Minden

Abschied vom Kupfergeld: Minden diskutiert über den Vorstoß der EU-Kommission

Kassandra Rockstroh

Symbolfoto: Rolf Vennenbernd/dpa - © Rolf Vennenbernd
Symbolfoto: Rolf Vennenbernd/dpa (© Rolf Vennenbernd)

Minden. Eigentlich ist es ein beruhigendes Gefühl, wenn die Geldbörse schwer ist. Doch ein Blick hinein verrät oft, wie viele Ein- und Zwei-Cent-Münzen sich wieder einmal angesammelt haben. Damit könnte aber bald Schluss sein. Die EU-Kommission unter Präsidentin Ursula von der Leyen will die kleinsten Cent-Münzen abschaffen. Der Schritt soll Herstellungskosten und Mühen beim Zählen und Transport sparen. Das MT wollte in einer kleinen Umfrage wissen: Wie stehen die Mindener zu einem möglichen Abschied der kleinsten Cent-Münzen?

Heinz-Walter Zigger und Peter Lohmeier beginnen mit ihrem Einkaufsbummel. Lohmeier beschreibt sich selbst als „Fan von bargeldlosem Zahlen". Er könne auf das Kupfergeld getrost verzichten. Zigger widerspricht ihm lachend. Doch auch er sieht in dem Kleingeld keinen Nutzen: „Das hat doch heutzutage kaum noch einen Wert." Tatsächlich berichten viele Befragte, dass sie ohnehin schon auf die Annahme der Ein- und Zwei-Cent Münzen in den Geschäften verzichten. „Das sollen sich die Mitarbeiter ruhig in die Kaffeekasse stecken", sagt eine Mindenerin.

Umfrage
Wie stehen Sie zu einem möglichen Abschied der kleinsten Cent-Münzen?
Ergebnisse

Oder aber man gibt sein gespartes Kupfergeld bei der Bank ab. Vor allem die Kinder tauschen gerne die kleinen Cent-Stücke gegen großes Geld ein. Eine Passantin berichtet, dass es für sie früher normal gewesen sei, die Pfennige zu sparen. Allerdings hat sie die Erfahrung gemacht, dass heutzutage nicht mehr alle Banken das Kleingeld überhaupt annehmen. Ihr Fazit: „Die Kinderspardose gibt es nicht mehr." Die meisten Banken verfügen jedoch über Geldautomaten mit Einzahlfunktion oder Münzzählautomaten. Sind diese nicht vorhanden, können die Kunden ihr Kleingeld auch am Schalter abgeben, heißt es. Das müsse man dann vorab einrollen oder es in einen verschließbaren Plastikbeutel packen.

Kleine Cent-Münzen abschaffen – wie würde solch ein Gesetz überhaupt in der Praxis aussehen? Mittlerweile fünf EU-Länder haben dem Kupfergeld schon Lebewohl gesagt. Dort funktioniert die Praxis so: Die Preise bleiben vorerst unverändert, doch an der Kasse runden Kunden die zu zahlende Summe auf oder ab, so dass kleines Wechselgeld der Vergangenheit angehört. In den Niederlanden ist es bereits seit 2004 üblich, auf volle fünf Cent zu runden. Die Ein- und Zwei-Cent-Münzen sind dort noch im Umlauf. Ein Schild am Ladenfenster weist aber darauf hin, dass aufgerundet wird. Neben Finnland, Italien und Irland ist auch Belgien im vergangenen Jahr vom Kupfergeld abgerückt.

Ob Deutschland diesem Weg folgen wird, bleibt umstritten. Einige Mindener Befragte finden, dass sich die paar fehlenden Cent im Portemonnaie sowieso nicht rechnen. Kritische Stimmen meinen allerdings, dass der Verzicht des Kupfergeldes der erste Schritt sei, um das Bargeld abzuschaffen. Eine Forsa-Umfrage aus dem vergangenen Jahr ergab, dass ohnehin mehr als die Hälfte der Befragten bargeldlos bezahlt. Allein 67 Prozent der 30- bis 49-Jährigen würden die elektronische Bezahlung via Karte oder App bereits nutzen. Auch viele Mindener sind der bargeldlosen Zahlung nicht abgeneigt. Besonders bei hohen Preisen sei dies besser, als viel Bargeld mit sich zu tragen, heißt es. Einigen ist dennoch bewusst, dass dadurch auch schnell der Überblick über die Ausgaben verloren geht.

