Kommentar zum Zoff um den Mietspiegel in Minden: Scharfes Schwert

Monika Jäger

Bei dem ganzen Lärm um die Frage, wie schlimm es eigentlich ist, wenn Mindens Mietspiegel einige Monate lang nicht aktuell ist, den Theorien, die Verwaltung manipuliere Zeitpunkt der Veröffentlichung und Inhalt, und ob Verfahren A oder B richtiger wäre, könnte man vermuten: Die Vermieter haben sich offensichtlich bereits auf steigende Mieten eingestellt und erwarten vom Mietspiegel, dass er sie darin so schnell wie möglich unterstützt.

So ein Mietspiegel ist allerdings kein Zwangspapier, dem alle sklavisch folgen müssen. Er benennt eine „ortsübliche Vergleichsmiete“, informiert also über gezahlte Mieten für einzelne Wohnungen. Liegt das für einen Ortsteil bei acht Euro pro Quadratmeter, ist das keine Garantie dafür, dass jemand hier dann doch eine Wohnung für neun Euro (oder sieben Euro) vermieten möchte (wenn er Mieter findet). Damit schützt der Spiegel aber auch alle Mieter vor unbegründeten Erhöhungen und vor Mondpreisen.

Die Mieten steigen und werden steigen. Unabhängig davon, ob der neue Spiegel im April oder im September kommt. Der laute Ärger der Vermieterseite macht vor allem eines deutlich: Der Mietspiegel funktioniert. Er ist ein scharfes Schwert am Wohnungsmarkt.

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Kommentar zum Zoff um den Mietspiegel in Minden: Scharfes SchwertMonika JägerBei dem ganzen Lärm um die Frage, wie schlimm es eigentlich ist, wenn Mindens Mietspiegel einige Monate lang nicht aktuell ist, den Theorien, die Verwaltung manipuliere Zeitpunkt der Veröffentlichung und Inhalt, und ob Verfahren A oder B richtiger wäre, könnte man vermuten: Die Vermieter haben sich offensichtlich bereits auf steigende Mieten eingestellt und erwarten vom Mietspiegel, dass er sie darin so schnell wie möglich unterstützt. So ein Mietspiegel ist allerdings kein Zwangspapier, dem alle sklavisch folgen müssen. Er benennt eine „ortsübliche Vergleichsmiete“, informiert also über gezahlte Mieten für einzelne Wohnungen. Liegt das für einen Ortsteil bei acht Euro pro Quadratmeter, ist das keine Garantie dafür, dass jemand hier dann doch eine Wohnung für neun Euro (oder sieben Euro) vermieten möchte (wenn er Mieter findet). Damit schützt der Spiegel aber auch alle Mieter vor unbegründeten Erhöhungen und vor Mondpreisen. Die Mieten steigen und werden steigen. Unabhängig davon, ob der neue Spiegel im April oder im September kommt. Der laute Ärger der Vermieterseite macht vor allem eines deutlich: Der Mietspiegel funktioniert. Er ist ein scharfes Schwert am Wohnungsmarkt.