Kommentar zu fehlenden Kita-Plätzen in Minden: Schluss mit dem Jonglieren!

Sebastian Radermacher

Keine Frage, die Kindergartenbedarfsplanung ist für die Stadt eine äußerst knifflige Angelegenheit. Eine Berechnung mit unvorhersehbaren Komponenten. Natürlich weiß das Jugendamt, wann in Minden wie viele Kinder wie alt werden. Was es aber nicht weiß: Wann entscheiden sich Eltern, ihre Kinder in einer Kita oder bei einer Tagesmutter betreuen zu lassen? Mit einem Jahr? Mit zwei? Oder doch erst mit drei? Das macht eine verlässliche Planung für die nächsten Jahre schwierig, obwohl es Prognosen zur Entwicklung der Geburtenzahlen gibt.

Dauerhaft den Bedarf mit Überbelegungen in den Kitas zu decken, kann aber nicht die Lösung sein. Das schadet der Qualität der Betreuung und macht diese noch schwieriger als sie ohnehin schon ist. Und die Leidtragenden sind am Ende die Kinder. Warum können Verwaltung, Politik und freie Träger die Planung langfristig nicht so angehen, dass bald vielleicht sogar ein Puffer an freien Plätzen entsteht? Natürlich kostet das Geld, aber es würde sich lohnen – und letztlich allen Einrichtungen helfen, die schon jetzt an ihre Grenzen stoßen. Das Jonglieren mit den Plätzen sollte schnellstmöglich ein Ende haben. Dafür müssten aber schon jetzt weitere Neubaupläne angestoßen werden – was nicht der Fall ist. Leider.

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Kommentar zu fehlenden Kita-Plätzen in Minden: Schluss mit dem Jonglieren!Sebastian RadermacherKeine Frage, die Kindergartenbedarfsplanung ist für die Stadt eine äußerst knifflige Angelegenheit. Eine Berechnung mit unvorhersehbaren Komponenten. Natürlich weiß das Jugendamt, wann in Minden wie viele Kinder wie alt werden. Was es aber nicht weiß: Wann entscheiden sich Eltern, ihre Kinder in einer Kita oder bei einer Tagesmutter betreuen zu lassen? Mit einem Jahr? Mit zwei? Oder doch erst mit drei? Das macht eine verlässliche Planung für die nächsten Jahre schwierig, obwohl es Prognosen zur Entwicklung der Geburtenzahlen gibt. Dauerhaft den Bedarf mit Überbelegungen in den Kitas zu decken, kann aber nicht die Lösung sein. Das schadet der Qualität der Betreuung und macht diese noch schwieriger als sie ohnehin schon ist. Und die Leidtragenden sind am Ende die Kinder. Warum können Verwaltung, Politik und freie Träger die Planung langfristig nicht so angehen, dass bald vielleicht sogar ein Puffer an freien Plätzen entsteht? Natürlich kostet das Geld, aber es würde sich lohnen – und letztlich allen Einrichtungen helfen, die schon jetzt an ihre Grenzen stoßen. Das Jonglieren mit den Plätzen sollte schnellstmöglich ein Ende haben. Dafür müssten aber schon jetzt weitere Neubaupläne angestoßen werden – was nicht der Fall ist. Leider.