Für den Mindener Manfred Timmermann zeigt eine Abschaffung der Ein- und Zwei-Cent-Münzen eine „Geringschätzung des Geldes". Er denkt, dass eine Beendigung der Herstellung dazu führe, dass Misstrauen gegenüber der Währung entstehe. Er selbst hingegen schätzt das Kupfergeld und bringt es immer wieder in den Handel mit ein, anstatt ihn zu horten. Timmermann empfindet die Kupferstücke somit nicht als zusätzliche Last. „Ich bücke mich auch noch für einen Cent", sagt er.

Und wie würde die Händler auf eine Abschaffung des Kupfergeldes reagieren? „Die können damit leben", sagt Jörg Beyer, Handelsreferent beim Handelsverband Ostwestfalen-Lippe. Er sieht in einer möglichen Abschaffung eine finanzielle Erleichterung. So spare man Transportkosten und der Kassiervorgang würde kürzer sein. Dennoch bedauert er, dass Spendenaktionen wie „Deutschland rundet auf" wahrscheinlich weniger Aufmerksamkeit erregen würden. Die Abschaffung des Kupfergeldes würde einen Nachteil für den Konsumenten bringen, ergänzt Beyer. Denn wenn die Preise unverändert blieben, würden sie ihr Geld nicht auf den Cent genau zurückbekommen.

Mehr Freiheiten hätten da die Apotheken, meint die Mitarbeiterin einer Mindener Apotheke. So sei der Preis von nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten den Apotheken überlassen. Sie könnten also die Preise direkt runden.

Zu deutlichen Veränderungen dürfte es in den Banken kommen. Auch sie würden bei einer Abschaffung der kleinen Münzen sparen. Die Verarbeitung in Münzrollen bedeutet momentan einen hohen zeitlichen und finanziellen Aufwand, sagt zum Beispiel Gerald Watermann, Sprecher der Sparkasse Minden-Lübbecke. Er betont jedoch, dass die abgeschafften Münzen ihren Wert behalten würden. So können sie weiter in Geldinstituten eingelöst werden, ähnlich wie bei der alten D-Mark. Rund 50.000 Ein-Cent-Münzen pro Woche bringen die Kunden jetzt schon zum Wechseln auf ihre Konten, ergänzt Brigitte Schmidt, Vorstandsassistenz der Volksbank Mindener Land.

Tatsächlich ist die Abschaffung des Kupfergeldes in Deutschland kein gänzlich neues Phänomen. Eine Bank auf der ostfriesischen Insel Wangerooge kündigte Ende 2019 an, kein Kupfergeld mehr liefern zu lassen. Der Grund: Die Transportkosten seien zu hoch. Denn dies ginge nur per Flugzeug oder aber mit einem Schiff, das wegen der Gezeiten auch nicht jederzeit ablegen könne. Allerdings zeigte sich nach der Einfuhrsperre schnell, dass sich die Händler untereinander mit ihren Kupfermünzen aushalfen. Ein ähnliches Experiment fand bereits 2016 in Kleve am Niederrhein statt. Laut der Regionalzeitung NRZ scheiterte der Versuch aber nach einigen Monaten. Nur inhabergeführte Geschäfte konnten daran teilnehmen, Ladenketten hingegen unterstützten das Fehlen der Ein- und Zwei-Cent-Münzen nicht, weil ihre Kassensysteme für Rundungen ungeeignet waren.

Wie vermeidet man also einen ähnlichen Flop? Der Mindener Hajo Lüken schlägt vor, dass man die Cent-Stücke „ausschleichen lässt." So könnten sich die Deutschen langsam an eine Umstellung gewöhnen. Das bargeldlose Zahlen liefert ebenfalls eine Möglichkeit, um sich von den Kupfercents zu verabschieden. Und auch die Läden würden mit der Zeit ihre Preise anpassen, meint Beyer. Leidtragende dürften nicht die Kunden sein, fordert Manfred Timmermann zusammenfassend. Sollte es zu einer Preiserhöhung kommen, müssten stattdessen die Unternehmen die zusätzlichen Kosten tragen, meint er.

Und was macht man schlussendlich mit den übrig gebliebenen Ein- und Zwei-Cent-Stücken? „Für Brautschuhe ausgeben", entgegnet ein Ehepaar. „Das ist ja schließlich eine alte Hochzeitstradition." Und auch der Glückscent in der Hosentasche würde eine Rarität werden. Doch der könnte dann durch den letzten Vertreter des Kupfergeldes ersetzt werden: dem Fünf-Cent-Stück.

