Minden

MT lädt heute um 18 Uhr zur Diskussion über das Keilstück ein

Ursula Koch

Über das Keilstück wird am Freitag, 21. Februar, im Martinihaus diskutiert. MT- - © Foto: Alex Lehn (Archiv)
Über das Keilstück wird am Freitag, 21. Februar, im Martinihaus diskutiert. MT- (© Foto: Alex Lehn (Archiv))

Minden. Seit der Bildhauer Wilfried Hagebölling die Stadt Minden in einem Offenen Brief aufgefordert hat, seine Skulptur „Keilstück“ zu restaurieren, kocht die Diskussion um die Skulptur wieder hoch. Das MT veranstaltet daher mit dem Künstler am Freitag, 21. Februar, um 18 Uhr eine öffentliche Diskussion. Die Veranstaltung beginnt am Keilstück, soll nach einem kurzen Augenschein und einem ersten Statement des Künstlers dann im Martinihaus fortgesetzt werden.

Dort gibt es für das Publikum die Gelegenheit mit dem Künstler über sein Werk zu sprechen. Als Gesprächspartner sind zudem Regina-Dolores Stieler-Hinz, städtische Beigeordnete für Bildung, Kultur, Sport und Freizeit, und Sabine Fecht, Vorsitzende des Kulturausschusses, dabei sowie Kirchenmeisterin Helga Trölenberg für die Martinigemeinde. Moderiert wird das einstündige Gespräch von MT-Chefredakteur Benjamin Piel und Kulturredakteurin Ursula Koch.

Seit das Kunstwerk 1987 zu den Landeskulturtagen auf dem Martinikirchhof aufgestellt wurde, melden sich Gegner lautstark zu Wort. Ende der 90er Jahre machte die CDU das Kunstwerk zum Wahlkampfthema, wollte es ins Glacis versetzen. Das verhinderte der Künstler mit juristischen Mitteln. Er machte geltend, das sich das Urheberrecht auch auf den Standort der Skulptur beziehe. Das Landgericht Bielefeld schlug sich damals auf die Seite der Stadt und bewertete das Eigentumsrecht, die Skulptur war auf einstimmigen Beschluss des Kulturausschusses 1988 angekauft worden, höher als das Urheberrecht. In der nächsten Instanz siegte dann aber Hagebölling mit seiner Argumentation vor dem Oberlandesgericht.

Ein Radio-Beitrag hatte den Künstler Ende vergangenen Jahres auf den Zustand der Skulptur, auf der Graffiti-Sprayer zahlreiche Spuren hinterlassen habe, aufmerksam geworden. Er forderte die Stadt in einem Offenen Brief auf, die Skulptur zu restaurieren und dafür zu sorgen, dass respektvoll mit seinem Kunstwerk umgegangen werde. Hagebölling erinnerte die Stadt in seinem Schreiben an die Pflichten des Eigentümers. Der Bürgermeister Michael Jäcke (SPD) und die Beigeordnete hatten in ihren Antwortschreiben darauf hingewiesen, dass die Skulptur seit 2017 regelmäßig mit Hochdruck gereinigt werde, der Stadt aufgrund ihrer Haushaltslage die Mittel für die Restaurierung durch einen Fachbetrieb fehlen.

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MindenMT lädt heute um 18 Uhr zur Diskussion über das Keilstück einUrsula KochMinden. Seit der Bildhauer Wilfried Hagebölling die Stadt Minden in einem Offenen Brief aufgefordert hat, seine Skulptur „Keilstück“ zu restaurieren, kocht die Diskussion um die Skulptur wieder hoch. Das MT veranstaltet daher mit dem Künstler am Freitag, 21. Februar, um 18 Uhr eine öffentliche Diskussion. Die Veranstaltung beginnt am Keilstück, soll nach einem kurzen Augenschein und einem ersten Statement des Künstlers dann im Martinihaus fortgesetzt werden. Dort gibt es für das Publikum die Gelegenheit mit dem Künstler über sein Werk zu sprechen. Als Gesprächspartner sind zudem Regina-Dolores Stieler-Hinz, städtische Beigeordnete für Bildung, Kultur, Sport und Freizeit, und Sabine Fecht, Vorsitzende des Kulturausschusses, dabei sowie Kirchenmeisterin Helga Trölenberg für die Martinigemeinde. Moderiert wird das einstündige Gespräch von MT-Chefredakteur Benjamin Piel und Kulturredakteurin Ursula Koch. Seit das Kunstwerk 1987 zu den Landeskulturtagen auf dem Martinikirchhof aufgestellt wurde, melden sich Gegner lautstark zu Wort. Ende der 90er Jahre machte die CDU das Kunstwerk zum Wahlkampfthema, wollte es ins Glacis versetzen. Das verhinderte der Künstler mit juristischen Mitteln. Er machte geltend, das sich das Urheberrecht auch auf den Standort der Skulptur beziehe. Das Landgericht Bielefeld schlug sich damals auf die Seite der Stadt und bewertete das Eigentumsrecht, die Skulptur war auf einstimmigen Beschluss des Kulturausschusses 1988 angekauft worden, höher als das Urheberrecht. In der nächsten Instanz siegte dann aber Hagebölling mit seiner Argumentation vor dem Oberlandesgericht. Ein Radio-Beitrag hatte den Künstler Ende vergangenen Jahres auf den Zustand der Skulptur, auf der Graffiti-Sprayer zahlreiche Spuren hinterlassen habe, aufmerksam geworden. Er forderte die Stadt in einem Offenen Brief auf, die Skulptur zu restaurieren und dafür zu sorgen, dass respektvoll mit seinem Kunstwerk umgegangen werde. Hagebölling erinnerte die Stadt in seinem Schreiben an die Pflichten des Eigentümers. Der Bürgermeister Michael Jäcke (SPD) und die Beigeordnete hatten in ihren Antwortschreiben darauf hingewiesen, dass die Skulptur seit 2017 regelmäßig mit Hochdruck gereinigt werde, der Stadt aufgrund ihrer Haushaltslage die Mittel für die Restaurierung durch einen Fachbetrieb fehlen.