürrejahre noch längst nicht ihr Ende erreicht.