Standpunkt zur Kandidaten-Miseren in der Kommunalpolitik Benjamin Piel In sieben Monaten sind Kommunalwahlen. Angesichts einer historisch schwachen SPD sollte man meinen, die CDU müsste vor Selbstbewusstsein nur so strotzen. Doch ausgerechnet in Minden ist nicht einmal ein Gegenkandidat für Michael Jäcke (SPD) aufgestellt. Bemerkenswert. Wer in der Stadt den Bürgermeister stellen will, braucht einen starken Kandidaten. Denn Jäcke ist in der Bevölkerung beliebt und Minden auch in Zeiten schwacher Sozialdemokraten rot geprägt. Und je weniger Zeit ein Christdemokrat hat, desto kleiner sind seine Chancen. Während der Amtsinhaber bestens etabliert ist, müsste sich ein Gegenkandidat erst einmal Bekanntheit erarbeiten. Dabei gibt es Angriffsflächen genug. Die Poller, mit denen die Innenstadt abgeriegelt werden soll, sind umstritten. Die mehrfach teurer gewordene Rathaus-Sanierung wäre ein weiterer Kritikpunkt. In Sachen Kampa- und Multihalle haben Bürgermeister und Landrat (beide SPD) kaum miteinander gesprochen. Und beim Projekt Stadtblänke war die immense Kostensteigerung keine Werbung. Es sagt einiges, dass es trotz dieser dankbaren Themenlage für einen heißen Wahlkampf (noch?) keinen CDU-Kandidaten gibt. Nicht weniger bemerkenswert ist, was die SPD in Hille tut. Erst lässt sich Amtsinhaber Michael Schweiß (SPD) viel Zeit. Dann will ausgerechnet seine eigene Partei ihm einen Gegenkandidaten entgegenstellen. Wer in ohnehin schwierigen Zeiten so vorgeht, muss scheitern. Schweiß gilt zwar weder als rhetorisch herausragend noch als strategisch geschickt, brillant vernetzt oder kritikfähig. Doch bei allem, was seine Partei an ihm auszusetzen hat, hätten sich die Kontrahenten zusammenraufen sollen. Das offenbar gewordene Zerwürfnis kommt für die SPD zur Unzeit und verstärkt auf lokaler Ebene den Eindruck des Durcheinanders. Ob (bisher) kein CDU-Kandidat oder zwei SPD-Leute gegeneinander – beides ist für die Parteien Murks.

Standpunkt zur Kandidaten-Miseren in der Kommunalpolitik

In sieben Monaten sind Kommunalwahlen. Angesichts einer historisch schwachen SPD sollte man meinen, die CDU müsste vor Selbstbewusstsein nur so strotzen. Doch ausgerechnet in Minden ist nicht einmal ein Gegenkandidat für Michael Jäcke (SPD) aufgestellt. Bemerkenswert.

Wer in der Stadt den Bürgermeister stellen will, braucht einen starken Kandidaten. Denn Jäcke ist in der Bevölkerung beliebt und Minden auch in Zeiten schwacher Sozialdemokraten rot geprägt. Und je weniger Zeit ein Christdemokrat hat, desto kleiner sind seine Chancen. Während der Amtsinhaber bestens etabliert ist, müsste sich ein Gegenkandidat erst einmal Bekanntheit erarbeiten.

Dabei gibt es Angriffsflächen genug. Die Poller, mit denen die Innenstadt abgeriegelt werden soll, sind umstritten. Die mehrfach teurer gewordene Rathaus-Sanierung wäre ein weiterer Kritikpunkt. In Sachen Kampa- und Multihalle haben Bürgermeister und Landrat (beide SPD) kaum miteinander gesprochen. Und beim Projekt Stadtblänke war die immense Kostensteigerung keine Werbung. Es sagt einiges, dass es trotz dieser dankbaren Themenlage für einen heißen Wahlkampf (noch?) keinen CDU-Kandidaten gibt.

Nicht weniger bemerkenswert ist, was die SPD in Hille tut. Erst lässt sich Amtsinhaber Michael Schweiß (SPD) viel Zeit. Dann will ausgerechnet seine eigene Partei ihm einen Gegenkandidaten entgegenstellen. Wer in ohnehin schwierigen Zeiten so vorgeht, muss scheitern. Schweiß gilt zwar weder als rhetorisch herausragend noch als strategisch geschickt, brillant vernetzt oder kritikfähig. Doch bei allem, was seine Partei an ihm auszusetzen hat, hätten sich die Kontrahenten zusammenraufen sollen. Das offenbar gewordene Zerwürfnis kommt für die SPD zur Unzeit und verstärkt auf lokaler Ebene den Eindruck des Durcheinanders.

Ob (bisher) kein CDU-Kandidat oder zwei SPD-Leute gegeneinander – beides ist für die Parteien Murks.

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