D-Mark

Wird der Euro in die Fußstapfen der D-Mark treten? Die Abschaffung der Ein- und Zwei- Cent-Münzen könnte zumindest den Weg zum bargeldlosen Zahlen ebnen, vermuten einige Mindener. Doch so schnell wird der Euro vermutlich nicht aus dem Zahlungsverkehr verschwinden. Betrachtet man den weiteren Verlauf der D-Mark seit dem Währungswechsel, lässt sich auch die Zukunft des Euro- Hartgeldes bei einer möglichen Abschaffung erahnen.

Der Euro löste die D-Mark offiziell 2002 ab. Inoffiziell sind aber laut Angaben der Bundesbank aktuell immer noch D-Mark im Umlauf – und zwar im Gesamtwert von 12,45 Milliarden. Dabei besteht nach wie vor die Möglichkeit, die alte Währung einzutauschen. Dies geschieht in allen Bundesbankfilialen und ist gebührenfrei. 50 bis 60 Kunden pro Woche wechseln in der Bundesbank-Filiale in Bielefeld immer noch die alte Währung gegen den Euro ein, schätzt ein Mitarbeiter der dortigen Geschäftsstelle. Dabei variiert der Betrag zwischen wenigen Pfennigen bis hin zu Großbeträgen. Auch ältere Währungen werden dort nach wie vor angenommen. Viele horten also die verbleibenden Scheine und Münzen der D-Mark auch noch 18 Jahre später. Eine Wertsteigerung hatte die alte Währung seit ihrer Abschaffung aber nicht. Seit 2002 beträgt der Wechselkurs für Ein Euro durchgehend 1,95583 D-Mark.

Wer die D-Mark lieber bei einer Shoppingtour ausgeben möchte, kann dies in allen C&A-Filialen tun. Seit 2018 nehmen die Mitarbeiter auch D-Mark beim Bezahlen an. Die Computerkassen sind so programmiert, dass sie die Euro-Preise umrechnen können, teilt das Unternehmen auf seiner Internetseite mit. Ihr Wechselgeld erhalten Kunden aber zeitgemäß in Euro.

Copyright © Mindener Tageblatt 2020
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem Abo oder Tagespass möglich.

MindenAbschied vom Kupfergeld: Minden diskutiert über den Vorstoß der EU-KommissionKassandra RockstrohMinden. Eigentlich ist es ein beruhigendes Gefühl, wenn die Geldbörse schwer ist. Doch ein Blick hinein verrät oft, wie viele Ein- und Zwei-Cent-Münzen sich wieder einmal angesammelt haben. Damit könnte aber bald Schluss sein. Die EU-Kommission unter Präsidentin Ursula von der Leyen will die kleinsten Cent-Münzen abschaffen. Der Schritt soll Herstellungskosten und Mühen beim Zählen und Transport sparen. Das MT wollte in einer kleinen Umfrage wissen: Wie stehen die Mindener zu einem möglichen Abschied der kleinsten Cent-Münzen? Heinz-Walter Zigger und Peter Lohmeier beginnen mit ihrem Einkaufsbummel. Lohmeier beschreibt sich selbst als „Fan von bargeldlosem Zahlen". Er könne auf das Kupfergeld getrost verzichten. Zigger widerspricht ihm lachend. Doch auch er sieht in dem Kleingeld keinen Nutzen: „Das hat doch heutzutage kaum noch einen Wert." Tatsächlich berichten viele Befragte, dass sie ohnehin schon auf die Annahme der Ein- und Zwei-Cent Münzen in den Geschäften verzichten. „Das sollen sich die Mitarbeiter ruhig in die Kaffeekasse stecken", sagt eine Mindenerin. Oder aber man gibt sein gespartes Kupfergeld bei der Bank ab. Vor allem die Kinder tauschen gerne die kleinen Cent-Stücke gegen großes Geld ein. Eine Passantin berichtet, dass es für sie früher normal gewesen sei, die Pfennige zu sparen. Allerdings hat sie die Erfahrung gemacht, dass heutzutage nicht mehr alle Banken das Kleingeld überhaupt annehmen. Ihr Fazit: „Die Kinderspardose gibt es nicht mehr." Die meisten Banken verfügen jedoch über Geldautomaten mit Einzahlfunktion oder Münzzählautomaten. Sind diese nicht vorhanden, können die Kunden ihr Kleingeld auch am Schalter abgeben, heißt es. Das müsse man dann vorab einrollen oder es in einen verschließbaren Plastikbeutel packen. Kleine Cent-Münzen abschaffen – wie würde solch ein Gesetz überhaupt in der Praxis aussehen? Mittlerweile fünf EU-Länder haben dem Kupfergeld schon Lebewohl gesagt. Dort funktioniert die Praxis so: Die Preise bleiben vorerst unverändert, doch an der Kasse runden Kunden die zu zahlende Summe auf oder ab, so dass kleines Wechselgeld der Vergangenheit angehört. In den Niederlanden ist es bereits seit 2004 üblich, auf volle fünf Cent zu runden. Die Ein- und Zwei-Cent-Münzen sind dort noch im Umlauf. Ein Schild am Ladenfenster weist aber darauf hin, dass aufgerundet wird. Neben Finnland, Italien und Irland ist auch Belgien im vergangenen Jahr vom Kupfergeld abgerückt. Ob Deutschland diesem Weg folgen wird, bleibt umstritten. Einige Mindener Befragte finden, dass sich die paar fehlenden Cent im Portemonnaie sowieso nicht rechnen. Kritische Stimmen meinen allerdings, dass der Verzicht des Kupfergeldes der erste Schritt sei, um das Bargeld abzuschaffen. Eine Forsa-Umfrage aus dem vergangenen Jahr ergab, dass ohnehin mehr als die Hälfte der Befragten bargeldlos bezahlt. Allein 67 Prozent der 30- bis 49-Jährigen würden die elektronische Bezahlung via Karte oder App bereits nutzen. Auch viele Mindener sind der bargeldlosen Zahlung nicht abgeneigt. Besonders bei hohen Preisen sei dies besser, als viel Bargeld mit sich zu tragen, heißt es. Einigen ist dennoch bewusst, dass dadurch auch schnell der Überblick über die Ausgaben verloren geht. Für den Mindener Manfred Timmermann zeigt eine Abschaffung der Ein- und Zwei-Cent-Münzen eine „Geringschätzung des Geldes". Er denkt, dass eine Beendigung der Herstellung dazu führe, dass Misstrauen gegenüber der Währung entstehe. Er selbst hingegen schätzt das Kupfergeld und bringt es immer wieder in den Handel mit ein, anstatt ihn zu horten. Timmermann empfindet die Kupferstücke somit nicht als zusätzliche Last. „Ich bücke mich auch noch für einen Cent", sagt er. Und wie würde die Händler auf eine Abschaffung des Kupfergeldes reagieren? „Die können damit leben", sagt Jörg Beyer, Handelsreferent beim Handelsverband Ostwestfalen-Lippe. Er sieht in einer möglichen Abschaffung eine finanzielle Erleichterung. So spare man Transportkosten und der Kassiervorgang würde kürzer sein. Dennoch bedauert er, dass Spendenaktionen wie „Deutschland rundet auf" wahrscheinlich weniger Aufmerksamkeit erregen würden. Die Abschaffung des Kupfergeldes würde einen Nachteil für den Konsumenten bringen, ergänzt Beyer. Denn wenn die Preise unverändert blieben, würden sie ihr Geld nicht auf den Cent genau zurückbekommen. Mehr Freiheiten hätten da die Apotheken, meint die Mitarbeiterin einer Mindener Apotheke. So sei der Preis von nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten den Apotheken überlassen. Sie könnten also die Preise direkt runden. Zu deutlichen Veränderungen dürfte es in den Banken kommen. Auch sie würden bei einer Abschaffung der kleinen Münzen sparen. Die Verarbeitung in Münzrollen bedeutet momentan einen hohen zeitlichen und finanziellen Aufwand, sagt zum Beispiel Gerald Watermann, Sprecher der Sparkasse Minden-Lübbecke. Er betont jedoch, dass die abgeschafften Münzen ihren Wert behalten würden. So können sie weiter in Geldinstituten eingelöst werden, ähnlich wie bei der alten D-Mark. Rund 50.000 Ein-Cent-Münzen pro Woche bringen die Kunden jetzt schon zum Wechseln auf ihre Konten, ergänzt Brigitte Schmidt, Vorstandsassistenz der Volksbank Mindener Land. Tatsächlich ist die Abschaffung des Kupfergeldes in Deutschland kein gänzlich neues Phänomen. Eine Bank auf der ostfriesischen Insel Wangerooge kündigte Ende 2019 an, kein Kupfergeld mehr liefern zu lassen. Der Grund: Die Transportkosten seien zu hoch. Denn dies ginge nur per Flugzeug oder aber mit einem Schiff, das wegen der Gezeiten auch nicht jederzeit ablegen könne. Allerdings zeigte sich nach der Einfuhrsperre schnell, dass sich die Händler untereinander mit ihren Kupfermünzen aushalfen. Ein ähnliches Experiment fand bereits 2016 in Kleve am Niederrhein statt. Laut der Regionalzeitung NRZ scheiterte der Versuch aber nach einigen Monaten. Nur inhabergeführte Geschäfte konnten daran teilnehmen, Ladenketten hingegen unterstützten das Fehlen der Ein- und Zwei-Cent-Münzen nicht, weil ihre Kassensysteme für Rundungen ungeeignet waren. Wie vermeidet man also einen ähnlichen Flop? Der Mindener Hajo Lüken schlägt vor, dass man die Cent-Stücke „ausschleichen lässt." So könnten sich die Deutschen langsam an eine Umstellung gewöhnen. Das bargeldlose Zahlen liefert ebenfalls eine Möglichkeit, um sich von den Kupfercents zu verabschieden. Und auch die Läden würden mit der Zeit ihre Preise anpassen, meint Beyer. Leidtragende dürften nicht die Kunden sein, fordert Manfred Timmermann zusammenfassend. Sollte es zu einer Preiserhöhung kommen, müssten stattdessen die Unternehmen die zusätzlichen Kosten tragen, meint er. Und was macht man schlussendlich mit den übrig gebliebenen Ein- und Zwei-Cent-Stücken? „Für Brautschuhe ausgeben", entgegnet ein Ehepaar. „Das ist ja schließlich eine alte Hochzeitstradition." Und auch der Glückscent in der Hosentasche würde eine Rarität werden. Doch der könnte dann durch den letzten Vertreter des Kupfergeldes ersetzt werden: dem Fünf-Cent-Stück. (function(d,s,id){var js,fjs=d.getElementsByTagName(s)[0];if(d.getElementById(id))return;js=d.createElement(s);js.id=id;js.src='https://embed.playbuzz.com/sdk.js';fjs.parentNode.insertBefore(js,fjs);}(document,'script','playbuzz-sdk')); D-Mark Wird der Euro in die Fußstapfen der D-Mark treten? Die Abschaffung der Ein- und Zwei- Cent-Münzen könnte zumindest den Weg zum bargeldlosen Zahlen ebnen, vermuten einige Mindener. Doch so schnell wird der Euro vermutlich nicht aus dem Zahlungsverkehr verschwinden. Betrachtet man den weiteren Verlauf der D-Mark seit dem Währungswechsel, lässt sich auch die Zukunft des Euro- Hartgeldes bei einer möglichen Abschaffung erahnen. Der Euro löste die D-Mark offiziell 2002 ab. Inoffiziell sind aber laut Angaben der Bundesbank aktuell immer noch D-Mark im Umlauf – und zwar im Gesamtwert von 12,45 Milliarden. Dabei besteht nach wie vor die Möglichkeit, die alte Währung einzutauschen. Dies geschieht in allen Bundesbankfilialen und ist gebührenfrei. 50 bis 60 Kunden pro Woche wechseln in der Bundesbank-Filiale in Bielefeld immer noch die alte Währung gegen den Euro ein, schätzt ein Mitarbeiter der dortigen Geschäftsstelle. Dabei variiert der Betrag zwischen wenigen Pfennigen bis hin zu Großbeträgen. Auch ältere Währungen werden dort nach wie vor angenommen. Viele horten also die verbleibenden Scheine und Münzen der D-Mark auch noch 18 Jahre später. Eine Wertsteigerung hatte die alte Währung seit ihrer Abschaffung aber nicht. Seit 2002 beträgt der Wechselkurs für Ein Euro durchgehend 1,95583 D-Mark. Wer die D-Mark lieber bei einer Shoppingtour ausgeben möchte, kann dies in allen C&A-Filialen tun. Seit 2018 nehmen die Mitarbeiter auch D-Mark beim Bezahlen an. Die Computerkassen sind so programmiert, dass sie die Euro-Preise umrechnen können, teilt das Unternehmen auf seiner Internetseite mit. Ihr Wechselgeld erhalten Kunden aber zeitgemäß in Euro.